Forum: Politik
Reaktion auf Hoodbhoy-Thesen: "Demokratie, Freiheit und Vielfalt gehören zum Islam"
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Islamische Gesellschaften sind kollektiv gescheitert? Stimmt nicht, entgegnet der türkische Journalist auf die Thesen des pakistanischen Physikers Pervez Hoodbhoy. Der Islam und davon inspirierte politische Bewegungen sind vieles: fundamentalistisch - aber auch modernistisch.

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Super-Piffi 02.02.2013, 10:29
50. Die Probleme ...

treten in moslemischen Gesellschaften dann auf, wenn es um westliche Freizügigkeit, Andersgläubige, freien Sex, Satire, Mode, Schwule, Gleichberechtigung, moderne Technik, Frauen, Kultur, Gewalt, tolerante Erziehung der Kinder, etc, pp geht. Und plötzlich werden die Moslems zu richtigen Spaßbremsen ohne Humor... und ein Teil von ihnen hat leider einen Dolch in der Hand. Das muß doch nicht sein. Hieran müssen vor allem die Prediger in den Moscheen arbeiten. Seid doch selber mal tolerant. Das ist doch nicht so schwer. Alles auf dieser Welt wurde von Gott geschaffen. Nur der Glaube ansich ist vom Menschen gemacht und deshalb fragwürdig, weil Menschen sich irren können und Fehler machen.
Gegen Fundamentalisten und radikale Islamisten müssen die Moslems deutlich Stellung beziehen, um aufzuzeigen, wo sie in Wirklichkeit stehen.
Die Selbstbestimmung der Frauen. Egal in welchem Land: Wenn die Regeln der Eltern und männlichen Familienmitglieder nicht eingehalten werden, wird's gefährlich.
Als Minderheiten in anderen Ländern können sie sich nur schwer anpassen.
Es gibt also wirklich viel zu tun - packt es an.

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christjan 02.02.2013, 10:32
51. Verdrehte Tatsachen?

Frauen Tragen also Burkas, damit sie sich an der Bushaltestelle nicht belästigt fühlen?
Und das hat also nichts mit dem respektlosen islamischen Frauenbild zu tun? Sonder es ist ein Zeichen von positivem Gruppenzwang wie einst bei den Hippies? Ich lach micht tot.

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ermano_e 02.02.2013, 10:34
52. Auch nicht besser

Herr Baydar startet erst mal mi dem klassischen rethorischen Kniff Herrn Hoodbhoy als "Klischeverhaften" und "oberflächlich" zu diskreditieren was angeblich eine "tiefere Analyse" verhindert.
Faktum ist:

Die genannten Staaten Türkei und Bosnien sind stark europäisch geprägt und damit nicht ohne weiteres repräsentativ. (Zugegeben weis ich nicht viel über Malaysia)

Herr Hoodbhoy wird wegen seiner Äusserungen seit Monaten kein Gehalt mehr bezahlt weil er es gewagt hat den Islam zu kritisieren. (+ von der anderen Uni geworfen).

Dass der Islam die Wissenschaft fördert und lehrt sollte beim Stichwort "Darwin" entschieden werden.

Es ist ein in der islamischen Welt weitverbreitete Idee dass der Koran moderne wissenschaftliche Ideen und Ergebnisse vorausgesehen hat (und dies als implizierter Beweis für seine "Wahrheit" angesehen wird). Ich habe mir die Mühe gemacht mir diese "Beweise" näher anzusehen (Die berühmten 40 Tage der Embryonalentwicklung, die Rolle des Steissbeins etc.) und bin von der (sorry) naiven Sichtweise zutiefst verdaddert gewesen (ich würde es ungefähr auf die gleiche Ebene setzen wie die Argumentationsline der Zeugen Jehovas: Herauspicken was irgendwie ins Gedankengebäude passt, den Rest ignorieren).
Dabei will ich nicht Verleugen das Menschen innerhalb des Islams (also nicht der Islam selbst) im Mittelalter wesentliche Beiträge zur Wissenschaft geleistet haben. (siehe Blütezeit des Islam). Weitere Beispiele sind die Agrarwirtschaft in Andalusien die nach der Reconquista von den Christen nie wieder erreicht wurde.
All diese Beispiele sind aber schon viele Jahrhunderte alt !
Die Aussage "...haben zum Beispiel nordafrikanische Muslime in der Zeit des Mittelalters von Spanien aus die Grundlagen für einige Wissenschaften - Arithmetik, Chemie - gelegt" ist meines Wissens nach nicht haltbar (lasse mich aber unter Nennung von Namen und Fakten gerne anderweilig überzeugen).
Ich würde Herrn Baydar darin rechtgeben dass in muslimischen Ländern durchaus Sozialsysteme existieren (und diese der Islam ausdrücklich fordert). Dennoch sind diese m.E. ungeeignet um Bildung (vor allem solche die die Religion hinterfragen könnte) zu fördern.
Verstehen Sie mich nicht falsch: ich habe in meiner Studienzeit viel mit Muslimen (i.B. Türken) zusammengearbeitet und war immer angetan für deren Dezenz und Menschlichkeit. Im Gegensatz zu den meisten meiner (deutschen) Mitbürger habe ich mir aber die Mühe gemacht grosse Teile dess Koran zu lesen und war dann doch überrascht wie so ein doch recht einfältiges Buch soviel Wirkung zeigen kann. (Im Grunde wird nur Sure um Sure vom Zuckerbrot zur Peitsche und zurück gewechselt). Als Vorlage zur Aufklärung und Wissenschaft oder gar Pluralismus scheint es mir aber kein probates Mittel zu sein.
Natürlich wird sich der Islam (wie auch das Christentum) langfristig wandeln und noch längerfristig wie alle Religionen früher oder später von der Landkarte verschwinden (oder betet hier noch jemand zu Ra,Zeus,Wodan, Jupiter und Kohorten ?). Bis dahin - und darin sind sich ja beide Autoren einig - wird noch viel Blut in seinem Namen fliessen.

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neurobi 02.02.2013, 10:48
53. Griechen

Der Autor behauptet, dass die Muslime im Mittelalter die Grundlagen vieler Naturwissenschaften gelegt haben. Das ist aber nicht ganz richtig. Sie haben das Erbe der Griechen und Römer bewahrt und hier und ein wenig weiterentwickelt.
Auch kann ich in der Türkei keinen großen Fortschritt erkennen. Es weist zwar beeindruckende Wachstumszahlen auf. Aber diese kommen beim Volk anscheinend nicht an, sonst würden wohl viele türkische Mitbürger in die Heimat zurückkehren. Ich habe den Eindruck, dass sich die Gesellschaft dort in Richtung dessen bewegt, wie es auf dem Land schon immer war, auch in den großen Städten und nicht umgekehrt.

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marianneluxemburg 02.02.2013, 10:49
54. Nicht Meinungsstück, sondern Meinungsäußerung, Stellungnahme

Zitat von G. Whittome
Was bitte soll ein "Meinungsstück" sein? Bitte zuerst etwas über den Begriff "opinion piece" nachdenken, bevor man daran geht, die deutsche Sprache so zu verunstalten.
Ich hab mal bei leo nachgeschaut, kam erst im Anhang bei den Forumsdiskussionen: opinion piece - Meinungsäußerung, opinion piece on something - Stellungnahme zu etwas.
Danke für den Hinweis, mein Vokabular hat sich erweitert!

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tembel 02.02.2013, 10:51
55. Nicht ganz richtig

[QUOTE=ermano_e;11916310]... Dabei will ich nicht Verleugen das Menschen innerhalb des Islams (also nicht der Islam selbst) im Mittelalter wesentliche Beiträge zur Wissenschaft geleistet haben... /QUOTE]

Es ist in diesem Forum korrekterweise bereits darauf hingewiesen worden, dass es sich hierbei um die Tradierung (also Weitergabe) eines Wissenstandes des antiken Griechenlandes handelte, der über Sizilien und Ägypten nach Nordafrika gelangte - vor der Einführung des Islam (!).

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forumgehts? 02.02.2013, 10:53
56. Das

Zitat von sysop
Islamische Gesellschaften sind kollektiv gescheitert? Stimmt nicht, entgegnet der türkische Journalist Yavuz Baydar auf die Thesen des pakistanischen Physikers Pervez Hoodbhoy. Der Islam und davon inspirierte politische Bewegungen sind vieles: fundamentalistisch - aber auch modernistisch.
behaupten alle monotheistische Religionen ......

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Soyb 02.02.2013, 10:54
57. Religion ist heilbar!

Er vergleicht komplett verhüllte Frauen mit den Hippies??? Das halte ich ja mal für eine sehr gewagte These...

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thor1708 02.02.2013, 10:58
58. Ist das ein Witz?

Sowas kann auch nur von dort kommen!

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aldud0905 02.02.2013, 11:03
59.

ich muss sagen, dass ich überhaupt froh bin, dass über dieses thema mal auf diese weise diskutiert wird. hier machen sich 2 personen aus ihrem glaubenskreis endlich mal gedanken um ihre religion, den Islam, der sicher bei weiten teilen der nicht-moslems im moment nicht in einem guten licht steht.
ich bin genauso absolut überzeugt, dass sehr sehr viele muslime keine anhänger der radikalen fundamentalistischen bewegungen sind. aber ich frage mich oft, warum deren stimmen nicht öfter zu hören sind? sie könnten unser verständnis und das bild des Islam mitformen und verändern.
ich wünschte mir viele viele mehr stimmen, die offen sagen, dass sie diese radikalen religiösen und für die welt oft unglücklichen strömungen deutlich missbilligen und sich von diesen abgrenzen.
warum gibt es keine tagungen und "welt"konferenzen der führenden islamischen köpfe, die sich gg die fanatiker stellen und zeigen, dass diese eine minderheit sind?
auch wenn die beiden autoren nicht gleicher meinung sind, so wünsche ich mir genau solchen austausch.

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