Forum: Politik
Rede von Schimon Peres: "Die Schoa muss ein ewiges Warnzeichen bleiben"

Mit einer bewegenden Rede hat Schimon Peres an die Opfer des Holocaust erinnert. Nie wieder dürften Grausamkeiten wie die der Nationalsozialisten geschehen, sagte Israels Präsident vor dem Bundestag. Er appellierte an die Deutschen, die noch lebenden Verbrecher zu verfolgen.

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frubi 27.01.2010, 13:38
1. .

Zitat von sysop
Mit einer bewegenden Rede hat Schimon Peres an die Opfer des Holocaust erinnert. Nie wieder dürften Grausamkeiten wie die der Nationalsozialisten geschehen, sagte Israels Präsident vor dem Bundestag. Er appellierte an die Deutschen, die noch lebenden Verbrecher zu verfolgen.
Wieso appelliert er nicht auch daran, dass auch das Vermögen von denjenigen eingefroren wird, die damals erst durch die Ausbeutung von Juden an Reichtum gelangt sind. Wer will kann sich ja mal gerne in die Geschichte der Familie Quandt reinlesen. Wenn schon Nazi`s jagen dann auch bitte im vollem Umfang und nicht nur 90jährige in Betten vor deutsche Gerichte zerren.

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irgendwer_bln 27.01.2010, 13:42
2. es reicht langsam

Zitat von sysop
Mit einer bewegenden Rede hat Schimon Peres an die Opfer des Holocaust erinnert. Nie wieder dürften Grausamkeiten wie die der Nationalsozialisten geschehen, sagte Israels Präsident vor dem Bundestag. Er appellierte an die Deutschen, die noch lebenden Verbrecher zu verfolgen.
Wie lange sollen wir uns das noch sagen lassen?
Ich muss da Bischof Tadeusz Pieronek mal recht geben, es ist langsam genug.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...673999,00.html

Niemand vergisst diese grausamen Taten. (Fast) niemand leugnet, dass die Deutschen vom Teufel geführt wurden (der wie wir alle wissen, nicht mal Deutscher war).

Aber langsam wird es Zeit, das Thema zu den "Südstaaten der USA", zu der Inquisition, zum Boxeraufstand, etc. zu packen. Wieso schwimmen diese Themen längst im Nebel der Geschichte, während sich die Urenkel der Urenkel für die Taten von damals entschuldigen müssen???

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Geistesakrobat 27.01.2010, 13:51
3. danke

Jetzt bitte keine Hysterie! Wir mögen ja den Juden gerne vorwerfen, dass sie den Holocaust uns zu sehr vorhalten. Doch wäre ein solch Holocaust industriellen Ausmaßes selbst in kollektive Gedächtnis der Deutschen eingebrannt worden, hätte man uns rein hypothetisch zu 50 Prozent in Konzentrationslagern dezimiert.
Der Herr Peres sagt auch nicht, dass die Deutschen Nazis wären oder wir eine Kollektivschuld hätten. Solche Vorwürfe hört man eigentlich nur aus den Mündern der Deutschen selbst. Er bittet nur um die Verfolgung der wahren Tätern. Mehr nicht.

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Bongard 27.01.2010, 14:17
4. Gedenktage

Ich hoffe es gibt einmal einen Gedenktag in Israel bei dem ein Vertreter des palästinensischen Staates vor der Kneset eine vergleichbare Rede halten kann!

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Uli G 27.01.2010, 14:18
5. Ach, schon wieder diese Platte....

Zitat von irgendwer_bln
[..snip..] Aber langsam wird es Zeit, das Thema zu den "Südstaaten der USA", zu der Inquisition, zum Boxeraufstand, etc. zu packen. Wieso schwimmen diese Themen längst im Nebel der Geschichte, während sich die Urenkel der Urenkel für die Taten von damals entschuldigen müssen???
Da bin ich anderer Meinung. Erstens haben wir es hier mit dem ersten komplett bürokratisch durchorganisierten Massenmord von Staats wegen zu tun, die Opferzahlen gehen in die Millionen innerhelb von nur wenigen jahren. So etwas ist beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Daran sollte man sich noch so lange erinnern, bis die menschliche Vernunft über das Gedenken"gut", das zu so einer Barbarei geführt hat, hinaus gewachsen ist. So weit sind wir aber noch lange nicht.

Und damit kammen wir schon zum nächsten Punkt. Es geht hier nicht darum, sich für die Taten der (Ur)großeltern zu entschuldigen (bis zu den "Urenkeln der Urenkel" werden noch ein paar Jahrzehnte ins Land gehen). Es geht hier vor allem darum, die Erinnerung aufrecht zu erhalten und aus diesem Blick in die Vergangenheit zu lernen. Es geht darum, so etwas wie den Holocaust in Zukunft nicht mehr zuzulassen.

Ich bin einer dieser Enkel. Ich fühle mich nicht schuldig, aber ich habe (wie alle anderen Menschen auf dieser Welt) die Verantwortung, aus den grausamen Fehlern in der Vergangenheit zu lernen.

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e-ding 27.01.2010, 14:30
6. ...

Zitat von Uli G
Ich bin einer dieser Enkel. Ich fühle mich nicht schuldig, aber ich habe (wie alle anderen Menschen auf dieser Welt) die Verantwortung, aus den grausamen Fehlern in der Vergangenheit zu lernen.
Naja, es scheint so, wenn ich mir die Weltgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg so anschaue, als ob die Deutschen zu den Wenigen gehören, die das auch geschafft haben.

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ntholeboha 27.01.2010, 14:31
7. Hysterie waere wirklich falsch ...

Zitat von Geistesakrobat
Jetzt bitte keine Hysterie! Wir mögen ja den Juden gerne vorwerfen, dass sie den Holocaust uns zu sehr vorhalten. Doch wäre ein solch Holocaust industriellen Ausmaßes selbst in kollektive Gedächtnis der.....
und Peres hat eindeutig recht - die Vergangenheit betreffend.
Bei der Verfolgung von Taetern sollte es jedoch ebenso um die Gegenwart gehen. Ganz sicher sind einige deutsche Taeter und Extremnutznieser glimpflich davon gekommen oder gestaerkt hier und anderswo etabliert.
Es bleibt aber die Frage, wie ist das mit den Taetern im heutigen Israel? Anklaeger duerfte es auf seiten palaestinensischer Familien genuegend geben.

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onkeldr 27.01.2010, 14:42
8. noch eins

Zitat von Uli G
Da bin ich anderer Meinung. Erstens haben wir es hier mit dem ersten komplett bürokratisch durchorganisierten Massenmord von Staats wegen zu tun, die Opferzahlen gehen in die Millionen innerhelb von nur wenigen jahren. So etwas ist beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Daran sollte man sich noch so lange erinnern, bis die menschliche Vernunft über das Gedenken"gut", das zu so einer Barbarei geführt hat, hinaus gewachsen ist. So weit sind wir aber noch lange nicht. Vergangenheit zu lernen.
okok ich gebe Ihnen recht soviel millionen palästinanser sind ja noch nicht umgebracht worden auch nicht in den 60 vergangen jahren.. israel kann aber bestimmt besser und effektiver werden...

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Uli G 27.01.2010, 14:43
9. Ein wenig OT

Zitat von ntholeboha
Es bleibt aber die Frage, wie ist das mit den Taetern im heutigen Israel? Anklaeger duerfte es auf seiten palaestinensischer Familien genuegend geben.
Das ist natürlich auch ein wichtiges Thema. Allerdings würde ich Peres da nicht in der vordersten Front der zu kritisierenden Vertreter Israels sehen. Und auf einem Holocaust-Gedenktag ist diese Thematik auch ein wenig "Offtopic". Auf israelischer Seite werden in diesem Konflikt durchaus tragische Fehler gemacht. Aber das kann man nicht mit dem organisierten Massenmord an Millionen von Menschen vergleichen. Und man darf auch im Nahostkonflikt nicht vergessen: Kazam-Raketen tun ebenfalls verdammt weh. In diesem Konflikt bekleckert sich keine Seite mit Ruhm.

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