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Rede an die Nation:Putin sieht Russland als Opfer des Westens
DPA

Russland steckt in einer schweren Krise, politisch wie wirtschaftlich. In dieser angespannten Lage wendet sich Präsident Putin an sein Volk - und verteidigt das militärische Vorgehen auf der Krim. Die Region sei "heilig" für sein Land.

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kollerspeter 04.12.2014, 18:47
330.

Eigentlich wäre es höchste Zeit, die Person Putin mal psychologisch zu begutachten:
Ich tippe auf dreierlei:
1. Soziopath: Menschen, denen das Schicksal anderer Mensch egal ist und denen jede Form von Empathie fehlt, um sich an andere hineinversetzen zu können.
2. Narzismus: solche Menschen machen selbst immer alles richtig und begehen schon gar keine Fehler. Wenn dennoch mal was schief läuft, ist etweder jemand anders schuld, oder, falls niemand greifbar, internationale Verschwörungen dafür verantwortlich.
3. Borderline: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und hat den Tod verdient."

Soweit meine Kurzanalyse des derzeitigen (noch) Präsidenten des heiligen Russlands.

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phillie777 04.12.2014, 19:17
331.

Zitat von sman1983
Klar, die anderen sind schuld. Wie immer. Wenn man sich einfach mal an grundlegende Regeln halten würde, müsste all das nicht sein. So allerdings hat sich die russische "Politik" selbst ins Aus bugsiert. Und die Bürger lassen sich verarschen...
Du meinst so wie sich die USA immer an grundlegende Regeln hält und sich keiner traut aufzumucken?

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allonsenfants 04.12.2014, 19:46
332.

Mir schwebt eine andere Analyse vor:
1. Wir haben die Führungsrolle in der Welt und wer dagegen ist, der bekommt Ärger.
2. Zur Durchsetzung der weltweiten strategischen Interessen ist alles erlaubt, was diesem Ziel nützt.
3. Die Zusammenarbeit mit Despoten und Usurpatoren gehört zur Außenpolitik.
4. Militäraktionen sind geeignet als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
5. Entführungen und Folterlager sind notwendige Bestandteile eines Rechtsstaates.
6. Lügen und Inszenierungen gehören zum politischen Geschäft.
7. Kollateralschäden sind bei der Bekämpfung von Feinden eine akzeptable Methode.
8. Die totale Überwachung der Menschen in der Welt dient unserer Sicherheit.

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didi-weiland 04.12.2014, 19:55
333. Vertrauen ist gut.....

der Übersetzer auf NTV und die Übertragungstechnik war unter aller Kanone. Und wo ist jetzt der Wortlaut Putins nachzulesen? Wieso finde ich bei Ihnen keinen Link, um mich selbst mal klug zu machen. Ich glaub´Ihnen natürlich alles, aber...Oder haben Sie die beiden Artikel aus dem Kopf geschrieben? Also wo jetzt?

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maikalex 04.12.2014, 19:56
334. korrigieren

Da verschieben ein paar Kolonialherren, Diktatoren oder Generalsekretäre nach ihrem Gusto ein paar Grenzen und kommen gar nicht auf die Idee, dass man vielleicht auch die mitverschobenen Menschen um ihre Meinung fragen könnte. Das passierte in Afrika, in Europa, in Jerusalem und auch auf der Krim.

Was wir jetzt erleben sind die Nachwirkungen der Auflösung der Sowjetunion; auch hier hätte man sich etwas mehr Zeit lassen sollen und in kritischen Gebieten eine Volksbefragung durchführen können. So etwas hat man sogar schon nach dem Ersten Weltkrieg gemacht; und uns aus dem freiheitsliebenden Westen mit unseren Menschenrechten hätte so eine Forderung gut zu Gesicht gestanden.

Stattdessen wird ein grandioser Streit vom Zaun gebrochen, ob die Volksbefragung auf der Krim nun völkerrechtswidrig war oder unter Zwang erfolgte, oder ob man die Gefühle der Russen für die Krim nicht genauso respektieren kann wie die Gefühle der Israelis für Ostjerusalem. Insofern kann ich die Russen durchaus verstehen; und was geht es Berlin oder Washington an, wenn es bei der (friedlichen!) Auflösung der Sowjetunion ein paar Ungerechtigkeiten gab, die nun korrigiert werden . Oder will der Westen doch etwas anderes?

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Manu-40 04.12.2014, 20:56
335. Der krimsche Salomo

Die Krim hat keine Landverbindung zu Russland. Kein Wunder dass Medvedjew schon am 04. März 2014 - um Fakten zu schaffen - den Bau einer Brücke über die Meeresenge von Kerch anordnete.
http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Russland-will-ueber-die-Strasze-von-Kertsch-eine-Bruecke-zur-Krim-bauen/14007
Die Brücke soll schon 2018 in Betrieb gehen.

Bis zum Russisch-Türkischen Krieg (1768–1774) war die Krim 350 Jahre lang Türkisch (Osmanischer Reich). 1783 wurde sie formell von Katharina II „von nun an und für alle Zeiten“ als russisch deklariert. 1954 wurde die Krim der „Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik“ wieder angegliedert. Fazit: Nach der militärischen Eroberung, Annexion und Russifizierung der Krim blieb sie 170 Jahre lang „russisch“ Danach und bis 2014 wurde sie 60 Jahre lang wieder "Ukrainisch".

Wenn Herr Putin heute sagt, "die Krim sei für Russland, was der Tempelberg in Jerusalem für die Juden sei", versucht er in profaner und zynischer Weise eine "heilige" Beziehung, eine moralische Instanz zur Krim aufzubauen, die in keiner Weise zutrifft. Die Beziehung Israels zum Tempelberg ist tiefer religiöser Natur, und geht 3.000 Jahre zurück, als Salomo den ersten Tempel für das Mishkan, das Hauptheiligtum des Judentums, errichtete, während der 170 jährige Beziehung Russlands zur Krim rein macht-strategisch war, ist und bleibt. Ich würde es verstehen, wenn einige Juden den Vergleich blasphemisch und beleidigend empfinden würden.

Wenn Herr Putin rhetorische Parallele für seine Demagogie braucht, dann sollte er Beziehung zur Nordzypern und zu seinem "Freund" Erdogan nehmen.

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