Forum: Politik
Regionale Unterschiede beim Babyboom: Kinderfeindliche Stadt = weniger Geburten
DPA

In Deutschland kommen immer mehr Babys zur Welt - doch es könnten weitaus mehr sein. Wie das Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung meldet, fallen vor allem teure Städte bei den Zahlen stark zurück.

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Outdated 02.04.2018, 08:59
1. Das Problem ist schlicht die Konkurrenz:

Kinder haben ist enorm teuer, ein junges Paar in den zwanzigern oder frühen 30ern kann da auf dem Markt nur selten mit den älteren besser verdienenden mithalten, die dann folgerichtig die großen Wohnungen belegen.
Also hat man eben weniger Kinder.

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Nordstadtbewohner 02.04.2018, 09:05
2. Für eigene Wünsche auch selbst zahlen

""Ein Kinderwunsch darf nicht am Geldbeutel scheitern." Notwendig seien jetzt eine wirksame Mietpreisbremse und Investitionen in den Wohnungsbau."

Ich habe selbst Kinder, denke allerdings, dass jemand, der Kinder haben will, auch selbst dafür zahlen sollte. Kinder werden Deutschland bereits stark subventioniert, wie zum Beispiel über Kindergeld und die kostenfreie Krankenversicherung. Das kostet bereits Milliarden.

Die Investitionen in den Wohnungsbau, wie sie im Artikel von einer Linksparteiangehörigen gefordert werden, gehen zu Lasten der Steuer-zahlenden Leistungsträger in Deutschland, die bereits hohe Steuern und Abgaben zahlen. Wer eine gute Wohnung haben will, sollte hier also selbst Hand anlegen und zahlen, statt Steuersubventionen zu fordern. Diese Umsonstmentalität muss endlich aufhören

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patkim 02.04.2018, 09:09
3. Elterngeld....

Probleme gibt es auch an anderer Stelle, meine Frau und ich haben uns sehr spät kennengelernt. Wir haben nun unser erstes Kind mit 37 bekommen. Da meine Frau gut Verdient hat, bekommt sie einen Basis-Kindergeld Anteil von 1200€, auf Elterngeld Plus gerechnet sind das 600€ für ca. 2 Jahre... Nun wollten wir nach einem Jahr noch ein Kind... Doch Elterngeld zählt nicht als Einkommen und es können nur 12 Monate ausgeklammert werden... Ende der Geschichte, statt 1200€ bekommen wir fürs zweite Kind nur 300€ für ein Jahr oder 150€ für zwei Jahre....Weil ja zwei Kinder günstiger sind als eins....
Da ich als Heilerziehungspfleger arbeite und Menschen mit Behinderungen Pflege, verdiene ich nur knapp 2000€ im Monat...trotz insgesamt 5 Jahre Ausbildungen mit Weiterbildungen.....

Ergo muss meine Frau erst wieder mindestens ein Jahr arbeiten um ein zweites Kind zu bekommen, dann wären wir beide aber schon 40....

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BluemanHH 02.04.2018, 09:13
4. Es liegt an viel mehr

Ich habe selber zwei Kinder und bin der Auffassung, dass es an noch viel mehr liegt, als nur an der bezahlbaren Wohnung. Es ist schon eklatant, wie in diesem Staat Singles und Paare ohne Kinder bevorzugt, bzw. Famillien benachteiligt werden. Ehegattensplitting statt Splitting bei gemeinsamen Kindern. Die Sicherheit eines Kita-Platzes (Der Rechtsanspruch ist das Papier nicht wert, auf dem es steht). Ferner gibt es noch immer viel zu wenig Hort- und Ganztagsbetreuungsplätze. Weiterhin ist das Thema Rente für Eltern deutlich schwerer zu gestalten. Zum einen ist die staatliche Rente deutlich reduziert, da meist ein Elternteil maximal Teilzeit arbeiten kann und für private Vorsorge sind dann die finanziellen Mittel einfach nicht mehr da. So ist die Frage nach Kindern heute nicht nur eine Frage, ob ich Kinder möchte, nein es wird zur Gesamtexistenzfrage. Und das darf meines Erachtens nicht sein. Eltern tragen mit Abstand am meisten zur Zukunftssicherung des Staates in vielerlei Hinsicht bei, werden aber vielfach nicht berücksichtigt. Und dann sind da noch die ganz profanen Alltagsdinge, die viele ohne Kinder vergessen: Z.B. Urlaub: Familien können nicht wie Kinderlose außerhalb der Hochsaison in den Urlaub fahren, da ist immer die teuerste Feriensaison und dann auch nicht nur für eine oder zwei Personen... Anderes Alltagsthema: Das kranke Kind, da gibt es von der Krankenkasse 10 bezahlte Pflegetage (aber auch kein voller Lohnausgleich, sondern lediglich etwa 90%). Nach Aufbrauch dieser 10 Tage - und das geht sehr schnell - ist es unbezahlter Urlaub! Eine schreiende Ungerechtigkeit.

Wieso gibt es so wenig Kita-Plätze, warum ist das Steuerrecht nicht familienfreundlicher, warum wird man bei der Rente bestraft, wenn man aufgrund der Kinder weniger arbeiten konnte? Warum gibt es so wenig bezahlbaren Wohnraum. Warum gibt es kein Wahkrecht, in denen die Eltern eine zusätzliche Stimme für ihre minderjährigen Kinder haben? Warum gibt es nur 10 Pflegetage für ein krankes Kind? Warum fallen unsere Schulen auseinander? Warum gibt es einen Anspruch auf Teilzeit aber keinen auf Rückkehr in Vollzeit.

Vestehen sie mich nicht falsch, ich möchte meine Kinder nicht missen. Aber die Benachteiligung durch den Staat macht es uns Familien nicht wirklich einfacher...

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mirage122 02.04.2018, 09:25
5. Renten-Zahler von morgen

Kinder sind diejenigen, die später auch die Rente zahlen von Bürgern, die sich aus finanziellen Gründen gegen Nachwuchs entschieden haben. Darum sollten allerbeste Voraussetzungen geschaffen werden, um hinsichtlich guter Ausbildung und optimalem Lebensumfeld die entsprechenden Strukturen zu schaffen.

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voiceecho 02.04.2018, 09:40
6. ungenaue Statistik

Wie schon im Text erwähnt, beruht die Statistik auf die relativ hohe Geburtsrate bei den Flüchtlingen und somit ist die Statistik dann wieder nicht ganz richtig. Würde man die Erhebung ohne diese Rate erheben, würden sicherlich andere und höchstwahrscheinlich viele niedrigere Zahlen rauskommen.

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argony 02.04.2018, 09:43
7. Statistik?

Statistiken helfen nur wenig bei solch komplexen Thematiken. Wenn man da nicht aus seinem Büro heraus kommt, dann schreibt man eben solche Schlussfolgerungen. Würde man sich aber z.B. mal in Gera umschauen, so würde man schnell herausfinden das Wohnraum hier Überflussware und Kitaplätze genug vorhanden sind. Aber schnell mal was daher schreiben , damit kennt der Spiegel sich ja aus: vor allem, wenn es um Gera geht- nicht wahr ;-)

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Harry_S 02.04.2018, 09:44
8. Vollkommen richtig

Als wir seinerzeit im Alter waren, wo wir uns Kinder gewünscht hatten, haben wir unter den gegebenen Rahmenbedingungen in München (Kita nur in Theorie vorhanden, Mieten für familiengerechte Wohnung Euro 1.500,00 + x kalt, 1 Teilzeit-Job ab Kind 3 Jahre, davor nur 1 Verdiener) das Ganze über 18 Jahre mit Excel durchkalkuliert. Das Ergebnis: Es wurde vom Nachwuchs Abstand genommen. Heute haben wir nachdem wir dank Kinderlosigkeit beide beruflich aufgestiegen sind, eigenes Haus und uns geht es wirtschaftlich gut, allerdings fehlt uns der Nachwuchs. Das Problem ist, dass die wirtschaftlichen Ressourcen in den jungen Jahren, wenn man sie braucht, fehlen, wenn man nicht geerbt hat, in der Villa der Eltern leben oder sonstige finanzielle Ressourcen anzapfen kann o.ä. Auf dem Land mag man als irgendwie hinkommen, in München nachweislich nicht. Ich stelle das Excel-Sheet gerne zur Verfügung, wenn mir die geneigten Mitforisten nicht glauben möchten.

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Duracellhase 02.04.2018, 09:45
9. @Nordstadtbewohner

Zunächst mal, Kindergeld und kostenlose Krankenversicherung decken nur einen Bruchteil der Kosten, die mit Kindern verbunden sind.
Man darf dabei nicht nur an direkte Kosten, wie Bekleidung und Nahrung denken, die wahrscheinlich ganz gut über das Kindergeld aufzufangen ist, sondern auch an die Kosten, die sich indirekt ergeben. Und die haben es in sich:

Allerspätestens ab dem dritten Kind fällt ein Einkommen komplett weg, Kinderbetreuung und Haushalt ist dann nämlich ein Vollzeitjob. Die Kosten, die alternativ für eine Betreuung fällig werden (wenn man die überhaupt bekommt) müssen sie erst mal verdienen.
Nächstes Problem: wohnen. Spätestens ab dem 2.Kind bekommen sie Probleme eine Wohnung zu finden. Es gibt viele Vermieter, die per se keine Kinder wollen. Das Problem wird umso größer, je mehr Kinder man hat. Also dann kaufen? Was das in den Ballungsgebieten bedeutet muss man niemand erklären. Wir erinnern uns auch: das zweite Einkommen fehlt ja...
Nächstes Problem: Mobilität. Ab dem 3.Kind tut es der einfache Kombi auch nicht mehr. Also was Großes her, was wiederum höhere Kosten bedeutet.
Nächstes Problem: Urlaub. Zu dem Umstand, dass mehr Köpfe sowieso schon mehr Kosten kommt noch erschwerend hinzu, dass die ja wegen der Schulpflicht ihrer Kinder immer zur Hochsaison fahren müssen. Muss ich noch erklären, was das bedeutet?

Ich könnte noch viele weitere Beispiele aufführen.

Man kann natürlich sagen, dass alles brauch man nicht. Als Familie der Mittelschicht möchte man allerdings Teilhabe an der Gesellschaft haben, deswegen gehören solche Dinge bei uns eben auch dazu. Andernfalls geht man gleich runter auf H4 Level und lässt sich alles von der Gemeinschaft bezahlen, ohne das despektierlich zu meinen.
Oder man wird Vorstand eines großen Unternehmens, dann geht das auch mit einem Einkommmen. Leider kann das nicht jeder und die Stellen sind rar.
Als Belohnung bekommt derjenige Elternteil, der Zuhause geblieben ist und sich um die Kinder gekümmert hat, später weniger Rente.
Da muss man sich nicht wundern, wenn die Mittelschicht nicht genug Kinder bekommt.

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