Forum: Politik
Rechtsruck: Die Schwächung der Demokratie fängt in der Mitte an
AFP

Autoritäre Systeme, Radikalismus, Kapitalismus - was ist das für eine Zeit, in der wir leben? Der Kritiker zieht sich nach Harvard zurück, um zu erforschen, wie die Zukunft der Demokratie aussehen könnte.

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sunglider 28.08.2016, 12:14
100. Abhauen.... das machen jetzt so einige.

Ihr Schwächung der Demokratie ist in Wirklichkeit eine Stärkung der Demokratie. Ihr LinksLinken Meinungsmacher habt uns in den letzten Jahren nur so schlechte Gewissen eingeredet, und so eingelullt, dass wir garnicht mehr gemerkt haben, dass ihr Linken, Schamrotzer seid.
Ihr lebt von den Leistungsträgern, träumt vom umverteilen von denen auf diejenigen, die nichts leisten wollen.
Umverteilen auf Leute, die noch nie etwas für die Gesellschaft getan haben und nie etwas tun werden.
Nur, die Menschen wahen auf, die Mitte der Gesellschaft, die Mehrheit, will euch nicht mehr.
Und Sie sind einer derjenigen, der abhaut ins sichere Amerika. Wie ein Herr Faymann aus Östereich.
Sie haben erkannt, dass es den Linken an den Kragen geht. Das es vielleicht in absehbarer Zeit sogar Bürgergerichte geben könnte, die diese Linken vor diese Gerichte stellen könnte. Und dann wird es richtig eng für ein paar Menschen.

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citizen01 28.08.2016, 12:14
101. Danke für diese Pause, Herr Diez!

Kann man die auch verlängern? Auch in einem Jahr werde ich die Kolumnen nicht vermissen, die hinter jeder Ecke Rassismus wittern und so Denk- und Diskussionsverbote fördern.

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Nur ein Blog 28.08.2016, 12:15
102. Kapitalismus ist vordemokratisch ...

Zitat aus dem Artikel. "Wie könnte eine Demokratie im 21. Jahrhundert aussehen, die sich von den Zwängen eines Kapitalismus befreit, der im 17. und 18. Jahrhundert entstand, der im 19. und 20. zu voller Macht wuchs und der im 21. Jahrhundert womöglich die vollkommen falschen Antworten parat hält, Antworten von gestern für die Probleme von morgen?"

Frappanter Hinweis des "Kritikers". Es stimmt natürlich, der Kapitalismus entstand vor der Demokratie in unserem heutigen Sinne, das allgemeine Wahlrecht (für weisse Männer) haben die USA als erste flächendeckend eingeführt, 1830!

Die Argumente gegen ein allgemeines Wahlrecht waren die gleichen wie heute. Das heutige Wählerbashing ist im Grunde nichts anderes, als Klagen gegen das allgemeine Wahlrecht. Früher bestand das "Volk" aus viel weniger Menschen, die aber viel zu sagen haben - heute gehören alle dazu, haben aber immer weniger zu sagen. Vielleicht passt die jüngere Demokratie einfach nicht zum älteren Kapitalismus? Vielleicht hat es etwas Zwingendes, dass Autoren wie Markus Meinzer die "Refeudalisierung" beklagen? Prominentes Beispiel für feudales Politikergebaren sind die Clintons und ihre Anhänger. Für Leibeigene und Sklaven hatte man von Rechts wegen zu sorgen, wenn man sie ausbeuten wollte. heute übernimmt der Staat die Fürsorge - die Konzerne können sich auf's Ausbeuten konzentrieren.

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peeka(neu) 28.08.2016, 12:15
103. Schade

lieber Georg, Deine Kolumne werde ich sicherlich vermissen.
Ich glaube übrigens nicht, dass man in Harvard die Antworten finden wird, aber es bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen, wo und mit wem er gemeinsam sucht.
Da meine Geschwister weltweit unterwegs sind und selten auf den für Europäer gedachten Wegen, lassen sich für mich eher andere Möglichkeiten sehen.
Es scheint mir hilfreich, die Jammerdeutschen tatsächlich zu verlassen und zum Beispiel per Anhalter die Flüchtlingsrouten zu bereisen. Beim trampen lernt man viele unterschiedliche Menschen kennen, Übernachtungen im Freien auf Parkplätzen inklusive.
Die Globalisierung ist meiner Ansicht nach noch lange nicht analysiert, sie wird eher als Schlagwort gebraucht. Und so ist mit ihr der "Neoliberalismus" und "Kaptialismus" als Feind zu kurz gegriffen. Wer neue Wege, neue Techniken, neue Weltanschauungen finden will, sollte sich mit Menschen unterhalten, die vollständig konträr denken. Denn gerade der "Linken" wird in dieser Zeit vorgeworfen, sich nur noch verächtlich den Globalisierungsverlierern gegenüber zu verhalten.
Eine Familie in El Salvador zu besuchen, die lediglich einen Raum zum wohnen haben und ihr Wasser aus dem Brunnen schöpfen muss kann lehrreicher sein, als sich mit Akademikern an einer Uni zu treffen.
Das interessanteste Bildungsprojekt überhaupt habe ich zum Beispiel in Chiapas/Mexico kennenlernen dürfen. Hier wird von der Basis her gelernt und gelehrt, vollumfänglich dem Modewort der 1990er entsprechend "ganzheitlich".
Mit Ende der nationalstaatlichen Lösungen stellt sich ja die Frage, wie wir Gesellschaften demokratisch und für die meisten Menschen zufriedenstellend organisieren können. In meinen Aufgen liegt da der Schlüssel eher in Regionallösungen oder Kommunallösungen. Und da ist es hilfreich, tatsächlich dorthin zu gehen, wo diese Lösungen gelebt und nicht nur diskutiert werden.
Trotzdem viel Erfolg in Harvard. Vielleicht irre ich mich ja auch.

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garfield 28.08.2016, 12:18
104.

Zitat von sysop
Die Demokratie wurde in dieser Zeit - seit 2010 spätestens - im großen Stil von verschiedenen Seiten geschwächt, und der Prozess der Delegitimierung begann nicht an den Rändern, sondern in der Mitte, dort, wo sich die Politik über demokratische Grundsätze hinwegsetzte.
Das ist für Einige nichts Neues. Ich habe schon lange gemerkt, dass die demokratieverachtendsten Äußerungen in diversen Foren nicht von bekennenden Rechtsradikalen kamen, sondern von denen, die sich als Demokraten bezeichneten und manche darunter selbst in ihrem Nick noch das Wort "Demokratie" in irgendeiner Form verwendeten. Und in der Regel waren sie noch ganz erstaunt, wenn man sie auf ihre fragwürdigen Äußerungen ansprach, weil sie das Widersprüchliche in ihren Beiträgen zu ihrem Selbstverständnis gar nicht mal verstanden. Aber Hauptsache "Querfront, Querfront" geschrien. Rechts gleich Links, so die schlichte Gleichung der "Demokraten" aus der "Mitte".
Zitat von sysop
Die radikale Rechte kam nicht aus dem Nichts, und auch die nicht so radikale Rechte oder alle, die ihre Antwort in autoritären Bewegungen suchen
So ist es. Viele bergreifen ja nicht einmal, dass es gerade diese neoliberale Politik der vergangen Jahre ist, die Phrasen von "Jeder ist seines Glückes Schmied", das Ellenbogendenken, das verächtliche Herabsehen auf Schwache und Arme, das die Saat bereitete, die nun (auch) mit der AfD aufgeht. Und wer dort als Ziel des Frusts aufs Korn genommen wird, stört Eliten und Politiker, die diese Entwicklung jahrelang vorantrieben, herzlich wenig. "Divide et impera".
Zitat von sysop
Im Gegenteil, dass der Kapitalismus sehr gut ohne die Demokratie auskommt.
Vielleicht versteht man ja jetzt, wie treffend der Buchtitel "Freiheit STATT Kapitalismus" gewählt ist. "Demokratisch" war der Kapitalismus nur so lange, wie er Konkurrenz vor der Nase hatte und zu Zeiten, als er wenigstens halbwegs in Schranken gehalten wurde.

Alles Gute für ihre neue Aufgabe, Herr Dietz! Wäre schön, wenn Sie die gesellschaftliche Diskussion nach Ihrer Rückkehr mit neuen Aspekten der Außensicht bereichern.

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Nur ein Blog 28.08.2016, 12:18
105.

Zitat von siglingen
Eine lesenwere Kolumne, die mich traurig stimmt,weil einmal mehr gezeigt wird, dass jemand nicht weiss was "neoliberal" bedeutend. Wegen dieses Mankos wird Ihre analytische Arbeit fehlschlagen. MfG
Neoliberalismus ist heute ein umstrittener, vielschichtiger Begriff - was ist er denn für Sie?

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brux 28.08.2016, 12:18
106. Ach nee

Die Osterweiterung der EU ist gescheitert? Das ist mir neu und wird vom Autor auch nicht belegt.

Mir scheint, dass der Liberalismus gelitten hat, mehr als die Demokratie. Und interessant ist auch, dass man heute links genauso intolerant ist wie rechts.

Aber vielleicht erlebt man das nur einfach deutlicher seitdem jeder Depp im internet sein unmassgebliche Meinung absondern darf, vor allem, wenn es bei 140 Zeichen bleiben muss. Da ist dann wirklich kein Platz für Komplexität.

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taglöhner 28.08.2016, 12:21
107. Weiterbildung ist immer gut

Namentlich auf Harvard. Kann man jedem nur wünschen, eine solche Chance zu erhalten.

Bin sehr gespannt, welche Entwicklung das nimmt.

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Patrik74 28.08.2016, 12:25
108. Nunja

Zitat von Yoroshii
In Athen herrschte Demokratie, wie sie SO nie wieder erreicht wurde. Jeder Bürger konnte an der Volksversammlung teilnehmen und konnte ein Amt bekleiden. Politika war nämlich das, was "die Stadt angeht" und das ist Sache des Bürgers IN der POLIS.
Sagen wir mal alle freien (sprich: vermögenden) Bürger, die volljährig waren, und obendrein das Privileg hatten männlich zu sein - womit de facto nur eine kleine Elite sich der öffentlichen Angelegenheiten annehmen konnte - und auch die Zeit und Muße dazu hatten, weil sie nicht vollzeit als Handwerker oder Tagelöhner arbeiten mussten, um über die Runden zu kommen.

In Athen herrscht ebenso viel (oder wenig) Demokratie wie bei uns: Sieht auf dem Papier ganz gut aus, ist aber de facto eine Aristokratie, respektive Plutoktratie.

Um 400 v.Chr. sah die Bevölkerung ungefähr so aus:

30 000 vollberechtikte Politen, das heisst erwaschene männliche Staatsbürger.
120 000 Familienangehörige
50 000 Metriken (Ausländer ohne Bürgerrecht) und freigelassene
100 000 Sklaven

Wirklich teilnahmeberechtigt waren nur ca. 10% - und von denen wiederum hatten wohl der Großteil keine Zeit sich fortwährend einzubringen, so dass selbst bei Zugrundelegung einer 50% Teilnahme (Volksabstimmungen in der Schweiz liegen i.A. weit drunter) nur 5% der Bevölkerung wirklich das Sagen hatten - und das dürfte die reiche Oberschicht gewesen sein, der Rest war Polittheater.

Insofern unterscheiden sich die Verhältnisse heute bei uns nicht wesentlich.

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adolfo1 28.08.2016, 12:26
109. Underground people

das ist die Zukunft für viele unserer Mitbürger. Bekanntlich haben wir in der BRD bereits ca. 10 Mio. Personen (mit oder ohne Job), die nur mit Hilfe des Staates überleben und ca. 2,3 Mio. Kinder, die als arm eingestuft werden (Bericht Wohlfahrtsverbände), was soziale Ausgrenzung bei uns bedeutet. Die Hauptgründe dafür sind: Globalisierung (Jobs jetzt in Asien und Teilen
Osteuropas), Modernisierung von Arbeitsprozessen (10 Mio. weitere Jobs in Gefahr), sowie in der BRD auch teilweise die Folgen der Wiedervereinigung. Die BRD hat es zwar geschafft (TV-Bericht) von 2003 bis 2013 ca. 3 Mio. Bürger wieder in Arbeit zu bringen, allerdings bei gleichbleibendem Arbeitsvolumen (prekäre Beschäftigungsmodelle). Die Beseitigung dieser Elendszustände (Armut nimmt zu) sollte Priorität unter den Politikern einnehmen. Längst überfällig ist eine Analyse hinsichtlich der Wirtschaftslage der westeuropäischen Länder, deren Zukunftsaussichten, mit einer Gegenüberstellung des verfügbaren Arbeitnehmerpotentials (Bildung/Ausbildung). Vermutlich würde man dann per Saldo feststellen, dass ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung "abzuschreiben" ist, ohne kurz- oder mittelfristige Aussicht auf lohnenswerte Arbeit. Leider wird dieses Problem von vielen Politikern, aber auch sogenannten Analytikern heruntergespielt, bzw. ignoriert. Persönlich sehe ich keine Chancen auf Besserung, im Gegenteil, man wird das Flüchtlingsthema, BREXIT, Anschläge etc. in den Vordergrund stellen und die in der BRD bereits vorhandene Misere weiterhin missachten, wobei die angepaßte Bevölkerung (Fun Society) eine Mitschuld trägt und natürlich auch die Medien, die sich schon längst mit Alternativen befassen könnten.

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