Forum: Politik
Rede von Schimon Peres: "Die Schoa muss ein ewiges Warnzeichen bleiben"

Mit einer bewegenden Rede hat Schimon Peres an die Opfer des Holocaust erinnert. Nie wieder dürften Grausamkeiten wie die der Nationalsozialisten geschehen, sagte Israels Präsident vor dem Bundestag. Er appellierte an die Deutschen, die noch lebenden Verbrecher zu verfolgen.

Seite 2 von 3
malaclypse23 27.01.2010, 14:43
10. Genug?

Ich verstehe das anders und finde es nur richtig, den Holocaust immer wieder mal vor Augen zu führen. Es ist eben noch nicht genug. Man könnte auch andere Verbrechen nehmen, aber ich meine gerade in Deutschland gibt es nichts plastischeres und wirksameres um die Wertigkeit von Toleranz, Menschlichkeit, Nächstenliebe aufzuzeigen. Es geht um diese Werte/Gefühle und das Rechtfertigen des Ausschaltens dieser Werte.

Ein Mittel Mitleid und Nächstenliebe oder sogar Zivilcourage zu lernen, ist vielleicht Leid zu zeigen, so lange bis man es selbst fühlt. Bis einem klar wird, was andere Menschen fühlen, wenn man sie so behandelt wie das im 3. Reich organisiert, und für jeden der es annahm, gerechtfertigt vom System geschah.

Ich glaube es ist nie genug, aber irgendwann werden wir leider sicher Beispiele in der Zukunft finden, die für den Moment noch platischer sein werden. Mir fallen da auf Anhieb Bilder von CNN ein, von Menschen die aus brennenden Gebäuden in New York springen.

Beitrag melden
frubi 27.01.2010, 14:45
11. .

Zitat von delta058
Ist nicht u.a. auch die Familie Bush durch Zusammenarbeit mit den Nazis zu Wohlstand gekommen?
Würde mich nicht wundern. Letztlich sind einige Industrielle ungeschoren davon gekommen. Ich finde es nur heuchlerisch, einen halbtoten 89jährigen vor Gericht zu zerren (was schon in Ordnung ist wenn er Verdächtigt wird) und dann die Menschen aus der Geldelite in Ruhe zu lassen obwohl an deren Vermögen das Blut der Opfer klebt.

Beitrag melden
onkeldr 27.01.2010, 14:48
12. keine angst

Zitat von ntholeboha
Es bleibt aber die Frage, wie ist das mit den Taetern im heutigen Israel? Anklaeger duerfte es auf seiten palaestinensischer Familien genuegend geben.
das glaube ich kaum... hinter den palästinaser steht kein USA oder europa.. die werden froh sein ohne entschädigung wenn die mal ein stückchen land bekommen, von dem ganzen.
die deutschen haben damals gemordet und vernichtet.. heute heisst es bei den israelis.. die verteidigen sich bloss, dabei kommen zufällig soviele palästinanser um.. sind ja auch schliesslich selber schuld.. warum aktzptieren die nicht endlich, dass ihr land futsch ist... verstehe ich persönlich auch nicht...

Beitrag melden
Gandhi 27.01.2010, 15:25
13. Leider geschehen Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Zitat von sysop
Mit einer bewegenden Rede hat Schimon Peres an die Opfer des Holocaust erinnert. Nie wieder dürften Grausamkeiten wie die der Nationalsozialisten geschehen, sagte Israels Präsident vor dem Bundestag. Er appellierte an die Deutschen, die noch lebenden Verbrecher zu verfolgen.
auch heute noch. Nicht nur das ehemalige Jusgoslawien , der Kongo oder der Sudan kommen da in den Sinn.
Es ist nicht das Ausmass der Unmenschlichkeit, das massgeblich ist, sondern die Unmenschlichkeit selbst.
Und diese Unmenschlichkeit wird verfeinert. Denn ob man z.B. von enhanced interrogation techniques spricht, aendert nicht an der Natur der Foltermethoden.

Die Unmenschlichkeit beginnt auch nicht erst bei Konzentrationslagern, sie beginnt bereits, wenn anderen Menschen (oder Voelkern) das Menschsein unmenschlich gemacht wird.

Bedauerlicherweise kommt es auch vor, dass Opfer bzw. Angehoerige von Opfern in ihrem Bestreben, holocaustaehnliche Wiederholungen im Keime zu ersticken, zum Methoden greifen, die in die gleiche Richtung gehen.

Auch dies ist eine Entwicklung, die nicht toleriert werden kann und darf.

Beitrag melden
pupsmaus 27.01.2010, 15:48
14. .

Zitat von Eckhard
...ich bin ein ganz normaler Deutscher und damit natürlich frei jeder Schuld und auch nur der klitze kleinsten Verantwortung. MERKEN SIE SICH DAS.
Sehr richtig - hätte es nicht besser ausdrücken können! Der Fahrkartenschalter nach Canossa sollte jetzt mal wirklich geschlossen werden.

Beitrag melden
tobi-ffm 27.01.2010, 15:52
15. Kommentare zum Artikel: "Die Schoa muss ein ewiges Wahrzeichen bleiben"

@e-ding, onkel, eckhard:
Ihre Kommentare finde ich sehr unpassend angesichts dieses Gedenktages.

Keiner unterstellt Ihnen persönliche Verantwortung für den Mord an 6 Mio. Menschen jüdischen Glaubens.

Was mich stört, ist diese typische Reaktion à la "wir Deutschen" (d.h. Bürger der Bundesrepublik, ergo des Rechtsnachfolgers des 3ten Reichs....) hätten doch aus unserer Geschichte gelernt und sind heute entsprechend pazifistisch und achten die Menschenrechte etc.... - Entsprechend müssen dann auch die unverschämten Zionisten/Israelis (der Unterschied wird, scheint mir, nicht wirklich gemacht) "belehrt" werden.
Es wäre ja schön, wenn die Bemühungen der Alliierten nach der totalen Kapitulation 1945 um Demokratisierung und Aufklärung hier solche Früchte getragen hätten, mir kommt es aber mal wieder vor wie ein Reload vor von "am deutschen Wesen soll die Welt genesen":-(

Wäre aber angebracht, heute mal innezuhalten und ggf. ab morgen wieder die, altbeknatten, israelkritischen Postings zu plazieren.

Beitrag melden
e-ding 27.01.2010, 16:03
16. ...

Zitat von tobi-ffm
@e-ding, onkel, eckhard: Wäre aber angebracht, heute mal innezuhalten und ggf. ab morgen wieder die, altbeknatten, israelkritischen Postings zu plazieren.
Es steht Ihnen frei, wenn es Ihnen angebracht erscheint innezuhalten, dies auch zu tun.
Woran ich gedenke bzw. wann ich innehalte, müssen Sie schon mir überlassen.

Übrigens sind mir die Israelis und die Palestinenser gleichermaßen schnuppe.

Beitrag melden
1ne2wo3hree 27.01.2010, 16:34
17. Never forget! (Anything?)

Zitat von Geistesakrobat
Jetzt bitte keine Hysterie! Wir mögen ja den Juden gerne vorwerfen, dass sie den Holocaust uns zu sehr vorhalten. Doch wäre ein solch Holocaust industriellen Ausmaßes selbst in kollektive Gedächtnis der Deutschen eingebrannt worden, hätte man uns rein hypothetisch zu 50 Prozent in Konzentrationslagern dezimiert. Der Herr Peres sagt auch nicht, dass die Deutschen Nazis wären oder wir eine Kollektivschuld hätten. Solche Vorwürfe hört man eigentlich nur aus den Mündern der Deutschen selbst. Er bittet nur um die Verfolgung der wahren Tätern. Mehr nicht.
Ich hatte mir während der Übertragung der Reder Peres' die ganze Zeit die Frage gestellt, ob er die inhaltlich gleiche Rede auch in der Duma, dem Congress oder dem House of Commons gehalten hätte.

Nur zur gern verdrängten Erinnerung (dem Kapitalverbrechen, welches bei dieser Gelegenheit gern und exklusiv den Deutschen vorgehalten wird): Menschen (auch vermeintlich) jüdischer Religion werden auch im heutigen Russland (sowie einigen Ländern des ehemaligen Ostblocks) massiv bedrängt, was nicht zuletzt die relativ hohe Anzahl derer belegt, die aus diesen Ländern auswandern.
Und weder die USA noch das Empire haben sich rühmlich hervorgetan, den Verfolgten der Nazi-Diktatur wenigstens zeitweise Obdach zu gewähren (insbesondere die Briten wehrten sich mit Händen und Füßen).

Die Verbrecher zur Verantwortung ziehen? Ja! Aber nicht nur und ausschließlich diejenigen, die direkt an der Judenverfolgung teilgenommen haben. Sondern auch diejenigen, die einfach wegsahen bzw. geleugnet hatten, als es geschah - und das betrifft eben nicht nur die Deutschen.

Beitrag melden
...ergo sum 27.01.2010, 16:42
18. Wenn ich das tagein und tagaus stetig lesen und hören muß

- da denke ich zunächst einmal Folgendes:
väterlicherseits:
Mein Großvater = ein Deutscher saß in Sachsenhausen, meine Oma = eine Deutsche versuchte krampfhaft ihre 3 kleinen Kinder irgendwie durch den Krieg zu bringen und legte sich, so ganz nebenbei, auch noch derartig massiv per Post und persönlich mit den Nazis an, daß ich beim Durchlesen der alten Post (Maschinendurchschläge + Antwortschreiben ) mich heute wundere das sie damals nicht ebenfalls im KZ landete.
Bei Kriegsende war das Älteste, mein Vater, ein "Täter" von satten 13 Jahren.

mütterlicherseits:
Meine Oma wurde als Deutsche nicht in D geboren, meine Mutter wurde als Deutsche nicht in D geboren = alle kamen erst NACH dem Krieg hier an, wobei meine Mutter damals Anfang der 1950ziger doch wirklich 17 Jahre "alt" war.
Tolle "Täter". (Großvater kam frühzeitig bei einem Unfall ums Leben)

ICH wurde als Deutsche in D geboren, aber was genau habe ICH denn nun verbrochen, so ab meinem 1. Geburtstag nach Mitte der Fünfziger ?
Oder vielleicht mein Sohn oder seine Tochter ?

Dann schaue ich mich um, - wo genau sind denn die Täter von damals ? Mit Hilfe des Vatikans u.a. "Hilfsorganisationen" entweder in Lateinamerika ect. gelandet, von den Amis und den Russen als "Fachkräfte" mal eben so mitgenommen und gut bzw. auch weniger gut anderweitig gelebt.

Schauen wir uns dann mal Siemens, Krupp, Thyssen, IG Farben u.a. an, - sofort nach dem Krieg fast alle weitergemacht wie bisher, - sofort wieder anerkannte internationale Geschäftspartner.

Richtig ist, - nicht vergessen, allerdings auch nicht über Generationen hinweg stetig ein gesamtes Volk damit zum Schwarzen Peter der Weltgemeinschaft machen um weltweit von anderen (inzwischen auch eigenen Greueltaten) abzulenken.

Ja, AUCH wir haben heute leider ! wieder ein paar von alten Unverbesserlichen gefährlichen Knalltüten aufgehetzte junge Leute. Die Betonung liegt auf "auch" = UND LEIDER !
Diese miserable Erscheinung trifft man z.Z. überall auf der Welt an, in JEDEM Land dieser Erde !

Weshalb aber alle Apelle noch immer nachdrücklich und ausdrücklich NUR an uns nachgeborene und unschuldige Deutsche geht muß mir langsam mal jemand erklären.
(Vielleicht auch nicht, so blöd sind wir alle nun auch wieder nicht.)
Solange die Welt weiterhin diesbezüglich ausschließlich auf D schaut braucht sich kein anderes Land dieser Erde die "Jacke" anzuziehen. Wie praktisch.

Allerdings, - in meiner Familie hat sich noch niemals jemand damit angesprochen gefühlt. Sippenhaftung ist ebenso unzulässig wie generationenlange Volkshaftung.

Beitrag melden
Uli G 27.01.2010, 16:43
19. Canossa? Noch mal nachlesen.

Zitat von pupsmaus
Sehr richtig - hätte es nicht besser ausdrücken können! Der Fahrkartenschalter nach Canossa sollte jetzt mal wirklich geschlossen werden.
Der Gang nach Canossa hatte nichts zu tun mit der Verantwortung, aus der Geschichte (nicht nur aus der persönlichen, sondern auch aus der der Vorfahren) zu lernen. Der Gang nach Canossa war ein Einknicken vor dem damals übermächtigen Papst, es war noch nicht einmal eine richtige Entschuldigung.

Ein Gang nach Canossa wird hier von niemandem erwartet. Dieser Vergleich dient erfahrungsgemäß nur einer gewissen Klientel als Argument.

Es geht hier um Erinnerung (oder Gedenken) an Grausame Ereignisse aus der Vergangenheit. Es geht um die Lehren, die daraus mit Blick auf die Zukunft und auch auf gegenwärtige Entwicklungen zu ziehen sind. Wer diese Erfahrungen ignoriert, nur weil sie lange her sind und man sie nicht persönlich gemacht hat, wird nie etwas dazu lernen und global gesehen dazu beitragen, dass die gleichen Grausamkeiten immer wieder geschehen.

Oh ja, und das gilt nicht nur für uns Deutsche, sondern auch für die anderen 6 Milliarden Menschen, die ich durch meine Fähigkeit zum Reflektieren "belästige".

Beitrag melden
Seite 2 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!