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Rechtspopulisten: Die AfD und der nationale Sozialismus
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Die AfD dürfte künftig auf einen Politikmix setzen, der in der deutschen Geschichte schon einmal furchtbar erfolgreich war: Rassismus plus Sozialstaat. Dann droht der Aufstieg der Rechten zur Massenbewegung.

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ichliebeeuchdochalle 05.02.2018, 14:40
10.

Die Partei hätte keine Chance, wenn die Bildung in diesem Staat gut wäre. Der Aufstieg der AfD geht einher mit dem Abstieg der Bildung. Nur mehr Bildung, viel mehr Bildung, kann die Katastrophe verhindern. Schon irre: Das Land ist reich wie nie, aber verfault in raschem Tempo.

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flux71 05.02.2018, 14:41
11.

"Wenn eine Partei wie die AfD erst einmal zur Massenbewegung geworden ist, wird sie dem Liberalismus den Garaus machen."

Sind es nicht die Wähler, die das machen? Für wie empfänglich hält sich "das deutsche Volk" denn, wenn es um sozialen Nationalismus nach AfD-Prägung geht?

Die Kolumne schürt die Angst, die ich seit langem habe.
Antworten auf MEINE Ängste: Keine.

Alle anderen Antworten liefert die AfD. Sie ist ja auch fein raus: Wo andere keine Probleme sehen, sieht sie welche. Sie stolziert daher als große Aufdeckerin von "Wahrheiten", redet vom "Volk" und lehnt sich zurück -- dabei zusehend, wie ihre Umfragewerte weiter steigen.

Wie lange soll das noch so weitergehen, bis die Leute endlich kapieren, dass sie in eine "Isolationblase" gezerrt werden, in der zwar meinetwegen "Zucht und Ordnung" herrschen, in der alles andere, allem voran Empathie, auf der Strecke bleibt?

Sind die Deutschen so doof? (Und damit sind ja nun alle gemeint, von groß bis klein, von arm bis reich.)

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nobronski 05.02.2018, 14:41
12. Die liberalen (und nicht nur die)....

... haben es sich nicht nur in ihrer Forschrittlichkeit, sondern vor allem in ihrem Wohlstand gemütlich gemacht.
Es wäre für mich nachvollziehbar, wenn dieses Szenario tatsächlich wahr werden würde, fühlen doch wachsende Teile der Bevölkerung ihre Interessen weiterhin und in zunehmendem Maße nicht von den derzeitigen Parteien und Politikern adäquat vertreten.
Nun mit dem Finger auf diese Wähler zu zeigen und zu mahnen, "denkt daran, was damals war", ist zynisch und diesen Menschen gegenüber despektiertlich, wissen sie sich doch gegen "die da oben" nicht anders zu wehren.
Und offensichtlich kommt es zu wirklichen Diskussionen über die verheerende Umverteilung von unten nach oben nur, wenn Extreme ins Spiel kommen.

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Lykanthrop_ 05.02.2018, 14:42
13.

Eine gute Kolumne von Herr Augstein, Danke.
Der Aufstieg der AfD hängt auch mit der GroKo zusammen, dies ist heute sehr wichtig zu sehen.
Wenn linke Parteien links, Liberale liberal und konservative Konservativ sind haben es Populisten schwer, man siehe nach GB. Wenn die Politik zur konfliktscheuen Alternativlosigkeit wird, zum Verwaltungsakt, dann werden neue Alternativen entstehen. Die SPD Basis hat es in der Hand den Aufstieg der AfD etwas zurück zu drehen, bzw. den weiteren Aufstieg zu verhindern. Findet Sie den Mut zur Erneuerung der SPD ?

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TLB 05.02.2018, 14:43
14.

Ich weiß jetzt nicht, wer mit diesen liberalen Eliten gemeint ist. Aber wer auch immer den Satz "Wir wollen keine Gleichberechtigung der Frauen,..." angefangen hätte auszusprechen, wäre doch sofort und ohne auch nur den Hauch einer Chance weiterführender Erklärungen eingeräumt zu bekommen von links und Mitte-links plattgewalzt worden. Gilt für die Sätze mit der Ehe für alle und der doppelten Staatsbürgerschaft ebenso.
Der Artikel erscheint mir aus einer Distanz geschrieben, die auch nicht weiterhilft

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helmut.alt 05.02.2018, 14:44
15. Dass Kinder von Akademikern die Unis besetzen

und Arbeiterkinder das Nachsehen haben ist schon eine sehr wirklichkeitsferne Feststellung Herr Augstein. Es gibt in Europa kein zweites Land, in dem der Universitätsbesuch billiger und einfacher ist als in Deutschland, nämlich umsonst. Hier wird von Ihnen ein "Klassenkampf" herbeigeredet, wo keiner ist. Auch Ihre anderen Thesen sind nicht gut begründet.

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Leser161 05.02.2018, 14:45
16. Die Lösung

Damit ist die Lösung des AfD-Problems gefunden. Das AfD-Phänomen ist meines Erachtens ein reines Frustphänomen. Wir haben eine Linkspartei, eine SPD, eine CSU, die Grünen. Genug Parteien die irgendwas mit sozial zu tun haben. Ohne üble Beimischungen. Parteien die gewählt werden. Aber trotzdem bekommen wir seit 1998 stets eine Regierung die sich gebährdet wie Frau Thatcher.
Go ahead!

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spon_4_me 05.02.2018, 14:45
17. Der Vergleich mit den Nazis

ist offenbar für Sie und die meisten Ihrer SPON-Ko-Kolumnisten naheliegend. Es macht ihn aber nicht relevanter in dem Sinne, dass das Phänomen "Populismus" dadurch besser verstanden wird. Ich empfehle Ihnen, sich im neuen Economist den langen Artikel "A dangerous waltz" anzuschauen, um zu einer angemessenen Würdigung der Gefahr zu kommen. Wohlgemerkt, ich will das Gedankengut, dessen sich AfD und Konsorten bedienen, nicht verharmlosen. Aber ständig den Vergleich zu 1930 oder 1933 zu ziehen, ist - das werde ich nicht müde, hier zu schreiben - eine flache, wohlfeile und allzu sehr in der Empörungsgeste beamteter Grundschullehrer verharrende Haltung. Es liegen keine der historisch ausführlich erforschten Voraussetzungen für ein Faschismus alter Prägung vor. Wenn Sie einen historischen Vergleich ziehen müssen, dann schlage ich den zum wilhelminischen Kaiserreich vor (Wilhelm II ist übrigens eine gute Schablone für Donald Trump). Ein reiches, mächtiges Land, das die Nachbarn vielleicht sogar um seine vergleichsweise gute Ordnung beneiden, und das doch mit all seiner Kraft und Stärke nichts anzufangen wußte und weiß. Lesen Sie Ihren Nietzsche, Jakob. Der hat von der "Lust am Danebenstehen" gesprochen. Unser Problem ist nicht, was die AfD und dergleichen Gekröse sagt - das Problem ist, dass all die anderen nichts Belangreicheres, den normalen Menschen im Alltag Berührenderes sagen.

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häretiker1412 05.02.2018, 14:46
18. wie denn nun?

"AfD-Gründer Lucke war ein vom Euro enttäuschter Wirtschaftsliberaler". Nanu Herr Augstein, das hat sich in Ihrem Artikel "Eine Partei aus der Gruft der Geschichte" vom 23.10.2014 aber noch ganz anders angehört, als Sie Luke als "deutschnationalen Rechtspopulisten" bezeichnet haben. Das zeigt ja, dass Ihre Feindbilder nicht ganz kohärent sind.

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friedrich.grimm@gmx.de 05.02.2018, 14:48
19. Da war doch noch was?

"Die Nazis haben damals zwar gemeinsame Sache mit der Industrie und den Konzernen gemacht. Aber erst einmal kauften sie sich die Gunst des Volkes."
War es nicht so, dass diese gemeinsame Sache mit der Industrie und den Konzernen die arbeitende Bevölkerung einiges gekostet haben? Das war Absenkung der Löhne um 10%, bei gleichzeitigem "einfrieren" der Löhne.
Die AfD tickt kein Haar anders. Wer gestern Abend die Aussagen einer Alice Weidel gehört hat, wird das bestätigen können. So sind z.B. nicht sachbezogene Befristungen für die AfD in Ordnung, weil, so die Begründung, die Firmen flexibel bleiben müssten. Diesen Schwachsinn gaben auch schon CDU-Politiker von sich, und ich hätte von diesen gerne einmal gehört, was sie damit sagen wollen. Heißt es doch nichts anderes, als dass der "Sklave" zu jeder Zeit zu funktionieren hat.

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