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Rebellen-Rückzug aus Homs: Assads teurer Triumph
REUTERS

Baschar al-Assad lässt sich feiern: Die letzten Aufständischen sollen die Rebellenhochburg Homs endgültig verlassen. Doch seine vermeintlichen Erfolge hat Syriens Diktator teuer erkauft.

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harmlos01 06.05.2014, 09:03
1. Teuer zu stehen?

Das klingt nach meiner meinung ein bisschen nach Defensivpropaganda! Zwar ist der Konflikt in Syrien längst nicht vorbei, doch brauchen die "Aufständischen" langsam Wunderwaffen, um den Konflikt zu drehen. Und die Aussage, dass die Aufständischen nur wenig Unterstützung bekommen sind doch recht amüsant. Relativ gesehen bekommen die "Aufständischen" ca. 100% ihre Unterstützung aus dem Ausland, d.h. ohne diese Unterstützung gäbe es den Konflikt gar nicht! Und wenn jemand die Geduld verliert, dann die arabischen geldgeber, die teilweise ihr Privatvermögen dort investieren, ohne dass sich die Lage verbessert.

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pdp 06.05.2014, 09:04
2. Gegenkommentar

Der Sieg ist nicht teuer erkauft, sondern bitter und blutig erkämpft. Erkämpft von Soldaten, die auch in Zukunft in einem freien Syrien leben wollen und dafür zu tausenden gefallen sind. Erkämpft gegen Rebellen, die sich in Innenstädten verschanzt haben und die Bevölkerung als Geisel genommen haben.

Der Westen hat sich getäuscht und täuscht sich immer noch. Assad ist nicht nur das kleinere Übel, sondern der einzige, der Stabilität garantieren kann. Mit dem Fall von Homs wird auch Aleppo bald fallen. Und dann sind die nordöstlichen Territorien schnell erobert. Im Süden ist es bereits jetzt fast soweit.

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Benu 06.05.2014, 09:06
3. Das Feindbild Assad

Die klammheimliche Freude des Autors darüber, dass Assad nur noch über ein zerbombtes Land herrscht, ist nicht zu übersehen. Die Botschaft „Das hat er nun davon!“ hörte man ja öfters auch von westlichen politischen Würdenträgern.
Assad sollte dafür bestraft werden, dass er „mangelnde Kooperationsbereitschaft“ gezeigt hatte. Dass es dabei am allerwenigsten um Menschenrechte geht, offenbart die Tatsache, dass weitaus schlimmere, dem Westen aber wohlgesonnene Regimes in Ruhe gelassen werden. Auch wenn Syrien keine „westliche Demokratie“ war, so soll zugunsten Assads doch erwähnt werden, dass es unter seiner Herrschaft relative wirtschaftliche und soziale Prosperität wie auch ein friedliches Miteinander verschiedener Religionen gab. Und es soll auch nicht vergessen werden, dass nahezu eine Million Iraker während des Krieges im eigenen Land dort Zuflucht fanden.
Wie ein Machtwechsel in Kiew faktisch unmöglich gewesen wäre ohne die militanten Kräfte des „rechten Sektors“, so wäre auch Syrien nicht in einen Bürgerkrieg geraten ohne die von der Türkei und von den Golfstaaten unterstützten „Gotteskämpfer“. Leider hat der Westen nicht nur logistische und propagandistische, sondern auch massive militärische Unterstützung geleistet. Er trägt somit eine Mitschuld an der Tragödie in Syrien.
Schliesslich sind unsere politischen Entscheidungsträger aufgewacht und haben begriffen, dass ein widerspenstiger Assad ein „kleineres Übel“ darstellt als islamische Terroristen und Warlords. Bei diesem rein politischen Kalkül interessieren die Leiden der Bevölkerung am allerwenigsten. So dokumentiert auch dieser Artikel, dass es vor allem darum geht, bis zuletzt sein propagandistisches Süppchen zu kochen. Gleichzeitig nutzt der Autor die Gelegenheit, Russland, dem Iran und der Hisbollah ordentlich einen reinzuwürgen.

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recepcik 06.05.2014, 09:06
4. endlich eine positive Entwicklung

in Syrien. Es ist gut das die Halsabschneider eine Stadt nach der anderen verlieren. Bald müssen auch unsere Dschihadisten nach Hause. Wichtig ist das ihnen hier im Land der Prozess gemacht wird und keiner von ihnen ungeschoren davon kommt.

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habash 06.05.2014, 09:08
5. Fahnen in der Fotostrecke

Kleine Anmerkung:

Die Pro-Assad Demonstranten schwenken nicht, wie es die Bildunterschrift beschreibt, die palästinensische Flagge, sondern die Fahne der Baath-Partei.
Die sehen beinahe gleich aus.

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firatyesil 06.05.2014, 09:13
6. Torheit

Interessant, dass einmal mehr aus den bedingungslos „jeden der nicht wie sie denkt grausam mordenden eigentlich doch so verhassten "Islamisten"/"Dschihadisten" unbedeutende Akteure gemacht werden, deren Gefahr und Zerstörungskraft für Syrien und die Nachbarstaaten nicht einmal der Rede wert ist. Auch die Frage nach den Motiven, der mittels des Vokabulariums „Rebelle“ verharmlosten gestörten Mördern der al – Quaida, al – Nusra oder anderer Terroristen wird gar nicht gestellt, aber mit dem im Jahr 2011 beginnenden Protesten, die auch teilweise von friedlichen Oppositionellen abgehalten wurden und durchaus berechtigt waren, begründet. Dabei sind sie nur zum töten auf den Straßen, nach der Einstellung des Wahabismus und seiner noch weiter pervertierten Form des Salafismus muss jeder der kein Salafist ist sterben, denn er ist auch kein Muslim.
Die syrische Armee hingegen wird als „Assads Armee“ dargestellt, die nur für sein Wohl kämpft. Dabei ist dies die Armee von Syrien die für das syrische Volk kämpft. Das sehen auch die Syrer so, aber wenn sich nur auf einseitige Berichte und Informanten stützt dann kann keine gesunde Berichterstattung resultieren. Viele sind auf der Flucht; das ist wahr. Aber von den etwa 22 Mio. Syrern sind weitaus mehr als die Hälfte auf Assads Seite, und auch nicht außer Landes.

Wenn der als „berechtigter Protest“ bezeichnete Aufstand nach religiöser Zugehörigkeit, politischer Einstellung mordet, den Staat zerstört, junge Mädchen an Dschihadisten verkauft etc. dann sehe ich keine andere Wahl als jene mordenden Bastarde auszuschalten. Natürlicherweise sterben bei einem solchen Bürgerkrieg auch viele Unbeteiligte. Naiv zu beklagen, dass viele auf der Flucht sind und leider sterben müssen. So ist Krieg aber nun mal. Und die Entstehung dieses grausamen Krieges hat der Westen mitfinanziert, mit provoziert und klar unterstützt.
Ihr Text Frau Salloum, impliziert eine eher einseitige das Leid auslösende Seite, nämlich die des syrischen Regimes; noch dazu beklagen Sie sich ja regelrecht, dass die „Rebellen“ zu geringe Hilfen erhalten. Unglaublich wie die westlichen Medien erneut al – Quaida mal als böse Menschenfeinde und mal als ehrvolle Freiheitskämpfer darstellen; s. Afghanistan, Mali, Syrien etc.

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firatyesil 06.05.2014, 09:14
7. Torheit

Ein anderer sinnfreier Beitrag in diesem Text sind die vermeintlich undemokratischen Wahlen.
Eine seitens des Westens regelmäßig geäußerte Aussage bezüglich des Fehlens einer Demokratie in Ländern mit einem autokratischen Regime. Die Frage ist hier doch wie borniert die westlichen Politiker, Historiker, Journalisten etc. eigentlich sind oder auch nur tun. Hinsichtlich der gesellschaftlichen Freiheiten haben viele arabische Länder noch großen Nachholbedarf. Aber seien wir doch einmal ehrlich. Wie lange hat dieser Prozess in Europa gedauert. Etwa 300 Jahre; und brachte große Umwälzungen, Veränderungen, Leid, Krieg, Blut etc. mit sich. Er ist auch meiner Meinung nach noch lange nicht abgeschlossen, denn viele seiner Errungenschaften sind verloren.
Die erst Mittel letzten Jahrhunderts unabhängig gewordenen arabischen Länder haben diesen Prozess teilweise mit der Baath Partei erlebt. Jedoch blieb der Prozess der Aufklärung, den die arabische Welt dringend benötigt, je nach Land, noch größtenteils unvollendet. Eine mit der Zeit aus der Gesellschaft sich formende Bewegung und ein Wille zu mehr Freiheit und Entwicklung nach vorne, wie auch die unbeugsame Forderung nach Aufklärung muss aus dem inneren einer Gesellschaft kommen; sie lässt sich nicht kopieren oder importieren.

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Teile1977 06.05.2014, 09:21
8. Unterstützer

Hmm, und den Typ unterstützt Putin nach Kräften. Es sind schließlich innere Angelegenheiten Syriens und ein Krieg gegen die Bevölkerung findet offensichtlich nicht statt. Und auch der Präsident ist natürlich legitim an der Macht, durch freie und unabhängige Wahlen bestätigt.

Mir wird übel wegen der Russischen Scheinheiligkeit.

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Velociped 06.05.2014, 09:22
9. Syrien vs Ukraine

Einige Parallelen zur Ukraine fallen schon ins Gesicht - obwohl natürlich die Art des Vorgehens und die Anzahl der Opfer (zumindest bislang) andere Dimmensionen haben.
Beiden gemein dürfte sein, dass ein Stellvertreterkrieg stattfindet, der ein Land zerstört. Schuld daran sind diejenigen, die ein Regime militärisch stürzen wollen an statt es zu reformieren. Aber auch diejenigen, die ein Regime stützen anstatt auf einen demokratischen Wandel zu drängen.

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