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Reform: Maas will Vergewaltigungsparagrafen ausweiten
DPA

Justizminister Heiko Maas plant, härter gegen Vergewaltiger vorzugehen: Nach SPIEGEL-Informationen will er bis zum Sommer eine Reform des Strafgesetzes vorlegen.

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broukweedat 03.04.2015, 13:47
140. Ein ähnlicher Fall aus den 80ern

Denjenigen, die nicht glauben, dass es eine bedeutende Zahl von Falschbeschuldigungen gibt, eine Episode aus den 80ern, die heute so nicht mehr Sinn macht, die aber eine gewisse Neigung zur Falschbeschuldigung offenbarte;

Damals wurde bei streitigen Scheidungen noch über den Kindesunterhalt auch über Unterhalt für die Ehefrau entschieden. In einem Fall beschuldigte die Gattin ihren Ehemaligen, sich am Kind vergangen zu haben. Die Beweiserhebung ergab ein =non liquet=, eine sichere Aussage liess sich nicht treffen.
Das BVerfG entschied letztlich, dass auch bei unsicherer Tatsachenlage das Wohl des Kindes vorgehe und der Gatte dann im Zweifel Unterhalt für Kind und Gattin zu zahlen habe.

Diesen Entscheid kann man voll akzeptieren, aber nicht das, was folgte: innerhalb von Wochen stiegen die Zahlen der Beschuldigungen von Scheidungs-Gattinnen gegen ihre Männer um das Mehrfache an, immer unter Berufung aus das Urteil des BVerfG.

Wer die Parallele sehen will...

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twistie-at 03.04.2015, 13:47
141.

Zitat von cj89
n! Aber wenn es geschieht, sollte vor Gericht die Schuld bewiesen werden können, auch wenn die Frau sichaus Schreck nicht wehrt (was im Übrigen sehr häufig vorkommt, falls sie jemals Berichte von Vergewaltigteb gelesen haben). Die meisten Vergewaltigungen werden erst gar nicht angezeigt! Die Gesetzesänderung könnte Frauen ermutigen, den Täter anzuzeigen und vor Gericht auszusagen, ohne Angst davor zu haben, dass ihnen vorgeworfen wird, sich nicht gewehrt zu haben!
Schon wieder die Aussage, dass, wenn jemand sich nicht wehrt, er automatisch nicht als Opfer gilt. Das ist falsch. Das war schon im Fall der 15jährigen als Aussage falsch und ist auch sonst falsch. Der Fall der Frau, die z.B. aus Angst vor dem gewalttätigen Ehemann sich nicht wehrt und auch nichts sagt, ist ein klassischer Fall der schutzlosen Lage.
Welche Fälle, in denen sich jemand nicht wehrt, willst du denn abdecken, die nicht jetzt schon abgedeckt sind?

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sch123 03.04.2015, 13:56
142. ...

Zitat von twistie-at
"Zur Persönlichkeit des Angeklagten und seiner Aggressivität, hat die Zeugin keine konkreten Angaben gemacht. Vielmehr hat die Zeugin nur ausgesagt, lediglich von Frau L gehört zu haben, dass der Angeklagte, wenn er über keine Betäubungsmittel mehr verfügt, aggressiv reagieren kann. ***Die Zeugin selbst kannte den Angeklagten vor dem hier in Rede stehenden Geschehnis nur flüchtig. Sie hat angegeben keine eigenen Erfahrungen zuvor mit ihm gemacht zu haben. Auch in diesem Zusammenhang hat sie wiederholend ausgesagt, von dem Angeklagten „überrumpelt“ worden zu sein.***" "Die Zeugin T rief nicht um Hilfe, gerade weil sie nicht wollte, dass die Nachbarn von dem Vorkommen Kenntnis erhielten." Vn Angst hat sie nicht gesprochen, das hätte sie aber, da sie ja sonst auch aussagewillig war, durchaus tun können. Warum hätte sie gerade dieses Detail auslassen sollen? Sie hat sich sehr direkt und auch umfangreich geäußert, aber nichts zur Persönlichkeit und Aggressivität ausgesagt. Dann zu mutmaßen, dass sie Angst gehabt hat aber dies in der detailreichen und umfangreichen Aussage nicht angibt, ist für mich wenig schlüssig. Tja, dass sie den Sex nicht wollte, ist zwar von ihr gesagt worden, nur es besteht eben Zweifel daran, dass sie dies auch artikuliert hat. Es geht da nicht _nur um zu wenig Gegenwehr_, es geht z.B. auch um die Frage: wenn ein Mädchen sich auszieht und hinlegt und die Beine anhebt damit ein Mann in sie eindringen kann, kann er dann davon ausgehen, dass das Mädchen keinen GV haben möchte? Denn das Mädchen konnte ja nicht ausschließen, dass sie selbst sich ausgezogen hatte.
Sagen wir mal, sie hat es über sich ergehen lassen.
Ich zumindest kann mir vorstellen, dass man als 15-jährige nicht unbedingt rational und abwägend in solch einer Situation agiert und schon gar nicht planvoll hinsichtlich einer möglichen zukünftigen juristischen Auseinandersetzung.

Allgemeiner gesprochen sind Vergewaltigungen ja oft mit einem Machtgefälle (wie es in diesem Fall ganz offensichtlich bestand ebenso wie eine besondere Schutzbedürftigkeit der nicht volljährigen Klägerin) in vielerlei Hinsicht verbunden und ihne direkte Drohung oder Gewalt durchführbar.

Ich finde es zumindest nicht falsch, dem Gericht bei solchen Fällen mehr Entscheidungsspielraum zu geben.
Auch mit den geplanten Gesetzen würde ein Gericht diese Tat (oder Nicht-Tat) zu bewerten und einzuordnen wissen. Wenn es als erwiesen gälte, dass der Angeklagte berechtigterweise von ihrem Einverständnis ausgehen konnte, würde er auch nach der neuen Rechtsprechung nicht verklagt werden können.

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archi47 03.04.2015, 13:59
143. was ist dann Ihr Ansatz?

Zitat von tweet4fun
Ich erlaube mir an dieser Stelle, aus der Wikipedia zu zitieren („Vergewaltigung“ – Häufigkeit von...): „Genaue Zahlen sind aufgrund einer hohen Dunkelziffer nicht bekannt. Eine Bevölkerungsbefragung in Deutschland ergab, dass 8,6 Prozent der befragten Frauen mindestens einmal im Leben Opfer einer Vergewaltigung, sexuellen Nötigung oder eines entsprechenden Versuchs waren. Repräsentative Studien in den USA fanden, dass 15 bis 25 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal vergewaltigt werden. Es wird angenommen, dass die Mehrzahl der Gewaltverbrechen Kinder und Jugendliche trifft. So schlussfolgert man etwa aus Befragungen, dass 10 bis 15 Prozent aller Frauen und zwischen 5 und 10 Prozent aller Männer bis zum Alter von 14 oder 16 Jahren mindestens einmal einen sexuellen Kontakt erlebt haben, der unerwünscht war oder durch die 'moralische’ Übermacht einer deutlich älteren Person oder durch Gewalt erzwungen wurde, der also den Tatbestand einer sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung erfüllt. Laut einer im September 2013 veröffentlichten UN-Studie bekennen sich rund 25 Prozent der Männer in der Asien-Pazifik-Region dazu, mindestens einmal in ihrem Leben ihre Partnerin oder eine andere Frau vergewaltigt zu haben. 10 Prozent gaben an, sich mindestens einmal an einer Frau vergangen zu haben, die nicht ihre Partnerin war. (...) Es wird angenommen, dass die Dunkelziffer von Vergewaltigungen zwei- bis hundertfach so hoch wie die Zahl der polizeilichen Meldungen ist. Viele Opfer erstatten keine Anzeige. Als Grund dafür werden Schamgefühle und die Angst des Opfers vor einem Wiedererleben des Traumas oder der Rache des Täters genannt, die Angst, dass ihnen nicht geglaubt wird, sowie die Nähe des familiären Umfelds, aus dem die Täter oft stammen.“ Noch weitere Fragen?
Wollen Sie durch rechtlich diffuse Vorschriften erreichen, daß diese Fälle weniger werden? Doch wohl ungeeignet dafür. Eher werden Sie erreichen, daß weniger Gerechtigkeit waltet. Sie werden erreichen, daß mehr Unschuldige skandalisiert, verstrafbefehlt, abgezockt und verurteilt werden. Ein mehr an diffuser Justiz und ein mehr an diffusen Tatbeständen kann ja wohl nicht die Lösung sein.
Ich hoffe doch, Sie wollen sich mit Maas nicht gemein machen.

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lolli 03.04.2015, 14:02
144. aber, aber, meine herren,

es ist doch alles ganz einfach. lassen sie sich den sex mit einer frau in deutschland zukünftig einfach bezahlen. dann sind sie auf der sicheren seite.(quittung nicht vergessen!) und vergessen sie auch nicht: aus den relevanten körperteilen wird gerülpst und gefurzt, gepinkelt, gesch... und menstruiert. wer dennoch meint, sich solch einem lecker-schmecker-päckchen hobbymäßig und aus purer liebhaberei zu nähern, dem kann doch ein bisschen knast samt einer psychiatrischen untersuchung nur gut tun.

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arkon_de 03.04.2015, 14:03
145.

Zitat von da.scha
Auch ich halte die Gesetzesänderung für absolut überfällig. Allen, die jetzt nur rumjammern, dass man nun ja einem Mann noch leichter eine Vergewaltigung anhängen kann, empfehle ich mal die Statistiken dazu zu lesen. Im Vergleich zu tatsächlich erfolgten Vergewaltigungen kommt das prozentual kaum vor.
8% der angezeigten Vergewaltiger werden verurteilt.
In 92% der Fälle konnte eine Vergewaltigung also nicht nachgewiesen werden.
(Quelle: Studie des kriminologischen Forschungszentrums Niedersachsen)

Ich empfehle einen Blick auf die Statisiken.

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DDM_Reaper20 03.04.2015, 14:10
146. Nochmal...

...kein vernuenftiger Mann hat was dagegen, dass erwiesene Vergewaltigung bestraft werden MUSS.

Wogegen ich zumindest etwas habe, ist, wenn Frauen, ohne auch nur ansatzweise vorher zu verstehen gegeben haben, dass sie nicht wollen, im Nachhinein feststellen, dass sie eigentlich doch nicht wollten -- und Mann dann a priori die Arschkarte hat, so wie arctic_girl so genuesslich ausfuehrte. Wer SO behaemmert ist, soll sich eben eine Leibwache mieten -- oder ein Schild um den Hals tragen, etwa so:

"VORSICHT! Habe einen IQ von Raumtemperatur. Es KOENNTE also sein, dass ich mich abschleppen lasse, danach aber wegen Vergewaltigung zur Polizei renne, weil a) dein Geldbeutel zu leer, b) du doch nicht aussiehst wie dieser Hengst aus'm Fernsehen oder c) ich eigentlich in 'ner Beziehung bin und mein Macker mit mir Schluss macht, wenn die Wahrheit rauskommt." (Bei letzterem moechte ich mal lieber gar nicht wissen, wie ob das tatsaechlich vorkommt, besonders, wenn der Partner die finanziellen Hosen anhat!)

Eine Bevorzugung von Frauen darf nicht sein, schlicht, weil es a) gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung verstoesst und b) jeder erwachsene Mensch fuer sein (oder eben ihr) Tun auch eine gewisse Verantwortung uebernehmen MUSS.

Gleichberechtigung? Geile Sache. Dann aber bitte ohne Sparaenzchen a la, "Wenn ich mit einer Flasche mitgegangen bin und mir das im Nachhinein schlicht peinlich ist, darf ich ihn wegen Vergewaltigung drankriegen."

Wie gesagt, verheiratet. Ich hole mir meinen Appetit zu Hause und esse auch nur dort, und auch nur dann, wenn es klar ist, was Sache ist. Bevor da irgendwelche saudummen Kommentare kommen.

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tweet4fun 03.04.2015, 14:10
147. Meine Meinung als Mann

Ein erschreckend hoher Anteil der Beiträge hier scheinen von Männern geschrieben worden zu sein, die Angst davor haben, daß ihnen die potentiellen sexuellen Opfer ausgehen. Laßt Euch sagen, daß solche Männer keine richtigen Männer sind, sondern absolute Nieten mit fehlendem Selbstbewußtsein, die ihren Vorteil der Körperkraft ausnutzen. Es sind im Grunde nichts weiter als feige Schwächlinge.

Und zu den „falschen Anschuldigungen“: Das ließe sich ganz einfach umgehen mit einer gerichtsmedizinischen (forensischen) Pflichtuntersuchung innerhalb von 12-24 Stunden nach dem GV. Das ist nämlich gar nicht angenehm! Eine Frau unterzieht sich dieser Prozedur normalerweise nicht nur wegen einer falschen Beschuldigung – darüber denkt sie eher dreimal nach. Aber Männer können das natürlich nur schwer nachvollziehen.

Die Schwächlinge unter den Männern sterben aber leider nicht aus. Und solange das so ist, kann ich nur allen Frauen empfehlen, gute Selbstverteidigungskurse zu absolvieren wie Karate oder Taekwondo, oder ein Pfefferspray in der Handtasche zu haben anstatt einer Sammlung von Lippenstiften. Und vergesst nicht, die Ein-Knopf-Bedienung für den Notruf auf Euren Handys zu aktivieren. Die Dinger eignen sich nämlich nicht nur zum SMSen.

Mit konstruktiven Grüßen – ein Mann im besten Alter.

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leo6023 03.04.2015, 14:12
148. Ohne jedes Argument!

Zitat von herrberg
Einvernehmlicher Sex ist eindeutig von nicht einvernehmlichen zu unterscheiden. Klar, dieser Paragraph verhindert neben Vergewaltigungen auch, das man sich eine Betrunkene mit aus der Disco oder vom Volksfest nehmen kann, da diese sich hinterher - zu Recht - beschweren würde, aber im Grunde besteht für Männer, ausser wenn man ein Sch... ist, keine Gefahr durch diesen Paragraphen - und somit trifft es wenn dann genau die richtigen.
Was Sie behaupten klingt trotzig, weil Sie es nicht mit Argumenten untermauern. Ich bin nicht Ihrer Meinung. Bei der Diskussion hier ist noch nicht der Umstand berücksichtigt, dass das Einverständnis zum Sex von jedem Partner sofort zurückgezogen werden kann und darf, und das ist gut so. Da reicht also eine Einverständniserklärung gar nicht aus, sondern jeder Partner müsste während der sexuellen Handlung immer "Ja, ich will" rufen. Andernfalls könnte man ja behaupten, "Ja, ich habe eingewilligt, aber nach 5 Minuten wurde es mir zu doll und ich habe mich nicht getraut, hör auf zu sagen! Also war es eine Vergewaltigung!" Hier wird das normale Leben durch dieses Gesetz karrikiert. 99% aller sexuellen Handlungen zwischen liebenden und auch eher fremden Menschen finden stillschweigend statt! Das Ganze ist so lächerlich, dass ich sogar bei einer Änderung des Verhaltens nachfragen müsste. Während des Sex etwa so: "Ist es Dir recht, wenn ich Dich jetzt küsse?"

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frank2013 03.04.2015, 14:12
149. Heuchelei

Wenn sich hier sog. Gerechtigkeitsfanatiker über Männer echauffieren, die sich besorgt über die Gesetzesnovelle zeigen, und die mittels irgendeiner angeblichen Statistik behaupten, dass Falschbeschuldigungen marginal sind, vergisst völlig die zivilrechtlichen Scheidungsverfahren, wo Frauen mit Rachefeldzüge durchführen und mit der Gewaltbehauptung Männer vom Kontakt zu deren Kindern auszuschliessen beabsichtigen oder große Abfindungen zu erpressen suchen.Dazu gibt es vermutlich keine Statistik, obwohl das gefühlt häufig vorkommt. Hier dreht sich endgültig das Geschlechterverhältnis langsam Richtung Matriarchat um.Eigentlich sollte es um Partnerschaft gehen.

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