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Rechtsruck bei Wahl: Euro-Kritiker triumphieren in Finnland

Sie sind gegen den Euro, aber auch gegen Ausländer und Abtreibungen: Bei der Parlamentswahl in Finnland zeichnet sich ein Erfolg der rechtspopulistischen Partei Wahre Finnen ab. Neuer Ministerpräsident wird nach ersten Prognosen der bisherige Finanzminister Jyrki Katainen von den Konservativen.

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worldwatch 22.04.2011, 10:10
410. Janz jenau!

Zitat von Titmouse
Wann wird endlich die Bezeichnung "rechtspopulistisch" als Diffamierungsversuch realitätsfremder Gutmenschen und Ideologen erkannt? Volksbefragung zum Thema "Stuttgarter Bahnhof" ist offenbar kein Rechtspopulismus. Volksbefragung (Wahlen) zum Thema "Einwanderung" ist ganz klar rechtspopulistisch. Alles nur Ansichtssache, oder?
"Allet is doch j'roosser Mist,
wenn man nit janz wat meiner Meinung ist.
Un allet wat nit denkt, wie et' is,
dat nenn' isch mir 'ne Populist!"

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Gman 22.04.2011, 12:02
411. Das würde hier den Rahmen sprengen,

Zitat von heiko1977
Wie sähe denn Ihre Alternative zur EU aus?
aber einige Schlagworte hierzu:

Die EU in der jetzigen Form ist langfristig nicht mehr zu halten:

- Die EU muss insgesamt demokratischer werden

Und zwar dahingehend, dass z.B. bei wichtigen Entscheidungen (z.B. Vertrag von Lissabon) die Bevölkerungen aller Mitgliedsstaaten per Volksentscheid gefragt werden müssen.
Weiterhin muss sich die EU nicht für jede Banalität im Alltagsleben verantwortlich fühlen. Das sollte man einem souveränen Nationalstaat überlassen.

- Neubewertung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit

Die einzelenen Mitgliedsstatten sind nun einmal unterschiedlich stark / schwach. Ggf. macht es sogar Sinn, die EU neu aufzuteilen (in verschiedene Wirtschaftszonen, ohne jedoch den Handel zwischen den Mitgliedern zu behindern).

- Sofortige Abschaffung aller Subventionen

Subventionen, häufig unsinnig und langfristig wirtschaftsschädlich, sind ein Grundübel der EU (siehe u.a. Argrarsubventionen = Milchseen / unsinnige Exporte der Nahrungsmittelüberschüsse in die dritte Welt oder Subventionen für Arbeitsplatzvernichtung im Staat X, weil Staat Y von der EU "Ansiedlungshilfen" etc. erhält)

- Sofortiger Aufnahmestopp für potentiell neue Mitglieder
bzw. stringentere Anforderungen, für einen Beitritt.

- Zeitliche Begrenzung der Abgeordnetenmandate etc.

- Verschärfung des EU-Karatellrechts

Letztendlich wird sich die EU so oder so ändern müssen, wenn der Euro-Crash kommt (dieser wird ohne Zweifel kommen).
Die sog. PIIGS sind bald voll (Portugal, Irland, Italien, Griechenland & Spanien). Als nächster kommt Spanien unter den Schirm, da die genauso mit dem Rücken zur Wand stehen:

http://www.wienerzeitung.at/DesktopD...wzo&cob=471924

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/a.../60023599.html

Sind die PIIGS voll, schiessen sich die Finanzmärkte auf F und D ein. Das war es dann. So viel Geld drucken bzw. Staatsanleihen kann die EZB gar nicht mehr aufkaufen. Die jetzigen Milliarden sind doch schon längst nicht mehr durch reale Werte gedeckt. Das billige Geld fängt schon an, seine zerstörerische Wirkung zu entfalten (Inflation).

Danach kommt hoffentlich ein neues Geld- und Finanzsystem, dass es unmöglich machen wird, Geld aus dem Nichts (durch Schulden) oder in der virtuellen Welt entstehen zu lassen.

http://www.videogold.de/money-as-debt-geld-als-schuld/

Gepaart mit einer neuen Wirtschaftsordnung, weg vom rein quantitativen Wachstum zu einem nachhaltigen Wachstum mit einer internationalen Arbeitsteilung. Das könnte auch langfristig ein Weg sein, Armut wirksam und nachhaltig zu bekämpfen, da somit extreme Handelsungleichgewichte vermieden werden können.

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duffybarracuda 22.04.2011, 21:35
412. v

Zitat von Emil Peisker
Das Projekt Europa ist ein friedenstiftendes Unterfangen. Im 19. und bis Mitte des 20. Jahrhunderts haben sich die Nationalstaaten in mehreren Kriegen extrem geschadet. Erst die Idee eines gemeinsamen Europas hat diese unselige Gewohnheit gestoppt. All diese Machos, die hier posten: Wir Deutsche, stark und fleißig, wollen nicht mehr der "Zahlmeister" sein, raus aus Europa, raus aus dem Euro, raus aus allem, was uns Deutsche behindert. "Durschsetzung deutscher Interessen in Europa und weltweit" Hatten wir alles schon mal, brauchen wir nicht. Und Bismarck? Er hat die Notwendigkeit der engen Bündnisse zur Kriegsvermeidung erkannt. Er hat damals auch schon die Interdependenzen im wirtschaftlichen Bereich im größeren Europa gesehen. Erst unser "starker" Willem II hat die Bündnisse Bismarcks mit dem Spruch: "Viel Feind viel Ehr'" demontiert. Und die Folgen? 1914 liefen viel rum, die so dachten wie Sie. Den Rest kennen Sie hoffentlich.
Aber sicher, ohne vereintes Europa gäbe es vermutlich Krieg. Kann mich nicht erinnern, dass die Bundesrepublik oder einer der vielen Nachbarn mal über nen 3. Weltkrieg nachgedacht hätte....was für ein Unsinn. Der Umkehrschluss hieße ja, Deutschland muss für den Friedenserhalt zahlen.

Die EU kostet viel mehr, als Sie dem dt. Bürger einbringt - punkt. Reallöhne sinken seit der Währungsunion. Die Leute haben die Schnauze voll von der Bevormundung nicht demokratisch legetemierte EU Politiker.
Und hören Sie doch mit Bismarck auf, der hätte ohne Gegenleistung, den Griechen keinen Pfennig gegeben. Die Banken hätte er abgewickelt.
Die EU ist dann Geschichte, wenn die Währungsunion scheitert und das ist nur noch eine Frage der Zeit, weil man sich in kürzester Zeit über jegliche Stabilitätskriterien hinwegsetzte.

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Emil Peisker 23.04.2011, 19:28
413. Gabelungen der Geschichte

Zitat von duffybarracuda
Aber sicher, ohne vereintes Europa gäbe es vermutlich Krieg. Kann mich nicht erinnern, dass die Bundesrepublik oder einer der vielen Nachbarn mal über nen 3. Weltkrieg nachgedacht hätte....was für ein Unsinn.
Die Alternativen, die Sie nicht sehen, sind die, die durch die Entscheidung für den Zusammenschluss der europäischen Länder zur EU, nicht Realität wurden.

Die Gabelungen der Geschichte sind eben so. Entscheidet man sich für A, wird die Variante B nicht Realität.

Aber Simpel-Nationalisten haben es eben nicht mit philosophischen Blickwinkeln. Da gelten wohl andere, "handfestere" Argumente, oder?:-)

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Klaus Rabba 07.05.2011, 12:38
414. Ganz geschichtlich

Zitat von adesat
Also ich bin dafür die EU sofort zu verlassen weil ich für die Einführung, und nicht die Abschaffung, der Demokratie bin. Am besten wäre es auch aus Deutschland auszusteigen. Aus denselben Gründen. Brüssel und Berlin - wenn ich das nur höre widert es mich schon an. Dieser ekelhafte Filz von Politik, Kapital, Wirtschaft, Militär, Lobbyismus und Zynismus. Bäh! Auf gehts in ein freies Süddeutschland! Dann brauchen wir auch diese ganzen armen Länder nicht mehr durchfüttern wie Griechenland, Portugal, Berlin, Ostdeutschland, Westdeutschland und Norddeutschland;-) Nur direkte Demokratie! Passt auch, bevor ich es vergesse: Ami fuck off! Der Russe ist schon vor 20 Jahren gegangen.
Also wieder zurück in die Staatenlage vor dem 30jährigen Krieg.

Sie wollen die Geschichte dort noch einmal anfangen, gelle.

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Klaus Rabba 07.05.2011, 12:40
415. Nein

Zitat von Shlumpf!
Es gab mal vor noch nicht allzulanger Zeit ein Land, das ganz Europa in einem mörderischen Krieg verwüstete und einen Genozid betrieb, wie die Welt ihn noch nicht gesehen hatte. Dieses Land erhielt danach trotzdem Finanzspritzen in Summen, dagegen ist das, was sich heute im Euro-Rettungsschirm befindet, lächerlich wenig. Und heute ist es genau dieses Land, das anderen die Hilfe unter dme Motto "Selbst schuld" verweigern möchte. Gottseidank hat man damals beim Marshall-Plan nicht nach diesem Motto gehandelt. So und jetzt zerreißt mich!
Nein, tun wir nicht!

Beim Marschallplan gab es auch Gegenleistungen zu erbringen.

Das müssen die Grichen, Portugiesen und Spanier auch.

Alles wird gut...

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