Forum: Politik
Reaktionen auf Morales' Zwangslandung: Die Angst der Abhängigen
DPA

Im Eklat um die Zwangslandung in Wien solidarisieren sich nur wenige Spitzenpolitiker aus Süd- und Mittelamerika mit Evo Morales. Brasilien, Chile oder Mexiko schweigen lieber. Denn niemand will es sich mit der Übermacht USA verderben.

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ein anderer 03.07.2013, 23:12
10. ...

Zitat von sysop
Im Eklat um die Zwangslandung in Wien solidarisieren sich nur wenige Spitzenpolitiker aus Süd- und Mittelamerika mit Evo Morales. Brasilien, Chile oder Mexiko schweigen lieber. Denn niemand will es sich mit der Übermacht USA verderben.
Schon 1927, also vor dem Kalten Krieg und vor dem beerben der Briten, notierte Robert Olds, Staatssekretär im State Department, in einem Memorandum: „Wir kontrollieren die Geschicke Mittelamerikas, und wir tun das aus dem einfachen Grund, dass das nationale Interesse einen solchen Kurs diktiert… Bis heute hat Mittelamerika immer verstanden, dass Regierungen, die wir anerkennen und unterstützen, an der Macht bleiben, während jene, die wir nicht anerkennen und unterstützen, scheitern.“

Trotz der scheinbaren Demokratie in den USA hat sich das bis heute nicht geändert sondern sogar noch ausgeweitet.

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Demokrator2007 03.07.2013, 23:13
11. Das Bild der Schurkenstaaten komplettiert sich

Zitat von sysop
Im Eklat um die Zwangslandung in Wien solidarisieren sich nur wenige Spitzenpolitiker aus Süd- und Mittelamerika mit Evo Morales. Brasilien, Chile oder Mexiko schweigen lieber. Denn niemand will es sich mit der Übermacht USA verderben.
Wenn wir den unter "Krieg gegen den Terror" von den USA geprägten Begriff "Schurkenstaat" verwenden, dann muß man die USA inzw. wohl dort einreihen-leider.
Freunde verhalten sich nicht so wie es die Amerikaner mind. seit G.W.Bush jun. tun, Besatzer und Gangster sehr wohl.

Wo liegt jetzt also der Unterschied zwischen den Regierungen der USA,Ägypten´s,Nordkorea´s, China´s, Rußland´s denen Menschenrechte genauso scheißegal sind?
Sie lassen foltern,mißbauchen ihre Macht, töten Menschen im Staatsauftrag, verfolgen politische Gegner und und und...

Der Friedensnobelpreis für Obama ist eine Schande und wenn der Mann noch etwas Anstand besitzt müßte er ihn freiwillig zurückgeben.

Eine traurige Zeit für die Menschlichkeit und die Demokratie.

Ciao
DerDemokrator

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kaynchill 03.07.2013, 23:19
12.

Das Problem mit den USA als vermeintliche Supermacht die fast die gesamte Welt steuern liegt leider viel tiefer.
Wer mal einen Blick hinter die amerikanische Politiklandschaft wirft sieht die Milliarden an Dollar die von der Wirtschaft in die Politik fließen.
Bestes Beispiel ist der NSA-Skandal. Booz Allen, die Firma von der Snowden die Dokumente hat, wird zwar zu 98% von der US-Regierung subventioniert, ist aber eine Privatfirma.
Und wem gehört diese Firma? Der Carlyle Group, einer der weltgrößten privaten Beteiligungsgesellschaften. Sitz ist natürlich Washington D.C.
Spätestens durch die neuesten Enthüllungen sollte klar sein dass es hier nicht um Terrorismus geht. Der Fokus der Spionageliegt ausgerechnet auf den wirtschaftsstarken Ländern und direkten Konkurrenten der USA-Wirtschaft.

In den amerikanischen Gerichten werden Gesetze durchgewunken oder abgelehnt, da schüttelt man hierzulande mit dem Kopf. Aber wenn Monsanto und Co wieder was locker machen kümmert das keinen mehr.

Große Teile des Militärs sind in die Privatwirtschaft ausgelagert, große Teile der nachrichtendienstlichen Tätigkeit ebenso.

Die USA beherrschen nicht die Welt, das haben schon längst die Konzerne übernommen.

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teslar 03.07.2013, 23:19
13. Das geht gar nicht

offensichtlich wird seitens der uSA Druck und Erpressung ausgeübt. Wo leben wir, müssen sich die Länder dieser Welt das auf Dauer gefallen lassen. Ich fürchte, der Dampf im Kessel wird steigen und die Amerikaner sind moralisch isoliert. Das weis auch Obama - er weis auch, dass zunehmender Hass gegen die Amerikaner er nicht mehr erklären kann - es wird sein Ende.

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na denn! 03.07.2013, 23:27
14. Wer wettert denn hier?

Ich weiß, ich weiß, der Zeitdruck etc.. da kann schon mal die eine oder andre Information verschütt gehen - aber ganz so einfach, wie es hier wieder dargestellt wird, isses nunmal nicht, lieber Claus Hecking! Brasiliens Präsidentin Dilma hat in einer offiziellen Stellungnahme durchaus "Abscheu und Empörung" zu Ausdruck gebracht. Sie hat erklärt, dieser Vorfall betrifft nicht nur Bolivien, sondern ganz Lateinamerika und wird weitere Schritte prüfen in Abstimmung mit den anderen Ländern. Quelle hier: http://noticias.uol.com.br/internacional/ultimas-noticias/2013/07/03/dilma-repudia-constrangimento-imposto-a-evo-morales.htm

So einfach, wie ihr es Euch immer macht, ist es nunmal nicht, niemals ist es das. Aber ok, SPON ist nicht dazu da, daß man sich eine Meinung machen kann, sondern eher dazu da, bestimmte Meinungen zu transportieren.. find ICH zumindest sehr offensichtlich..

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aljoschu 03.07.2013, 23:35
15. O tempora o mores ...

Was sind das für Zeiten, in denen wir leben? Fast wünschte man sich die Zeiten des Kalten Krieges zurück, als es noch zwei diametral entgegengesetzte Systeme in der Welt gab - Links oder Rechts, kommunistisch oder kapitalistisch. Da gab es noch Zufluchten für Dissidenten innerhalb des jeweils anderen durchgeknallten Systems.

Heute gibt es kaum noch Zufluchten für Leute wie Julian Assange und Edward Snowden oder immer weniger, denn alle haben sie Angst vor dem großen Prol-Staat der USA, vor dem gnadenlosen und rachsüchtigen Friedensnobelpreisträger Barack Obama.

Selbst die Mitgliedsländer der EU fallen reihenweise um - es gibt keine gemeinsame Gangart, keinerlei Verschwörung für die Wahrung der Menschenrechte und des internationalen Rechts. Nein, ihre Regierungscliquen machen sogar gemeinsame Sache mit dem Rüpel-Staat, sie finden die Ausspähungen ihrer Bürger und Unternehmen sogar noch gut - sogar in ihren öffentlichen Bekundungen. Ja, sie wollen mit dabei sein, wenn es geht ihre eigenen Verfassungen und die Rechte ihrer Bürger mit Füßen zu zertreten.

Überall herrschen Verrat, Landesverrat, der Verrat der Bürger und ihrer Rechte.

Selbst Putin, einer der letzten großen Gegenspieler des großen Monomanen USA, erlegt Snowden Bedingungen für sein Asylangebot von solcher Art auf, dass dieser ablehnen muss, will er nicht seinen einmal beschrittenen Weg verraten.

Damit ist der Orwell'sche totale Überwachungsstaat Wirklichkeit geworden. Die Mittel sind installiert, die Hirne der Vasallen weich geklopft - jetzt kann es richtig los gehen. Dem amerikanischen Leviathan sind faktisch keine Grenzen mehr gesetzt.

Jetzt kommen wir alle ins Visier - wir, die Bürger, die Weltbürger - egal welchen Landes. Ob Freund oder Feind - es gibt nur noch die Interessen des Leviathan und diese sind nicht unsere Interessen, sind keine bürgerlichen Interessen.

Ein unipolares Hegemonialsystem vom Zuschnitt der USA tut der Welt nicht gut. Man muss nur dahin schauen, wo die USA irgendwann mal ihren Einfluss geltend gemacht haben: Südamerika, Mittelamerika, Philippinen, Ostasien, Naher Osten, Iran, Afghanistan, Pakistan. Dort herrschen autokratische, oligarchische oder diktatorische Regime, wo es Demokratien gibt, sind diese schwach und korrupt, die Bürgerrechte sind marginal und ansonsten herrscht das Chaos.

Man kann nur hoffen, dass China seinen Weg an die Spitze der Welt fortsetzt und den megalomanen Amerikanern Paroli bietet, denn Europa hat sich selber in die Bedeutungslosigkeit katapultiert. Dann wird es hoffentlich wieder einen Wettkampf der Systeme geben - nicht nur im militärischen, sondern hoffentlich auch um die Führerschaft in der Wirtschaft, dem Recht und der Moral.

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Atheist_Crusader 03.07.2013, 23:36
16.

Zitat von sysop
Im Eklat um die Zwangslandung in Wien solidarisieren sich nur wenige Spitzenpolitiker aus Süd- und Mittelamerika mit Evo Morales. Brasilien, Chile oder Mexiko schweigen lieber. Denn niemand will es sich mit der Übermacht USA verderben.
Erinnert mich an meine Grundschulzeit. Niemand will sich dem Schulhofschläger entgegenstellen.
Natürlich, gemeinsam würde man ihn besiegen. Aber so sicher das auch ist - keiner will dabei der sein, der all die Schläge abkriegt, bis der Kerl seine Unterlegenheit einsieht.

Es ist nur traurig, dass die Politik nicht mehr Rückgrat hat als ein paar Zweitklässler. Nicht einmal auf die kann man sich verlassen, die eh schon in Ungunsten der USA sind. Man könnte meinen, Deutschland sollte die Parade der Empörten anführen, nach all dem was über unsere tolle "Freundschaft" mit den USA herausgekommen ist. Stattdessen versuchen wir das zu ignorieren.

Vielleicht war die Schulhof-Analogie falsch. Vielleicht ist es eher eine mißbräuchliche Beziehung. Wir lassen uns ausnutzen und knechten und demütigen und schlagen... und suchen frenetisch nach Gründen, warum unser Partner eigentlich doch ein netter Kerl ist.

Natürlich, egal für welche man sich entscheidet, die Schlussfolgerung lässt "old europe" ... nun... alt aussehen.

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86400 03.07.2013, 23:38
17. Letzte Hoffnung...

...der Vatikan, Papst Franz hat den Mum.

Snowden unterstützen:

https://www.campact.de/snowden/appell/teilnehmen/

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_06/_11/Petition_43198.nc.html

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Velociped 03.07.2013, 23:38
18. Freiheit verteidigen

Wenn chinesische Dissidenten sich in Deutschland getroffen haben, hat China immer protestiert. Die deutsche Regierung hat dann geantwortet, dass Deutschland ein freies Land sei und man China zu Liebe dies nicht ändern würde.
Es wäre schön, wenn gegenüber den USA diese Standhaftigkeit auch gelebt würde. Schliesslich wird es China nicht verstehen, wenn ihm gegenüber andere Massstäbe angelegt werden.
Wer also Freiheit, Rechtstaat und Unabhängigkeit gegenüber den USA aufgibt, wird sie mittelfristig auch gegenüber China oder Russland verlieren.

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ronaldroland 03.07.2013, 23:39
19. Ich schäme mich für unsere Regierung

Was wir im Moment von unserer Regierung sehen ist an Heuchlerei kaum zu überbieten: Da regen sich Frau Merkel und ihre Knappen entsetzlich darüber auf, wie schlimm es sei, dass die Rechte hunderter von Millionen Bürgern mit Füßen getreten werden und dass man ein ernstes Wörtchen mit Herrn Obama sprechen werde. Gleichzeitig zeigt man aber auch, dass eben dieser Herr das letzte Wörtchen hat, weil er den souveränen europäischen Staaten vorschreiben darf, wie wir mit diesem Thema umzugehen haben (nämlich denjenigen, der diese Missstände aufgezeigt hat, als Verbrecher auszuliefern).
Frau Merkel könnte diese historische Situation (auch wirtschaftlich) dafür nutzen, Deutschland als vertrauenswürdigen und verlässlichen Wirtschaftsstandort darzustellen.

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