Forum: Politik
Reaktion auf Mecklenburg-Vorpommern: "Wir machen uns über die AfD große Sorgen"
AFP

In Schwerin erlebt die CDU einen schwarzen Abend, entsprechend mies ist die Stimmung. Die SPD dagegen jubelt trotz Verlusten - und kritisiert die Kanzlerin scharf. Die Reaktionen.

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gonzel 04.09.2016, 19:39
1. halb so wild

Das gemeine Volk hat gewählt und einige, die mit den Regierungsparteien nicht zufrieden sind, haben ihren Frust darüber abgelassen. Anstatt selbst mit anzupacken, haben sie Populisten unterstütz, nun gut: Der Druck ist vom Kessel und in einer Stunde sitzt Tatort-Deutschland selig vorm TV und freut sich, es der Obrigkeit gezeigt zu haben. Die AfD wird uns zwar auch nach der Bundestagswahl weiter beschäftigen, aber in zehn Jahren kräht kein Hahn mehr nach ihr. Populismus ist die eine Seite - Regieren, Entscheiden und dafür bundesweit die Verantwortung zu übernehmen (von Arbeitsmarktpolitik bis Zuwanderung) ist etwas anderes.

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politisch_nicht_korrekt 04.09.2016, 19:41
2. Lerneffekt?

So langsam habe ich das Gefühl, dass der Lerneffekt erst bei >40% für die AfD einsetzt.
Özdemir ist wenigstens schon mal nah dran: alle außer der AfD bieten die gleiche Lösung in Sachen Flüchtlingspolitik. Offenbar findet eine erhebliche Minderheit dieses Thema wichtig und ist nicht einverstanden mit der angebotenen Einheitslösung. Die AfD füllt lediglich diese Marktlücke. Also gibt es nur 2 Optionen: entweder rückt ein Teil der Etablierten in Richtung Marktlücke oder man akzeptiert einfach mal, dass es in einer Demokratie legitim ist andere Lösungen anzubieten

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syn4ptic 04.09.2016, 19:42
3.

"Wir sehen mit Sorge, dass es der AfD gelungen ist, die Ängste und Nöte der Menschen zu schüren. ... Wir wollen eine stabile Regierung bilden, die auf einen sozialen Zusammenhalt setzt. Wir wollen der AfD, die auf Spaltung setzt, etwas entgegen setzen."

Na dann überlegen wir doch mal, wer Themen wie steigende Altersarmut, das deutsche Reallohnniveau, die immer weiter aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich (Abdriften der Mittelschicht nach unten), die Agenda 2010, die Riester Rente, die reine Ausrichtung Deutschlands als Exportnation und der gleichen Blödsinn mehr verbrochen hat bzw. sich bisher nicht dazu herabgelassen hat auf die anderen Sorgen und Nöte der Bevölkerung einzugehen.

Hättet Ihr bisher ordentliche, volksnahe Politik betrieben, würde Euch das jetzt nicht so um die Ohren fliegen. Ich habe da momentan eher wenig Mitleid mit den jammernden Gestalten - selbst Schuld.

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unumvir 04.09.2016, 19:43
4.

Die etablierten Parteien sehen also die AfD "mit Sorge"?


Das ist gut so, sieht doch umgekehrt der Bürger die Politik der etablierten Parteien mit Sorge!


Zeit also, vom Modus Wählerbeschimpfung auf eine Politik des Zuhörens umzuschwenken ... falls die karriereverfilzte deutsche Parteienlandschaft dazu überhaupt noch in der Lage sein sollte.

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arrache-coeur 04.09.2016, 19:47
5.

"Wir machen uns über die AfD große Sorgen" - Die Politiker der etablierten Parteien sollten sich besser um die Bürger sorgen. Weil dies in der Vergangenheit nicht so gut funktionierte, gibt es überhaupt solche Randparteien.

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lothar.thuermer 04.09.2016, 19:48
6. Konsequenzen für Frau Merkel?

Kanzlerinnen-Dämmerung? Wohl kaum! Die CDU steht in Nibelungentreue zu ihrer Vorsitzenden und weist berechtigte Forderungen aus Bayern fast geschlossen zurück. Und deshalb wird das Modell Merkel zunächst auch weiter funktionieren: Frau Merkel braucht keine starke Union, sie sucht und findet Mehrheiten flexibel jenseits ihrer Partei. So hat sie am Ende eines mit Mario Draghi gemeinsam: Beide setzen ihre Arbeit fort, auch wenn sie bei einer wachsenden Zahl von Menschen an Zustimmung verlieren.

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sobrinus 04.09.2016, 19:53
7. Mandatsgewinne festigen Parteistrukturen

Zitat von gonzel
. . . Die AfD wird uns zwar auch nach der Bundestagswahl weiter beschäftigen, aber in zehn Jahren kräht kein Hahn mehr nach ihr. . . .
Mit Mandatsgewinnen festigen Parteien ihre Strukturen und verbessern ihre finanzielle Situation. Trotz fehlender Koalitionsmöglichkeiten bedeutet der Wahlsieg der AfD keineswegs eine Rückkehr "zur Tagesordnung".

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zippo2012 04.09.2016, 20:06
8. man man man ..........

Ein Meer voll Tränen füllt die Augen bei soviel Selbstmitleid. Schuld sind selbstverständlich immer die Anderen.
Wenn die Bürger politikverdrossen sind liegt es nur an den Parteien selbst. Politik fürs Land und die Bürger wird parteitaktischen Interessen nachgeordnet. Man übertrifft sich gegenseitig mit Versprechen und im Versprechenbrechen.
Jetzt kommt noch eine sechste Partei dazu ....... das blanke Chaos!
Vielleicht ist es an der Zeit die Parteien abzuschaffen und das Regieren regelmäßig gewählten, gut ausgebildeten Fachleuten zu überlassen. Menschen die wissen was sie tun und nicht von Parteitagsbeschlüssen gelähmt werden.
Übrigens, Populisten hätten dann auch keine Chance mehr die Bürger zu verblöden, egal ob rechts oder links des Horizonts.

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Palmstroem 04.09.2016, 20:11
9. Eine schwere Niederlage für die Demopkratie

Das Wahlergebnis ist eine schwere Niederlage für die Demokratie, falls auch noch die Grünen aus dem Landtag fliegen. Denn dann wäre die Große Koalition alternativlos.
Zu verdanken ist das teilweise auch den Medien, die die AfD großgeschrieben haben. Egal wie man zu Merkel steht, aber das völlig überzogene Bashing der letzten Wochen speziell in der Türkeipolitik hat nur der AfD geholfen!

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