Forum: Politik
Regierungskrise in Frankreich: Hollande am Ende
REUTERS

Nach Frankreichs Konservativen unter Sarkozy scheitert jetzt die Linke unter Hollande am Umbau von Republik und Wirtschaft. Die nächste Präsidentin könnte Marine Le Pen heißen.

Seite 2 von 13
egal 26.08.2014, 07:50
10. Glück für Frankreich

Aber Schuld sind natürlich mal wieder die Anderen. Merkel z.B., die sich weigert ad 1.) die Sparklemme zu lockern und noch mehr Geld als Draghi es ohnehin schon tut, für soziale Wohltaten zur Verfügung zu stellen und ad 2.) dafür via Eurobonds auch noch den deutschen Steuerzahler aufkommen zu lassen. Schon böse der deutsche Michel. Dabei wäre die welt so schon, in guter sozialistischer Manier Geld aus dem fenster zu schmeissen und damit beim Plebs die Wiederwahl zu bezahlen. Aber irgendwann geht einem halt das Geld anderer Leute aus, oder die weigern sich einem noch mehr zu geben. Diese Erfahrung macten auch schon unsere Club Med Staaten. Jetzt hat Frankreich eine Chance, statt sozialistischer Wolkenschlössern einmal solide Finanzpolitik zu betreiben. Willi go!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kritische Sicht 26.08.2014, 07:56
11. Absehbar

Das Scheitern von Hollande war absehbar. Keine Visionen, keine Durchsetzungskraft, ein Bürokrat und ein Blender. Eben ein Sozialist. Man muß sich nicht wundern: genau diese " Politik " und dazu das völlige Versagen der EU treibt Frankreich in die Arme der FN. Die einzige Partei, die die Lage realistisch einschätzt. Viel Erfolg für Frau Le Pen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
claus.w.grunow 26.08.2014, 08:06
12. Frankreich

Ist die EU Gemeinschaft mit dem Euro erfolgreich, dann blüht auch Frankreich. Aber dagegen sträubt sie sich. Marie Le Pen wird daran auch nichts ändern können. Mit ihren nationalistischen Drall, könnte sie viel Unruhe stiften und die EU Idee wo möglich sogar begraben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
western_skies 26.08.2014, 08:09
13. Das Krachen im alten Wald

Vielleicht ist in Frankreich nun die Zeit für eine Union der festen Hand gekommen, die in vorwärtsgerichteter Kraftanstrengung der Nation den Weg aus ihrer Misère weist. Schmerzhafte Schnitte an welkenden Ästen werden schließlich den Baum als Ganzes stärken. Dabei wird ein Wehklagen anheben. Doch es darf nie vergessen werden: Seit jeher übertönt im alten Wald das Krachen der stürzenden alten Bäume das Wachsen und Werden der neuen Generation. Es wird mit Frankreich wieder aufwärts gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
licorne 26.08.2014, 08:19
14. Nun mal langsam

Das Problem der frz Gesellschaft ist, dass auf Konfrontation anstatt Konsens gesetzt wir. Das geht schon in der Schule los, Lehrer gegen Schüler, Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer, Vermieter gegen Mieter, Sklavenhalter gegen Sklaven also. Die Tradition des Aushandelns, um zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, ist kaum vorhanden. Dann schmeißt so ein Montebourg mit viel Getöse seinen Kollegen öffentlich seine Rundumkritik vor die Füße und die Glaubwürdigkeit geht weiter verloren. Hollande hat Angst vor der Konfrontation und den Krawallen auf der Straße, die oft von den aus öffentlicher Hand finanzierten Gewerkschaften provoziert werden. Die Franzosen sind schon bereit für Veränderungen, nur Hollande tut nichts, kündigt an und zögert beim kleinsten Gegenwind. In F muss man direkt in den ersten 6 Monaten nach Regierungsantritt einschneidende Strukturreformen im Beamtentum und Arbeitsrecht durchführen, sonst wird das nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kantundco 26.08.2014, 08:23
15. Rückwärtsgerichtete Politik von Le Pen?

Wenn man in einer Sackgasse steckt ist rückwärts wohl die einzige Richtung. Doch Le Pen ist nur ein anderes Gesicht, mehr nicht. Auch sie wird keinen Systemwandel schaffen. Dass sie offensichtliche Probleme mit Immogranten als Sprungbrett nutzt, mag man kritisieren. Aber die anderen haben diese Probleme zu lange unter den Tisch gekehrt. Wir bei uns. Am Schluss wird Le Pen genauso enttäuschen. Denn letztlich träumen die Franzosen von einem starken Staat. Und genau dieser hat sie in die Misere geführt. Eigenverantwortung? Pustekuchen. Das große Frankreich von früher hat auf Kosten seiner Kolonien und seiner Nachbarn gelebt. Doch auch das geht nicht ewig. Ein echter Systemwandel, dafür sind die Franzosen noch nicht bereit. Sie hoffen auf eine Erlöserin oder einen Erlöser. Doch so etwas gibt es nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dieteroffergeld 26.08.2014, 08:38
16. Schlimm!

Aber was sollen die Souveräne eines landes denn tun?
Die diversen Parteien mit ihrem Geklüngel, ihren Skandalen und dem latenten Bereicherungsverhalten weiterhin goutieren? Es ist bedauerlich, dass die menschen keine andere wahl haben, dann eine solche Partei womöglich an die Macht zu hieven. Ob's besser wird?
Aber kann man einem Volk, das in der Mehrheit feststellen muss, zu den Verlierern zu gehören, ein "Weiter so" zumuten?
Und was die Grande Nation da bietet, muss keine Blaupause sein für die Bundesrepublik, aber die Hochleistungspolitiker hierzulande sollten darauf achten, dass Gerechtigkeit und Gleichheit -was alle Bereiche des Lebens betrifft - nicht verloren geht. Zu wenig nehmen die Regierenden die Stimmungen auf und bedenken ihr Handeln.
Ohne weiter kritisieren zu wollen, wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass auch bei uns eine Menge schief läuft und wir ein Zeitenwende erleben. Und man/frau kann nur hoffen, dass die richtigen Leute für uns auch die richtigen Entscheidungen treffen.
Falls nicht .....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
seine-et-marnais 26.08.2014, 08:42
17. Wenn es denn so einfach wäre

Hollande ist vielleicht am Ende, aber eine Auflösung des Parlamentes wird es wohl nicht geben. Da wird weitergemacht bis 2017, denn, so war gestern abend in TV-Diskussionen zu hören, bei Neuwahlen hätten wohl nur 50 - 60 Abgeordnete von PS/RDC eine Chance wiedergewählt zu werden. Die sind nicht so verzweifelt aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen.

Was nun den FN angeht. Ich warne seit Jahren dass man dem FN die Wähler geradezu zutreibt. Wenn ich dann lese: "Es ist ein irrlichterndes Trugbild, das die extreme Rechte von der Zukunft zeichnet, ein gefährliches Potpourri rückwärtsgewandter Fantasien. Und doch: In den von der Globalisierung überrollten Armutsregionen der ehemaligen Industriemacht, in den ländlichen Gebieten des "tiefen Frankreichs" entsprechen diese Klischees dem Bedürfnis nach einer Rückkehr zu einer überschaubaren Gemeinschaft, geeint in den Werten von Tradition und Republik." Was ist so schlimm an den traditionellen Werten der Republik dass man wenn man Egalité, Liberté, Fraternité fordert, wenn man für einen laïzistischen Staat eintritt, gleich in das Weichbild der Rechtsradikalen gerückt wird. Was ist daran rückwertsgewandt, was ist daran gefährlich? Es sind doch die anderen Parteien die dem FN da freien Platz lassen, die den einst erkämpften Fortschritt als obsolet betrachten. Es kommt noch dicker: " Das kommt an, vor allem wenn das Versprechen noch zusätzlich mit Kritik am Euro, einem infamen Cocktail giftiger Ressentiments gegen Islam und Immigranten ergänzt wird." In dem Moment in dem Dschihadisten in ihrem IS-Staat für den Tausende von 'Europäern' kämpfen jedem Andersdenkenden die Gurgel durchgeschnitten wird, in der in Frankreich der Staat zugibt die Rückkehrer nicht mehr unter Kontrolle zu haben, da kommt man mit Blauäugigkeit nicht weiter. Oder wie lange glaubt man dass es gutgeht Woche für Woche im Mittelmeer tausende von illegalen Einwanderern aus dem Meer zu fischen und sie zu 'sans papier' werden zu lassen die dann zB im Raum Paris in den Ghettos landen. Oder, wie lange glaubt man dass man weiter um das Goldene Kalb Euro herumtanzen muss, auch wenn man wirtschaftlich die EU in Trümmer legt.

Der FN hat sicher nicht die Lösung, aber er spricht zumindest die Probleme an, er sagt unbequeme Wahrheiten, er ist in einer 'alternativlosen Welt' die Alternative für den Bürger der nicht glaubt dass ihm die 'traditionellen' Parteien überhaupt noch zuhören. Und das ist nicht Schuld des FN, das ist die Schuld des PS, der UMP, und all der Parteien die um sie herum schwirren.

Hier noch eine interessante Karte zur Europawahl: stärkste Parteien: schwarz = FN, dunkelblau = UMP:
http://www.leparisien.fr/elections-europeennes/carte-resultats/index.php

Schöne Grüsse aus Frankreich

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cooner 26.08.2014, 08:45
18. Holland in Not

Oder besser: Europa in Not!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
josho 26.08.2014, 08:46
19. Marine le Pen sitzt am Ufer und wartet....

....bis ihre Feinde vorbeitreiben. Europa und seine Politik
verkürzen ihr die Wartezeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 13