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Reformpapier: Schulz rechnet mit eigenem Wahlkampf ab
DPA

Was nun, SPD? In einem Grundsatzpapier zieht Martin Schulz eine ernüchternde Bilanz des eigenen Wahlkampfs, skizziert den Weg nach vorne und kündigt an, den Parteivorsitz künftig per Urwahl klären zu lassen.

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neu68er 06.11.2017, 01:04
80. Nicht Schulz, sondern Gabriel

Nicht der Kanzlerkandidat ist schuld am Abschneiden der SPD. Ich empfehle allen, mal einen Blick in die Archive zu werfen. Allen war 2013 klar, dass, wenn die SPD in die große Koalition geht, sie 2017 bei 20% landen wird. Das kann man nachlesen. Gabriel wollte trotzdem Fizekanzler werden. Er hat die SPD in den Untergang geführt. Es gab eine linke Mehrheit 2013. Aber Gabriel hatte nicht die Eier. Er hat lieber die Unschuldsvariante gewählt, aber die Wähler sind ihm nicht auf den Leim gegengen. Mit TTIP und Vorratsdatenspeicherung wundert es mich, dass er nicht bei 15% gelandet ist. Aber er hat ja rechtzeitig einen anderen ins Rennen geschickt.

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tomatosoup 06.11.2017, 01:25
81. Auf, auf zum Untergang!

Das hört man gerne: Die SPD wird wirtschaftsfeindlich und die Linken in der SPD singen Halleluja. Das ist der Garant dafür, dass die SPD sich auch bei den zukünftigen Wahlergebnissen derselben Partei, die früher SED hieß und heute „Die Linke“, annähern wird. Allerdings sin 10 % auch genug für Schulz, Stegner & Co. Niemand außer den Sozialisten und Kommunisten will im Bund eine Horrorpolitik wie in Berlin, wo das Trio Infernal Rot-Rot-Grün regiert. Schade, SPD, du warst mit deinem Godesberger Programm mal ’ne richtige Volkspartei. Vielleicht könnte der Scholz mit „O“ den Schulz mit „U“ ablösen? Der hat so etwas, was die SPD sympathischer machen könnte. Soliden Pragmatismus und hanseatische Rechtschaffenheit. Mehr Profil à la Helmut Schmidt wäre an der Zeit, anstatt des sozialistischen Gesülzes.

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heinrich.busch 06.11.2017, 01:30
82. Zwei Dinge sind sicher

wählt nicht SPD und nicht die CDU! Das ist keine Frage der Personen,obwohl Frau Merkel tüchtig nervt, sondern eine Frage der Programmatik.
Es ist also inzwischen völlig egal welche akrobatisch geistige Verränkungen uns aufgetischt werfen.

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Urban Spaceman 06.11.2017, 02:47
83. Lächerlich

"Zu lange haben die Sozialdemokraten Europa den Marktradikalen und Konservativen überlassen". Wen will er mit solchen Sprüchen erreichen? Die Erntehelfer in Spanien?

Glaubt Schulz im Ernst, dass er mit solchen Parolen die ehemaligen Stammwähler der SPD in Mannheim oder Gelsenkirchen zurück gewinnen kann?

Die deutsche Wirtschaft brummt und Schulz will nicht davor zurückschrecken, "grundsätzliche Fragen zu stellen und Widersprüche unserer Wirtschaftsordnung zu problematisieren".

Hat ihm das Katja Kipping diktiert? Was hat es der "Linke" gebracht, die vor der Wahl exakt diese Fragen gestellt hat?

Vielleicht lebt es sich in Zeiten der Hochkonjunktur als Genosse der Bosse doch leichter und glaubwürdiger.

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sinasina 06.11.2017, 02:52
84. Ohne Herrn Schulz wäre die SPD weg vom Fenster.

Könnte es nicht auch so sein, dass sich etliche SPDler dachten, mit Herrn Schulz ist leicht Schlitten fahren – und sich nun überrascht die Augen reiben?
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Ohne Herrn Schulz wäre die SPD weg vom Fenster.
Herr Weil und Ministerpräsidentin »Malu« Dreyer haben dies offenbar verstanden, viele andere in der SPD nicht.
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Seit Herrn Schulz scheint die SPD immer mehr aufzuwachen und z.B. die Real-Politiker in ihren Reihen zu unterstützen, statt sie zu diskreditieren.
Mir als Frau ist z.B. völlig unverständlich, warum gerade Frauen in öffentlichen Ämtern (und vorzugsweise von Grünen) regelrecht unterstützen, dass der lange und sehr mühevolle Weg zu mehr Frauen-Rechten karikiert wird?
Mit der Bindung an die Grünen und mit Frauen wie Frau Özoguz wird die SPD kein Bein auf den Boden bekommen:
"SPD will die Partei der Migranten werden", Welt, 29.05.2013, von Karsten Kammholz
"Die SPD ist eindeutig die Partei der Migranten", so Özoguz im Gespräch mit der "Welt"
Man lese auch den Gastkommentar von Reinhard Mohr (29.4.2017, Neue Züricher Zeitung) "Rebellion gegen die linke Sonntagspredigt".
Herr Mohr schrieb u. a. für "taz", "FAZ", "Stern" und "Spiegel" - und hat offenbar jetzt die Nase gestrichen voll. Und damit steht er keinesfalls alleine.
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Es gab Zeiten, da fand ich Herrn Olaf Scholz sehr überzeugend. Hingegen kommt er mir in letzter Zeit wie jemand vor, der in wohlgesetzten Worten hintenherum stichelt und hintenherum agiert. Siehe seinen Besuch bei Frau Will und mehreren Artikel in der Welt, wo Herrn Scholzs wenig freundliche Aussagen bezüglich Herrn Schulz zitiert wurden.
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Darüber hinaus: Herr Gabriel wusste nur zu genau, dass er gegen Frau Bundeskanzlerin Merkel keine Chance hat. Also hat er (den als Parteisoldaten bekannten) Herrn Schulz vorgeschoben. Parteisoldat ist nicht negativ gemeint, sondern bedeutet vielmehr, dass sich ein Mensch seiner Partei so verbunden fühlt, dass er auch Aufgaben übernimmt, vor denen sich andere drücken: Siehe Dr. Schäuble, der ebenfalls als Parteisoldat gilt und der sich vieles für seine Person ursprünglich wohl auch ganz anders vorgestellt hatte.
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Es ist mit Sicherheit nicht weit weg von der Realität, dass sich Herr Gabriel ausrechnete:
Die SPD macht weiter auf GroKo, er bleibt Außenminister und Herr Schulz übernimmt die wenig dankbare Aufgabe innerhalb der Koalition und bezieht die Prügel von der Basis.
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1. Überraschung: Herr Schulz wird innerhalb der SPD fulminant gewählt.

2. Überraschung: Herr Schulz macht sehr engagiert Wahlkampf, wird aber von seinen eigenen Leuten oftmals im Regen stehen gelassen. Diesbezüglich ein sehr bezeichnend ein Interview mit Herrn Hubertus Heil nach der N-Wahl. Wer solche »Freunde« wie Herrn Heil hat, braucht keine Feinde mehr.

3. Überraschung: Herr Schulz tut das einzig Richtige und führt die SPD in die Opposition.

4. Überraschung: Trotz der verlorenen Bundestagswahl und Oppositions-Ankündigung treten Bürger in die SPD ein.

5. Überraschung: Obwohl bei Meinungsumfragen angeblich mindestens 12 Punkte hinter der CDU, gewinnt die SPD die Wahl in Niedersachsen

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jetbundle 06.11.2017, 03:23
85.

Zitat von alternativloser_user
Die SPD könnte sofort wieder bei 40% landen ... 1. Zugeben dass die Agenda 2010 ein Fehler war und die Hartz IV Gesetze abschaffen und durch was menschenwürdiges ersetzen. 2. Sich auf ihr Kernthema konzentrieren, nämlich die angestellt arbeitende Bevölkerung... 3. Endlich mal mit der Linkspartei reden bzw. aufhören die zu bekämpfen. ... 4. Politik für die unteren 80% der Gesellschaft machen und nicht für die "Wirtschaft" und die Bosse.
Zunächst einmal kommen auch SPD plus Linkspartei nicht auf die 4x% die Schröder erreicht hatte. Zu Ihren Punkten:
1. Die Agenda 2010 war genau richtig. Nur erntet die Früchte jetzt Merkel. Die SPD sollte sie verteidigen, dazu stehen und offen Verbesserungen für die wenigen Problemstellen aufzeigen. Wenn Sie sehen wollen was menschenunwürdig ist gehen Sie mal nach Afrika. Zu verlangen dass die Leute einen Job annehmen bevor sie Sozialhilfe bekommen ist nicht menschenunwürdig.
2. Gerne. Blos funktioniert das im 21. Jahrhundert nicht mit Klassenkampfrethorik und Linkspopulismus.
3. Was Schulz von sich gibt ist bereits Linkspateirhetorik in Reinstform. Nur wählen die Leute doch lieber das Original, und damit vergrauelt er die letzten Wähler der Mitte.
4. Was Sie vermutlich wollen ist eine Politik für die unteren 10%. Die oberen 90% interessieren sich eher für eine gut laufende Wirtschaft, ein flexibles Sozialsystem, Bildung und Sicherheit.

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jetbundle 06.11.2017, 03:26
86.

Zitat von juppi-o
Zu befürchten ist, dass man zu einem von der Parteiführung aus gekungelten Kandidaten Ja oder Nein sagen kann.
Naja, das erinnet ja stark an einen Staat der Vergangenheit in Richtung dessen sich die SPD bewegt. Mit der gegenwärtigen Rhetorik kann sie ja eigentlich nur noch den Juniopartner für die Linkspartei machen.

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002614 06.11.2017, 04:19
87. Galaxien ?

Zitat von Aranea avicularia
es nützt nichts. Schulz war eine Fehlbesetzung und wird es immer bleiben. Mit ihm an der Spitze steuert die SPD auf die 10% Marke zu. Man vergleiche einmal Wagenknecht mit Schulz. Intellektuell liegen zwischen den beiden nicht nur Welten, sondern Galaxien.
Dann darf man sich fragen, warum die SPD-Wähler nicht in Scharen zur Partei der hochintellektuellen Wagenknecht überlaufen. - Nein,
auch viele SPD-Wähler gingen zur AfD.

Was macht denn die AfD richtig? - - Ihr glaubt man jedenfalls, dass sie Politik für das Volk macht. Von der SPD hatten zu viele den Eindruck, sie mache Politik gegen das Volk - mit der Agenda 2010, in der Europapolitik, in der Flüchtlingsfrage. - Die Partei braucht eine Erneuerung hin zu einem persönlichen Bezug zu den Bürgern. Schulz könnte das darstellen, mit Themen wie Bürokratieabbau hin zu bürgernaher Verwaltung, zu vereinfachten Vorschriften, die der Bürger durchschauen kann, - sparsamer Umgang mit den sauer verdienten Steuergeldern der Bürger wie z.B. Verkleinerung der Abgeordnetenzahl im Bundestag oder Verhinderung von Baukatastrophen wie sie der BER darstellt, indem sich der eitle Staat aus solchen Projekten heraushält. -
Alles keine SPD-Themen... - könnten es aber sein, um dem Bürger wieder das Gefühl zu geben, wenigstens die SPD-Politiker arbeiten für ihn - und nicht für sich und ihre eigene Kaste.

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002614 06.11.2017, 04:29
88. zusammenstehen

Zitat von bigroyaleddi
... jetzt endlich gehts scheinbar wieder innerparteilich in die richtige Richtung. Und eines ist sonnenklar, die vor vielen Jahren unsäglichen Absagen an RRx haben der Partei klientelmässig sehr geschadet. Die Linke muss zusammenstehen, damit sie den Marsch in den Neokapitalismus bekämpfen kann.
das reicht leider nicht. Die gemeinsame Linke braucht neue Themen.
Die alte Platte 'runterzuleiern hilft so gar nicht mehr. Die Welt hat sich verändert seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts - und auch seit dessen Ende. Die vielen Katastrophen in der Welt, Finanzkrise, Eurokrise, Krieg im Nahen Osten, Umweltprobleme, die Anschläge der Islamisten und nicht zuletzt die Flüchtlingsfrage haben den Bürgern das Gefühl gegeben, um ihre Belange, um ihre Sorgen kümmert sich keine Partei - höchstens die AfD. - Und das nehmen sie "ihrer" SPD besonders übel.

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siezmichnicht 06.11.2017, 07:34
89. Ideologie der SPD

Zitat von SPON
Vielen Wählern sei ingesamt nicht klar gewesen, wofür die Partei stehe.
So? Das war doch offensichtlich: Die SPD steht für die Agenda2010. Dafür, dass MINT-Akademikern ohne Arbeitsvertrag durch Schikanen und Beschäftigungstherapie alle Zeit gestohen wird, die sie bräuchten, um Stellenanzeigen zu durchsuchen, Bewerbungen zu entwickeln, ihre Qualifikation zu trainieren und Vorstellungsgespräche vorzubereiten. Die SPD steht dafür, dass es Wissenschaftlern verboten ist und bleibt, bis zur Rente an der Uni zu forschen, finanziert von Drittmittelprojekten, die sie einwerben. Die SPD steht dafür, dass Forschungsförderung abgelehnt wird und stattdessen alles Geld in Verbundspektakel fließt, wo viele Köche den Brei verderben und nichs grundlegend neues entsteht. Die SPD steht dafür, dass Power to Gas, CO2-neutrale Kraftstoffe, verboten werden, durch ein Verbot hiermit betriebener Verbrenner, und stattdessen zum Schaden der Umwelt das tote Pferd "Elektromobilität" geritten wird. Die SPD steht für Hexenjagd auf Raucher und für Polizeistaat.

Das soll nach Meinung von Martin Schulz ganz offenbar auch so bleiben.

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