Forum: Politik
Referendum zur Präsidialverfassung: Das merkwürdige Wahlverhalten der Deutschtürken
DPA

Eine deutliche Mehrheit der türkischen Staatsbürger in der Bundesrepublik hat für Erdogans Präsidialsystem gestimmt - viele aus Trotz gegenüber Deutschland. Das zeigt, dass sie noch lange nicht angekommen sind.

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sinasina 17.04.2017, 21:12
1240. Teil 2 von 2 Ich lade Sie ein, mich - die Bio-Deutsche - einmal im Alltag zu begleiten.

Teil 2 von 2
Herr oder Frau »wahrheitsgemäë (#960) oder auch Herrn Kazim - begleiten Sie mich, die Bio-Deutsche - einmal im Alltag.
*
Und dann gehen wir zu einer Bushaltestelle. Nicht so, dass wir dort schon 10 Minuten vor der Abfahrt an der Bushaltestelle stehen, sondern so, wie es im Alltag oft vorkommt: Der Bus steht schon da - wir rennen hin - aber ehe wir einsteigen können, wird die Bustür vor der Nase zugemacht.
Und nein, es liegt nicht daran, dass Sie mich begleiten, denn so etwas passiert mir auch ohne Ihre Begleitung häufig. Sondern daran
- dass Busfahrer einen extrem engen Zeitplan haben, der oft nur auf dem Papier einzuhalten ist
- dass Busfahrer oftmals überlaunige Menschen sind
- wir erst in letzter Sekunde an der Bushaltestelle erschienen sind
*
Dann begleiten Sie mich zur Bank oder in ein Geschäft.
Nun könnte man sagen, dass viele Mitarbeiter vielleicht besonders höflich oder nett sein wollen, wenn sie mir ins Ohr brüllen oder Dinge so erklären, als sei ich 3 Jahre und nicht klar bei Verstand.

Oder dass manche Mitarbeiter kaum Empathie aufbringen, wenn es nicht um sie selbst geht.
Oder dass manche Menschen einfach nicht kapieren können oder wollen, dass nicht jeder seinen Einkauf in wenigen Sekunden einpacken kann.
Oder dass es von den Geschäften ziemlich dreist ist (mit Ausnahme von dm), dass es am Ende vom Band nur noch 1 Platz zum Einpacken gibt.
Oder wir könnten auch gemeinsam das Lied von »Ich-werde-immerzu-diskriminiert« anstimmen.

Allerdings drücke ich lieber einem der quengelnden und spitze Bemerkungen machenden Menschen vor der Kasse meine Tasche in die Hand und sage mit freundlichem Lächeln »Dass ist aber sehr nett, dass Sie mir beim Einpacken helfen wollen«. Vielleicht knirschen die dann innerlich mit den Zähnen - aber es war noch keiner dabei, der die Sachen nicht in die Einkauftasche gepackt hätte.
*
In einem Laden erlebte ich einmal die Situation, dass ein rabenschwarzer Mann plötzlich von der Kassenkraft zickig-dümmlich angeredet wurde. Noch eher wir anderen Kunden auch nur den Mund zu einer empörten Gegenrede aufmachen konnten, sagte der rabenschwarze Mann mit lächelnden Gesicht: »Da hat wohl meine Selbstbräunungscreme mal wieder komplett versagt«.
Die Kassenkraft hat sich daraufhin entschuldigt - und man konnte die Welle der Sympathie für den Mann förmlich mit Händen greifen.
Geht aber nur, wenn entsprechende Deutschkenntnisse vorhanden sind und nicht ein »Ich-werde-immerzu-diskriminiert« Schild vor sich hergetragen wird.

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blackbetty1957 17.04.2017, 21:12
1241. Türkei

...alle die mit ja in Deutschland gestimmt haben...Koffer packen und tschüss..

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Tacitus73 17.04.2017, 21:13
1242. ein gutgemeinter Rat

Zitat von alex300
mit Demokratie. Erst haben sie jeglichen Wahlkampf für Erdogan untersagt. Dann jammern sie, angeblich war der Wahlkampf "unfair". Und letztendlich wollen sie sogar die Türken für ihr souveränes Recht zu wählen sogar bestrafen. Geht's noch?
Falls Sie Befürworter von Erdogans Präsidialsystem und außerdem Türke sind oder einen türkischen Paß haben, gebe ich Ihnen folgenden ernstgemeinten Rat: Wandern Sie aus in die Türkei! Es besteht kein Zwang, in Deutschland zu leben, in einem so zweifelhaften Staat, in dem man solch große Schwierigkeiten mit Demokratie hat. Die Türkei als Hort der Demokratie wird sicherlich alle willkommen heißen, die am neuen Staat unter Erdogan mitwirken wollen. Falls dies alles auf Sie nicht zutrifft, vergessen Sie diesen Rat. Über Ihr Demokratieverständnis muss ich mich dann allerdings wundern.

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002614 17.04.2017, 21:13
1243. Naja,

Zitat von interstitial
"Mangelnde Willkommenskultur" ist das Zauberwort. (steht auch so im Artikel). "Gastarbeiter" der 3. Generation werden immer noch ausgegrenzt, marginalisiert, getthoisiert. Deutschland ist kein gastfreundliches Land. Der gesellschaftliche Umgang in Deutschland, auch unter Deutschen, ist respektlos, unhöflich, anmaßend, herrisch, unaufrichtig. Sehr frustrierend für Menschen aus Kulturkreisen, in denen Gastfreundschaft ein sehr hohes Gut ist. Z.B. Großbrittanien. Ich kenne einige Briten, die sich hier unwohl fühlen. Tja. Und wenn man sein Leben lang dulden muss, dass die eigenen Eltern in dem Land, in dem man lebt, ohne es sich ausgesucht zu haben, respektlos behandelt werden, dann ist es ganz schön viel verlangt, seinen Integrationswillen aufrechtzuhalten und den anmaßenden Erwartungen derer entgegenzukommen, die einem dann doch keinen Job geben. Denken Sie mal drüber nach. Der Ton macht die Musik, und wie man in den Wald ruft. und so.
wenigstens nach dem Deutschen WM-Sommermärchen war Deutschland das beliebteste Land überhaupt !
Da war die ganze Welt bei uns zu Gast und war begeistert.
Vielleicht lag es daran, dass die Besucher hier viel Geld ausgegeben haben und dann wieder nach Hause gefahren sind. Ihnen gegenüber war ganz Deutschland freundlich. Das ist auch in den Urlaubsregionen anderer Länder für die Deutschen der Fall. Sie erleben viel Gastfreundschaft - aber sie fliegen auch wieder nach Hause.

Anders ist die Lage, wenn es sich um Einwanderer handelt, die uns viel kosten und von uns eine großzügige Willkommenskultur erwarten.

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baut-as 17.04.2017, 21:14
1244. Kommentar zum Kommentar

"Trotz gegenüber Deutschland. Das zeigt, dass sie noch lange nicht angekommen sind."
Wer so schreibt hat das Wesentliche dieser (gewünschten) Integration nicht begriffen.
Integration kommt immer nach der E n t s c h e i d u n g wohin die Person gehören will.
Wer (wie in Deutschland nicht gefordert) ohne diese Verpflichtung lebt, sucht seine Bindungen/Kontakte immer auf den Seiten, die dieser Person nützlich erscheint, ohne die dazu verbundene Verantwortung zu übernehmen.
Für dieses Leben braucht keine(r) "an--kommen".

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farfromhere 17.04.2017, 21:17
1245. Zurück zur Wurzel

Wenn Erdogan den Deutschtürken so gut gefällt, dann sollten sie doch bitte schleunigst in ihr Land zurückkehren und zwar bitte für immer. Und am besten die ganze Sippe mitnehmen. Daran sieht man mal wieder, dass der Islam auch beim besten Integrationswillen einfach nicht zur christlichen Welt passt.

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redwed11 17.04.2017, 21:19
1246.

Zitat von DracheNimmersatt
Die importierten Gastarbeiter wurde jahrelang ignoriert. Sie wurden in eigenen Bezirken regelrecht zusammengesammelt und sich dort selbst überlassen. Jahrelang hat die deutsche Politik ignoriert, wohin so ein Verhalten führen würde. Vermutlich dachte sie, man würde die Gastarbeiter schon wieder loswerden, wenn man sie nicht mehr bräuchte. Parallelgesellschaften hatten viel Zeit zu wachsen, ihr Bestehen wurde ignoriert und heute ist es gut bekannt, wie einfach es in Deutschland ist, so ein Parallelleben hier aufzubauen. Wie leicht es ist, hier mit dem eigenen Clan zu leben und das auch noch nach eigenen Regeln. Dass man dennoch in der alten, nie vergessenen, und immer erstrebten Heimat wählen kann, ist für so einige meiner Meinung nach ein Bonus. Man kann dem Willen von Freunden entsprechen, oder sich mit hiesigen Verbänden und Gemeinschaften gut stellen. Oder die Gesellschaft erschaffen, in welche man zurück kehren will. Die Integrationswilligen, welche die Türkei nicht nur aus Geldgründen sondern in erster Linie um des Lebens willen verließen, haben sich irgendwie auch ohne Hilfe integriert und sind wunderbare Mitbürger geworden. Alle anderen hat man sich selbst überlassen - nie den Wunsch geweckt, hier anzukommen oder zumindest nie gezeigt, dass man diesen Wunsch unterstützt. Sie jetzt aufzufordern, das Land zu verlassen, bloß weil sie nicht so gewählt haben, wie es uns nicht passt (und ja, auch mir nicht lieb gewesen wäre), grenzt irgendwie daran, die Wähler der PDS annodazumal (also als es noch die reine PDS war) aufzufordern, nach Russland, China oder Nordkorea auszuwandern.
Es waren noch Gastarbeiter anderer Nationen in Deutschland der 60iger/70ziger Jahre in diesem Land. Diese Leute aus Italien, Spanien oder Portugal haben das Land wieder verlassen oder sich hier integriert so dass diese Menschen die hier geblieben sind nicht weiter auffallen. Sie sind Teil dieser Gesellschaft geworden. Warum hat das mit Menschen aus der Türkei nicht geklappt? Es kann doch nichjt nur an der deutschen Gesellschaft liegen. Es muss noch andere Gründe geben, welche diese Parallelgesellschaften hervorbrachten. Es auf die mangelnde Integrationsbereitschaft der deutschen Gesellschaft abzuwälzen ist zu einfach.
Wie oben beschrieben, es gibt keine italienischen, spanischen oder portugiesischen Parallelgesellschaften.

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Tacitus73 17.04.2017, 21:20
1247. 63 Prozent derer, die gewählt haben

Zitat von retterdernation
Es macht mich fassungslos - das 63 % aller hier lebenden Türken das super finden! Und - es überfordert eigentlich meinen Verstand - das es hier in diesem Forum Menschen gibt, die das auch noch verteidigen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, waren es 63 Prozent derer, die zur Wahl gegangen sind, nicht 63 Prozent aller hier lebenden Türken. Es gab auch einen großen Anteil Nichtwähler, von denen man nicht weiß, wie ihre Haltung ist. Trotzdem finde ich 63 Prozent "Ja-Stimmen" reichlich happig. Das ist durchaus etwas, worüber man nachdenken muss.

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002614 17.04.2017, 21:21
1248. Nur?

Zitat von michael_pilz
Die Deutschtürken sind angekommen und gehören zu uns. Es sind Demokraten, weil die überwiegende Mehrheit mit Nein gestimmt hat oder nicht zur Wahl gegangen ist. Nur 29 Prozent der in Deutschland lebenden wahlberechtigten Deutschtürken haben zugestimmt. Der Rest ist nicht zur Wahl gegangen oder hat mit Nein gestimmt.
Es ist auch nicht legitim alle Nichtwähler zum Nein-Lager zu zählen.
Wenn in Deutschland von allen, die zur Wahl gehen, über 60% die AfD wählten, dann könnte man auch nicht sagen abzüglich der anderen und der Nichtwähler sind das nur 29% - weil es unsinnig ist.

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ntfl 17.04.2017, 21:25
1249. @unsere Politiker

Neben den vielen Türken, die sich niemals bei uns integrieren werden, gibt es auch immer mehr Deutsche, die keine Türken mehr integrieren wollen. Also hört mal endlich damit auf, beide Seiten weiterhin zu etwas zwingen zu wollen, was sie immer weniger wollen!

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