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Referendum zur Präsidialverfassung: Das merkwürdige Wahlverhalten der Deutschtürken
DPA

Eine deutliche Mehrheit der türkischen Staatsbürger in der Bundesrepublik hat für Erdogans Präsidialsystem gestimmt - viele aus Trotz gegenüber Deutschland. Das zeigt, dass sie noch lange nicht angekommen sind.

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substanzlos12 17.04.2017, 14:29
430.

Zitat von honey@girl
Teilzunehmen an der Gesellschaft, in der ich lebe. Wenn ich mir ansehe, wieviel Türken in Vereinen sind, merkt man, dass sie die Angebote nicht annehmen wollen . Allerhöchstens sind die Jungs in einem Fußballverein, wechseln aber oft als Aktive in Türkische. Mädchen findet man so gut wie nirgends. Ebenfalls der Anteil in Gymnasien ist überschaubar. Aber wie immer ist Deutschland schuld.
Und was tun Sie zur Integration? Außer aufzeigen, dass der Deutsche schimpft oder schnell beleidigt ist, was ja immerhin ein kultureller Beitrag ist.

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tessini 17.04.2017, 14:29
431.

dann möchte ich bitten die hier in Deutschland für ja gestimmt haben, ihre Koffer zu packen und das Land zu verlassen. Das passt nicht zusammen: in der Demokratie leben mit all seinen Vorteilen und anderen das abzusprechen!
Der Rest darf gerne bleiben!

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mmakeba 17.04.2017, 14:30
432.

Was das Wahlergebnis in Deutschland betrifft, sollte man genauer hinschauen, Herr Kazim.
Bei uns leben ca. 3 Millionen türkischstämmige Menschen.
Davon war knapp die Hälfte (1,43 Mio) wahlberechtigt. Die haben einen Doppelpass oder nur einen türk. Pass.
ca. 640.000 sind zur Wahl gegangen (nicht mal 50 %) und ca. 405.000 haben mit JA gestimmt. Das sind gerade mal 13,5 % der hier lebenden Türkischstämmigen. Sie pauschalisieren, da die große Mehrheit der hier lebenden Türkischstämmigen entweder mit NEIN gestimmt hat oder sich der Stimme enthalten hat. Das heißt, die große Mehrheit, die hier lebt, ist nicht als demokratiefeindlich zu betrachten und sind wohl eher diejenigen, die hier gut integriert sind. Jetzt alle in einen Topf zu schmeissen, ist polemisch.

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rainerheinrich 17.04.2017, 14:30
433. Ihre Forderung

Zitat von syracusa
Man sollte sich unbedingt vor einer Überbewertung des Wahlergebnisses der Deutschtürken hüten. Tatsache ist, dass trotz der extremen Mobilisierung des Erdogan-Lagers und trotz aller Schikanen gegen Erdogans Gegner nur 31% der wahlberechtigten Deutschtürken für die Abschaffung der Demokratie stimmten. Auf keinen Fall kann man einfach die 50% Nichtwähler einfach dem Erdogan-Lager zuschlagen. Zwar fehlt eine genaue Analyse der Gründe der Nichtwähler für die Wahlenthaltung, aber wir dürfen annehmen, dass viele schlicht Angst hatten, in einem türkischen Konsulat aufzutauchen. Und sehr viele werden sich der Türkei mittlerweile so weit entfremdet haben, dass sie mit den politischen Verhältnissen nichts mehr zu tun haben wollen. Allerdings sollten wir diese 31%, die sich klar zur Erdogan-Diktatur bekannt haben, nicht aufgeben. Wir müssen uns anstrengen, diese Menschen für die Demokratie zu gewinnen. Ja, sicher hat die deutsche Mehrheitsgesellschaft es versäumt, diesen Menschen Angebote zu machen. Wo bleibt beispielsweise ein aus den GEZ-Mitteln der Deutschtürken finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender, der sich speziell an diese wendet? Warum gibt es sowas trotz des guten Vorbilds ARTE nicht?
nach einem speziellen OR-Sender für Bürger türkischer Abstammung
ist das Gegenteil von Integration. Ich denke ARTE hat keineswegs einen Integrationsauftrag, sondern soll den Franzosen die deutsche
Lebensform und den Deutschen die französische Lebensform näher
bringen. Ich glaube nicht, dass man den "Deutschtürken" ihre
türkische Kultur noch näher bringen muss, auch nicht den Bürgern in
der zweiten und dritten Generation. Es stellt sich natürlich die Frage,
was ist die richtige Definition von Deutschtürken.

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max.fi 17.04.2017, 14:30
434. Richtungsänderung

Beitrag
Das Türkische Volk hat in einem demokratischen Prozess eine Änderung der Regierungsform herbeigeführt, dies gilt es ohne Wenn und Aber zu respektieren. Wir sollten also allen Türkischen Mitbürgern in Deutschland die Chance geben, in den von ihnen so sehnlichst erwünschten Verhältnissen dauerhaft zu leben. Oder sie bekennen sich uneingeschränkt zum Grundgesetz der Bundesrepublick Deutschland und den Werten der Europäischen Gemeinschaft.
Dann sind sie hier hoch willkommen.

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JaWeb 17.04.2017, 14:31
435.

Wer mit "Ja" gestimmt hat, soll doch bitte die Konsequenz ziehen und seine Zukunft in der Türkei des Herrn Erdogan gestalten. Der Umgang wehrhafter (?) Demokraten mit den Feinden der Demokratie ist teilweise fahrlässig, was nicht nur das "Ja"-Lager bei dieser Frage angeht, sondern auch den mit anderen demokratiefeindlichen politischen Strömungen hierzulande. Für mich kommt ein freundschaftlicher Umgang mit Erdogan-Anhängern genauso wenig in Frage wie mit anderen politischen Extremisten. Da gilt es deutlich Grenzen zu ziehen, wenn man nicht am Ende die Lebensform, die man selbst bevorzugt, gefährden will.

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petzle 17.04.2017, 14:31
436.

Es wäre wünschenswert, wenn nun nach ein paar Tagen wieder Rationalität und Vernunft einkehren würde. Das Desaster ist nun real geworden und man sollte daraus einige Konsequenzen ziehen. Zur Integration gehören, wie in einer gesunden Beziehung, immer zwei Parteien. Das viele der Deutsch-Türken sich hier nicht voll anerkannt fühlen, ist sicherlich nicht nur auf die kühle Willkommenskultur seinerzeit der BRD zurück zu führen.
Sicherlich wurden hier einige oder viele Fehler gemacht und auf der anderen Seite wurde hier auch sehr vieles toleriert, was nach heutigen Maßstäben bei der breiten Bevölkerung nach wie vor Unverständnis hervorruft.

Doch zur Integration gehört nun einfach auch der Wille und der Wunsch wie auch die Akzeptanz der hiesigen demokratischen Grundsätze als auch die Maßgeblichkeit der deutschen Verfassung. Ohne all dies geht es nicht.

Vom Ausland betriebener Wahlkampf sollte hier grundsätzlich verboten werden. Wer die Geschichte der Demokratie nicht versteht und sich nicht damit beschäftigt, und diese Regierungsform ist bei weitem nicht fehlerfrei doch das kleinste aller Übel, wer Grundgesetz und die Verfassung nicht akzeptiert, hat hier nichts zu suchen.

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thomux 17.04.2017, 14:32
437.

Zitat von bebreun
im Vorfeld die Jasager in Deutschland demonstrativ zu verhaften und damit aufzuzeigen, wie die Türkei unter Erdogan funktioniert.
Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag. Warum haben Sie den Vorschlag nicht früher gemacht. Das hätte man einfach umsetzen können, damit die wissen was Sie den Menschen in der Türkei antun.

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Mister Stone 17.04.2017, 14:33
438. Angekommen? Aber voll und ganz!

Eine deutliche Mehrheit der türkischen Wähler in der Bundesrepublik hat für Erdogans Präsidialsystem gestimmt - viele aus Trotz gegenüber Deutschland. Das zeigt, dass sie noch lange nicht angekommen sind.

Ihre Schlussfolgerung ist naiv. Das Wahlverhalten zeigt im Gegenteil an, dass die türkischen Wähler in Deutschland sehr wohl und zwar sehr selbstbewusst "angekommen" sind. Sie wissen, dass Herr E. knallhart ihre türkischen Interessen in Deutschland durchsetzt und die deutsche Regierung von ihm abhängig ist. In keinem Land der Welt geht es den Türken so gut wie in Deutschland. Und Herr E. hat sie glauben gemacht, dass dies allein sein Verdient, das Resultat seiner Rücksichtslosigkeit gegenüber Deutschland, ist. Warum sollten sie also ihrem Heilsbringer nicht folgen? Weil es irgendwo außerhalb Deutschlands politische Veränderungen und weniger Freiheit gibt? Na und? Interessiert doch keinen. Sie sind schließlich in Deutschland "angekommen". Und hier genießen sie alle Freiheiten.

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energyT 17.04.2017, 14:34
439. Boss im Haus......

Ich glaube, Erdogan trifft mit seinem patriarchalischen Auftreten ein Verhaltensmuster, wie es auch in vielen deutsch-türkischen Familien vorgelebt wird und das einfach kulturell-religiös bedingt ist. Ob das den Deutschen nun passt oder nicht - es ist halt so.
Der Boss im Haus (oder Staat) muss den starken Mann mimen, auf dicke Hose machen und freche Sprüche raushauen. Das imponiert dann - besonders auch den Frauen.
Es ist eben eine andere Kultur.

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