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Rechtspopulisten und der Attentäter von Halle: Die Verantwortung der AfD
Sean Gallup/ Getty Images

Schmähung der angeblich Anderen, Verharmlosung des Nationalsozialismus: Auch Deutschlands Rechtspopulisten haben in den vergangenen Jahren den Boden bereitet für den neuen Terror von rechts.

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madameping 11.10.2019, 13:35
110. Das Problem mit dieser Halunkenbande ist leider ein hausgemachtes Erbe

Ich stimme dem Autor mit jedem Satz zu. Mag die AfD auch nicht selbst den Finger am Abzug gehalten haben, hat sie dennoch die Hemmungen abgebaut, dass ein verwirrter Killer derartige verabscheuungswürdige Handlungen begeht.
Fakt ist aber ebenso, dass die AfD und ihre ganzen Ableger nicht einfach - peng - wie aus dem Nichts erschien.
Sie sind entstanden durch den jahrzehntelangen Umgang mit dem Nationalsozialismus an sich, durch Sprüche einerseits wie die eines Konrad Adenauer (Weltjudentum) und eines Helmut Kohl (Gnade der späten Geburt), die in ihrer Beklopptheit kaum zu überbieten waren und andererseits ebenso durch die an frömmelnde Selbstkasteiung grenzende zwangsneurotische Selbstdemütigung jener Generationen, die den Nationalsozialismus gar nicht erlebt haben - und folglich auch keine Schuld tragen können, da sie ja keine Möglichkeit hatten, ihn zu verhindern. Sie reden sich und anderen aber ein, wir, DIE Deutschen schlechthin wären alle Schuld…
Tatsächlich steckt Deutschland mit diesem Erbe bis heute in einem Dilemma; tut es zu wenig gegen den die braune Sch…e, bringt sich die entsprechenden Entscheider schnell in den Verdacht, selbst zu den grölenden Hakenkreuzfreunden zu gehören. Tut es zu viel, wecken sie einerseits zum Ausgleich mahnende Rufe und parallel dazu eine noch viel größere Armee von hakenkreuzgesteuerten Irren, die sich trotzig auf die Bier-Wampe tätowieren, stolz darauf zu sein, ein Deutscher zu sein.
Deutschland kann eigentlich nie das richtige tun. Eine ausgewogene Mitte ist kaum zu finden.
Es gibt nur Extreme, die ein anderes Extrem hervorrufen. Das ist das Vermächtnis dieser erbärmlichen Bande, die 1933 bis 1945 unser Land so in den Schmutz gezogen hat.
Uns, den Nachgeborenen trifft keine Schuld. Das ist juristisch völlig unmöglich. ABER wir tragen die Verantwortung für die Zukunft, derartiges niemals wieder geschehen zu lassen und nicht nur denen entschieden auf die Finger zu hauen, die sich und andere selbst kasteien wollen, sondern auch denen, die den Nationalsozialismus schlechthin als Kavaliersdelikt behandeln (Vogelschiss) oder ihrem verblödeten Hass freien Lauf lassen.
Das geht nur durch Bildung - zum Beispiel durch die Elternhäuser und Schulen.

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taanuu 11.10.2019, 13:36
111. Kann mir jemand helfen?

Zitat: "Björn Höcke hat die Holocaust-Gedenkstätte in Berlin ein "Denkmal der Schande" genannt, ein Begriff mit einer antisemitischen Tendenz." Zitat Ende.

Auch in den Forumsbeiträgen wird immer wieder auf den Ausdruck "Denkmal der Schande" verwiesen. Wessen Schande kann den nun gemeint sein. Ich sehe nur eine Möglichkeit: die Schande, die von den Nazis durch den Holocaust über die Deutschen gebracht wurde. Wieso ist das ein Begriff mit antisemitischer Tendenz?

Ähnliche Fragen habe ich ein paar Mal gestellt, nie wurde das veröffentlicht, es scheint ein wunder Punkt zu sein.

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iris b. 11.10.2019, 13:36
112. @ kuac / 5

Zitat von kuac
Ich kann die AfD Politik nicht nachvollziehen. Was hat die Partei davon, wenn Juden oder Muslime ermordet werden?
Dass die Partei will, dass Juden oder Muslime ermordet werden, wage ich zu bezweifeln.
Die Partei schürt den Hass auf des Fremde, insbesondere auf Flüchtlinge und Muslime, um "Deutschsein" als etwas Besonderes, Wertvolleres darzustellen. Das "spezifisch Deutsche" gibt es ja nicht, es kann nur über die Abgrenzung zum Fremden definiert werden. Das "Deutschsein" soll und muss (aus AfD-Sicht) das Dach sein oder die verbindende Klammer. Nur so lassen sich die vielfältigen Unterschiede zwischen den Menschen, die sie wählen sollen, überdecken. Nur durch den Aufbau eines gemeinsamen Feindbildes lässt sich ein "Wir" konstruieren, ein "Wir" aus reichen Industriellen und Managern, aus "ehrbaren" Kleinbürgern, Bauern, Niedriglöhnern, Arbeitslosen, Rentnern.
Weiterhin wichtig - wieder aus AfD-Sicht - ist es, dem Fremden alles vermeintliche Übel in die Schuhe zu schieben (Kriminalität, die miese finanzielle Situation mancher Bevölkerungsgruppen u.a.)
Um dies zu erreichen bedient sie sich ähnlicher Mittel wie die NSDAP vor 1933. Sie hat auch nichts dagegen, wenn sie von Rechtsextremen gewählt wird - jede Stimme zählt.

Wenn einige sie beim Wort nehmen und Aussagen wie "Wir holen uns unser Land zurück" als Aufruf zu Mord und Terror verstehen, ist ihr das nicht recht. Noch ist die Macht ja nicht erorbert und die AfD weiß, dass ihr rechsextremistisch motivierte Morde, Anschläge und Terrorattacken auf dem Weg dahin nicht dienlich sind.

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qjhg 11.10.2019, 13:37
113. leider ist es auch so,

dass CDU/CSU auch zu den geistigen Urhebern rechtsradikalen Gedankenguts beigetragen haben. Dabei sind es nicht nur die Wahlkämpfe mit Slogans Ausländermaut, Kinder statt Inder, Asyltourismus, Kriminelle Jugendliche Ausländer usw., mit denen die Union an niedrige Instinkte appellierte und damit einen latenten Ausländerhass hinnahm. Nur eine tolerante Gesellschaft , die alle Menschen wertschätzt, egal welcher Religion oder Nationalität, wird den Rechtsradikalismus zurück drängen.

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ixi19 11.10.2019, 13:37
114. Falsche Überschrift

Müsste heissen: ...Die Verantwortung der AfD und ihrer Wähler.

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Dr. Kilad 11.10.2019, 13:38
115. Sehr maßgeblich ist immer das Umfeld

Ein gesellschaftliches Umfeld, das nicht nur die Tat selbst, sondern auch das ihm zugrundeliegende Denken verurteilt, ist der beste Schutz vor solchen Taten.

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andre_36 11.10.2019, 13:43
116.

Zitat von langowicz
Unser Pfarrer sagte am Mittwoch, anlässlich des Gedenkens an die Friedensgebete während der friedlichen Revolution sinngemäß: -Damals haben 20% der Bevölkerung gereicht um den scheinbar übermächtigen Ostblock zu stürzen. - 20% der Europäer und der Deutschen sind mehr oder weniger Rechte. Also sollten wir uns nicht darauf ausruhen, dass 80% mehr sind. Wir müssen alle zusammen gegen die Rechten vorgehen. Auf friedlichem Wege. Das fängt bei den alltäglichen Gesprächen an. Keine Toleranz für scheinbar "harmlose Witze". Klare Grenzen für das Sagbare ziehen. Hass und Beleidigungen sind nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. Die Tür zum Raum von Hass und Ausgrenzung wieder zu machen!
Hass ist überhaupt keine Meinung, sondern eine Emotion. Und die kann man auch nicht verhindern, indem man sie irgendwo einsperrt. Dort brodelt der Hass nur weiter, bis er stark genug wird, um auszubrechen. Das ist alles, was der unselige Trend zu political correctness gebracht hat: Bekämpfung des Symptoms und Verdrängung der Ursachen

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FK-1234 11.10.2019, 13:48
117. Lippenbekenntnisse

...der führenden AfD-Politiker anlässlich der schier unsäglichen Tat...nach unseren Erfahrungen mit braunem Terror(-staat). Nicht ohne Grund darf man einen Herrn Höcke -nach gerichtlicher Bestätigung- einen Faschisten nennen. Aber auch andere geistige Brandstifter waschen sich auch jetzt die Hände in Unschuld und prangern stattdessen an, dass die Tat politisch ausgenutzt werde. Man will ja nach außen hin die bürgerliche Fassade wahren. Widerlicher und verlogener gehts kaum.

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umoja 11.10.2019, 13:49
118. Man denke nur an

Wolfgang Gedeon, Landtagsabgeordneter in Stuttgart.

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spon-facebook-10000309011 11.10.2019, 13:50
119. Nennt es doch beim Namen

Warum werden Parteien und Menschen bzw. Funktionäre dieser Parteien (AfD,NPD,...) immer als „Populisten“ verharmlost. Nennen wir es doch, wie es wirklich ist. Das sind in grossem Umfang Rechtsextremisten und Faschisten. Punkt! Und die sollten keine Bühne bekommen ihre heuchlerischen oder hetzerischen Phrasen zu verbreiten. Weder persönlich bei „Talkrunden“ oder Frühstücksfernsehn ( wenn dann mit wirklicher kritischer Auseinandersetzung) noch sollte deren Hetze und Wording im Rest der Medien verbreitet werden. Das würde schon helfen!

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