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Regierungsbildung in der Türkei: Kurdenpartei wirbt für Anti-Erdogan-Pakt
AP

In der Türkei braucht die AKP von Staatschef Erdogan einen Bündnispartner. Doch jetzt formieren sich die Gegner der Regierungspartei: Die prokurdische HDP gibt sich offen für Koalitionen - ohne die Islamisch-Konservativen.

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von_hintendrop 11.06.2015, 13:54
20.

Was soll man von einem Land halten, in dem 40% der Wähler für einen "Führer", wie er von vielen genannt wird, votierten? Der Journalisten ins Gefängnis schickt, jede Kritik an sich bestrafen lässt und glaubt, Koalitionen und Kompromisse schadeten der Gesellschaft? Man könnte aus der Geschichte Deutschlands der 20er Jahre lernen, wohin sowas führt. Insofern ist es vernünftig, sich als Demokraten zusammenzuschließen, um gegen einen Despoten vorzugehen. Nationalismus und Faschismus durchziehen die islamische Welt. Wer nicht am Beispiel anderer lernen will, der muss seine eigenen Erfahrungen machen. Und wir als Europäer, die diese leidvollen Erfahrungen längst gemacht haben, können nur zusehen und beraten, wo nach Rat gefragt wird.

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Frokuss 11.06.2015, 14:14
21. Eine Freundin

von mir schwärmt für ein Bündnis zwischen CHP, MHP und HDP. Also die einzige Variante ohne die AKP. Sie selbst ist ein junge Türkin. Man kann dem Land also wirklich nur genau das gönnen... auf dass die 10% Hürde abgesenkt wird!

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realdemokratie 11.06.2015, 15:01
22.

Nur dank AKP konnte die Türkei so große Fortschritte in Wirtschaft und Demokratie machen. Es ist Erdogan zu verdanken, dass das Militär in die Kasernen musste.

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recepcik 11.06.2015, 15:28
23. @19

Wo soll da eine Versteckte Drohung sein. Gedroht hat Akdogan von AKP, Erdogans ehemaliger Berater, in dem er sagte die HDP könne nur noch eine Dokumentation vom Friedensprozess drehen.

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mojamann 11.06.2015, 15:38
24. Aha!

Wirtschaftliche Fortschritte? Dank den unzähligen und sinnlosen Bauprojekten wurde eine immense, unvorstellbare Blase aufgebaut, die wohl eher früher als später platzen wird.
Demokratische Fortschritte? Dank AKP/RTE?
Sie Leben offensichtlich in einer Parallelwelt.
Das vielzitierte Gedicht von Ziya Gökalp werde ich nicht bemühen...

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Yabanci Unsur 11.06.2015, 16:07
25. Konstruktive Zusammenarbeit

Links (DSP) und Extremrechts (MHP) haben schon 1999 koaliert, als das Land Bankrott war. Sie haben die notwendigen und sehr einschneidenden Wirtschaftsreformen auf den Weg gebracht. Dafür wurden sie brutal vom Wahler abgestraft, aber die AKP war klug genug, die Wirtschaftspolitik beizubehalten, der sie letztlich ihren Erfolgt verdankt(e). Eine von der MHP geduldete CHP-HDP-Koalition ist durchaus denkbar. Sie könnte die undemokratischen Gesetze außer Kraft setzen und die Korruption unter der AKP aufarbeiten. Diesmal geht es nicht um schmerzliche Verlust sondern nur um Gewinn. Das Kurdenproblem müsste zunächst gar nicht explizit angesprochen werden, da de-facto Waffenstillstand herrscht. Wenn der Stall ausgemistet ist, hätten alle drei Parteien ihr Wort an den Wähler gehalten, und dann könnte man aufgrund der unüberbrückbaren Divergenzen ohne Wettbewerbsnachteile an Neuwahlen denken.

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recepcik 11.06.2015, 16:20
26. @realdemokratie

Welche Demokratie ? Die AKP hat doch genau das Gegenteil gemacht. Sie hat die Justiz zu ihrem Hinterhof gemacht. Sie hat alle Gesetze gegen die Opposition und zu Ihrem Nutzen gemacht um den Staat komplett zu vereinnahmen. Hätte sie Demokratie gestärkt wäre es nicht möglich dass Erdogan als Präsident Wahlkampf für die AKP macht und die Staatsanwälte und Richter tatenlos zugeschaut.

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aristo32 11.06.2015, 18:27
27.

Zitat von kakadu
Demirtas hat seine Wähler verstanden. Das müssen wir uns hier in Deutschland noch einmal vergegenwärtigen, was dort gerade passiert: Die kurdisch geprägte Partei HDP erlangt einen historischen Sieg und schafft die 10% Hürde. Ihr stünde es nun offen ins Parlament einzuziehen. Aber Demirtas, Gesicht der HDP, deutet bereits kurz nach der Wahl an "Wir wurden nicht nur von Kurden gewählt und ich werde der Mann für alle meine Wähler sein". Er bedient nun seine türkischen Wähler, die ihn gewählt haben, weil sie die AKP nicht mehr an der Macht sehen wollen. Die Türkei braucht noch mehr Demirtas.
Inwiefern bedient er auch die Interessen von anderen ,ausser den Kurden?
Alle Oppositionsparteien wollen die Akp nicht mehr an dr Macht haben. Aber das Ziel der Hdp, die eindeutig stellvertretend für die PKK handelt, ist eindeutig die Türkei in ein Chaos zu stürzen. Weil es den Kurden zugute kommen würde. Sie wollen ihr nationalistisches Kurdistan, nicht weniger. Demirtas hat sich am Wahlabend öffentlich noch bei Öcalan bedankt.

Die Kurden sind faschistisch, es geht ihnen nur um ihre Rasse und um ihr Grosskurdistan!

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aristo32 11.06.2015, 18:31
28. Das ist was ganz anderes!

Zitat von friedrich_eckard
Ich bin kein Kenner der türkischen Verhältnisse, und möglicherweise ist meine Gedankenverbindung völlig "daneben" - aber woran erinnert micht diese Argumentation nur? Daran, dass hierzulande, wenn Gründe dafür gesucht werden, warum SPD und GRÜNE niemals nie nicht mit der LINKEN koalieren dürfen, immer einmal wieder die Mauertoten als Propagandaleichen mobilisiert werden. Das ist dann allerdings regelmässig ein plumper Schwindel, der lediglich den Rechtsbürgerlichen den Machterhalt sichern soll... Das ist aber, wie gesagt, nur eine Gedankenverbindung...
Die Linke ist nicht ansatzweise mit der HDP zu vergleichen. Hinter der HDP steckt die PKK, ganz eindeutig. Der Vorsitzende der HDP hat mehrfach sich zu Öcalan bekannt.

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octogon 11.06.2015, 19:02
29. Davutoglu: Koalitionsregierungen

...vorgeschichtlich formierte sich im Osten, Südosten eine Arbeiterpartei. Damen und Herren der HDP nahmen einen neuen "demokratischen" Anlauf. 80 Parlamentssitze. Die Menschen, mittlerweile im gesamten Land, sogar Europa gesiedelt, sind kein Stimmvieh der AKP, verbiegen sich dementsprechend nicht. Herr Davutoglu darf nicht mehr alleine, je nach Koalition darf er gar nicht mehr regieren. Persönliche Kraenkung durch das Votum des Volkes. Geht's noch Herr Akademiker?

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