Forum: Politik
Rechtsruck in Deutschland: Besorgte Bürger
DPA

Die Rechte vergiftet die Stimmung im Land, einer Mehrheit der Bürger macht das Sorge. Es ist Zeit, dass sich die Bundesregierung ihre Flüchtlingspolitik nicht länger von einer radikalen Minderheit diktieren lässt.

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zaunreiter35 31.07.2018, 19:11
220. Sie können natürlich

einen überspitzten Artikel schreiben, aber ich bitte Sie, Herr Popp, um eine differenziertere Betrachtungsweise.
Es ist möglich, dass ich einerseits die Linke wählen kann, aber andererseits aus Sorge gegen eine unbegrenzte Zuwanderung von nicht-qualifizierten Menschen, die ein antiquiertes Weltbild haben, bin. Und damit bin ich nicht "rechts".
Wie Sie schon schrieben, sollte jetzt mal langsam ein vernünftiges Einwanderungsgesetz für Arbeitsmigration eingebracht werden, damit es gebildeten Menschen leichter gemacht werden kann, hier Fuß zu fassen. Uns fehlen Menschen, die als Arbeitskraft in das Sozialsystem einzahlen können, weil wir langsam altern. Und die finden wir bestimmt nicht unter den seit 2015 hier her Geflüchteten, weil die ja baldigst zurückkehren sollen, um ihre Heimat wieder aufzubauen.
Wir dürfen uns aber nicht weiter wundern, wenn wir die Menschen aufnehmen sollen, die mit unseren Waffen um Hab und Gut gebracht werden, deren Küstengewässer wir leerfischen oder deren Regionalwirtschaft wir mit unseren Gütern durcheinander bringen.

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lupo62 31.07.2018, 19:12
221.

Aha. Da haben also Millionen Deutsche im September "zu einer humanen Flüchtlingspolitik gedrängt". Und dann kamen Finsterlinge aus der rechten Ecke, "eine aggressive, lautstarke Minderheit" und haben die schöne Stimmung vergiftet.
Irgendwie habe ich das anderes erlebt. Es waren die Tage, in denen Nachbarn und flüchtige Bekannte plötzlich in großer Zahl das Gespräch über die Ereignisse suchten. Die waren weder agressiv, noch lautstark und zumindest in meinem bäuerlich-kleinbürgerlichen Umfeld auch keine Minderheit. Und finstere Nazis waren und sind sie auch nicht. Man kann das auch ganz profan sehen: Die haben schlicht und einfach Angst gehabt vor diesen Menschmassen, die sich da gen Deutschland bewegten. Das war alles und der Schreck wirkt bis heute an.
Er könnte die Republik verändern. Schauen sie sich mal die aktuellen Sonntagsfragen an. Wenn das so weiter geht, wird die AFD im Herbst die SPD stimmenmäßig überholen und zweitstärkste Partei sein. Die Regierung hat zur Zeit keine Mehrheit im Volk. Und das nicht, weil die AFD so gut ist. Im Gegenteil, ihre Führungsfiguren sind eine Chaostruppe, ihr Programm jämmerlich. Warum sie trotzdem ständig zulegt? Weil die anderen in der Regierung einen noch schlechten Auftritt bieten. Seehofer sei Dank.
Nein, eine Lösung habe ich auch nicht. "Legale Fluchtwege", also das Motto "wir nehmen jeden und holen ihn ab" ist gar nicht so schlecht, vor allem aus humanitären Gründen. Wird sich aber nicht durchsetzen lassen, weil politischer Selbstmord. Die Regierungsparteien wissen das. Also Grenzzäune, Lager, Abschiebung.
Es ist ein Elend, auch wenn es zur Zeit in Mazedonien und auf den griechischen Inseln stattfindet.

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qjhg 31.07.2018, 19:12
222. Wie will die Bundesregierung

das verhindern. Die CSU kann gar nicht so schnell hinter der AFD hinterherlaufen, um die Partei noch mit ihren rechtspopulistischen Äußerungen und Handlungen einzuholen. Fremdenfeindlichkeit hat immer nur Unfrieden geschafft und Angst geschürt. Das machen im Augenblick AFD und CSU und die CDU glaubt mit der CSU eine länger anwendbare Vereinbarung getroffen zu haben. Und die SPD? Außer dass Frau Nahles über die Flüchtlingspolitik der Grünen lamentiert, kommt von dieser Partei gar nichts. Die SPD ist so froh Minister in der Regierung zu haben und vergißt dabei komplett, dass ihre Wähler Aussagen zu den brennenden Themen erwarten und entsprechende Versuche, diese umzusetzen.

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ingo.adlung 31.07.2018, 19:13
223. Sie haben aus der Vergangenheit nichts, aber auch gar nichts gelernt

Zitat von vlscout
Soll das ein Witz sein? Es war doch die grün-linke Minderheit in den Medien, die die Politiker zu der selbstzerstörerischen Willkommenspolitik getrieben hat, welche dann 2 Millionen Migranten angelockt und die Krise ausgelöst hat. Die schweigende Mehrheit in Deutschland und ganz Europa ist und bleibt gegen diese Masseneinwanderung. Das ist nicht rechtsextrem, sondern natürliche Selbsterhaltung.
Es geht nicht um Zuwanderung sondern um den Umgang mit Kriegsflüchtlingen. Es ist eine Schande speziell für Deutschland wie viele "besorgte Bürger" unsere Geschichte vergessen oder verdrängt haben. Ja, Schande! Man muss es immer wieder laut aussprechen: Schande! Von wegen "natürliche Selbsterhaltung", wie lächerlich. Schauen Sie mal die Flüchtlingstrecks und die Entbehrungen der aufnehmenden rund um das Kriegsende an. Da ging es auf beiden Seiten um Selbsterhaltung. Vor dem Hintergrund unserer geschichte haben wir auch unser Grundgesetz formuliert und internationale Verträge geschlossen. Nein, heute ist das ein erbärmliches Argument. Wobei es unklar ist, wo die "Mitte" verläuft, weil es ja viele Millionen gibt/gab, die sich vorbildlich für die Flüchtlinge engagiert haben. Aber es geht tatsächlich auch um ein Totalversagen der vorherigen Bundesregierung, die so getan hat, als ob es um ein plötzlich aufgetretenes Phänomen gegangen wäre. Erst haben wir uns vollkommen gegen Solidarität gesperrt und auf die Einhaltungen der "Dublin" regeln gedrängt, dann haben wir eine 180° Wendung vollzogen und sind nun wieder auf dem Rückweg nach "Dublin". Und heute sind es "besorgte Bürger", die den Ton in der Diskussion angeben, weil sie im Sinne "natürlicher Selbsterhaltung" argumentieren. Wie erbärmlich.

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mac4me 31.07.2018, 19:13
224. Es gibt keinen Rechtsruck..

...aber eine massive Linksflucht derjenigen, die vorher links waren, aber durch Merkels Politik massiv ihre Interessen (funktionierender Sozialstaat, bezahlbare Mieten, sichere Altersversorgung ohne Altersarmut) gefährdet sehen. Und die wählen dann natürlich nicht mehr links. Die These, dass man nicht beides haben kann, offene Grenzen und einen funktionierenden Sozialstaat, ist keine Erfindung der Rechten.

Die ganze Diskussion um Rassismus und andere Zeitgeistthemen empfinden diese Leute als abgetrennt von ihrem tatsächlichen Leben, In dem sie es mit immer härterer Konkurrenz zu tun haben. Und natürlich gehören zu dieser Konkurrenz auch Migranten.

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bammbamm 31.07.2018, 19:13
225.

Kaum gibt es wieder eine Statistik oder Umfrage die man irgendwie so verdrehen oder uminterpretieren kann das man die Mehrheit ist die ja Recht hat wird das natürlich auch getan. Ob das eine Polizeistatistik mit rückläufigen Zahlen ist bei der ignoriert wird das gerade Gewalt und Sexualverbrechen seit 2015 signifikant zugenommen haben oder eben eine Umfrage ob die Flüchtlingspolitik zu präsent ist und andere Themen auf der Strecke bleiben zu Mehrheit der Leute ist nicht mit der Flüchtlingspolitik einverstanden ist, eine eindeutigere Umfrage ignorierend die zb Seehofer ein paar Wochen vorher zu seiner Grenzzurückweisung recht gegeben hat. Nur weil man die Realität sich der eigenen Sichtweise zurechtbiegt ändert das nicht die Realität, das einzige was passiert ist das man siczh selbst als nicht ernstzunehmend outet. Und genau das ist der Treibstoff für die Rechten, das die Linke einfach unfähig ist faktenbasiert zu argumentieren weil sie gar nicht an einem vernünftigen Diskurs interessiert ist und lieber in ihrer Scheinwelt lebt wo sie die einzigen auf der ganzen Welt sind die intelligent genug sind den einzig wahren Durchblick zu haben. Aber das ist lediglich Hybris und keine Intelligenz

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willibald-brendel 31.07.2018, 19:14
226. Ich gehöre zur besorgten Mitte

Ja, ich gehöre zur besorgten Mitte, die den angeblichen Rechtsruck - wo ist er überhaupt - begrüßen würde. Ich bin Oberstudienrat und meine Freunde sind ebenfalls Lehrer, Anwälte, Ärzte. Sie alle machen sich Sorgen um unser Land, das von einer Frau an die Wand gefahren wird. Sie bricht Gesetze, wie es ihr gefällt, läßt, wie im vergangenen 2017 über 300.000 Migranten ins Land (187. 000 laut Bamf + 120. 000 Familiennachzügler für bereits anerkannte Asylanten und die durch Resettlement, Relocation etc. ). Hunderttausendfaches Leid würde so bisher über unser Volk gebracht, durch Morde, Verletzungen, Vergewaltigungen, andere sexuelle Übergriffe. Die direkt Betroffenen und deren Eltern, Freunde und Bekannten leiden darunter. Der Autor ist sicher ein Anhänger der Grünen. In den Medien sind Anhänger der Grünen weit überproportional vertreten, als es die 8,9% im Bundestag ausdrücken. Ich möchte hier an die Spiegel Herausgeber appellieren nicht solchen Unsinn, wie in diesem Artikel zu verbreiten. Es gibt keinen Rechtsruck. Meine Freunde, Bekannten und ich sind Bürger der Mitte, die an unsere Kinder und Enkel denken. Wir wollen nicht, dass unserer Land mit Moslems geflutet wird. Deutschland hat bisher 80 % der Migranten seit 2015 aufgenommen. Damit muss es ein Ende haben und die Abgelehnt müssen umgehend ausgewiesen werden. An den Grenzen muss wieder ein entsprechendes Grenzregime eingerichtet werden, denn gegenwärtig erhalten nur ca. 3% derer die kommen, noch Asyl. Doch Ihr Autor weiß natürlich, dass, wer einmal in Deutschland ist, kaum mehr abgeschoben werden kann. Er klagt, wie 400. 000 abgelehnt Migranten bereits und hat sein Leben für Jahre in Deutschland gesichert. Wie gesagt, ich gehöre nicht zu den Abgehängten, dem einfachen Volk, wie Frau von der Leyden sie bezeichnete. Man müsste mit denen in einfachen Hauptsätzen sprechen, dann würden sie wieder auf den rechten Weg finden.

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Proggy 31.07.2018, 19:14
227. Links-Mitte-Rechts

Die Linken haben keine Deutungshoheit, was Mitte und Rechts ist - dazu stehen die Linken selbst zu weit außen am Rand.
Die von Linken sogenannte Rechte (eigentlich nur Konservative), erstarkt doch nicht aus eigener Kraft. Sie erstarkt lediglich, weil Links und die angebliche Mitte, regelmäßig seit Jahren versagen und große Teile der Bevölkerung nicht mehr vertritt.
Merkels CDU, ist von der konservativen Mitte zu weit nach Links abgerückt. Daher stehen Konservative plötzlich 'Rechts', ohne sich selbst bewegt zu haben.

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radioactiveman80 31.07.2018, 19:14
228. Herr Popp, das war ganz schwach

"Millionen Deutsche haben Kanzlerin Angela Merkel 2015 zu einer humanen Flüchtlingspolitik gedrängt". Haben sie das? Meine Wahrnehmung ist eine gänzlich andere. Die Kanzlerin hat seit Frühjahr 2011 (Beginn Bürgerkrieg Syrien) die Tatsache schlicht ausgesessen dass hunderttausende das Land verlassen und Richtung Europa fliehen werden, gefolgt von ebenso vielen aus Afrika, die das "Trittbrett" zur Migration nutzen wollten. Als das nicht mehr zu leugnen war, wollte sie als grossherzige Flüchtlingskanzlerin in die Geschichte eingehen, in der festen Überzeugung dass die Deutschen dies mittragen würden. Der Hilfsbereitschaft standen jedoch eine mindestens genauso viel Skepsis, Fragen und Unsicherheit gegenüber. Ihr großer Fehler war, diese mit der Drohung des "Dunklen Deutschland" (flankiert durch diverse Medien)plattzureden. Die AfD hat`s gefreut, und aus vielen anfangs besorgten Bürgern wurden wütende Bürger. Die Kanzlerin hätte viele davon verhindern können, hätte sie deren anfängliche Sorgen ernst genommen. Die Dame hat sich gewaltig verzockt. Ihre Analyse ist daher äußerst gewagt. Die aufkeimende Rechte, (zumindest jeder Prozentpunkt der über das übliche Maß an Unbelehrbaren hinausgeht) in diesem Land ist auch die Konsequenz aus all diesen Versäumnissen, Fehleinschätzungen und der Arroganz der selbsternannten Eliten. Hättet Ihr mal besser früher auf die besorgten Bürger gehört. Damals, als sie nur besorgt und noch nicht wütend waren...

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ulrich g 31.07.2018, 19:15
229. Minderheit

Die radikale Minderheit ist aber ziemlich groß: über 60 % der Bundesbürger lehnt die Flüchtlingspolitik Angela Merkels ab und möchte gerne einen restriktiveren Kurs.

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