Forum: Politik
Reaktionen auf Tröglitz: Stunde der Heuchler
DPA

Die Bundesregierung gibt sich empört über den mutmaßlichen Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Tröglitz. Aber an der eigenen Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge will sie nichts ändern - eine Schande!

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mimas101 14.04.2015, 18:02
110. Hmm

die Problematik ist nicht einfach.
Hätte der dt. Michel mehr Geld in der Tasche, günstige Wohnungen pp würde ich fast ein Gummibärchen darum wetten das hier einigen Nährboden entzogen ist.
Zum Teil erlebe ich das ein dt. Geringverdiener keine Sozialwohnung bekommt (obwohl er diese bitter nötig hätte) sondern die dann, weil Steuern gespart werden müssen, an Flüchtlinge auf Dauer vergeben sind.

Auf der anderen Seite:
Man muß schon differenzieren zwischen Flüchtlingen die um Leib und Leben kämpfen (z.B. aus Kriegsgebieten), Asylanten aus anderen Gründen (z.B. Religionszugehörigkeit) und solchen die hierher aus wirtschaftlicher Not kommen (nennen wir hier Wirtschaftsflüchtlinge).
Meist sind es dann auch Wirtschaftsflüchtlinge die in einem sicheren Land ankommen (z.B. Italien, Bulgarien, Griechenland pp) und dann gleich weiter "flüchten" um hier in den Genuß von freizügigen Zahlungen (gerne noch Arbeit, Wohnung, höherer Lebensstandard) zu kommen wie z.B. das ungekürzte Kindergeld gegen Bescheinigung das im Ausland so und soviel Kinder leben.
Ich meine es sind diese Fehlanreize die Wirtschaftsflüchtlinge in großer Zahl hier ankommen lassen; alleine unser Kindergeld ist in anderen Ländern dieser Erde ein besserer Monatslohn von dem gerne mal eine Großfamilie auskommen muß.

Also sollte die Politik nicht pauschalisieren sondern überlegen wie sie die ganzen Gruppen von Flüchtlingen behandeln will bzw welche Motive zur Flucht nach Deutschland führen.

Ich will nicht mißverstanden werden:
Asylanten, politisch Verfolgte, Familienzusammenführung pp gerne. Dazu haben wir u.a. auch ein sehr liberales Asylrecht was wir auch hoch achten.
Personen die aber nur hierherkommen um Geld abzuschöpfen weil es in ihren Heimatländern nur Armut gibt (und für eine Flucht vielleicht noch 10.000,-- übrig haben) - also ehrlich gesagt, dagegen habe ich halt irgendwie was.
Die bevorzugte Rückweisung solcher Personen ist auch weltweiter Standard, z.B. muß man sich nur mal die analogen Verhältnisse an der US-Mexikanischen Grenze anschauen.

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fliese1 14.04.2015, 18:05
111. So

Zitat von charlie1111
Ah, ha Sie finden keine Wohnung weil syrische Flüchtlinge in Asylbewerberheime eingepferscht werden? Wahrscheinlich nehmen diese Ihnen auch die Arbeit und die Frauen weg und fürs schlechte Wetter sind sie auch verantwortlich. Früher hatte man die Götter oder Hexen die verantwortlich waren für alles Unbill dieser Welt, jetzt eben die Flüchtlinge, wir befinden uns eigentlich immer noch im tiefsten Mittelalter.
etwas ähnliches wie ihr Kommentar habe ich schon erwartet. Hier geht es nicht darum das mir jemand etwas weg nimmt sondern das in diesem Land es an Wohnungen insbesondere bezahlbare fehlt. Aber man kann sich natürlich immer alles schön reden.

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mimas101 14.04.2015, 18:07
112.

Zitat von rolo
Ein Großteil der Flüchtlinge wird eben nicht in Heime "gepfercht", sondern auf verfügbare Wohnungen verteilt. Mancherorts mag das noch verträglich sein, in vielen Kommunen ist dies aber ein erheblicher zusätzlicher Druck auf den so schon überhitzten Wohnungsmarkt. Natürlich gäbe es Lösungen, die allen helfen würden, nämlich in erster Linie mehr Wohnungen zu bauen. Dies aber kostet Mengen an Geld, was ja bekanntlich an allen ecken und Enden fehlt...
Bleiben alle Flüchtlinge hier müßte man pro Jahr 3 bis 4 Großstädte a 100.000 Einwohner aus dem Boden stampfen. Das ist weder bezahlbar noch hätten wir den passenden Platz dazu.

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buerger2013 14.04.2015, 18:08
113. Aha,

Zitat von charlie1111
Na, dann schauen Sie sich mal die zahlen für z.B. Türkei, Jordanien, Libanon an , da sind die 550.000 nahezu lächerlich, vor allen wenn man es auf das BSPB verteilt.
dann gucken Sie aber bitte auch mal genauer hin, was diese Länder für die Flüchtlinge aufbringen.
Nämlich garnichts. Höchsten das Areal wird zur Verfügung gestellt.
Alles Andere kommt von ausländischen Hilfsorganisationen, auch von Deutschland.
Sie können doch nicht ernsthaft der Meinung sein, dass wir unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen können.
Das wird doch ab einem bestimmten Punkt einfach nur zur Rechenaufgabe.

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so.what? 14.04.2015, 18:09
114. win/win-Situation

Es gibt kein Land auf dieser Welt, das unbegrenzt und unkontrolliert Flüchtlinge aufnimmt. Wie sich der Autor das in Deutschland vorstellt sagt er uns nicht aber das muss er ja auch nicht. Wichtig ist, das uns mal jemand vor Augen führt, wie niederträchtig wir alle sind.

Ungeachtet dessen: wir könnten und sollten mehr Flüchtlinge vor allem aus Kriegsregionen wie z.B. Syrien aufnehmen. Die Kapazitäten und das Geld hierfür hätten wir sehr wohl. Unter den Flüchtlingen sind viele gut ausgebildete und hier integrierbare Menschen. Viele andere werden nach Ende des Krieges in ihre Heimat zurückkehren. Das wäre eine win/win -Situation für alle.

Ich persönlich habe meine Erfahrungen gemacht, nachdem hier vor zwei Jahren in der Nachbarschaft eine syrische Familie eingezogen war.

Fast die ganze Nachbarschaft hat ihre Keller nach brauchbaren Dingen durchsucht, damit sich die Leute einrichten konnte. Die zwei Kinder können heute perfekt deutsch. Beide Eltern haben Arbeit.Und man verspürt irgendwie das wohlige Gefühl, ein wenig dazu beigetragen zu haben, dass Menschen gerettet wurden.

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wahrsager26 14.04.2015, 18:09
115. Flüchtlinge

Ich bitte bei der ganzen Diskussion um Wohnraum und Unterbringungsmöglichkeiten:Wieviele Flüchtlinge wollen wir aufnehmen -ist das Endziel bekannt?Gibt es eine Richtgrösse-etwa:wieviele neue Städte wären bei einer gewissen Anzahl von Nöten?Danke

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Inselbewohner 14.04.2015, 18:10
116. Wenn ich so was lese...

Zitat von chardon
Jordanien, kleines eher armes Land, hat 2 Millionen (2.000.000) Flüchtlinge aufgenommen, der Libanon 1,5 Milionen (1.500.000) bei einer Einwohnerzahl von rd. 2 Millionen (2.000.000). Schweden, Schweiz, Niederlande und viele Lânder mehr, nehmen auch Menschen auf, Heute zählt für viele Bundesbürger (hier viele Foristen) nur noch verreisen in ferne Lânder, Dubai, Thailand, Dominik. Republik, Spanien/Teneriffa etc. damit die nicht auch noch kommen. Erbärmlich, oder schizophren, oder beides?
Werden die dort in Wohnungen untergebracht? Werden sie betreut, bekommen sie medizinische Rundumversorgung, sind die Verpflegungssätze ausreichend, bekommen sie Hilfe zur Integration, Werden die geduldet oder dürfen die dort Asylanträge stellen? Fragen über Fragen und man könnte noch mehr stellen. Andere Länder nehmen auch Menschen auf, keine Frage aber die Schweiz z.B. hat vor kurzem ihr Asylgesetz verschärft. Fakt ist aber auch, dass so viele zu UNS kommen, weil wir für die das Schlaraffenland sind. So wird es ihnen von den Schlepperbanden eingeredet.
Ich bin ohne Frage für die Flüchtlinge die anerkannte Asylanten sind. Denen muss unbedingt geholfen werden und wird es auch. Nur die Wirtschaftsflüchtlinge verlängern oder blockieren die Bearbeitung der Anträge und bringen die wirklich Bedürftigen in Bedrängnis. Wenn abgelehnt werden sie nicht abgeschoben, welche Sach und Geldleistungen erhalten die dann? Hätte ich gerne mal gewußt.
Gruß HP

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JonHH 14.04.2015, 18:12
117. Laxe Asylpolitik nimmt echten Flüchtlingen die Plätze

2014 wurden 33,7 % der Asylanträge abgelehnt, abgeschoben wurden jedoch nur 3 %:

http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/201411-statistik-anlage-asyl-geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile




Zieht man die Abschiebungen ab, verblieben 2014 insg. 62.000 abgelehnte Asylbewerber in Deutschland als "Geduldete". Diese haben - genau wie rechtmäßige Asylbewerber - Anspruch auf Sozialleistungen nach AsylbLG, sowie auf Wohngeld.

Quelle: http://www.mth-partner.de/auslaenderrecht-anwalt/auslanderrecht-die-sozialleistungsanspruche-von-auslandern-in-abhangigkeit-verschiedener-aufenthaltstitel/




Auf die für 2015 erwartete Zahl der Asylgesuche (500.000) hochgerechnet und von einer gleichbleibend hohen Ablehnungsquote sowie gleichbleibend niedrigen Abschiebequote wie in 2014 ausgehend, werden 2015 voraussichtlich über 150.000 Personen als "Geduldete" in Deutschland bleiben, obwohl ihre Asylanträge abgelehnt wurden. Dabei wird es sich - wie in den Vorjahren - i.d.R. um Wirtschaftsflüchtlinge aus den Balkanstaaten handeln, die echten Härtefällen aus Syrien & Co. die Kapazitäten streitig machen und die Integrationsfähigkeit in Deutschland auf die Probe stellen. Könnte man politisch jederzeit auf geltender Rechtsgrundlage ändern (indem konsequent abgeschobene wird), macht man jedoch nicht.

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bakunicus 14.04.2015, 18:13
118. wer soll das bezahlen ?

nun ...
in der tat ... asylanten kosten geld, sind ein sicherheitsrisiko, und allein die aufnahme der flüchtlinge löst nicht die konflikte in den herkunftsländern und/oder schafft die ursächliche not ab.

aber !

1. ist unser selbstverständnis ein christliches und humanistisches, welches JEDEM menschen ein recht auf leben zugesteht, und deutschland wie alle anderen länder der EU und noch viele mehr haben die resolution der menschenrechte unterzeichnet.
pacta sunt servanda !!!
und eben wegen der grundlegenenden menschlichkeit.

2. ist unser engegaement in den bürgerkriegsländern höchst zweifelhaft, wo heckler & koch dort verdienen, und ein volker kauder die interessen seines wahlkreises im bundestag und in der CDU bedient ...

3. schüren die generalsekreten der CSU einen äußerst mißverständlichen schleim, wenn sie auf der einen seite sagen dass die CSU und die CDU/CSU zwar auf dem boden der verfassung stehen, aber auf der anderen seite im angesicht hunderttausender flüchtlinge aus dem irak und syrien immer noch die parolen der wirtschaftsflüchtlinge ausrufen.

gar nicht zu reden von den hier zu lesen müßenden kommentaren ...

b.

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Prinz Valium 14.04.2015, 18:17
119. Ich versteh es nicht..

warum Leute in journalistischer Verantwortung keine Gelegenheit auslassen,
das Land ihrer Großeltern / eigene Heimat permanent niederzuschreiben und die zweifellos nahezu einmalige großzügige Einwanderungspolitik und weltoffene Einstellung großer Teile der Bevölkerung mit Dreck zu bewerfen.
Die gesamte Diskussion um das Asyl und die damit verbundenen Anpassungsprobleme sind derartig mit Vorurteilen und auch emotional überladen. Es ist in unserem Lande nicht mehr möglich, darüber auf Basis von vernünftigen Argumenten sachlich zu diskutieren.

Das gilt für "beide Seiten". Der Autor liefert hier m. M. n. ein gutes Beispiel.

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