Forum: Politik
Reformpapier: Schulz rechnet mit eigenem Wahlkampf ab
DPA

Was nun, SPD? In einem Grundsatzpapier zieht Martin Schulz eine ernüchternde Bilanz des eigenen Wahlkampfs, skizziert den Weg nach vorne und kündigt an, den Parteivorsitz künftig per Urwahl klären zu lassen.

Seite 12 von 13
campus22 06.11.2017, 16:06
110. Die SPD hat ein Problem und das heißt … Schulz

"Wähler schauen lieber in die Zukunft", sagte Gabriel der "Zeit". Dort ist aber nicht die SPD und schon gar nicht Schulz. Denn wer sich einen Schulz leistet ... der braucht keine Feinde mehr … und auch keine Wähler !
Selbst als (ehrenamtlicher) Bürgermeister der Kleinstadt Würselen hat er nichts auf die Reihe gebracht, dann nach Brüssel weggelobt, dort Freunde und Bekannte mit gut dotierten Posten versorgt, selbst in großem Stil im EU-Parlament (Steuergelder) abkassiert und faselt dann von sozialer Gerechtigkeit. Glaubwürdig geht aber mal ganz anders. Für seine Amigoaffären, Monstergehalt, getürkten Sitzungslisteneinträge usw. fing sich der gescheiterte 101% Ich-Werde-Kanzler sogar eine Rüge selbst von seinen EU-Spezln. Warum bitte schön wurde dieser Mann einst als Heilsbringer der SPD oder gar unseres Landes eigentlich so hochgejubelt? Sind wir alle so anspruchslos geworden?
Nachdem der Spesenrittter die BT-Wahl grandios versemmelt hat und man sich sein aktuelles Gehampele so anschaut liegt sein Parteifreund von Dohnanyi wohl doch nicht so falsch wenn er sagt: Schulz kann´s nicht! Für "Zukunft" steht der sicher nicht. Vielmehr hatte Django Asül schon recht als er meinte, beim nächsten Maibockanstich 2018 im HB weiß niemand mehr wer Herr Schulz eigentlich war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brohltaler 06.11.2017, 16:32
111. Linke Volkspartei oder Anhängsel der Mitte?

Zitat von jetbundle
Über den Parteivorsitz per Urwal entscheiden zu lassen wird die SPD richtig auf's Abstellgleis bringen. Schon lange zeichnet sich ab dass die Parteibasis auf einen fast schon sozialistischen Kern zusammen geschrumpft ist, der politisch weit von einer regierungsfähigen modernen sozialdemokratischen Partei entfernt ist. In Großbritannien bei Corbyn, in den USA mit Trump auf der rechten Seite und (fast) Sanders auf der linken Seite hat man gesehen dass Urwahlen überwiegend Populisten und Ideologen hervor bringen. Das Manöver ist aber durchschaubar, weil Schulz so seinen Posten retten will.
Die "Populisten und Ideologen" haben bei der Wahl in GB und bei der Vorwahl in den USA aber verdammt gut abgeschnitten und die Favoriten in Angst und Schrecken versetzt. Sozialisten reinsten Wassers, wie Corbyn und Sanders, haben also sehr wohl die Fähigkeit Wahlen erfolgreich zu gestalten, zumindest um Längen erfolgreicher als die weichgespült-globalisierten Luxussozis der SPD. So lange der Schröder´sche Verrat an der Kernklientel der Partei, dem die Sozialdemokratie ein Drittel ihrer Mitglieder und die Hälfte der Wähler geopfert hat, nicht mit glaubwürdiger Selbstkritik als historischer Irrtum gebrandmarkt wird, werden sie weiterhin in der imaginären "Mitte" zwischen den Jamaika-Parteien zerquetscht werden. Und werden nach der Katastrophen Erfahrung der letzten Wahl diese Konsequenzen nicht endlich gezogen, ist nach der nächsten Wahl selbst der Oppositionsführerstatus alles andere als gesichert!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
skeptikerjörg 06.11.2017, 17:12
112.

Zitat von wauz
Martin Schulz hat sich im Europaparlament als Einpeitscher für CETA verdient gemacht. Mithin ist er der falsche Mann für eine Systemkritik. Wer nur ein bisschen Reparaturarbeit am Kapitalismus machen will, ist unglaubwürdig. Das Ziel der Sozialdemokratie ist die Überwindung des Kapitalismus. Wer etwas anderes behauptet, ist kein Sozialdemokrat!
Haben Sie da etwas falsch verstanden? "Das Ziel der Sozialdemokratie ist die Überwindung des Kapitalismus."? Nein, das ist das Ziel des Sozialismus, nicht der Sozialdemokratie. Schade, dass nicht alle Sozialisten seinerzeit Oskar in die WASG gefolgt sind, dann wäre es für die SPD einfacher zu ihren sozialdemokratischen Wurzeln zurück zu finden, Ich empfehle mal, das Godesberger Programm zu lesen und zu verstehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
002614 06.11.2017, 17:53
113. Wählerschwund

Zitat von siezmichnicht
Selten habe ich so ein Zerrbild der Realität gelesen. Hauptgrund für den Wählerschwund war der Verrat an der Sozialdemokratie, das Festhalten an Agenda2010 und HartzIV-Gesetzen.
und Verrat an der Sozialdemokratie - - wegen der Hartz-Gesetze?

Vielleicht können Sie mir erklären, warum sich wegen der Hartz-Gesetze damals die SPD gespalten hat und diejenigen, die diese Gesetzt ablehnten über die WASG in die Partei Die Linke gingen?
Weshalb Kanzler Schröder abgesetzt worden ist?

Was ist denn heute der Inhalt der "Sozialdemokratie" ? - Das können doch nicht nur die Hartz-Gesetze sein. Und der Mindestlohn wurde ja in der Koalition durchgesetzt so wie weitere Minderheitenthemen.

Kann es sein, dass sich die Sozialdemokratie mangels "bedürftiger und unmündiger Arbeiter", jetzt nur noch um Minderheitenthemen kümmern kann, wie Ehe für alle ?

Wer immer den "Verrat an der Sozialdemokratie" wittert sollte eindeutig die Themen aufzählen, die er für sozialdemokratische Politik hält und für die es den Einsatz einer starken Partei braucht.
Welche sind die Themen, die alle abhängig Arbeitenden auf den Nägeln brennen? Was muss für Sie die Sozialdemokratie leisten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
002614 06.11.2017, 18:21
114. Nahe am Menschen

Zitat von biancakaltfeuer
Im Anschluß an Ihren Beitrag frage ich mich, ob der Marsch in die Opposition den Niedergang aufhalten kann. Schulz und seine Freunde erhoffen sich davon eine Neubelebung alter sozialdemokratischer Ideale. Wenn aber der Befund zutrifft, daß die SPD kein Alleinstellungsmerkmal hat und eigentlich überflüssig ist, dann wird das Problem auch in der Opposition fortbestehen. Die SPD wird weiter in der Wählergunst fallen, da niemand so richtig sagen kann, warum man für sie stimmen sollte. Dann ist es auch schon egal, ob die SPD "Zukunftswerkstätten" an der Basis veranstaltet oder sich eine "Narrativ" ausdenkt. Das alles wird dann nur in neuem Frust enden. Und die Peinlichkeiten nehmen kein Ende. Vielleicht haben die Realisten in der Partei - die "Seeheimer" - ja sogar das bessere Konzept, wenn jetzt schon auf eine Neuauflage der Groko hinarbeiten.
das ist zwar ein CSU Motto, sollte aber für die SPD selbstverständlich sein. Ist es aber nicht. - Heute ist sie nicht mehr für die Massen der ausgebeuteten Arbeiter zuständig, wie vor über 100 Jahren, sie wäre zuständig für Otto Normalverbraucher und seine Sorgen und die sehen anders aus. Unterschicht-Politik reicht heute nicht mehr für eine Volkspartei.

Die Sozialdemokraten wollen ihrer guten alten Tradition treu bleiben, obwohl sich die Welt verändert hat. Und noch stärker verändern wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wauz 06.11.2017, 18:40
115. Im Gegenteil

Zitat von biancakaltfeuer
Wenn die SPD auf Ihre Stimme hören würde, wäre sie sofort mausetod.
"Die" SPD wäre nicht tot. Lediglich deren Führungsspitze wäre nicht mehr haltbar. Es kann natürlich sein, dass die neoliberalen "Eliten" die SPD für sich als tot empfinden würden. Aber die Partei-Basis würde wieder das werden, was sie sein sollte: eine quicklebendige Partei mit Diskussionskultur. Eine Partei, die die neoliberalen Spielregeln akzeptiert und dabei von sozialer Verbesserung träumt, die allerdings geht ihrem Tod entgegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
biancakaltfeuer 06.11.2017, 20:24
116.

Zitat von wauz
"Die" SPD wäre nicht tot. Lediglich deren Führungsspitze wäre nicht mehr haltbar. Es kann natürlich sein, dass die neoliberalen "Eliten" die SPD für sich als tot empfinden würden. Aber die Partei-Basis würde wieder das werden, was sie sein sollte: eine quicklebendige Partei mit Diskussionskultur. Eine Partei, die die neoliberalen Spielregeln akzeptiert und dabei von sozialer Verbesserung träumt, die allerdings geht ihrem Tod entgegen.
Die Überwindung des Kapitalismus hat bisher nie in einer quicklebendigen Demokratie geendet. Was macht Sie heute so optimistisch?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
n.strohm 06.11.2017, 20:48
117. Urwahlen, Basisdemokratie

werden nicht allein helfen......

Rückbesinnung auf Arbeitnehmer - sprich soziale Gerechtigkeit - nicht nur daher geredet, sondern fundiert mit Vorschlägen zur Finanzierung; bei Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Weltwirtschaft bringen das ursprüngliche Profil und Wähler zurück. ....lässt sich leicht daher reden, aber dieser gordische Knoten muss durchschlagen werden, sonst wird es nichts mit sozialem Profil und Wahlsiegen
Mehr Europa hilft dem Arbeitnehmer ad-hoc erst mal weniger

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sinasina 07.11.2017, 22:10
118.

Zitat von P.Jordan
[...] {1} Er möchte auch nicht morgens zur Arbeit gehen während Hans und Franz im Bett bleiben bis ihre Serie im Fernsehen läuft und die dann beim Bierchen am Vormittag genießen und einen Staat der statt Arbeitspflicht mit Besen in die Stadt von 8-16 diese alimentiert. [...]{2} Krankenversicherung.....warum werden Raucher und Übergewichtige die sich um die Solidargemeinschaft nicht scheren(es sei denn sie sind krank) nicht aus der Versicherung zu entfernen ? Sollen sie sich doch privat versichern, oder gar nicht ! [....]{3} danach Renteneintrittsalter Erhöhung auf 75 und weiteres Absenken der Rente auf 30% in kleinen Schritten. Jeder kann privat vorsorgen, wer das nicht will oder meint neues Handy wäre besser....auch in Zukunft gibt es Plastikflaschen zum Sammeln. [...]{4} Warum müssen auf Softdrinks, Imbissbuden essen, Fleisch und zweifelsfrei ungesunde Nahrungsmittel keine 25% Mwst bezahlt werden ? Dafür könnte man die Mwst bei gesunden Nahrungsmitteln wegfallen lassen. Steuern durch Steuern ?[...]
1} Und was täten Sie ohne Ihre Vorurteile? Verhungern?
*
{2}Und ich möchte als Solidargemeinschaft / Krankenkasse nicht für die ganzen Fitness-Jünger mitbezahlen müssen, die mit 40 am Krückstock gehen, gerissene Bänder und Rücken haben.
Ebensowenig möchte ich für Skater, Surfer, Drachenflieger, Canyoning, Drag Racing, Einradbasketball, Eisklettern, Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Eisspeedway, Skydiving, Freiklettern, Fußball, Gewichtheben, Gleitschirmfliegen, Handball, Hockey, Indoorcycling, Inlineskating, Karate, Kendo, Klettern, Kung Fu, Kunst- und Turmspringen, Mountainbike usw. usw. usw.
mitbezahlen müssen, da es bei vielen Sportarten ein hohes Verletzungsrisiko gibt!
*
{3}Deutsche Rentenversicherung in Zahlen 2017,
Seite 39

Die Hälfte aller deutschen Rentner,
nämlich 8.790.970 Millionen,
bekommen ein Rente bis maximal 750,00 €!
unter 150,00€ Rente per Monat
512 649 Männer Alte BL
…9 374 Männer Neue BL
576 817 Frauen Alte BL
…8 533 Frauen Neue BL
*
150-300,00 € Rente per Monat
..438 889 Männer Alte BL
.. 17 455 Männer Neue BL
1 505 205 Frauen Alte BL
….42 287 Frauen Neue BL
*
300-450 € Rente per Monat
.. 382 966 Männer Alte BL
… 26 309 Männer Neue BL
1 334 794 Frauen Alte BL
… 73 753 Frauen Neue BL
*
450-600 € Rente per Monat
.. 401 155 Männer Alte BL
… 59 672 Männer Neue BL
1 115 873 Frauen Alte BL
.. 164 627 Frauen Neue BL
*
600-750 € Rente per Monat
..444 104 Männer Alte BL
.. 130 984 Männer Neue BL
1 168 127 Frauen Alte BL
…377 397 Frauen Neue BL
*
{4}Und wer bestimmt, was »gesunden Nahrungsmittel« sind?
Sie? Der liebe Gott?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wauz 09.11.2017, 15:16
119. Der erste Versuch

Zitat von biancakaltfeuer
Die Überwindung des Kapitalismus hat bisher nie in einer quicklebendigen Demokratie geendet. Was macht Sie heute so optimistisch?
eine bürgerliche Demokratie zu errichten, hat auch in einer Diktatur geändert. Je nachdem Sie zu zählen anfangen, hat es eine Menge Versuche gebraucht. Und jede bürgerliche Demokratie seither ist in einer Diktatur des Kapitals geendet, auch wenn sie formal als Demokratie weiter besteht. In dieser Situation befinden wir uns heute in der Bundesrepublik. Die Grünen-Abgeordneten im Bt einst haben das mit der Hölzchen-zieh-Aktion deutlich gemacht.
Wer Demokratie zu Ende denkt, MUSS den Kapitalismus überwinden wollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 12 von 13