Forum: Politik
Rechtsextremismus: Hetze schlägt in Terror um
Caroline Seidel / DPA

In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich? Diese Frage muss sich nach der rechtsextremen Gewalt der vergangenen Wochen jeder stellen. Der Staat muss endlich handeln.

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sozialismusfürreiche 28.07.2019, 17:54
170. Das hat ihr Vorredner gar nicht gesagt

Zitat von archie21
„Schleyer war nicht der Schlächter von Prag“ Richtig, anders als Ihr Vorredner behauptet, wurde als „Schlächter von Prag“ der damalige Chef von Schleyer, nämlich Reinhard Heydrich, bezeichnet. Schleyer hatte eine untergeordnete Position. „Er war reinrassiger Nazi!“ Jetzt ist „Nazitum“ also doch eine „rassische“, als genetische Kategorie? Bisher hatte ich es für eine politische gehalten. Doch so gesehen konnte Schleyer dann wohl nicht dafür, steckt halt in den Genen. Ach ja, bezüglich Islamismus wird das ja neuerdings auch oft behauptet, also dass das eine „rassische“ Kategorie sei, die Gegner also „Rassisten“. „ich persönlich habe Schleyers Ermordung, im Gegensatz zu allen anderen Morden der RAF, als verspätete und überfällige Hinrichtung verstanden.“ Also Sie treten demnach nicht nur für die Todesstrafe aus politischen Gründen ein, sondern darüber hinaus auch für die summarische Vollstreckung durch „Straßenkommdos“, ohne Chance auf Anwalt und Verteidigung. Im Jahr 1977 oder den folgenden hätte eine solche öffentliche Äußerung Sie sofort ins Visier der Justiz gebracht – zu Recht, wie ich meine. Heute wiederum darf man ungeniert und ungestraft die Hinrichtung bzw. Ermordung politischer Gegner fordern, selbst in den einstmals renommierten Mainstream-Medien. Es ist schon bemerkenswert, was für Abgründe der Zivilisation die Frau LS mit ihrem Artikel auslöst. Wahrscheinlich sind Sie auch noch der Meinung, Ihr Beitrag wäre kein Hass-Posting.
Das alles was sie da behaupten hat ihr Vorredner nicht gesagt.
Er sagte Mord ist Mord und dass er vermute die Hinrichtung von Schleyer durch die RAF war von DENEN (die RAF) als verspätete, überfällige Exekution angesehen worden. Mit nichts hat er gesagt, dass er das für gut befindet.

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archie21 28.07.2019, 18:01
171.

Zitat von Neandiausdemtal
Sollten Sie aber absichtlich die Zitate aus dem Zusammenhang meines Beitrags #148 gerissen haben, stünden Sie voll in der Tradition von Hugenberg und Bild. In beiden Fällen ist eine Replik auf einen derart abseitigen Beitrag sinnlos. Mein Rat : Ab zurück in die Blase!
Es wäre an Ihnen, eine Klarstellung zu liefern, falls Sie sich versehentlich missverständlich ausgedrückt haben sollten. Von "Hugenberg" zu schwafeln, ist dagegen Ablenkung.

Ihre Aussage war klar genug: "ich persönlich habe Schleyers Ermordung, im Gegensatz zu allen anderen Morden der RAF, als verspätete und überfällige Hinrichtung verstanden."

"Überfällig", das heißt doch wohl: Hätte längst schon mal einer besorgen sollen. Und "verspätet": kommmt leider 30 Jahre zu spät.

Ihr eigener Text steht doch so noch da. Was gibt es zu relativieren und sich zu winden? Man stellt es entweder klar, wenn man etwas ganz anderes gemeint haben sollte (aus Ungeschick), oder man bittet die Moderation, den betreffenden Text wieder zu löschen, was die dann wohl auch tun wird.

Übrigens wurde auch der Mord an Buback 1977 von vielen damaligen "Linken" freudig begrüßt. Es gab damals so einen zynischen "Nachruf" von einem späteren hohen Grünen-Politiker, der zwar seine "klammheimliche Freude über den Abschuss von Buback" äußerte, der diese Art von "Hinrichtung" freilich, anders als Sie hier, für taktisch unklug erklärte. Rein taktisch, wohlgemerkt. Buback war ebenfalls ein NSDAP-Mann und wurde durch die SPD-Regierung ins Amt gehievt.

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Patrik74 28.07.2019, 18:02
172. In a nutshell

Zitat von im_ernst_56
Wo hat es denn außerhalb Deutschlands einen linken Staat gegeben? Was macht, wenn die DDR kein linker Staat war, einen linken Staat genau aus? Und wenn Deutschland nie ein linker Staat war, genügt es nicht, dass Deutschland die Welt mit Karl Marx und Friedrich Engels beglückt hat?
1. Alle Menschen sind gleichwertig (nicht nur Staatsbürger, oder Angehörige bestimmter Volksgruppen)
2. Die Vermögens- und Einkommensverhältnisse konvergieren und divergieren nicht

Vielleicht, überlegen sie mal, was Marx und Engels mit der Rente zu tun haben, die sie beziehen - ach nee, die hat ja Bismarck eingeführt, also auch so eine "urkonservative" Idee; genau wie die Kranken- und Arbeitslosenversicherung, das allgemeine und gleiche Wahlrecht, die Gleichberechtigung der Frau, Meinungs- und Versammlungsfreiheit...

Wo wären wir nur, wenn diese linken den Fortschritt nicht immer aufhalten würden!

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Mentor 54 28.07.2019, 18:08
173.

Zitat von joernmungand
Erstmal jede Form von Gewalt ist abzulehnen...nun was mich an ihrem Artikel stört...wenn türkische Familien bei Hochzeiten um sich schießen, Clan Familien sich ungestört ausbreiten können, Linke gewalttätig gegen Politiker von demokratisch gewählten Parteien vorgehen oder sich Straßenschlachten mit der Polizei liefern oder wie zu letzt Autos und Wohnungen von Mitgliedern der Identitären Bewegung demoliert werden...dann sollte man nicht nur einseitig berichten weil die Straftaten werden sowohl von Links als auch Rechts begangen
Über all das wird sehr wohl berichtet, auch in den links-grün versifften Mainstream-Medien und im Staatsfernsehen. Man muss es nur registrieren wollen. Und natürlich auch nicht in jedem Artikel bzw. Beitrag, wenn dieser eigentlich ein ganz anderes Thema hat.

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underdog 28.07.2019, 18:17
174.

Zitat von Leonia Bavariensis
Und der Antifaschismus der Zivilgesellschaft muss in Deutschland nicht als linksextrem diskreditiert sondern salonfähig werden.
Ein Antifaschismus, der den Islamismus und andere Formen von demokratiefeindlichen Ideologien nicht ebenso bekämpft und als Gefahr betrachtet wie den nationalsozialistisch inspirierten Rechtsextremismus, ist keiner. Leider neigen viele "Antifaschisten" dazu, hier mit zweierlei Maß zu messen und sich sogar mit manchen dieser Strömungen zu solidarisieren.

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McTitus 28.07.2019, 18:21
175. Mein lieber Zeisig:

Zitat von zeisig
Ich kann diese Dramatisierung der Gefahr von Rechts in keiner Weise nachvollziehen. Ich finde es im Gegenteil unverantwortlich, solche Artikel zu veröffentlichen, fördern sie doch die Spaltung unserer Gesellschaft. Solange politisch motivierte Verbrechen mit aller Konsequenz und Härte verfolgt werden, sehe ich keinen Grund, von Terror zu sprechen.
Als Fink muss ich Sie leider fragen:"Wie kommen Sie nach dem Mord an Walter Lübcke und dem rassistisch motivierten Mord von Wächtersbach auf die Idee, dass es sich um Übertreibung handelt,
wenn zu Recht auf Terror von rechts hingewiesen wird?
Dadurch verharmlosen Sie diese beiden Taten und verhöhnen die Opfer.
Und wo soll bitte schön Ihrer Meinung nach der Grund dafür liegen, dass es sich nicht um Terror handelt, solange diese Verbrechen nur konsequent verfolgt werden?
Terror besteht darin, gezielt Gewalt auszuüben um den politischen Gegner in seinem Handeln einzuschränken und davon abzubringen sich demokratisch an der Politik zu beteiligen.
Ergo gibt es diesen Terror von Rechts schon sehr lange.
Er äussert sich im Anzünden von Asylunterkünften, dem Terror des NSU und er Unterwanderung der Exekutive und Legislative durch stete Verrohung des alltäglichen Umgangs miteinander. Das eher zu einem Gegeneinander verkommen ist.
Ich habe Gestern eine Dokumentation über die Kinder der Wiederstandskämpfer rund um den 20. Juli 1944 gesehen und war erschüttert, dass es Jahrzehnte gebraucht hat um die Todesurteile gegen deren Väter und Mütter aufzuheben.
Diese Missachtung derjenigen, die überhaupt dazu beigetragen haben, dass die Nazis Gegenwind bekamen und am Ende dem Untergang geweiht waren - diese Kriminalisierung und gesellschaftliche Ausgrenzung ihrer Angehörigen ist so typisch für den Umgang der Deutschen mit ihrer Vergangenheit. Und das ist beschämend, weil es hochaktuell und allgegenwärtig ist.

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archie21 28.07.2019, 18:26
176. Doch, gesagt hat er's, und wohl auch gemeint

Zitat von sozialismusfürreiche
Das alles was sie da behaupten hat ihr Vorredner nicht gesagt. Er sagte Mord ist Mord und dass er vermute die Hinrichtung von Schleyer durch die RAF war von DENEN (die RAF) als verspätete, überfällige Exekution angesehen worden. Mit nichts hat er gesagt, dass er das für gut befindet.
Nein, von "vermuten" steht da nichts. Also hier noch einmal die Aussage:

"ich persönlich habe Schleyers Ermordung, im Gegensatz zu allen anderen Morden der RAF, als verspätete und überfällige Hinrichtung verstanden."

Mit "überfällig" kann doch wohl nur gemeint sein: "endlich hat sich mal einer darum gekümmert".

Da steht auch nicht: "Die RAF hielt das für eine übefällige Hinrichtung", sondern: "ich persönlich".

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Haudegen 28.07.2019, 19:00
177. Unzufriedenheit wird zum großen Teil durch Armut erzeugt ...

Zitat von ruhepuls
Die von Ihnen beschriebene Armut ist nicht der Grund für den Rechtstrend. Weder Pegida noch die AfD ist geflutet von HartzIV-Empfängern. Da sind ganz viele Gut- oder zumindest Normalverdiener dabei, denen einfach die Richtung nicht gefällt, in der unsere Gesellschaft sich entwickelt. Das alles auf "Armut" zu schieben verkennt die wahren Ursachen.
doch sicher ist sie nicht der einzige Grund für ansteigenden Rechtsradikalismus - da gebe ich Ihnen Recht. Bevor Hitler an die Macht kam, gab es allerdings ebenfalls große Armut in der Weimarer Republik. Es sind dann immer auch die besser Betuchten, die sich dann in die Regierung schwingen - ja! - das wird halt ausgenutzt wie ein Sprungbrett. So sollen ja auch in den Burschenschaften viele Anhänger des Rechtsradikalismus sein. MfG

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Loewengrube 28.07.2019, 19:19
178.

Zitat von Patrik74
1. Alle Menschen sind gleichwertig (nicht nur Staatsbürger, oder Angehörige bestimmter Volksgruppen) 2. Die Vermögens- und Einkommensverhältnisse konvergieren und divergieren nicht Vielleicht, überlegen sie mal, was Marx und Engels mit der Rente zu tun haben, die sie beziehen - ach nee, die hat ja Bismarck eingeführt, also auch so eine "urkonservative" Idee; genau wie die Kranken- und Arbeitslosenversicherung, das allgemeine und gleiche Wahlrecht, die Gleichberechtigung der Frau, Meinungs- und Versammlungsfreiheit... Wo wären wir nur, wenn diese linken den Fortschritt nicht immer aufhalten würden!
Vollkommen richtig. Das, was unseren Staat und das Sozialwesen (also genau das, was die AfD und ihre Straßenkämpfer vor den bösen Ausländern schützen wollen) hätte es nicht ohne die verhassten Linken gegeben.
Ein linker Staat ist bzw. war bisher jedoch immer nur Idealismus, ihn gab es noch nie. Natürlich existieren als "sozialistisch" betitelte Länder, die sich gerne als Erben von Marx und Engels verkaufen, aber das hat nichts mit deren Ideen zu tun. Ein linker Staat ist zunächst einmal keine Diktatur, trotzdem waren / sind Vertreter wie die Sowjet-Union, Venezuela, Vietnam und China lupenreine Diktaturen. Die Ideologie der "linken Revolution" wird benutzt, um die "Arbeiterschaft" auf die Straße zu kriegen. Ist die neue Regierung erfolgreich an die Macht geputscht worden, werden die Idealisten ausgesiebt, der Fortschritt der Revolution ausgebremst und - um die Diktatur zusammenzuhalten - ein Sicherheitsapparat und Nationalstaatendenken aufgebaut, die in den feuchten Träumen eines jeden konservativ-rechten Politikers vorkommen. Hinzu kommen dann die typischen Begleiterscheinungen wie die Unterdrückung (eigentlich linker) Freiheiten und Vetternwirtschaft. Diese "linken" Staaten sind also im Endeffekt rechter als ein rechter Staat wie die USA.
Ich bin, wie man ja unschwer erkennen kann, selber links eingestellt, aber ich habe mit meinen 20 Jahren bereits den Traum von einer vollkommenen linken Gesellschaft aufgegeben. Das erfordert allgemeine Vernunft, Selbstlosigkeit und das Aufgeben vieler bestehender Strukturen - also für die Menschheit unmöglich. Allerdings kann man sich trotzdem bemühen, das bestehende System nicht noch weiter runterzuwirtschaften. Deutschland und Europa benötigen dringende Reformen, und gerade in einer Phase, in der uns mehr als je zuvor bewusst geworden ist, dass unsere Lebenszeit auf diesem Planeten begrenzt ist, macht es mich fuchsteufelswild, dass wir von Konservativen und Rechten so dermaßen ignorant ausgebremst werden.

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Loewengrube 28.07.2019, 19:28
179.

Zitat von mountbatten
Soll ja keine Entschuldigung sein, und erst recht kein Gutheißen wie ein anderer Kommentator meinte. Aber wenn z.B. eine Stadthalle, trotz eindeutiger Anweisung des Bundesverfassungsgerichts, nicht an eine Partei vermietet wird, oder wenn eine Demonstration erst durch mehrere Instanzen, teilweise gegen Verbote mit hanebüchenen Begründungen, eingeklagt werden muss und am Ende kann man auf der genemigten legalen Route trotzdem nicht marschieren weil man widerrechtlich von Gegendemonstranten blockiert wird ist das aus meiner Sicht schon eine Erklärung, zumindest teilweise. Das passiert zwei- dreimal und die Leute haben die Schnauze voll und werden radikal. (oder von mir aus auch radikaler)
Es ist richtig, dass diesen Demonstrationen Steine in den Weg gelegt werden und ich empfinde es auch als die Bürgerpflicht eines jeden Deutschen, das zu tun. In einer Demokratie ist es natürlich rechtens, dass jede Minderheit ihre Meinung vertreten kann, aber genau dagegen demonstrieren die Rechten ja. Wieso versteht niemand die Ironie? Die Rechten begeben sich in die Opferrolle des von der Mehrheit Unterdrückten. Ich beschwere mich, dass mir das Recht eingeschränkt wird zu sagen, dass ich gerne anderen ihre Rechte einschränken würde. Meinungsäußerung ist dann vorbei, wenn sie sich gegen die Verfassung und ihre Werte richtet. Natürlich ist eine Agitation gegen unsere Verfassung ohne einen kompetenten bzw. nicht infiltrierten Verfassungsschutz schwer nachzuweisen und so haben die Gerichte natürlich die rechtliche Pflicht, diese Demonstrationen zu erlauben. Dass Konfrontationen zu erwarten sind, ist klar, und deshalb sind die Städte natürlich immer besonders happy, wenn 50 Neonazis den gesamten Tagesbetrieb verhindern.

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