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Referendum mitten in der Anti-EU-Stimmung : Italien richtet über Renzi
REUTERS

Italien geht es schlecht - nun stimmt das Volk ab: Theoretisch über einen komplizierten Gesetzentwurf, tatsächlich über ihren angeschlagenen Premier Renzi. Und vielleicht auch über einen Italexit.

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claudiosoriano 18.11.2016, 10:00
10. Italien

ist in der Situation derer von Griechenland! Überall in der EU.....PROBLEME, VIELEN geht es finanziell SAUSCHLECHT! Wie kann man so eine TOLLE EU gernhaben? Noch ärger wird es 2017 wenn FR wählt und M LePEN der EU das Handtuch vor die Füße wirft!? Die bisherigen Zahlmeister der EU böckeln so langsam weg, GB machte den Anfang. Zuviel Lobby, zuviel korrupte EU Abgeordnete, dazu als Sahnehäuptchen ein Führungsstab von geringen Niveau!

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syracusa 18.11.2016, 10:00
11. Italien ist schlecht verfasst

Italien ist in der Tat schlecht verfasst. Sehr schlecht. Aber eine Schwächung der Gewaltenteilung wäre ein absurd falsches Signal. Renzi hat die richtige Diagnose gestellt, hat sich aber für eine falsche, eventuell gar tödliche Therapie entschieden. Italien braucht eine grundsätzlich neue Verfassung, aber diese muss demokratischer werden als die aktuelle. Durch die Schwächung der Gewaltenteilung würde Italien undemokratischer werden. Man male sich nur mal aus, was ein gewissenlose Populist wie Berlusconi aus einem Italien ohne Gewaltenteilung gemacht hätte ...

Durch einen Italexit würde Italien zerfallen. Südtirol wäre danach ganz sicher nicht mehr als Teil Italiens haltbar.

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güti 18.11.2016, 10:01
12. Ich würde ja gern zustimmen...

Er hat in diesem Gesetz nicht nur die zweite Parlamentskammer de Facto aufgelöst (was ja ganz ok ist wenn man sieht wie sich die zwei Kammern die letzten Jahrzehnte durchgehend gegenseitig blockiert hat). Was man aber dann nicht machen kann ist im gleichen Zug ein Wahlgesetz verabschieden, welches der stärksten Partei automatisch 55% der Stimmen gibt. Das ist das Einfallstor für Populisten und Diktatoren. Wenn Grillo bei der nächsten Wahl mit 28% vor Renzi mit 27% gewinnt bekommt er automatisch 55% obwohl er nichtmal annähernd die Mehrheit hat. Das kann keiner Demokratie guttun.

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dosmundos 18.11.2016, 10:02
13.

Wir brauchen doch nicht um den heißen Brei herum reden: wenn Italien in der derzeitigen Situation aus dem Euro aussteigt, gibt es zuerst eine Staatspleite und dann die Teilung in Norditalien und Nordafrika...

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WolfThieme 18.11.2016, 10:03
14. Belpaese

Die italienische Leichtigkeit des Seins, die wir alle so lieben, hat eben ihren Preis. Mafia, Elendsviertel, Korruption, eitle und betrügerische Politiker, Inflation, unfähige Justiz. Das Land ändert sich nur langsam, mal einen Schritt nach vorn, mal einen zurück. Italien eben. Es hat Mussollini und Berlusconi überlebt, und von der rechten Lega Nord heißt es auch nun schon seit 30 Jahren, sie stünde kurz vor der Machtübernahme.

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mini_mental_test 18.11.2016, 10:03
15. Verbale Deeskalation dient der Sachlichkeit

"bis zur Wahl des unberechenbaren Europa-Feindes Donald Trump [...]". Also bitte, lieber Spiegel. Da fehlen ja nur noch"kinderfressend", "blutsaufend" oder "mordlüstern" und wir sind wieder bei den Propagandapostkarten des ersten Weltkrieges. Wenn ein künftiger Präsident einen eher isolationistischen Kurs fahren will, so tut es das sicher nicht, weil er "unberechenbar-europafeindlich" ist, sondern weil er der Meinung ist, das dies den USA nützt. Die Intention ist amerikanisch, nicht conta-europäisch. Verbal gilt, ebenso wie körperlich. Schon Macchiavelli wußte: "Es gibt nichts Klügeres im menschlichen Leben, als wenn man darauf verzichtet, zu drohen und mit Worten zu beleidigen. Denn weder das eine noch das andere entzieht dem Feind die Kraft. Drohungen aber machen ihn vorsichtig, und Beleidigungen steigern seinen Haß."
Bitte lassen sie uns nicht verbal hinter das Mittelalter zurückfallen. Danke.

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Becks0815 18.11.2016, 10:06
16. Nicht ganz

"Schuld ist, das glauben ganz viele, die Globalisierung und die EU"

Nicht die EU ist daran Schuld, sondern der Euro, und jedem Land im Euroraum geht es ganz ähnlich.
Für die einen ist der Euro viel zu stark für ihre Wirtschaftsleistung, und die Länder werden von der Währung mit Gewalt durch die Geschichte gezogen, mit allen Konsequenzen (stagnierende Wirtschaft, Arbeitslosigkeit). Zu diesen Ländern zählen Italien, Griechenland und sicher noch ein paar weitere, und mit jedem schwachen Neueinsteiger in den Club Euro wird die Gruppe grösser. Dann haben wir die Länder, für die der Euro zu schwach ist. Sie profitieren von einer boomenden Wirtschaft mit umwerfenden Exportzahlen (Deutschland).

Das Spiel wird solange weitergehen müssen, bis entweder die schwachen Länder ausgestorben und die Leute weggezogen sind, bis die Transferunion wirklich gefestigt ist und dauerhaft Überschüsse von Deutschland in den Süden ("Club Med") fliessen, oder die Länder wirtschaftlich ähnlich stark sind.

Dauerhaft Geld nach Süden schicken wollen die Deutschen nicht (das Geld fehlt daheim bei der Infrastruktur) und ein Angleich der Leistung bedeutet für viele Länder ein Weg nach oben, für Deutschland ein langer Weg nach unten.

Bleibt die letzte, logische Lösung: Euroraumsplit, zumindest in Nord-EUro und Süd-Euro

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rgryf 18.11.2016, 10:06
17. Was sagen solche Sätze wie

"Italiens Ökonomie habe sich "weitgehend abgekoppelt vom Rest der Euro-Zone".
Das fehlende "Wachstum" ist kein italienisches Problem. Um ehrlich zu sein, es ist gar kein Problem. Größer ist das Problem der Jugendarbeitslosigkeit, aber die wird sich in einer durchrationalisierten Wachstumswelt nicht so einfach beseitigen lassen. Im Grunde ist das fehlende Wachstum ein Problem für die, welche in Bürogebäuden sitzen oder in Leichtmetallhallenfabriken ihre Schichten schieben. Aber nicht für ein Land mit dem Potential Italiens.
Nur leider sind die Rahmenbedingungen das Problem. Lobbywachstumswirtschaft, EU-Planlandwirtschaft, fehlende Ökologie, ölbasierter Konsum.

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C. V. Neuves 18.11.2016, 10:07
18.

Zitat von josho
"Die Preise sind gestiegen, die Kaufkraft ist gesunken, die Verschuldung des Landes ist ebenso dramatisch gewachsen wie die Zahl der Arbeitslosen, vor allem der jungen. Eine ganze Generation hat fast zur Hälfte keinen Job. Schuld ist, das glauben ganz viele, die Globalisierung und die EU."
... Banken vor dem Untergang, Ansturm aus Afrika, - die sind geliefert. So darf es nicht weitergehen, sonst ist das ehemals so wundervolle Land fertig.

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Dengar 18.11.2016, 10:07
19.

Die Gestalter der Globalisierung versagen auf ganzer Linie. Wieder einmal. Geschichte wird sich wiederholen, wenn nicht der ausufernden Vermögensspreizug endlich Eunhalt geboten wird, und wenn nicht die globalen Machtkartelle endlich zerschlagen werden. Leider sehe ich auf weiter Flur niemanden, der das angehen würde, nirgends. In der politischen Elite schon gar nicht.

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