Forum: Politik
Regeln für den Klimaschutz: Verbietet doch einfach mehr
Franziska Kraufmann/EPA-EFE/REX

Weniger Plastik, weniger Fliegen, weniger Fleisch - viele Deutsche wollen nachhaltiger leben. Die Politik könnte jeden dabei unterstützen: Sie sollte sich endlich trauen, klare Vorgaben zu erlassen.

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ohjeee 30.07.2019, 13:36
510.

Zitat von muellerthomas
"Die Anschnallpflicht in PKWs. Mitte der Siebziger wurde die Gurtpflicht eingeführt. Zuvor schnallte sich kaum jemand an. Heutzutage unvorstellbar." Schlechtes Beispiel. Richtig wäre es, Gurte in Autos vorzuschreiben, ob sich dann jemand anschnallt, sollte jedem selbst überlassen sein, da man sich selbst gefährdet.
Nein. Wenn Sie wie ein Spielball im Auto durch die Gegend fliegen, gefährden Sie sehr wohl andere.
Bei einem Unfall werden oft Mitfahrer durch nicht angeschnallte Mitfahrer schwer verletzt.

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Hans-Dampf 30.07.2019, 13:39
511.

Zitat von t.schulte
Exxon wusste schon vor 40 Jahren welchen Schaden sie anrichten, das Betriebsvermögen sollte man als erstes zur Schadensbegrenzung einziehen.
Und weil Sie womöglich Kinder in die Welt setzten oder setzen werden, Flüge in Anspruch nehmen, ein Auto fahren und mit fossilen Brennstoffen im Winter Ihre Wohnung heizen, soll Ihnen nun die Rente gestrichen werden? Das wäre dann aber auch konsequent. Allein asketisches Leben würde dann dazu führen, im Alter nicht von der Hand in den Mund zu leben.

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spon_8429394 30.07.2019, 13:40
512.

Beim Rauchen war man schnell mal mit Verboten bei der Hand (ohne auf die Einnahmen aus der Tabaksteuer zu verzichten), angeblich, um die Gesundheit der Nichtraucher zu schützen. Cannabis gilt weiterhin als verbotene Droge, obwohl Alkohol wesentlich höhere Risiken birgt. Aber wenn's ums Überleben des Planeten geht, dann ist plötzlich die "Freiheit" des Einzelnen ein hochgelobtes Gut. Interessanterweise bleibt diese Freiheit vor allem den gut Betuchten vorbehalten - wer kann sich mit prekären Arbeitsverhältnissen und Hartz IV schon einen SUV und schnieke Biokost leisten (das geht problemlos Hand in Hand - nicht nur bei den Grünen)? Ein einziges Hin und Her und großartige Lippenbekenntnisse - keine Konsequenzen. Da gehen Schüler am Freitag nicht mehr zur Schule und plötzlich wird sogar der Söder grün - mit Worten. Bin gespannt, wann der Rechtsextremismus endlich mal die Einschätzung erfährt, die die RAF damals bekommen hat - und das war kein Riesennetzwerk.

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neurobi 30.07.2019, 13:42
513.

Zitat von zero-bond
Ein Diesel produziert weit weniger CO2 als ein Benziner.
Diese Aussage ist nicht pauschal richtig. 5 Liter Benzin produziert weniger CO2 als 5 Liter Diesel.
Nur weil vergleichbare Diesel deutlich weniger verbrauchen als entsprechende Benziner kommt unter dem Strich weniger raus. Aber der Abstand ist in letzter Zeit geschmolzen.

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bert1966 30.07.2019, 13:42
514.

Zitat von varlex
Diese Argumentation kann man auch umdrehen. Man könnte dann jede Einschränkung der Freiheit mit noch so kleinem Nutzen durchsetzen. Will man das Wirklich? Nein, der Kosten/Nutzen-Faktor muss auch hier gewahrt bleiben. Vor allem, solange es andere mögliche Hebel gibt, um deutlich bessere Änderungen zu erreichen.
Bei dieser Kosten / Nutzen-Analyse wird die "persönliche Freiheit" ständig wie eine heilige Monstranz durch die Gegend getragen - und jeder versteht etwas anderes darunter.

Bedeutet persönliche Freiheit tatsächlich nur noch: Das neuste SUV-Modell fahren, Grillfleisch bis der Arzt kommt, Konsum auf Teufel komm ´raus?

Soll wirklich jede noch so kleine persönliche Freiheit so viel mehr wert sein als selbst der offensichtlichste Nutzen, das Überleben der gesamten Menschheit?

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mwroer 30.07.2019, 13:43
515.

Zitat von Dokoqueen
Ist es wirklich ein Freiheitsrecht, Erdbeeren in Plastik zu verpacken und (Bio)gurken einzuschweißen? Gehört es zu meinen Persönlichkeitsrechten auf der Autobahn mit 200 kmh unterwegs zu sein und 3 mal im Jahr zum Shoppen nach Paris oder Mailand zu fliegen? Meine Freiheit sähe ich dadurch nicht beschränkt, das wäre allerdings dann der Fall, wenn ich nicht mehr immer und überall meine Meinung frei äußern darf. Es will doch niemand den Flugverkehr völlig untersagen, auch nicht den Fleischkonsum oder das Autofahren. Diese Dinge sollen lediglich auf ein sozial verträgliches und weniger klimaschädliches Maß reduziert werden. Ich habe 3 Enkel und möchte, dass die Erde für sie auch noch dann bewohnbar ist, wenn sie 80 oder 90 Jahre alt sind. Auch dann soll die Luft noch atembar sein, das Süßwasser trinkbar und das Meerwasser frei von Plastik. Ist es dafür wirklich zu viel verlangt, vom SUV auf ein kleineres Auto umzusteigen und statt 3 Mal im Jahr nur noch einmal mit dem Flugzeug zu verreisen?
Ich kann Ihnen ruhigen Gewissens mitteilen dass ich noch nie eine Erdbeere in Plastik verpackt oder Gurke in irgendwas eingeschweißt habe. So dürfte es 99% der Foristen gehen. Meine Erdbeeren wandern vom Strauch in die Schale und werden dann mit Mehrweglöffeln aus Metall gegessen. Gurken erleiden ein ähnliches Schicksal.

Die Zahl der Autofahrer, selbst in Deutschland, die mit 200 km/h unterwegs sind liegt im unteren einstelligen Promillebereich und das Städteshopping ist eher eine Domäne der FFF Generation. Kein einziger meiner Bekannten im Bereich +35 bis +70 hat das je gemacht. AirBnB, Städtetrips nach xy und sonstiges ist die Generation die jetzt auch für FFF auf die Straße geht - nicht die die ihre 4 köpfigen Familie ernähren müssen.

Zum Beispiel meine Kinder und deren Studienkollegen.

Aber ist es deren Recht? Keine Ahnung. Ist es deren Recht über soziale Medien ungeheure Mengen an Energie zu verbraten um anderen Leuten beim auspacken von Paketen zuzugucken? Ist es deren Recht ungeheure Mengen von Energie zu verbraten um bei YouTube meist ziemlich sinnlose 2 Minuten Filme zu begucken?

Wo beginnt denn bei Ihnen 'ein Recht auf ...' und wo endet es? Was ist denn Ihrer Meinung zugestanden in Bezug auf Umweltverträglichkeit? Was haben Sie, ganz persönlich, denn Ihren Kindern und Enkeln in den letzten 20 Jahren strikt aus Gründen des Umweltschutzes verboten?

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rennflosse 30.07.2019, 13:45
516.

Zitat von markx01
Zitat:"Eindeutige Gebote und Verbote gibt es in allen Lebensbereichen und werden klaglos als notwendig hingenommen. Warum kann es bei dem Grundlebensmitteln Luft, Umwelt, Natur nicht auch so sein?" Stimmt. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Man könnte sogar darüber nachdenken, Umweltschutz für jeden als Grundrecht einklagbar zu machen. Gruß
Umweltschutz kann schon deshalb kein Grundrecht sein, weil dieser Begriff beliebig auslegbar ist.
Wir haben ja auch ein Anti-Diskriminierungsgesetz. Und was hat es gebracht? So viel wie heute wurde niemals zuvor diskriminiert.

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olli0816 30.07.2019, 13:46
517. Ich weiß ja nicht wo Sie wohnen

Zitat von misterknowitall2
die Trockenphase geht jetzt fast 2 1/2 Jahre. In 1.8m tiefe in Deutschlandweit keine Feuchtigkeit mehr zu finden.( Mit kleinen lokalen Ausnahmen). Den Rekordsommer 2018 mit all seinen Schattenseiten schon wieder komplett vergessen, den trockenen, milden Winter nicht in Erinnerung? Im Jahr davor ist der Winter praktisch ausgefallen. ...
Letztes Jahr war ein extremer Sommer. Aber der Winter hier in Südbayern war äußerst schneereich und kalt. Viele Niederschläge, Schnee in mittleren Lagen bis Anfang Juni. Wenn ich diesen Sommer anschaue, sehr durchschnittlich. 2 sehr heiße Wochen mit über 35 Grad, aber auch kühle Perioden mit z.T. viel Niederschlägen. Nicht nur die letzten zwei Tage, wo es viel und stark geregnet hat.

Deutschland ist insgesamt größer und es gibt durchaus auch tendentiell trockenere Gegenden. Wegen der Alpen ist es hier niederschlagsreicher. Aber wenn ich mir die Wetterkarten der Sommermonate angeschaut habe, wurden die anderen Teile auch häufig mit Niederschlag bedacht.

Was ich so witzig an euch Umwelt-Protagonisten finde ist die Tatsache, das ihr glaubt alles müßte tendetiell so stabil und vorhersehbar sein wie eine Beamtenlaufbahn. Wenn man sich mit der Entwicklung der Erde beschäftigt, hatten wir schon eine komplett vereiste Erde und eine mit einer Durchschnittstemperatur von über 50 Grad. Zugegeben nicht sonderlich toll für die Menschheit. Aber das ist das Problem der Menschheit, nicht der Erde.

Im Gegensatz zu dem Aktuionismus auf Verdacht, den Steuern und tollen Verboten, den die Umweltaktivisten recht schnell um die Ohren gehauen bekommen, würde ich viel Geld in Klimaforschung stecken. Und die Politik aus der Klimaforschung raushalten, es werden einfach zu viele Daten manipuliert und hingebogen wie sie jemand braucht. Das macht die Industrie, aber auch die Politik und die Umweltaktivisten. Jeder wie er es benötigt, um seine Ziele zu verfolgen. Aber Wissenschaft ist zum einen nicht immer 100% eindeutig und zum anderen viel zu ernst, das irgendwelche Leute glauben, etwas interpretieren zu müssen um eine Agenda zu fahren.

Klimaforschung ist eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft. Wir wissen fast nichts, auch wenn viele meinen das behaupten zu können. Schlüsseltechnologie deswegen, weil wir wegen unserer ungehemmten Vermehrung andere Welten besiedeln müssen. Dauert zwar noch ein paar Jahrhunderte, aber hier müssen wir anfangen.

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mordskater 30.07.2019, 13:52
518.

Zitat von howard_phillips
(.....................)hoher Bildungsstand und eigentlich rundherum abgesichert. Alternative Lebensweise als "Lifestyle". Der ungebildete Pöbel mit seinen niederen Bedürfnissen stört die Sozialutopie. Wir wissen es besser und deshalb muss dem unmündgen ungebildeten "Normalvolk" eben durch Verbote die "Brave New World" nahe gebracht werden.
Hmmmm.........vielleicht denken sie einmal nach über den Begriff "hoher Bildungsstand"?
Eventuell kommen sie dann zu der Überlegung, dass es einen Grund hat, wenn höher gebildete Menschen plötzlich Panik bekommen.
Die verstehen vielleicht, was ihnen anscheinend noch nicht aufgegangen ist: Die Wissenschaftler haben RECHT.
Der Klimawandel ist keine Ideologie, kein religiöses Dogma, sondern eine wisssenschaftlich belegte Tatsache. Es GIBT keine Alternative als JETZT zu handeln. Es ist eh schon mehr als 5 Minuten nach 12.

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mostly_harmless 30.07.2019, 13:53
519.

Zitat von k70-ingo
Zu meinen Bemühungen im aktiven Tierschutz gehört es, ab und an nach Thailand zu fliegen und mich dort um mißhandelte Straßenhunde zu kümmern. [...]
Ja, die Sinnhaftigkeit Ihres Tuns wird jedem sofort klar. Vor allem angesichts der gähnenden Leere deutscher Tierheime, und der Verzweiflung der Festangestellten und Ehrenamtlichen, die nicht wissen, wohin mit ihrer Zeit.
Nein, regelmäßige Flüge nach Thailand um Hunde nach Deutschland zu holen sind für die Menschheit geradezu unerlässlich. Gratulation zu dieser großartigen Idee.

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