Forum: Politik
Referendum zur Präsidialverfassung: Das merkwürdige Wahlverhalten der Deutschtürken
DPA

Eine deutliche Mehrheit der türkischen Staatsbürger in der Bundesrepublik hat für Erdogans Präsidialsystem gestimmt - viele aus Trotz gegenüber Deutschland. Das zeigt, dass sie noch lange nicht angekommen sind.

Seite 40 von 130
dbrakemeier 17.04.2017, 14:17
390. Demokratie erfordert Demut

Demokratie erfordert die Demut jedes einzelnen Wählers das Ergebnis zu akzeptieren, wenn eine andere Partei die Mehrheit geholt hat. Demut hat nichts heldenhaftes an sich und ist dadurch zunächst alles andere als spektakulär. Integration in Deutschland, eine der gefestigsten Demokratien die es gibt, heißt daher, das Nicht-Spektakuläre und Nicht-Heldenhafte zu bevorzugen. Das ist geichbedeutend damit, eine dienende Haltung einzunehmen. Wenn die Bevölkerung eines Landes das hinbekommt, erreicht sie dadurch etwas Größeres als eine Schaar vermeintlicher Helden zu sein.

Beitrag melden
tiger3 17.04.2017, 14:17
391. An die Politik

Dieses Resultat der Abstimmung der Auslandtürken (Schnitt EU über 60 Prozent JA) muss einer Politik mit Verantwortung in Europa endlich einmal zu denken geben unnd zu einer sofortigen Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft führen. Diese Haltung (Integration) solcher Doppelbürger kann für unsere Werte einer Demokratie nicht die Zukunft sein. Die Politik in der EU ist der Totengräber unserer Werte die Europa erfolgreich gemacht haben. Europa wird zerstört durch unfähiges, nicht vorausschauendes Handeln der Politik in Europa.

Beitrag melden
Izmir..Übül 17.04.2017, 14:17
392.

Zitat von verinet
Das sind keine Protestwählerwenn Sie im Sinne eines herrschenden Systems stimmen. wie jetzt für Erdogan in der Türkei sind sie eines sicher nicht Protestwähler....gegen wen richtet sich dann der Protest gegen die unterdrückte Opposition?
Im Fall der Deutschtürken richtet sich der Protest gegen die deutsche Mehrheitsgesellschaft, von welcher man sich nicht "respektiert" und "diskriminiert" fühlt.

Beitrag melden
josencha 17.04.2017, 14:17
393. Welches

Zitat von Trust
Und wenn man sieht, was für ein Erdogan-bashing hier omnipräsent ist, hat man mit der Wahl nun DIE Gelegenheit gehabt, all diesen Möchtegern-Politik-Experten die Meinung zu sagen, die ja so viel bessere Menschen sind und die Demokratie 1A leben.
Sorry, aber was für ein "Erdogan-Bashing"? Die Kritik an Erdogan hat klare, sachliche Gründe. Es ist nicht eine Frage des Geschmacks, ob man seine Machtstreben und seine Ellenbogenmentalität ablehnt, sondern eine grundlegende Notwendigkeit.

Sie dürfen das übrigens gerne anders handhaben, aber mir sind "Möchtegern-Politik-Experten", die was von Menschenrechten und Demokratie verstehen und Egomanie und übermäßiges Machtstreben ablehnen ehrlich gesagt 1000 mal lieber als "Möchtegern-Ahnungslose", welche die Bedeutung ihres eigenen Handelns nicht umreißen und sich dementsprechend aus purer Emotionalität heraus ihr eigenes Grab schaufeln. Ahnungslosigkeit war noch nie ein guter Ratgeber. Es gehört schon wirklich viel Ahnungslosigkeit dazu, zu glauben, durch die Abschaffung der Demokratie im eigenen Land die eigene Position und Identität stärken zu können.

Und nur, damit meine türkischen Landsleute das richtig verstehen: Solches seltsame Verhalten zeigt sich durch die Bank immer und überall, wo Menschen zusammen kommen und sich "Meinungen" bilden. So seltsam und falsch solches Verhalten auch sein mag, für die Spezies Mensch ist das leider ziemlich normal: Statt sein Hirn bemühen folgt man nur all zu gerne seinem Bauchgefühl. Ein wesentlicher Eckpfeiler aller negativer Entwicklungen überall an jedem Ort dieser Welt in jeder Kultur oder Subkultur, den man - ganz dem Bauchgefühl gemäß - nur zu gerne ausblendet.

Beitrag melden
substanzlos12 17.04.2017, 14:17
394.

Zitat von walter_de_chepe
Was ist die Türkei anderes gewesen als ein schwacher Parlamentarismus mit dem Militär als Verfassungswächter mit einer gegen die Tradition aufgezwungenen Verfassung?
Diese Frage hätte man im Deutschland der Nachkriegszeit auch stellen können. Mir ist bewusst, das auch heute vor allem die Institutionen dieses Land davon abhalten, wieder in seinen geliebten Chauvinismus abzugleiten - weshalb rechts diese Einrichtungen, noch auf supranationaler, bald aber auch auf nationaler Ebene, attackiert. Jedoch scheinen sich manche Mechanismen bewehrt und durchaus nicht nur negative Folgen gezeitigt zu haben.
Die meisten Jugendlichen in Deutschland dürften nach wie vor wenig Interesse an Kriegsgeheul haben.

Warum die Türkei diesen Weg nicht hätte anders beschreiten können, wo sie doch gerade auch durch ihren europäischen Teil gute Erfahrungen sammeln konnte, wird ein Geheimnis bleiben. Nun gut, dann müssen eben viele Menschen sterben, bevor die Diktatur in der Türkei endgütlig hinweggefegt wurde. Denn eines dürfte Erdogan nicht schaffen - die Erinnerung an die guten Tage der Republik auslöschen. Auch wenn dort jetzt absehbar erst Mal das Licht ausgeht.

Beitrag melden
thomux 17.04.2017, 14:17
395.

Zitat von eurosceptic
2/3 der Türken in Griechenland stimmten GEGEN die Verfassungsänderung. 4/5 der Türken in UK stimmten GEGEN die Verfassungsänderung. 2/3 der Türken in Deutschland stimmten FÜR die Verfassungsänderung. Ist die deutsche Demokratie wirklich so schlecht verglichen mit Griechenland und dem Vereinigten Königreich? Was geht hier vor??
Stimmt, in der Türkei hat Erdogan mit den Themen Wirtschaft, Nationalismus in etwa die hälfte seiner Bürger ansprechen oder begeistern können. In seinem Wahlkampf in Deutschland hat er mit ganz anderen Themen Furore gemacht. Klar die Deutschtürken sind von inneren türkischen Themen nur peripher betroffen. Mit seinen drei Kernthemen in Deutschland:
1.) Beschimpfung, Beleidigung und Provokation Europas, insbesondere der deutschen Regierung und Bevölkerung. Was das im Detail war, kennt jeder.
2.) Seine beständigen Drohungen mit Aufstand in Deutschland.
3.) Insbesondere sein Satz, kein westlicher Bürger kann sich noch irgendwo auf der Straße sicher sein. Ich pers. habe das als Drohung mit terroristischen Anschlägen verstanden. Ganz allein bin ich mit der Meinung nicht.
Mit diesen Kernthemen hat Er in Deutschland knapp 2/3 der Stimmen erreicht.
Diese drei Kernaussagen, waren nicht nur ein Wahlversprechen Erdogans, nein, seine Wähler haben auch Ihm versprochen, Wir stehen voll hinter seinen Versprechungen. Eine knappe 2/3 Mehrheit
kann nicht anderst gewertet werden.
Angesichts von ca. 3 Millionen Türkischstämmigen in Deutschland sind das etwa 2 Millionen Kämpfer für Erdogans Ziele.

Beitrag melden
spon_1197359 17.04.2017, 14:18
396. Anteil der Neinsager beim Referendum

Wenn man bedenkt, wie hoch der Anteil an Kurden, politisch verfolgter, Alewiten und Christen unter den in Deutschland lebenden Türken ist, die sicherlich mit "Nein" gestimmt haben werden, ist der Jasager-Anteil der Kerngruppe der in Deutschland lebenden Türken noch höher (bis zu 90%). Einerseits ist das bedenklich. Andererseits lag die Wahlbeteiligung um die 50%. Was ist mit den Anderen?

Beitrag melden
DarkTranquility 17.04.2017, 14:18
397.

Hatte Erdogan nicht gesagt, dass alle Nein-Wähler Terrorverdächtige sind? Die Türkei hat ca. 75 Mio. Einwohner. Bei 48% Nein-Wählern dürfte es bald richtig eng in den Gefängnissen werden...

Beitrag melden
j-db 17.04.2017, 14:19
398. Schon wieder reingefallen !!

Die oberlehrerhafte Politik mit dem Ziel, anderen zu sagen wie was gemacht werden muss (oder wie blöd sie sind) führt meistens dazu, dass die Kritisierten noch enger zusammenrücken, so nach dem Motto "jetzt erst recht". Ob Brexit,Afd,Trump,Griechenland,Türkei : Alles folgte nach demselben Muster. Mit Frankreich steht der nächste Kandidat auf der Liste. Was nützt es, Recht zu behalten, wenn man trotzdem verliert ??

Beitrag melden
mens 17.04.2017, 14:19
399. Naives Erwarten

Was soll die Aufregung? Die freiheitliche Demokratie hat halt ihre Schattenseiten. Und zwar die, dass sie von verschiedenen Gruppe von Menschen regelmäßig schamlos ausgenutzt wird. Das geht von Mafia, Rockerbanden, Enkeltrick-Clans über Extremisten jeglicher Couleur bis zu vom materiellen Egoismus getriebene religiöse Fanatiker, die wenn es nicht nach ihrer Nase geht, auf Weihnachtsmärkten und in Einkaufsstraßen jegliche Menschlichkeit verlieren und zu Bestien werden, statt an einem möglichst weit entfernten Ort Ihr Dasein zu fristen. Von Menschen ist nichts "zu erwarten". Auch kein logisches Wahlverhalten. Besonders nicht von durch unglückliche (Lebens)Geschichte geplagten, die nicht wissen wo sie hingehören (nicht geografisch gesehen). Das sollten auch die europäischen Politiker langsam kapieren, wenn es um die Bewahrung dieses politischen Systems geht. Und danach handeln. Falsche Nachsicht wird als Schwäche ausgelegt.

Beitrag melden
Seite 40 von 130
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!