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Rede auf Parteitag: Schröder streichelt die SPD-Seele
DPA

Es war sein erster Auftritt bei einem SPD-Parteitag seit acht Jahren, und er bekam auffallend viel Applaus: Gerhard Schröder hat in einer ungewohnt nachdenklichen Rede den großen Bogen gespannt - von Grass, Bahr und Schmidt zu Sigmar Gabriel.

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Det_onator 10.12.2015, 13:41
1. SPD bleibt unwählbar

Wenn man den Parteitagen, wie aktuell gerade bei der SPD bei phoenix folgt, fühlt man sich an eine „Sektenveranstaltung“ erinnert, eine/r labert oben auf dem Podium von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden und die hundertfache Sektengemeinschaft jubelt per Standing Ovations den Sektenführern zu. Kein Widerspruch, kein Aufstand, nur Lemminge, Abnicker, Beifallklatscher und Mitläufer. Bemerkenswert und kaum mehr zu ertragen, was aus dieser einstmals großen Partei geworden ist.
Gerade bei phoenix sprach Goldkettchen-Gas-Gerd, dem wir die Agenda 2010 und die Altersarmut durch Deregulierung des deutschen Arbeitsmarkts durch Leiharbeit und Lohndumping von Millionen einhergehend mit Minirenten und Altersarmut, dank Maschmeyer-Hannover-Connection und damit dem Ausverkauf der deutschen Mittelschicht zu verdanken haben.
Danke Schröder für nichts und wieder nichts -> SPD, ihr seid am Ende, unwählbar auf ewig. Ein Ex-Sozialdemokrat.
Jetzt schwadronieren sie in Berlin schon wieder von einer Agenda 2030.

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ackergold 10.12.2015, 13:44
2. Der Verkäufer der Sozialdemokratie spricht

Was nützt der "Stolz" auf das Nein zum Irakkrieg, wenn man zum Syrienkrieg "Ja" sagt?

Was ist ein soziales Gewissen wert, das Hartz IV erfindet, die Riester-Rente und dem Abbau von Sozialstandards mit der Befürwortung von TTIP Vorschub leistet?

Gabriel in einem Satz mit Grass, Bahr oder Schmidt zu nennen, ist in meinen Augen eine geistige Fehlleistung zu der nur ein gescheiterter Kanzler fähig sein kann.

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frederik2013 10.12.2015, 13:55
3. SPD bei 24% dank Schröders Politik

1998 hatte ich rot/grün gewählt u. a. in der Hoffnung, dass eine soziale Politik umgesetzt werden würde, die ein Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich stoppen und umkehren würde. Doch leider wurde eine Politik umgesetzt, die weder dem SPD noch dem Bündnis 90/die Grünen Parteiprogramm entsprach. Die Vermögenden wurden entlastet und die unteren und mittleren Einkommensschichten belastet. Die Vermögensteuer wurde abgeschafft, anstatt diese verfassungskonform zu reformieren und fortzuführen. Der Spitzensteuersatz wurde gesenkt, Körperschaftsteuersatz ebenso, die Finanzmärkte wurden liberalisiert/dereguliert, Privatisierungen forciert, Kettenarbeitsverträge ermöglicht. Außerdem wurde die gesetzliche Rente geschwächt und eine private Vorsorge erforderlich gemacht. Auch die Arbeitslosenhilfe wurde abgeschafft und Hartz IV eingeführt, also drastische Kürzungen im sozialen Bereich vorgenommen.
Durch diese steuerlichen und sozialpolitischen Maßnahmen wurde das Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich noch zusätzlich verstärkt. Die Schere ist in den rot/grünen Jahren noch weiter auseinandergegangen.
Auch heute noch wird diese „neoliberale“ Politik von den Grünen und der SPD fortgesetzt. Herr Kretschmann hat sich gegen eine angemessenere Besteuerung von Erbschaften ausgesprochen. Und Herr Gabriel ist für das Freihandelsabkommen.

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brille000 10.12.2015, 13:57
4. Wer war nochmal Schröder?

Das ist doch der Typ, der die letzten Reste der sozialen Marktwirtschaft gekonnt beseitigt hat. Das ist doch genau der, der das Sammelsurium von orientierungslosen roten Pappnasen in Richtung der Politik für Konzerne und Banken geschubst hat. Fehlgeburten wie Gabriel, Steinmeier und Nahles tun 's ihm nach. Nach dem wurde doch Korruption durch Politiker salonfähig (heisst jetzt "Lobbyismus").

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Schwabbelbacke 10.12.2015, 14:01
5. Schroeder...

...tut der SPD nicht gut, wenn sie noch eine Rolle in der Politik spielen wollen.

Zitat: Viele Parteimitglieder verübeln Schröder noch immer die Agenda 2010 und sein Engagement für den russischen Gazprom-Konzern.

Nicht nur die Parteimitglieder, sondern mittlerweile immer mehr Menschen sehen jetzt, was die Agenda 2010 gebracht hat, und straft die SPD immer noch ab.

Anstatt diese Agenda 2010 jetzt da wo sie noch in Regierungsverantwortung stehen abzuschaffen oder zum Wohle des Volkes so zu korrigieren, das z.B. die Grundsicherung Hartz 4 nicht mehr von der Wirtschafts -Instrumentalisiert werden kann (Sanktionsfrei) und andere Reformen der Agenda 2010 die durch ersatzlose Streichungen wieder den Sozialen Frieden bringen würde, fühlt sich diese SPD nur in der Lage, Arbeitnehmer stärker zu belasten, Gesetzefusch an Arbeitnehmer Rechten zu betreiben....

G. Schroeder ist eine Schande für jeden Sozialisten, der im Grunde zu einem Austreten aus der SPD gedrängt werden müsste.

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ullibulli09 10.12.2015, 14:02
6. Hannover-Connection hat SPD im Griff

Natürlich fordert er Unterstützung für Gabriel, schließlich hält die Hannover-Connection ewig, und Mentor und Ziehsohn liegen auf einer Linie. Gabriel ist das Problem der SPD, genau wie Schröder es vorher war. Solange Gabriel die Macht hat, wird sich die SPD nicht erneuern können. Schade!

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Watschn 10.12.2015, 14:07
7. Ein ein Teil des heutigen SPD-Unglücks....heisst eben auch Schröder...

Trotz seiner Verdienste.. - insb. das Heraushalten der Bundesrepublik aus dem desaströsen Irakkrieg...(welcher Merkel blind u. uneingeschränkt mitmachen wollte, u. die SPD damals in Bausch u. Bogen ob ihres Neins verurteilte..!) - hat er doch bei den Arbeitsmarktreformen schwer danebengegriffen u. den Markenkern der SPD -bis heute- äusserst geschädigt.

Was wurde alles an unsinnigen Vorschlägen umgesetzt u. musste überwiegend wieder über Bord geworfen werden:

-Jobfloater, Ich-AG, Personal-Service-Agenturen, Midi- u. Minijobs, 1-€uro-Job...

Selbst das Kernanliegen..mit dem neuen Konzept der Job-Center (Fordern u. Fördern) u. durch den Niedriglohnsektor die Leute wieder in den ordentl. bezahlten 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln....misslang auf ganzer Breite.., im Gegenteil...die Strukturen für einen ungewollt aufgeblähten Niedriglohnsektor (Zeit- u. Leiharbeit)...wurden mit Hartz verfestigt.

So sollte endlich auch die SPD dies nun begreifen, sich in dieser Thematik von Schröder distanzieren u. die schwersten Verwerfungen dieser Regelungen (Berufsqualifizierung, Altersrente, keine Hartz4-Privilegien mit Sockelvermögen ua.)....entschärfen.

Das wäre doch mal ein Programm gegen die CDU.
Geld scheint genug dazu sein (€uro, Energiewende, ausser Kontrolle geratene Grossprojekte, Griechenland...uam..)

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w.bartz 10.12.2015, 14:07
8. Kreisflieger...

Seit Jahren kreist der Vogel SPD über der 25% Marke, weil er sich selbst den linken Flügel abbiss. Sogar so eine richtungsweisende Lichtgestalt wie Stegner kann den "Rundflug" der SPD nicht korrigieren.
Nun hat die SPD noch die Macht in einigen Ländern und kann über die Parteibücher noch Nachwuchs (Einstellung von genehmen Beamten und Angestellten), und damit Stammwähler, generieren.
Jedoch die kritische Masse wird dann unterschritten, wenn noch ein oder zwei Bundesländer verloren gingen. Der Stagnation, kann dann leicht der Niedergang folgen, weil SPD Stammwähler alt geworden sind und biologisch ausfallen...
Nennenswerter Nachwuchs aus dem Niedriglohn-Sektor ist kaum bis gar nicht zu erwarten...
Der sich selbst schädigender Vogel keist solange, bis das er stürzt...

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Anti-Ideologe 10.12.2015, 14:10
9. Großer Mann! Nachfolger nicht in Sicht.

Wenn man sich die heutige Politiklandschaft anschaut, wirkt Schröder wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Die SPD war unter ihm noch eine wählbare oder zumindest ernstzunehmende Alternative. Und die Union war noch eindeutig konservativ und gemäßigt rechts. Die beiden großen Parteien hatten ein klares Profil und der Wähler wusste, wofür oder wogegen er sich entscheidet. Heute ist alles nur noch eine große undefinierbare Masse, die maximal noch die Wahl zwischen links (Merkel-CDU), ideologischem Zickzack (SPD und Grüne) oder kommunistisch (Linke) übrig lässt. Einzige ernstzunehmende Ausnahme ist die CSU, aber die kann ich leider aus geographischen Gründen nicht wählen. Persönlichkeiten wie Schröder sucht man sowieso vergebens. Außer einer Kanzlerin, die ihre eigenen Wähler verraten hat und dabei Land und Kontinent ins Unglück stürzt, sehe ich niemanden, der überhaupt noch für irgendetwas steht. Wiederum abgesehen von der CSU. Scheuer, Söder und Co. haben wenigstens noch eine erkennbare Meinung - auch wenn man diese nicht immer teilen muss.

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