Forum: Politik
Rechtsruck: Die Schwächung der Demokratie fängt in der Mitte an
AFP

Autoritäre Systeme, Radikalismus, Kapitalismus - was ist das für eine Zeit, in der wir leben? Der Kritiker zieht sich nach Harvard zurück, um zu erforschen, wie die Zukunft der Demokratie aussehen könnte.

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zuperzoom 28.08.2016, 10:43
30.

"Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft. Zitatende / Aristoteles."

Ist leider völliger Blödsinn, das Zitat wird fälschlich Aristoteles zugeordnet.

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kleinbürger 28.08.2016, 10:43
31. ins herz des feindeslandes

herr diez, der verächter des kapitalismus begibt sich an eine universität im mutterland des kapitalismus da er nur da die möglichkeiten verortet frei zu forschen und sich weiterzubilden zu können.

crazy isnt it ?

the west is the best, das weiß auch herr diez.

möge er in bezug auf seine altbackene und gleichzeitig kompromisslose alt-sozialistische weltsicht ein modernes upgrade erarbeiten.

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Tyrone 28.08.2016, 10:44
32. Ja,ja

Wir nehmen uns ein paar Großraumbegriffe, leiten daraus ein paar "offensichtliche" Gesetzmässigkeiten ab, und, schwupps, haben wir eine Handlungsanweisung und müssen uns weiter keine Gedanken mehr machen.

Sie werden es nicht glauben, die Welt ist real. Sprachblasen helfen nicht weiter.

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Juro vom Koselbruch 28.08.2016, 10:44
33. Ich habe ja so einiges ...

... von Herrn Diez gelesen.

Trotzdem hat er es für mich unerwartet geschafft, mich zu überraschen, nämlich mit diesem in meinen Augen überbordenden selbstverliebten Pathos.

Herr Diez hat m.E. nachlesbar und somit beweisbar keine Probleme gehabt, Andersdenkende, seiner Ideologie Widersprechende zu verunglimpfen. Ein Phänomen, über das viele Linke sich sehr beschweren, auch im Brustton der Überzeugung, was sie aber nicht daran hindert, es selbst sehr deutlich zu praktizieren.

Ich freue mich sehr, dass Jan Fleischhauer bleibt.

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yvowald@freenet.de 28.08.2016, 10:46
34. Weiter Weg zur demokratischen Gesellschaft

Zitat von peter78
- Je größer die Einkommens- und Vermögensunterschieden, um so weniger Demokratie. - Die Superreichen können sich Regierung, Parlament, Justiz und Medien einfach kaufen. - Wenn die Superreichen gobal agieren, setzen sie die Entdemokratisierung über supernationale Abkommen und Institutionen durch: EU, IWF, TTIP, CETA... - Monopolkapitalismus ist Umverteilung von Unten nach Oben. - Eine demokratische Gesellschaft erkennt man daran, ob sie eine Umverteilung von Oben nach Unten durchsetzen kann.
Der britische Politologe William Engdahl behauptet ín seinem Buch "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht", daß wir lediglich in einer "Illusion von Demokratie" leben.
Da hat er Recht!
Wir dürfen als Wahlberechtigte zwar unsere Stimme abgeben, aber die Politik wird in Wahrheit von "denen da oben" gestaltet und bestimmt.
"Die da oben" sind die Großgrundbesitzer und Großaktionäre, die mit ihren bezahlten Lobbyisten politische Entscheidungen vorbereiten.
Und da Parteien, wie auch die meisten Menschen, geldgierig sind, klappt dies bisher tadellos.
Es ist also noch ein weiter Weg zur wirklichen demokratischen Gesellschaft.

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medienskeptiker 28.08.2016, 10:46
35. ich lese den Autor zum ersten Mal

und bedauere es. Mir gefielen seine Worte hier.
Ich fühle den Anreiz dazu etwas zu schreiben
1. Im Kalten Krieg gab es auch den Wettkampf um die BürgerInnen um das "bessere" System zu beweisen. Wohlfahrtsstaat,soziale Marktwirtschaft,Freiheit, die Medien als 4.Macht......mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion(ich sage nicht "Kommunismus" weil die UdSSR war eine simple Diktatur) entfiel dieser Anreiz. Seit Clinton der den washington consensus zum Durchbruch verhalf und die Finanzmärkte kapitalisierte,herrscht "Neoliberalismus" - "Finanzmarktherrschaft"---Ungleichgewicht und aufeinanderfolgende Krisen
2. Der Widerstand von Frankreich und Deutschland gegen den Irakkrieg hat späte Folgen. Nie mehr wieder lassen das die USA zu,dass "Natopartner" Widerspruch erheben. Sarkozy und Hollande--Kohl und Merkel sind immer zunehmender reine Befehlsempfänger. ..die Medienlandschaft wurde "auf Linie " gebracht. Das britishe reuters wurde Thompson mit Sitz in den USA, AP wurde vernichtet--den Rest besorgen die Atlantikbrücke etc.
3. Die EU scheitert: als Problemlöser,als demokratische Institution( Der "RAT" tagt in Permanenz und hat die Macht übernommen) als eigenständige Konstruktion( sie ist die wirtschaftliche Fortsetzung der Nato und soll das mit TTIP noch mehr werden) und als Wertesystem
4- Politik ist "Meinungsumfragepolitik" und "Manipulationspolitik" und sie lügt allzu durchsichtig. Als Beispiele: die 1 Million Flüchtlinge in Deutschland 2015. bizarr gelogen (es waren ca die Hälfte) ! Der EU- Türkei deal wäre richtig und wirkungsvoll : eklatant gelogen(es war die Grenzschliessung Türkei-Syrien 1 Monat vor dem deal)....und die Medien tragen diese offenkundigen Lügen wie ein Mantra vor sich her. Mehr Demokratie in Zukunft?Ich sage: mehr direkte Demokratie auf lokaler Ebene und Rückkehr der Medien zu Seriosität und Machtkontrolle

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Kometenhafte_Knalltüte 28.08.2016, 10:46
36. Omg

Um die Meinung von Herrn Diez in einem Satz zusammenzufassen:

"Früher war alles besser!"


Und damit reiht sich der Autor ein in all diejenigen "Worte-Schwurbler", die gern intellektuell klingen, aber ihr Umfeld eigentlich garnicht begriffen haben.

Als Kind hat man noch Träume und "glaubt" an eine gerechte Welt. Je älter man wird, umso mehr muss man erkennen, das viele Kindheitsvorstellungen absurd waren. Und mit zunehmenden Alter und immer mehr selbst gemachten Erfahrungen, wächst in jedem Menschen die Erkenntnis, das nichts so ist wie es scheint (bzw. als Kind schien). Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, den die wahre Erkenntnis liegt darin, das "es schon IMMER so wahr" und eben nicht "früher war alles besser".

Oder wie erklärt sich ein Herr Diez den kalten Krieg, das ständige Säbelrasseln und dem Funken, der ausgereicht hätte um die Welt mehrfach in den nuklearen Winter zu stürzen im Ausgang des letzten Jahrhunderts? War das die vernunftbegabte gesellschaftliche Mitte, die laut Herrn Diez nun immer mehr den Radikalen gewichen ist? Wahrscheinlich waren der Vietnam- und Koreakrieg auch notwendige Mittel einer gerechten Gesellschaft mit starker und intelektueller Mitte der Gesellschaft? *facepalm*

Die Erkenntnis, das jede Generation ähnliche Probleme meistern muss und auch wird, kommt dem Autor anscheinend nicht in den Sinn. Stattdessen feiert man sich selbst als Allwissend und muss sich in seine Studierstube zurückziehen, bis die Wirren der aktuellen Zeit vorübergezogen sind. Sorry Herr Diez, aber für mich ist ihr Artikel "Selbstbeweihräucherung" und keineswegs eine Beschreibung der aktuellen Gesellschaft, Demokratie und des Kapitalismus.

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medienskeptiker 28.08.2016, 10:48
37.

Zitat von dherr
Radikale jeglicher Art sortierten von jeher die menschliche Umwelt anhand der eigenen weltfremden Glaubensdogmen in Freund und Feind. Nun aber entstehen durch weltanschaulich-emotionale Konflikte infolge des Merkelschen Sommeralbtraums tiefe Risse mitten in der Mitte der Gesellschaft. Dadurch zeigt sich, dass die katastrophale Politik der wählerverachtenden Entscheidungselite unser Land und unseren Kontinent nicht nur äußerlich kräftig durchgeschüttelt hat, sondern vor allem auch innerlich. Merkel und ihre Mittäter haben dem inneren Zerfall der Gesellschaft massiv Vorschub geleistet – nicht nur durch den ungesteuerten Bevölkerungszuwachs, sondern auch durch die Forcierung der weltanschaulichen Fragmentierung der Deutschen.
Sie haben einen zu engen Blickwinkel. Die Probleme bestehen schon vor dem Sommer 2015 und sind nicht auf Deutschland beschränkt

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Patrik74 28.08.2016, 10:48
38. Effektivität versus Effizienz

Zitat von peter78
- Je größer die Einkommens- und Vermögensunterschieden, um so weniger Demokratie. ... - Eine demokratische Gesellschaft erkennt man daran, ob sie eine Umverteilung von Oben nach Unten durchsetzen kann.
Sehr richtig, und die Ereignisse in Folge der Finanzkrise haben die Wirkungsweise unserer "real existierenden Demokratie" entlarvt: Da treffen Scheinparlamente, Scheinentscheidungen, aber am Ende entscheiden "die Märkte" - Hauptsache sie werden nicht "nervös" - wenn es sein muss über Nacht, und die Parlamente dürfen noch kurz über Sachen nörgeln, die sie ohnehin nicht zu Gesicht bekommen; und rauskommen darf bei diesen Entscheidungen ohnehin nur, was "alternativlos" ist - womit eigentlich schon bei der Autokratie angekommen ist. Der Regierungschef, weiß, was richtig ist, und wer dem nicht zustimmt, ist ein Verräter.

Das verstörendste ist aber, dass es in diesem ganzen Prozess eine Konstante gibt - und das sollte einem zu denken geben - egal, wer regiert und welche Politik grade en vogue ist, ändert es nichts an der kontinuierlichen Auseinanderentwicklung der Vermögen...

Dem Kapitalismus liegen zwei Prinzipien zugrunde, die diese Entwicklung gradezu erzwingen:

1. Wer nichts hat, der kommt zu nichts (Kapital ist Voraussetzung für Kapitaleinkünfte)
2. Der Große ist stärker als der kleine (Skaleneffekte)

Rockefeller hat es mal treffend formuliert: "Wer den ganzen Tag arbeiten muss, hat keine Zeit, Geld zu verdienen."

Aufgabe der Demokratie ist es, diesen Systemzwängen entgegenzuwirken, dabei muss man eine gewisse Ineffizient gegenüber autokratischen Systemen hinnehmen - Interessenausgleich ist eben kompliziert und dauert seine Zeit, nur simple Gemüter befriedigen einfache Antworten - aber wenn es Ineffektiv wird, stellt sich daraus die Frage, ob sich der damit verbundene Aufwand überhaupt lohnt. Und diese Frage stellen sich wahrscheinlich immer mehr aus der "Mitte". Traurig ist dabei, dass sie sich von der "Elite" gegeneinander aufhetzen lassen (gegen die Südeuropäer, Flüchtlinge, Ausländer im Allgemeinen, Beamte, Rentner, usw. usf.) anstatt zu erkennen, dass die meisten Probleme damit zusammenhängen, dass sich immer mehr bei immer weniger ballt - oder es ist ein weiteres Symptom, dass man von "der Demokratie" dahingehend ohnehin keine Lösung mehr erwartet...

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yvowald@freenet.de 28.08.2016, 10:51
39. Sozialismus ist keine Parteidiktatur

Zitat von Darwins Affe
1) Manche verbinden Sozialismus mit absoluter egalitärer Armut und Herrschaft von üblen Parteidiktaturen. 2) Die ersten modernen Demokratien entwickelten sich in kapitalistischen Staaten. 3) Geschichtskenntnisse können vielleicht doch nicht schaden.
Zur Begriffsklärung empfehle ich das Taschenbuch "Sozialismus" von Georg Fülberth, emeritierter Politikwissenschaftler, erschienen 2011 im PapyRossa Verlag in Köln.
"Sozialismus" ist eben nicht die Herrschaft "von üblen Parteidiktaturen".
Dieser Begriff ist von den staatskapitalistischen Parteien und ihren Machhabern leider sträflich mißbraucht worden.
Wir sollten uns also an objektive Begriffsbestimmungen und Deutungen halten.

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