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Referendum zur Präsidialverfassung: Das merkwürdige Wahlverhalten der Deutschtürken
DPA

Eine deutliche Mehrheit der türkischen Staatsbürger in der Bundesrepublik hat für Erdogans Präsidialsystem gestimmt - viele aus Trotz gegenüber Deutschland. Das zeigt, dass sie noch lange nicht angekommen sind.

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sinasina 17.04.2017, 17:15
850. Teil 1 von 2 - Herr Kazim hat ja in einem früheren Artikel

Teil 1 von 2
Herr Kazim hat ja in einem früheren Artikel einige Situationen beschrieben, in denen er sich diskriminiert fühlt. Ich war damals vollkommen verblüfft, denn ich habe als Bio-Deutsche gleiche Situationen erlebt - vielfach - wäre aber nie auf die Idee gekommen, sie als Diskriminierung zu bewerten.
*
Nach diesem Artikel habe ich mir in solchen Situationen plötzlich die Frage gestellt:
Ist dies nun eine an sich diskriminierende Situation - und ich habe dies bisher nicht wahrhaben wollen?
Oder ist es einfach ganz normaler Alltag, wo eben auch schlechtgelaunte Busfahrer einem die Tür vor der Nase zumachen und losfahren?
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Aber Herrn Kazim damaliger Artikel hat bei mir auch noch anders bewirkt:
Im Lebensmittelladen kann ich oft die sehr klein gedruckte Inhaltsliste nicht lesen und bitte dann andere Kunden um Hilfe. Aber eigentlich nie ausländische aussehende Kunden. Und nicht, weil ich Migranten oder Ausländer ablehne - sondern weil ich zu 90% als Antwort erhalte »Ich nichts verstehen« - »Ich nicht deutsch«.
Übrigens auch von Kunden von denen ich weiß, dass sie nicht erst 2015 nach Deutschland kamen.

Mittlerweile spreche ich sie genauso an und erhalte ich einen der o.g. Sätze als Antwort, dann erwidere ich, dass es bedauerlich ist, dass sie kein Deutsch sprechen. Mit sehr verblüffenden Ergebnissen: Wir unterhalten uns mit Händen und Füßen und viel Lachen. Andere lesen die Zutatenliste (die ja wenig mit Deutschkenntnissen zutun hat) trotzdem vor. Und wieder andere werden aggressiv - bis hin zum in meine Richtung spucken.
*
In einem türkischen Schnellrestaurant ist es mir immer wieder passiert, dass (türkische) Männer vor mir bedient wurden, obwohl sie nach mir kamen. Geärgert hat mich das schon lange, gesagt habe ich nie etwas.
Nach Herrn Kazim habe ich dann in einer solchen Situation gesagt, dass mich dies nervt. Aber nur Schulterzucken bzw. einen wenig freundlichen Kommentar geerntet. Als es die nächsten Male wieder passiert ist, habe ich kommentarlos das Lokal verlassen. Bis mich eines Tages der Inhaber auf der Straße ansprach, warum ich kaum noch komme? Es war ein sehr interessantes Gespräch, über dessen Verlauf wir beide wohl ziemlich verblüfft waren.

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spon-facebook-10000223136 17.04.2017, 17:15
851. Frechheit!

Wer dafür stimmt sollte auch damit leben müssen u. wer nicht damit leben muss sollte auch nicht darüber abstimmen dürfen, ganz einfach.

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ElisabethHacker 17.04.2017, 17:16
852.

Zitat von syracusa
Man sollte sich unbedingt vor einer Überbewertung des Wahlergebnisses der Deutschtürken hüten. Tatsache ist, dass trotz der extremen Mobilisierung des Erdogan-Lagers und trotz aller Schikanen gegen Erdogans Gegner nur 31% der wahlberechtigten Deutschtürken für die Abschaffung der Demokratie stimmten. Auf keinen Fall kann man einfach die 50% Nichtwähler einfach dem Erdogan-Lager zuschlagen. Zwar fehlt eine genaue Analyse der Gründe der Nichtwähler für die Wahlenthaltung, aber wir dürfen annehmen, dass viele schlicht Angst hatten, in einem türkischen Konsulat aufzutauchen. Und sehr viele werden sich der Türkei mittlerweile so weit entfremdet haben, dass sie mit den politischen Verhältnissen nichts mehr zu tun haben wollen. Allerdings sollten wir diese 31%, die sich klar zur Erdogan-Diktatur bekannt haben, nicht aufgeben. Wir müssen uns anstrengen, diese Menschen für die Demokratie zu gewinnen. Ja, sicher hat die deutsche Mehrheitsgesellschaft es versäumt, diesen Menschen Angebote zu machen. Wo bleibt beispielsweise ein aus den GEZ-Mitteln der Deutschtürken finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender, der sich speziell an diese wendet? Warum gibt es sowas trotz des guten Vorbilds ARTE nicht?
arte ist ein öffentlich-rechtlicher Sender mit Sitz in Frankreich.

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flus 17.04.2017, 17:16
853. Ich auch ?

Bitte wo ist mein zweiter Pass - am besten einen Amerikanischen oder Kanadischen - dann bitte noch die gleichen Rechte wie unsere Freunde aus dem Morgenland -

Schuld sind nicht unsere Freunde sondern diejenigen die all dies verbockt haben - Zwei Staatsangehörigkeiten so ein Schmarrn ..

Danke Rot Grün

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Fehlerfortpflanzung 17.04.2017, 17:16
854. Proportionen

In Deutschland leben ca. 3.5 Mio. türkischstämmige Menschen, davon sind 1.5. Mio. wahlberechtigt. Ca. 50% sind zu Wahl gegangen, das sind ca. 750.000 Menschen und davon haben ca. 61% also ca. 480.000 für Erdogan gestimmt.

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heinrichzim 17.04.2017, 17:17
855. Vollkommen falsch interpretiert.

Was heisst hier nicht angekommen? Die wollen gar nie Deutsch werden, das ist mal klar. Die wollen Deutschland machen wie Tuerkei , aber die von den Deutschen geschaffene Leistung geniessen. Es glauben nur Kulturromantiker und Tagtraeumer, Silberpapierdeckeli sammler, dass die hier sind wegen Deuschlandgesinnung. Wo man Kohle verdient ist man, da wollen sie auch ihre Kultur leben, wie sie so schoen sagen wenn sie ihre Religion meinen. Ich denke jetzt wollen sie auch wieder nach Hause zu ihrem Erdogan und seiner Islamfrau.
Und das kann uns nur recht sein

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cum infamia 17.04.2017, 17:17
856. Spreewald

.. wenn unsere selbstverleugnende "Wilkommenskultur" so fortgesetzt wird, werden die übriggebliebenen Deutschen ,so wie die Sorben, in einem kleinen Reststück Deutschland wohnen und um das Fortbestehen ihrer Sprache kämpfen.
Dann wird Erdogans Ausspruch " Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unserer Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten" Realität sein. Hoffentlich erlebe ich das alles nicht mehr...

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pygmy-twylyte 17.04.2017, 17:17
857. Bildungsfern

Zitat von Dr. L
An mehreren Punkten stellt der Autor fest, dass der türkische Wähler in Deutschland sich überaus irrational verhält. Am Ende fordert der Autor den türkischen Wähler in Deutschland auf, diese Widersprüche zu erklären. Ich habe keine Hoffnung, dass dies geschehen wird, da ich einen Großteil der in Deutschland lebenden Türken für rückständig und bildungsfern halte.
Ja, rückständig und bildungsfern. Und viele Türken wollen mit den Deutschen nichts zu tun haben. Hoffnung machen mir nur die jungen Türken. Aber auch diese reagieren überaus gereizt, wenn es um Erdogan geht. Jede Kritik an Erdogan betrachten sie als Kritik an der Türkei und den Türken.

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claudiosoriano 17.04.2017, 17:18
858. Es ist an der Zeit,

Zitat von Kaan Duran
Also jeder türkische bürger hat recht wem sie in wahlen unterstützen in türkei,,niemand hat recht den türken in deutschland zu krietisiereren.wir türken kritieseiren auch nicht den deutschen an welche partei sie unterstützen bei deutsche wahlen jeder mus respektieren was andere unterstützt und abtimmt.und keine land und politiker hat recht an andere land den wahlen einzumischen,,was währe wen engländer den deutsche wahlen einmischt ?? Also jeder land muss seine eigene Wahlen intressieren und nicht ausland..
nochmals eine deutsche Schule zu besuchen! Wundert sich denn nun noch einer über die mangelnde Bildung unserer Mitbürger? Wenn da so ein Wahlergebnis herauskommt, mich jedenfalls nicht!

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lab61 17.04.2017, 17:18
859.

Zitat von busytraveller
Muslime sind ständig beleidigt und fühlen sich benachteiligt. Das liegt schon daran, dass Allah ihnen durch den Propheten die ganze Welt versprochen hat. Solange also Ungläubige die Mehrheit darstellen und die Regeln setzen, ist das eine Provokation an sich, der man sich zu wehren hat.
Nunja. Es gibt auch viele muslimisch geprägte Länder, in denen das nicht so stark der Fall ist.
Ich denke vielmehr, dass die Mischung aus dem, was sie schrieben, und dem Bewusstsein der ehemaligen großen Geschichte der Osmanen, gegen die die Türkei nur ein Zerfallsprodukt dessen ist, noch mehr dazu beiträgt, dass dieses ständige Sichangepisstfühlen ein scheinbar elementarer Bestandteil des türkischen Lebensgefühls zu sein scheint. Und genau dieses ständige Sichangepisstfühlen und eine für viele Türken offenbar adäquate Antwort darauf, verkörpert der irre Sultan quasi in persona.

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