Forum: Politik
Reaktionen zum Mauerfall-Jubiläum: Die Welt staunt über Berlins "Lichtgrenze"
DPA

"Ein strahlendes Symbol des Friedens und des Lichts": Die Kunstaktion zum 25. Jahrestag des Mauerfalls hat in der ganzen Welt für Aufsehen gesorgt. Nur die Berliner selbst haben mal wieder was zu meckern.

Seite 1 von 7
sb411 10.11.2014, 10:48
1. Enttäuschte Berliner?

Na ja, man kann es nicht allen recht machen. Gemotzt wurde auch über die Ständer, die die Ballons festhielten. Sie seien Ikea-Stil. Das hat meiner Ansicht nach aber nichts mit Berlin zu tun, sondern dass es einfach viele Menschen gibt, die intellektuell nicht in der Lage sind, solche Aktionen zu verstehen und ihnen deshalb auch nichts abgewinnen können. In Berlin fallen diese Leute aber auf, weil man ihnen bei solchen Veranstaltungen begegnet. Wo solche Aktionen nicht stattfinden, bleiben diese Leute zu Hause und meckern dort. Gerade das rasche Verglühen der Ballons ist jedoch ein starkes Symbol gewesen. Die Mauer sollte ja nicht in ihren Einzelteilen den Nachthimmel Berlins beherrschen, sondern sich auflösen. Ich, sicher zusammen mit sehr vielen anderen Berlinern mit ein bisschen Verstand, fand es jedenfalls großartig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
losai 10.11.2014, 10:49
2. Es war ganz toll...

Wer wird denn das Staatsgeschützte Ballonfestival kritisieren? Nein es war ganz toll, auch die Symbolik: Eine leuchtende Mauer, die sich in grauen nebligen Himmel auflöst. Selten so gern anderthalb Stunden im kühlen Novemberabend gefröstelt um ein paar Fotos zu machen...Das war viel schöner als der jährliche Ballonflug mit Wünschen in Cascia/Umbrien wo zu Ehren von Santa Rita wunschbeladene Luftballons in den Himmel steigen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
s1895 10.11.2014, 10:57
3.

Die Ballons waren nicht verglüht, sondern haben einfach nicht geleuchtet. Nur die Stelen, auf denen sie standen, hatten eine Lichtquelle. Grund war übrigens, dass man verhindern wollte, dass Plastik und elektrischer Schrott in der Umwelt landen. Die Ballons selber sind aus Naturkautschuk. Das sollte das Meckern doch verstummen lassen :).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Luxinsilvae 10.11.2014, 11:00
4. Ich war dort ...

... und wir haben mit der ganzen Familie herrliche Bilder gemacht. Die aufgesteckten Ballons - in Reih und Glied - wirkten erst wie außerirdische Invasoren, die die alte Grenze wieder herstellten (es fehlten nur die NVA-Helme), dann aber löste sich das Ganze in schwebende Leichtigkeit auf und ihr Verschwinden war irgendwie ein Symbol für die Vergänglichkeit auch eines für die Ewigkeit gebauten sozialistischen Schutzwalles. Ich habe viele Leute weinen gesehen. Viele Grüße

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pr8kerl 10.11.2014, 11:02
5. Es war unerträglich voll

Vom Schreibtisch aus lässt sich das Ereignis wunderbar loben. Aber vor Ort inmitten Hunderttausender Menschen und ohne Kanalisierung der Massen darf man über die Berliner Polizei lästern. Die S-Bahn fuhr ohne Zusatzzüge und auf den Bahnsteigen gab es ein entsetzliches Gedränge. Da darf man über die Bahn schimpfen. Die Ballons leuchteten beim Fliegen nicht, da darf man die Organisatoren fragen warum sie das nicht bedacht haben. Sollte das unfähige Berlin wider Erwarten doch Olympische Spiele austragen dürfen, sollte man die lieber am Fernseher und nicht in Berlin erleben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hschmitter 10.11.2014, 11:03
6. Wer hat denn nun gemeckert?

Die Teaserpoeten behaupten, es seien die Berliner (von denen es übrigens leider kaum noch welche in der Stadt gibt), der Text redet von Besuchern. Die müssen ja nun nicht unbedingt aus Berlin kommen. Man, man, man, schon in Kleinigkeiten ungenau, da muß ich als Berliner mal drüber meckern. Abgesehen davon, trotz guter Sichtverhältnisse sah man die Ballons wirklich nicht - die waren am Himmel blass wie Gespenster.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DidierSix 10.11.2014, 11:05
7. Der Letzte macht das Licht aus!

Die Ballone waren nicht, wie Sie schreiben, kurz nach dem Abheben verglüht.
Sie wurden von LEDs angestrahlt, die in der Halterung der Stelen steckten.
Mit dem Abheben war Ende-Gelände...
Was, ich hab´s mir angekiekt, schon recht schade war:
Statt Ballonmeer, welches sich im Unendlichen verflüchtigt wirkten die Kugeln (von etwas Entfernung) eher wie ausgeschaltet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Le Commissaire 10.11.2014, 11:10
8.

Ich bin gestern Mittag die Ballonreihe mit dem Rad abgefahren. Die friedliche und neugierige Stimmung entlang der gesamten Strecke mit all den ausländischen Gästen waren einfach wundervoll. Die Installation mit ihrer anschließenden Auflösung war in seiner Einfachheit schlicht grandios.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Korf 10.11.2014, 11:11
9. Besser

Als jemand, der 1989 aktiv an den Ereignissen in Dresden beteiligt war, sage ich heute: Eine wirklich große Geste wäre es gewesen, hätte man das Geld für all' die Shows und "Kunst"-Aktionen genommen und Projekte weltweit unterstützt, mit denen oftmals verzweifelt heutige "Mauern" zu überwinden versucht werden. Das hätte Deutschland gut zu Gesicht gestanden und wäre dem Anlass in erheblichem Maße gerechter geworden, als eine weitere maßlose Nabelschau. Aber diesen Effekt, dass eine kleine Geste mehr Kraft entfalten kann, als riesiges Geschepper, lernt der Deutsche offensichtlich nie. It's showtime ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7