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Rechtes Netzwerk in der Bundeswehr: Die braunen Kameraden des Franco A.
DPA

Mit der Festnahme eines weiteren Soldaten wird ein rechtes, gewaltbereites Terrornetzwerk in der Bundeswehr sichtbar. Ermittler sind sicher, dass Franco A. und seine Komplizen Spitzenpolitiker töten wollten.

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skeptikerjörg 09.05.2017, 20:13
1. Lückenhaft

Sollte Franco A. tatsächlich, allein oder zusammen mit anderen, in seinem Verband ca. 1.000 Schuss Munition "auf die Seite gebracht" haben, muss der Kreis der Mitwisser bzw. Komplizen bedeutend größer gewesen sein, als Glauben gemacht werden soll. Der Nachschub/S 4-Bereich seiner Einheit, die Schreiber und Munitionsausgeber bei diversen Schießen müssen mitgemacht haben. Der Disziplinarvorgesetzte muss bei den vorgeschriebenen Überprüfungen und Kontrollen der Schießkladden und Munitionsverbrauchsnachweisen entweder fasche Beurkundungen getätigt haben, oder er hat die Kontrollen/Überprüfungen gar nicht durchgeführt. Letzteres hätte aber bei den Überprüfungen durch die vorgesetzte nächsthöhere Dienststelle und durch logistische Dienststellen auffallen müssen. Verluste von Munition sind Besondere Vorkommnisse, die meldepflichtig sind und regelmäßig (jedenfalls in meiner aktiven Dienstzeit 1973 - 2013) umfangreiche Untersuchungen nach sich ziehen. Da gibt es wohl noch viel zu tun!

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spiegelneuronen 09.05.2017, 20:39
2. Geschichte wiederholt sich

Fassen wir einmal die Fakten zusammen:
1. Der MAD wurde nicht informiert als Franco A. seine rechtsextremistische Rassenlehre-Masterarbeit vorlegte.

2. Die Informationen über Franco As. rechtsextreme Gesinnung stammen aus dem Ausland und wurden in den Bundeswehr-Strukturen mindestens geduldet. Informationen der französischen Militärakademie und der österreichischen Polizei führten zur offiziellen Aufdeckung. Erst danach setzten StA- und MAD-Ermittlungen ein, womöglich da es nun offizielle Ermittlungen gab, die außerhalb der Bundeswehr angesiedelt waren.

3. Die Verbindung zwischen Franco A. und Maximilian T. ist einerseits der Standort Illkirchen und die Beziehung zwischen Franco A. und Maximilian T. s Schwester.

?- Franco A. ist aus Offenbach und dort wurde der Student festgenommen, wo ein Verstoss gegen das WaffG. anhängig ist. Ebenso stammen die Asservaten aus Bundeswehr-Beständen. Ob Waffen und Munition von einem Offenbacher Studenten beim Gang in eine BW-Kaserne entwendet wurden? Unwahrscheinlich anhand der Tatsache, dass es belegbare Kontakte zwischen dem Studenten und Franco A. gibt. Zudem stammen beide aus Offenbach.
Das ermittelte aber die StA schon vorher und nun braucht Frau Ministerin nicht so zu tun, als wäre dies ihrer Suche nach Nazis geschuldet. Da kann sie schnell auf den ersten Generalinspekteur der Bundeswehr stoßen. Adolf Heusinger - steht im Geschichtsbuch.

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elkemeis 09.05.2017, 20:47
3. Führungsstrukturen durchleuchten

Es ist gut, dass die - bisher - drei mutmaßlichen Rechtsterroristen und potenziellen Mörder enttarnt und festgenommen und der Justiz übergeben wurden. Damit ist zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Jetzt und in der Folge muss aber der ganze Augiasstall ausgemistet werden. Die Ankündigung, Stuben und Kasernen nach Wehrmachtsdevotionalien zu durchsuchen, ist ein PR-Gag - sonst nichts. Inzwischen hatte jeder genügend Zeit um verdächtiges oder belastendes Material verschwinden zu lassen. Vor allen Dingen muss jetzt untersucht werden, warum die drei Verdächtigen jahrelang ungehindert und ziemlich offen ihrer rechtsradikalen und verfassungsfeindlichen Ideologie frönen konnten. Ohne Tolerierung, Deckung und womöglich Unterstützung von Vorgesetzten halte ich dies nicht für mögich. Hier sind in der Tat gewisse militärische Führungsstrukturen mitverantwortlich. Aber auch die Politik der letzten Jahrzehnte hat in dieser Hinsicht Dreck am Stecken. Helmut Schmidt sagte als Verteidigungsminister: "Unsere Soldaten müssen Demokraten sein." Daran sollte sich unsere jetzige Verteidigunsministerin wieder orientieren.

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yossariania 09.05.2017, 21:00
4. Das

Zitat von spiegelneuronen
Fassen wir einmal die Fakten zusammen: 1. Der MAD wurde nicht informiert als Franco A. seine rechtsextremistische Rassenlehre-Masterarbeit vorlegte. 2. Die Informationen über Franco As. rechtsextreme Gesinnung stammen aus dem Ausland und wurden in den Bundeswehr-Strukturen mindestens geduldet. Informationen der französischen Militärakademie und der österreichischen Polizei führten zur offiziellen Aufdeckung. Erst danach setzten StA- und MAD-Ermittlungen ein, womöglich da es nun offizielle Ermittlungen gab, die außerhalb der Bundeswehr angesiedelt waren. 3. Die Verbindung zwischen Franco A. und Maximilian T. ist einerseits der Standort Illkirchen und die Beziehung zwischen Franco A. und Maximilian T. s Schwester. ?- Franco A. ist aus Offenbach und dort wurde der Student festgenommen, wo ein Verstoss gegen das WaffG. anhängig ist. Ebenso stammen die Asservaten aus Bundeswehr-Beständen. Ob Waffen und Munition von einem Offenbacher Studenten beim Gang in eine BW-Kaserne entwendet wurden? Unwahrscheinlich anhand der Tatsache, dass es belegbare Kontakte zwischen dem Studenten und Franco A. gibt. Zudem stammen beide aus Offenbach. Das ermittelte aber die StA schon vorher und nun braucht Frau Ministerin nicht so zu tun, als wäre dies ihrer Suche nach Nazis geschuldet. Da kann sie schnell auf den ersten Generalinspekteur der Bundeswehr stoßen. Adolf Heusinger - steht im Geschichtsbuch.
ist nicht ganz richtig: die Imformation der französischen Militärakademie führte eben nicht zur Aufdeckung. Von den zuständigen Vorgesetzten wurde kein Disziplinarverfahren durchgeführt und, iIrc, die ausgesprochene Verwarnung auch nicht zu den Personalakten genommen. Ohne den Vorfall in Wien wäre die Masterarbeit nicht ans Licht gekommen.
Auf diese geräuschlose Erledigung bezieht sich u.a. der Vorwurf der Ministerin, es gäbe in der Bundeswehr Führungsschwächen.

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rainer_d 09.05.2017, 21:04
5. @skeptikerjörg

So isses. 1000 Schuss sind kein Rundungsfehler.
Zumal man sonst wirklich wegen jedem einzelnen Schuss quasi ein Fass aufgemacht hat. Aber 1000? No. Way.

Aber wissen Sie was? Mein Gefühl ist, dass die Frau Ministerin da am Ende sogar als Gewinnerin herauskommt, weil sie sich als diejenige präsentieren kann, die mit dem eisernen Besen bzw. dem Baseball-Schläger aufgeräumt hat.

Dummerweise fällt mir aber auch keine bessere Lösung ein. Die betreffenden Personen dürften wohl kaum durch eine Gesprächstherapie und Sozialstunden in einem Asylbewerberheim von ihren politisch-weltanschaulichen Überzeugungen abzubringen sein - ein Verbleib in der Bundeswehr ist völlig unmöglich, selbst wenn sie ansonsten gute Soldaten sein mögen (das will ich dem Einzelnen nicht absprechen).

Leid tun mir die Soldaten, die sich auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und dem Grundgesetzt bewegen und bewegt haben und jetzt unverschuldet mehr oder weniger unaufhaltsam in dieses Desaster mit hineingezogen werden.

Ich muss auch sagen, dass ich es krass finde, dass sich Leute getraut haben, die jetzt verhafteten beim MAD zu melden (auch wenn es erst mal nichts gebracht hat). Das war sicher keine einfache Nummer, in vielerlei Hinsicht. Hut ab dafür, höchste Anerkennung.
Insofern besteht noch Hoffnung für die Bundeswehr.

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TS_Alien 09.05.2017, 21:07
6.

Bei so vielen Dienstvergehen der Vorgesetzten ist das Wort Führungsschwäche geradezu harmlos. Führungsunfähigkeit ist passender. Es sei denn, die Vorgesetzten haben absichtlich so gehandelt. Dann handelt es sich um gravierende Straftaten.

Und wenn man unter Führung auch versteht, dass ein Vorgesetzter seine Untergebenen zu korrektem Handeln und demokratischem Denken anhalten soll, ist das Wort Führungsschwäche ebenfalls zu harmlos.

Sollte diesmal wirklich ordentlich ermittelt und aufgeklärt werden, was man aus Erfahrung nicht erwarten kann, müssten demnächst in der Bundeswehr etliche Stellen frei werden. Auch bei der sogenannten Führung.

Man stelle sich einmal vor, vergleichbare Vorfälle würden in der US-Armee passieren. Das Militärgefängnis in Fort Leavenworth würde einige neue Insassen erhalten.

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ubbo 09.05.2017, 21:22
7. Eulen nach Athen?

Nun, schon in den 90ern berichteten Freunde und Bekannte über nationalistische und radikale Vorfälle in ihrer Kaserne - das war usus. Jetzt so zu tun als wäre das etwas Neues ist bestenfalls lustig. Ich kenne keinen Wehrdienstleistenden der nicht mindestens eine derartige Geschichte in petto hat.

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jo_box 09.05.2017, 21:25
8. Netwerke

Rechtes Netzwerk in der Bundeswehr, wenn zwei Soldaten von fast 200 000 in der Bw festgenommen werden?
Also zwei Personen sind bereits ein terroristisches rechtes Netzwerk?
Wenn aber hunderte Flüchtlinge unter mehreren Namen gemeldet sind und Unterhalt beziehen, wenn aus der Gruppe von Flüchtlingen Terrorakte durchgeführt und zum Tod von mehren Bürgern geführt haben...wie nennt man das???
Was ist eigentlich aus der Untersuchung der(IS) islamisches Unterwanderung in der BW geworden? Die wurde damals auf über 75 Personen geschätzt, hat man nie wieder was von gehört.

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spiegelneuronen 09.05.2017, 21:29
9. ja, sorry

Zitat von yossariania
ist nicht ganz richtig: die Imformation der französischen Militärakademie führte eben nicht zur Aufdeckung. Von den zuständigen Vorgesetzten wurde kein Disziplinarverfahren durchgeführt und, iIrc, die ausgesprochene Verwarnung auch nicht zu den Personalakten genommen. Ohne den Vorfall in Wien wäre die Masterarbeit nicht ans Licht gekommen. Auf diese geräuschlose Erledigung bezieht sich u.a. der Vorwurf der Ministerin, es gäbe in der Bundeswehr Führungsschwächen.
Sorry, das habe ich missverständlich formuliert. Der Offizier der französischen Militärakademie informierte offiziell die deutsche Bundeswehr-Delegationsleitung.

Das StA-Ermittlungsverfahren in FFM ist Ergebnis der österreichischen Polizeiermittlungen in Wien-Schwechat.
Deutschland, Österreich und Frankreich waren da involviert.
Der Ball war also außerhalb der BW angestoßen und nun braucht Frau von der Leyen nicht deren Arbeit zu diskreditieren, indem sie sich als Erneuerin und Aufklärerin darstellt. Wenn es ihr darum gegeangen wäre, dann hätte sie seit Amtsübernahme Gelegenheit gehabt.

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