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Reaktion auf türkische Drohungen: EU lässt Erdogan abblitzen
AP

Der türkische Präsident Erdogan droht der EU mit dem Abbruch der Beitrittsverhandlungen. Brüssel reagiert gelassen: Manch einem würde das Ende der Gespräche wohl gelegen kommen.

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robertreagan 02.05.2017, 20:28
1. Offene wirtschaftliche Beziehungen

haben wir auch zu ganz anderen Kandidaten. Das soll nicht das Problem sein. Der ungehinderte Zuzug wäre das Problem. Immerhin schuften in der Türkei noch Hunderttausende syrische Flüchtlinge zu Hungerlöhnen. Sie sind eine Säule des türkischen Wirtschaftsaufschwungs. Das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben. Die würden ihre Situation auch gerne verbessern. Auch der visafreie Zuzug der Ukrainer wird uns noch bitter vor die Füsse fallen. Da wissen alle Entscheider noch nicht, was sie damit getan haben.

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Atheist_Crusader 02.05.2017, 20:28
2.

Der Beitrittsprozess wird sowieso abgebrochen werden (müssen). Erdogan hat zwei Referenden angekündigt, eines ob man weiterhin in die EU will und eines ob man die Todesstrafe zurück will - beides wird im Erfolgsfall den Beitrittsprozess beenden.
Die Tür wird sich schließen - die einzige Frage ist, von welcher Seite sie zugeschlagen wird.

Die Türkei ist kein EU-Staat, kann es auch nicht sein und will es offensichtlich auch nicht. Deren Motivation zum Beitritt ist ungefähr so nebulös und von Fakten gedeckt wie der britische Wunsch zum Austritt.
Selbst wenn man sich nicht mit Erdogan einen Depoten an die macht gehievt hätte, blieben da noch so viele Dinge die sie disqualifizieren, angefangen von den Kurden über den Umgang mit der eigenen Vergangenheit bis hin zu dieser Travestie namens Nordzypern.

Das beste was man der Türkei anbieten kann ist eine Partnerschaft á la Schweiz oder Norwegen. Wird vermutlich nicht lange klappen, denn diese Partnerschaft funktionieren so, dass die EU vorgibt und die anderen spuren... nur, dass sie eben sehr ähnliche Vorstellungen haben. Bei der Türkei sieht das nicht so aus. Die würden sich da sehr schnell sehr gegängelt vorkommen.

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manfred.gebauer 02.05.2017, 20:34
3. wie oft habe ich es schon gedacht,

nun sage ich es doch mal deutlich: Es reicht! Klare Kante zeigen, Ende der Verhandlungen, Ende des Geldflusses - das Flüchtlingsproblem will so oder so gelöst werden, Incirlik nach (Neu)-Palästina "verlegen", das wird zukünftig sicherer werden als jeder cm in der Türkei. Ich bin sprachlos was Nachbarn und "Partner" der Türkei sich alles gefallen lassen! .

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coniferia 02.05.2017, 20:44
4. Dann

wird man Erdogan wohl am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Er hat sich einfach verzockt. Und da er das niemals zugeben wird, war es das mit dem EU Beitritt. Ich erinnere noch, wie nahe die Türkei am Beitritt war, vor 10+ Jahren. Aber wie Erdogan heute agiert, ist die Türkei weiter weg davon als je zuvor.

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KlausP22 02.05.2017, 20:45
5. Tschüss und nicht auf Wiedersehen !

Zu Erdogan kann Europa nur Tschüss sagen und nicht etwa auf Wiedersehen. So lange der den türkischen Alleinherrscher mimt bleibt ein Beitritt der Türkei zu Europa völlig unmöglich.

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bernhard1964 02.05.2017, 20:47
6. das Monopol der Demokratie, der Menschenrechte, der Freiheiten....

Cavusoglu weiss doch als gebildeter Mensch, dass diese Werte nicht EU Monopol sind, sondern in der Quarta der UNO festgeschrieben stehen. Danach hat sich auch die Türkei, will sie weiter ein Teil der Weltgemeinschaft sein, zu richten.

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muekno 02.05.2017, 20:48
7. Losgelöst von der Erde

hiess es einmal in einem Lied, losgelöst von der Realität scheint der Großmufti von Ankara nicht erst seit gestern. Diese Drohung bzgl. Abruchs der Verhandlungen zeigt doch wieder mal, dass der Typ nicht mehr ganz klar im Kopf ist. Mir wegen soll er auch alle restlichen Beamten und Polizisten entlassen, dann kann er sich selber regieren.

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ziehenimbein 02.05.2017, 20:52
8. Auf keinen Fall abbrechen!

Gut, so wie es derzeit in der Türkei läuft, geht ein Beitritt gar nicht, aber Erdogan ist doch schon angezählt. Das Ergebnis vom Referendum war ja wohl ein Schlag ins Gesicht für ihn. Ohne die Stimmen der ewig Gestrigen Auslandstürken, die ihre Heimat immer noch so sehen wie damals, als sie sie vor Jahrzehnten verlassen haben, hätte er womöglich verloren. Die Wirtschaft schwächelt, die Inflation steigt und neues Geld wird täglich teurer. Die Türken sind ein sehr starkes Volk, sie sind fleißig und murren kaum, aber auch sie haben irgendwann die Faxen dicke. Ich glaube nicht, dass Erdogan eine zweite Amtszeit als Präsident schaffen wird. Soviel Macht wollen andere auch mal haben, für jemanden mit viel Geld und Einfluß sehe ich da durchaus Chancen.

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philosophus 02.05.2017, 20:53
9. Im Jahre 2369...

SPON: " Bisher wurde von insgesamt 33 Kapiteln nur jenes über Wissenschaft und Forschung abgeschlossen, und auch das liegt schon elf Jahre zurück."===>> Also rechnen wir mal ein bisschen nach: Es bleiben NUR noch 32 Kapiteln. Wenn derselbe Rhythmus beibehalten wird, sind es... lächerliche 32x11=352 Jahre bis zum Türkei-Beitritt. Bis dahin, wird Erdogan nicht mehr im Amt sein... nehme ich jedenfalls an...

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