Forum: Politik
Reformversprechen: Nordkoreas Masterplan - und seine Risiken
REUTERS

Diktator Kim Jung Un will das rückständige Nordkorea zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen. Deutsche Wissenschaftler sollen helfen, das Land aus der Steinzeit zu führen, westliche Unternehmer wittern ihre Chance. Doch das Regime bleibt unberechenbar.

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neanderspezi 05.01.2013, 18:19
40. So ein Masterplan wäre eigentlich von Nord- und Südkorea gemeinsam auszubaldowern

Wenn Nordkorea eine in mehrfacher Hinsicht geplante Neuausrichtung kraftvoll durchzuziehen in der Lage sein sollte, dürfte dies für einige ostasiatische Staaten kaum einer Wunschvorstellung entsprechen, da sich ihnen so nach und nach ein weiterer Konkurrent im globalen Spiel wirtschaftlicher Entwicklung und Behauptung zur Seite stellen könnte. Welches Potential zum Aufholen in einer Bevölkerung steckt, die total ausgebremst durch politische Maßregelung in wirtschaftlicher Isolation und Not ausharren musste, zeigt der übergroße politische Ziehvater, der in sehr kurzer Zeit seine Wirtschaftsmacht gewaltig ausdehnen konnte und sich womöglich sehr bald zur globalen Führungsmacht gemausert hat. Es gibt eine Weltmacht, die über eine Öffnung Nordkoreas ebenfalls nicht sehr glücklich sein dürfte, da dadurch ein Staat, der bisher der "Achse des Bösen" zugeordnet wurde, als plausibler Lieferant für spezielle Rüstungsmaßnahmen Qualität einbüßen würde. Es gibt zweifellos noch weitere unerwünschte Parallelerscheinungen durch das Heranwachsen eine weiteren Staates zu wirtschaftlicher Größe, nur sollte darüber nicht allzu viel spekuliert werden.

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friedel_3 05.01.2013, 18:27
41. Hypothese

Zitat von k70-ingo
Mit Verlaub, aber das ist nicht korrekt. Mit dem "Transferrubel" wurden Transaktionen innerhalb des RGW abgerechnet. Was im übrigen nicht funktioniert hat. Die sowjetische Abkehr vom Transferrubel und das Hinwenden zur Abrechnung in Devisen ("Valuta-Mark" war in der DDR die verschämte Umschreibung für die D-Mark vom Klassenfeind) im Bereich des Öl- und Gasexportes war Anfang der 80er übrigens einer der ersten Schläge, die der DDR letztlich das Genick brachen. Schläge, die nicht vom klassenfeind ausgeteilt wurden.
Der Ursprung des Transferrubel ist sicherlich ein anderer. Bitte mal bei Wickipedia unter "Transferrubelbetrug" nachschauen. Kurz vor Ende des Transferrubels hat die BRD riesige Beträge für angebliche Leistungen bezahlt, die nicht mehr nachzuvollzögen werden konnten.

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westenmax 05.01.2013, 18:33
42. Reformer

Auch Kollege Bashar Assad hatte sein Regime nach Amtsübergabe geöffnet und modernisiert. Soweit ich das damals verfolgt hatte auch recht erfolgreich. Hat außerdem außenpolitisch den Libanoneinsatz erfolgreich beendet und mit Israel beinahe den Friedensvertrag unterzeichnet (wenn die nicht in letzter Sekunde den Golan behalten hätten). Das alles so erfolgreich, dass der Rückgriff auf das Steinzeitmittel Erschießungskommando bei kleinen Protesten sofort zu einer Revolte im ganzen Land geführt hatte. Andererseits, wenn die Sache klappt, Investoren zur Modernisierung der koreanischen Industrie zu gewinnen, kann vielleicht doch eines Tages der Süden zurückgewonnen werden. Vielleicht so wie China, welches Taiwan auch schon lange die Rückkehr schmackhaft macht. Dort zählt zumindest das alte Argument des schrecklichen Lebensstandards im Festland nicht mehr, wenn es um den nationalen Widerstand geht. Vielleicht lassen sich die südlichen Koreaner ähnlich besänftigen mit der Aussicht nach dem Anschluss nicht verhungern zu müssen.

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achmed1 05.01.2013, 19:02
43. Ein Diktator

Der Sorte Kim, der sein eigenes Volk einsperrt und , bei geringster Kritik oder zu geringer Lobhudelei, samt Familie in den schlimmsten , nicht mal für Tiere geeigneten Gulags foltert und erbärmlich zu Gründe gehen lässt, kann niemals ein gutes Wort Wert sein.
Insider wissen, dass dieser Milchbubi wie sein Papa auch, vom Militär vorgeschoben wurde.
Ein solches Volk müsste man besser mit Gewalt aus den dreckigen Klauen seiner Peiniger befreien.
Kein normaler Bürger wagt dort, auch nur schlecht über den dickbäuchigen Jüngling zu denken. Es wäre tödlich.
Was interessiert mich da sein Geschwafel.

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Hermes75 05.01.2013, 19:03
44.

Zitat von rudlith
... Höre ich da Kritik heraus? Wenn ich an Vietnam denke, denke ich vor allem daran, dass dieses kleine Land den USA erst das Fürchten gelehrt und dessen Streitkräfte dann aus dem Land geschmissen hat. Es hat für seine Eigenständigkeit hohen Mut und große Moral bewiesen und einen großen Blutzoll gezahlt. Seine Souveränität also wahrlich verdient. Ganz im Gegensatz zu uns, die wir unter einem Grundgesetz stehen, das uns die Besatzungsmächte diktiert haben und das wir nicht wagen, gegen eine echte Verfassung einzutauschen. Wir sollten also unsere Klappe halten und den Vietnamesen schlicht und einfach zugestehen, in ihrem Lande das zu machen, was sie für richtig befinden. Auch das noch ein Aspekt, dem wir nicht nachkommen können, weil die Brüsseler Beamten uns mittlereile sagen, wo es lang zu gehen hat.
Zunächst mal hat ihre Einlassung wenig mit dem Thema des Artikels zu tun. Der Vietnamkrieg war ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA sowie der UDSSR und China, für den das vietnamesische Volk einen schrecklichen Preis zahlen musste. Mit Moral hat das wenig zu tun.

Ihre abfälligen Bemerkungen zum Grundgesetz sind einfach dumm.
Das Grundgesetz wurde eben nicht von den Besatzungsmächten diktiert, sondern vom Parlamentarischen Rat erarbeitet.
Angesichts der Taten die das deutsche Volk zuvor begangen hatte, ist es ein Glücksfall gewesen, dass die Siegermächte dies überhaupt zugelassen haben. Der östliche Teil Deutschlands hat dieses Glück nicht.

Das Grundgesetz hat sich hervorragend bewährt und ist faktisch die deutsche Verfassung. Es gibt keinen rationalen Grund es grundsätzlich zu ändern oder haben Sie ein Problem mit unserer Rechts- und Werteordnung?

Das Grundgesetz ist so gut, dass es von anderen Ländern schon oft als Vorlage für ihre eigenen Verfassungen verwendet wurde.

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fatherted98 05.01.2013, 19:15
45. Die Wahrheit....

...ist wohl zur Zeit das kein westlicher Journalist, Politiker oder Wirtschaftsmann Nord Korea auch nur irgendwie einschaetzen koennen. Keiner weiss wer dort im Hintergrund die Faeden zieht....noch nicht mal die sogenannten Nachrichtendienste.
Man kann nur hoffen das der junge Mann das Heft in der Hand hat und ehrliche Aenderungen vorhat. Das das nicht von heute auf morgen geht sollte jedem klar sein. Man sollte dem Mann oder denen die hinter ihm stehen seine Chance lassen....die Atom und Raketenprogramme ueber die sich alle aufregen sind doch eh ein Witz...die haben doch noch nicht mal soviel Kohle um einen Zug ohne Stop 100 km weit fahren zu lassen...militaerisch ist das Land total ueberschaetzt....vielleicht mit ideologischer Absicht des Westens...man sucht sich halt seine Feindbilder.

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hansjot23 05.01.2013, 19:20
46. Wissen

Zitat von achmed1
Der Sorte Kim, der sein eigenes Volk einsperrt und , bei geringster Kritik oder zu geringer Lobhudelei, samt Familie in den schlimmsten , nicht mal für Tiere geeigneten Gulags foltert und erbärmlich zu Gründe gehen lässt, kann niemals ein gutes Wort Wert sein. Insider wissen, dass dieser Milchbubi wie sein Papa auch, vom Militär vorgeschoben wurde. Ein solches Volk müsste man besser mit Gewalt aus den dreckigen Klauen seiner Peiniger befreien. Kein normaler Bürger wagt dort, auch nur schlecht über den dickbäuchigen Jüngling zu denken. Es wäre tödlich. Was interessiert mich da sein Geschwafel.
WAS SIE ALLES WISSEN! Und Gewalt ist Ihr Rezept für Freiheit. Bitte an alle anderen Foristen: Kenntnis von diesem Post nehmen!

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Hermes75 05.01.2013, 19:27
47.

Zitat von westenmax
Auch Kollege Bashar Assad hatte sein Regime nach Amtsübergabe geöffnet und modernisiert. Soweit ich das damals verfolgt hatte auch recht erfolgreich. Hat außerdem außenpolitisch den Libanoneinsatz erfolgreich beendet und mit Israel beinahe den Friedensvertrag unterzeichnet (wenn die nicht in letzter Sekunde den Golan behalten hätten). Das alles so erfolgreich, dass der Rückgriff auf das Steinzeitmittel Erschießungskommando bei kleinen Protesten sofort zu einer Revolte im ganzen Land geführt hatte. Andererseits, wenn die Sache klappt, Investoren zur Modernisierung der koreanischen Industrie zu gewinnen, kann vielleicht doch eines Tages der Süden zurückgewonnen werden. Vielleicht so wie China, welches Taiwan auch schon lange die Rückkehr schmackhaft macht. Dort zählt zumindest das alte Argument des schrecklichen Lebensstandards im Festland nicht mehr, wenn es um den nationalen Widerstand geht. Vielleicht lassen sich die südlichen Koreaner ähnlich besänftigen mit der Aussicht nach dem Anschluss nicht verhungern zu müssen.
Irgendwie vermisse ich die Smilies bei ihrem Beitrag.

Ihnen scheint der riesige Unterschied zwischen beiden Ländern gar nicht klar zu sein. Südkorea hat doppelt so viele Einwohner wie der Norden und sein BIP ist rund 40-mal höher.
Um das derzeitige Wohlstandsniveau des Südens zu erreichen müsste Nordkoreas Wirtschaft 30 Jahre lang um mindestens 10% pro Jahr wachsen...
Südkorea gehört zu den fortschrittlichsten Ländern der Erde (Platz 15 im HDI), für Nordkorea konnte dieser noch nicht einmal ermittelt werden.
Transparency International stufte 2012 Nordkorea (zusammen mit Somalia and Afghanistan) als das korrupteste Land der Erde ein (Rang 174)
Beim Press Freedom Index liegt Nordkorea auf dem vorletzten Platz (noch hinter China, Iran und Syrien).

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2049er 05.01.2013, 19:35
48. da platzt den BWLern & VWLern die Hose auf.

endlich wieder mal ein Land in die totale Abhängigkeit führen. Nordkorea: eine moderne Dienstleistungsgesellschaft, Leasing, Franchising, Gewinne durch Verluste, Meilensysteme......endlich wieder ein Dummer, der das alles noch nicht hinter sich hat !!!

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hansjot23 05.01.2013, 19:37
49. Nk

Zitat von neanderspezi
Wenn Nordkorea eine in mehrfacher Hinsicht geplante Neuausrichtung kraftvoll durchzuziehen in der Lage sein sollte, dürfte dies für einige ostasiatische Staaten kaum einer Wunschvorstellung entsprechen, da sich ihnen so nach und nach ein weiterer Konkurrent im globalen Spiel wirtschaftlicher Entwicklung und Behauptung zur Seite stellen könnte. Welches Potential zum Aufholen in einer Bevölkerung steckt, die total ausgebremst durch politische Maßregelung in wirtschaftlicher Isolation und Not ausharren musste, zeigt der übergroße politische Ziehvater, der in sehr kurzer Zeit seine Wirtschaftsmacht gewaltig ausdehnen konnte und sich womöglich sehr bald zur globalen Führungsmacht gemausert hat. Es gibt eine Weltmacht, die über eine Öffnung Nordkoreas ebenfalls nicht sehr glücklich sein dürfte, da dadurch ein Staat, der bisher der "Achse des Bösen" zugeordnet wurde, als plausibler Lieferant für spezielle Rüstungsmaßnahmen Qualität einbüßen würde. Es gibt zweifellos noch weitere unerwünschte Parallelerscheinungen durch das Heranwachsen eine weiteren Staates zu wirtschaftlicher Größe, nur sollte darüber nicht allzu viel spekuliert werden.
Alles gut und schön. Aber SK ist heute doch eigentlich in erster Linie (wenn das auch nur ein Wort, eine subjektive und ungenaue Bezeichnung ist) "Vasall der USA". Und dazu, was nun nun der Hinsicht das Risiko beim Aufbau des Landes ist, empfehle ich die Lektüre von John Perkins "Bekenntnisse eines Economic Hit Man". Wer es nicht gelesen hat, darf gern darüber schwafeln - das wäre nichts ganz Neues, dass Leute über etwas reden, das sie gar nicht kennen - wer es gelesen hat, selbst ohne jeden einzelnen Buchstaben für "bare Münze" genommen zu haben, wird sicher ein wenig nachdenklicher werden.

Wenn ich solche Phrasen lese, wie: "ostasiatische Staaten kaum einer Wunschvorstellung entsprechen", "Konkurrent im globalen Spiel wirtschaftlicher Entwicklung und Behauptung", "Potential zum Aufholen", "politische Maßregelung", "wirtschaftliche Isolation"...., dann wird mir ehrlich gesagt angesichts der Forderung, gesunden Verstand einzusetzen, ganz komisch...

Wenn Nordkorea eine wirtschaftliche und soziale Verbesserung erfährt, muss das ad se NICHT zu irgend einem Nachteil führen, auch nicht für die umgebenden Staaten.

Also: Glückauf, Nord-Korea!

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