Forum: Politik
Reaktionen auf Abstimmung in London: "Ein harter Brexit wird fast unausweichlich"
PATRICK SEEGER/EPA-EFE/REX

Das britische Parlament hat sich im Streit um den EU-Austritt wieder nicht einigen können. Ein Tory-Abgeordneter trat umgehend aus seiner Partei aus. Und der Brexit-Beauftragte des Europaparlaments warnt vor dem "Abgrund".

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dippegucker 02.04.2019, 06:07
1. Was mich fasziniert, ist ...

... daß ausgerechnet die Vorzeigedemokratie Großbrittannien vorführt, worum es bei "Demokratie" wirklich geht: Jedenfalls nicht um den Demos und seine Herrschaft.

David Cameron hat die Büchse der Pandora geöffnet, aus dem gleichen Grund, aus dem nun weder Regierung noch Parlament zu einer Einigung kommen: Machtverliebtheit, persönliche Eitelkeit und ganz bestimmt eine gehörige Portion Dummheit. (Von Klientelwirtschaft ganz zu schweigen)

Während das Parlament von der Regierung wieder und wieder zu sinnfreien Abstimmungen genötigt wird, deren Ergebnisse ohnehin nicht "rechtlich bindend" sind, verweigert man, dem inzwischen schlauer und ganz bestimmt hellwach, gewordenen "Souverän" eine erneute, diesmal verständige, Abstimmung.

Es wird höchste Zeit, daß die Königin auf den Plan tritt und den Tower mit all seinem "Spielzeug" wieder in Betrieb nimmt.

Das Schlimmste für mich ist jedoch, daß einmal mehr deutlich wird, wie Politiker, auch bei uns, wirklich ticken.

Mene Tekel ...

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schlumz 02.04.2019, 06:17
2.

Eine deutliche Verlängerung über mehrere Jahre und ein erneutes Referendum wären meines Erachtens die sauberste Lösung. GB muss dann aber aktiv an der Europawahl teilnehmen. Ein bevorstehender Brexit bedeutet ja nicht, dass man keine Verantwortung innerhalb der EU übernehmen kann. Schnaps ist Schnaps und Bier ist Bier.

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dasfred 02.04.2019, 06:21
3. Taugt immer noch als schlechtes Beispiel

So kann ganz Europa live miterleben, was passiert, wenn eine Regierung nur noch aus Prinzipienreitern besteht. Keiner konnte vermitteln, warum seine Wahl den anderen überlegen ist und wer die besten Zukunftsaussichten für Großbritannien bietet. Dagegen waren unsere letzten Koalitionsverhandlungen ein Sonntagsspaß. Diese ganze Aufspaltung in rechte und linke Untergruppen macht mehr kaputt, als dass sie dauerhaft Stabilität sichert.

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ThreeOaks 02.04.2019, 06:24
4. Ende mit Schrecken

Seit Monaten schaut die EU den englischen Parlamentariern zu, wie sie immer und immer wieder unfähig sind, ein von ihrem Volk beschlossenen Weg konsequent zu Ende zu gehen. Ein Brexit ohne Grenze kann es nicht geben, freien Handels- aber kein Personenverkehr ist das klassische Rosinenpicken, das die Engländer so gerne hätten, die EU ihnen aber nicht gestatten kann, da sonst die Lawine rollt.

Was also bringt eine Verlängerung, außer eine weitere Nabelschau. Vor lauter fassungslosem Blick auf die Insel vergisst die EU den sonstigen Fahrplan. Das sich abzeichnende pazifische Powerhouse wartet nicht.

Besser ein Ende mit Schrecken als der viel besungene Schrecken ohne Ende und damit vermeiden, dass andere Züge nicht längst abgefahren sind.

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stefan7777 02.04.2019, 06:41
5. ...versteht mich nicht falsch, ich bin gegen den Brexit

Aber wenn es nicht anders geht, wenn sich ein Parlament so unmündig gebärdet und diesen Zustand über viele Monate so arrogant zur Schau stellt? Nordirland soll sich mit Irland vereinen, sie wollen ja auch klar in der EU bleiben. Und die anderen können machen was sie wollen, zumindest London hat unsere Solidarität nicht mehr verdient! Als Unternehmer bin ich nur froh, nicht auf der Insel zu agieren. Was mir auch fehlt, sind die täglichen Demonstrationen von tausenden Briten auf den Straßen. Wenn es nicht für oder gegen den Brexit ist dann müsste das Gehabe doch tausende auf die Straße treiben um den Parlamentariern klar zu machen, dass dieses Verhalten ihrer Nation nicht würdig ist.

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Europa-Realist 02.04.2019, 06:44
6. Alles obsolet!

Was würde denn passieren, wenn sich das Unterhaus auf ein gemeinsames (britisches) Vorgehen einigen würde? Hoffentlich gar nichts, denn die EU hat doch klar vorgegeben, welche zwei Möglichkeiten bleiben: Harter BREXIT oder weicher BREXIT. Warum wird überhaupt noch über andere Alternativen diskutiert. Doch nur, weil man denkt, dass die EU wieder einknicken wird!
Liebe Politiker, tut uns doch wenigstens einmal den Gefallen und haltet euch an die von euch selbst vorgegebenen Regeln!

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kuac 02.04.2019, 06:51
7.

Unfassbar, dass GB am Ende die aller schlechteste Brexitvariante wählt. Oder, wollen die Parlamentarier ihr eigenes Volk dafür bestrafen, dass sie für den Brexit votiert hatten?

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112211 02.04.2019, 06:54
8. Hin und Her - so tun als ob

Noch eine Abstimmung, und noch eine, und noch eine ...

Keiner will den Brexit, aber sie tun alle, als ob sie ihn wollen. Nicht alle Briten, aber die Mehrheit der Abgeordneten. Bloß nicht das Referendum in Frage stellen. Auf keinen Fall sich die Blöße geben, das Referendum als ungeeigneten Schritt zur Entscheidung von Prozessen, die eine große politische und wirtschaftliche Reichweite haben, zu benennen. Könnte ja sein, dass sich die Leaver nicht ernst genommen fühlen.

Und die Hardliner? Haben das sinkende Schiff schnell vorher verlassen.

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bernteone 02.04.2019, 07:16
9. Dann kommt der Abgrund

Dramaturgie ala E'U .Wenn sich auch die Politiker nicht einig werden ' die Wirtschaft und die Menschen finden Wege zu verhindern was die EU hier für Schreckgespenster aus der Tüte lässt . Wird vielleicht schwieriger und härter aber da können sich dann alle bei Johnsen und Co. beschweren . Die EU wird auch nicht untergehen also nicht soviel gezeter .

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