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Reise des Bundespräsidenten: Steinmeiers unheimliche Begegnung mit Chinas Digitalprof
DPA

"Menschen stören eher": Bei seiner China-Reise informiert sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über Innovationen in der Digitalisierung. Manches, was er zu sehen bekommt, stimmt ihn skeptisch.

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Amanare 07.12.2018, 11:28
1. Wie immer

Immer wieder schön anzuschauen, wie man als deutscher Politiker keine Ahnung von neuen Technologien hat.
Im ehemaligen Land der Dichter und Denker zählt nur der Ingenieur etwas, alles andere ist Teufelszeug oder, wie das Internet, Neuland.

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OhMyGosh 07.12.2018, 12:07
2.

Die Bedenken und Irritationen unseres Bundespräsidenten, der als Europäer der geistesgeschichtlichen Entwicklung des Humanismus und der Aufklärung entstammt, sind für mich nachvollziehbar; offensichtlich sind die auf Linie getrimmten (jungen) Chinesen wenig an ethischen Implikationen interessiert. Die Vorstellung, mein Smartphone könnte meine Wünsche bzw. Gedanken antizipieren, erscheint nur auf den ersten flüchtigen Blick praktisch; denkt man weiter, so sind der Manipulation des Menschen durch einen seelenlosen Apparat doch Wege eröffnet, die ich nicht bereit bin mitzugehen.

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Plasmabruzzler 07.12.2018, 12:18
3.

Hoffentlich bekommt Steinmeier auch mit, wie viele Jahre oder gar Jahrzehnte Deutschland beim Thema Digitalisierung bzw. Digitalität zurückliegt. Mit dem Hick-Hack um das Thema 5G ist ein gutes Beispiel gebracht: andere Länder freuen sich auf die neue Technologie und hier stellt man erst einmal die Sinn-Frage - die auch berechtigt ist, aber nicht differenziert betrachtet wird.

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dirk.resuehr 07.12.2018, 12:18
4. Deutsche Experten

Steinmeier ist ja ausgewiesener IT- und Kommunikationsexperte und weiß so wenig wie der Rest des Vereins, woraufs ankommt. Wir schaffen trotz seines unermüdlichen Einsatzes nicht, daß die 3 großen Hersteller flächendeckend Glasfaser verlegen oder sich gar ebenso auf Flächendeckendes G 5 einigen. Nach Forschungsministerin brauchen wir das nicht überall, nur für autonomes Fahren, das wär schön- geht aber nur mit flächendeckendem G 5- wer wird denn so kleinlich sein. Unser Wirtschaftsminister schämt sich, weil er nicht telefonieren kann, ändern tut er aber vorsichtshalber nichts. Er ist voll ausgelastet, den Trassenausbau für die erneuerbare Energie nicht voranzubringen. Nicht weitersagen: Mit der Regierungstruppe um Frau Merkel entwickeln wir uns zur Weltlachnummer. Die mittelständische Industrie hält die Fahne hoch, die Großunternehmen kümmern sich derweiil darum, wie man elegant seine Kunden betrügen kann und ordentlich Gewinne´einfährt- Ihnen sollte man vielleicht sagen, dass das Leben Zu-Spät-Kommer auch in der Wirtschaft bestraft. Na ja, ist ja bald vorbei, hoffentlich!

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2cv 07.12.2018, 12:18
5. Ach lieber Frank Walter, und liebe restlichen Gutmenschen...

Zum ersten: Herrn Steinmeier und der Delegation wird natürlich nur das gezeigt, was den unmittelbar nächsten technologischen Fortschritt zeigt, der in den nächsten 12-18 Monaten Marktreife findet (oder schon hat), nicht aber die erheblichen Innovationen, die in der 5-10 Jahres Perspektive von China derzeit angestrengt wird. Wen das interessiert, möge sich mal einlesen in die "Neue Seidenstrasse". Das Wirtschaftsentwicklungskonzept läßt erahnnen, mit welcher Wucht und Vehemenz wir in den nächsten Jahren überrollt werden. Mein Nachbar ist "Business Developer" für die Provinz rund um Foshan City, und wenn man sieht, welche Anstrengungen unternommen werden, Europa und die "Old Economy" auszubooten, mag einem Angst und Bange werden ob der Dimensionen. Die weltgrößten Marketplaces a la "Alibaba" und Co. haben mittlerweile ein eigenes IP-Backbone-Netz in alle Logistikzentren und Handelsplätze, Häfen und Wirtschaftsstandorte. Der Warenfluss ist "Ende-zu-Ende" nicht mehr in der Hand, die mit ihm umgehen - "wir" sind da nur noch die Abgehängten, und werden recht schnell zum Entwicklungsland. China ist mittlerweile der größte direkte und indirekte Arbeitgeber weltweit, hat über Jahre hinweg in den "Tier3+ Märkten" (vorrangig afrikanischen Staaten) seine Konzepte ausgetestet, und mittlerweile mit mehr als 60 Staaten dazu Verträge abgeschlossen (siehe News früher dieses Jahr). Wenn man sieht, wie chin. Minderheitsbeteilgiungen in der KMU (kleine und mittl. Unternehmen) global Einzug halten: wow...... Dann noch die politischen Weichenstellungen:: Der chin. Nachbar ist mehr in der Staatskanzlei unseres Bundeslandes und bei politischen Themen präsent als ich die politischen Entscheider selbst im deutschen Fernsehen sehe. Wer sich davon ein eigenes Bild machen möchte, mit welcher Rasanz wir derzeit abgehängt werden, dem sei die Hannover Messe Industrie Anfang April 2019 empfohlen - "Deckmäntelchen der Moral tarnen", spielt die Musik längst woanders. Wann werden Steinmeier und Co. realisieren, daß wir nicht nur im "Neuland" sondern im "digitalen Entwicklungsland" angekommen sind? Was Trump mit Putin und anderen hin- und her eskaliert, erweckt in China nur ein müdes Lächeln ob der Kleinkrämerei...

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missourians 07.12.2018, 12:23
6.

Interessant, von einem chinesischen Produzenten zu hören, dass Menschen = Arbeiter eher in der zukünftigen Produktion stören. Da man ja angeblich wegen den niedrigen Löhnen in China und nicht im teuren Deutschland produziert, heißt das ja im Gegenzug dass man in Zukunft wieder "Vorort" in Europa produzieren kann und nicht umweltfreundlich die Rohstoffe und Waren von China nach Deutschland versenden muss, wenn die Produktion eh vollautomatisch abläuft und die gleichen Produktionskosten verursacht.

Schaufeln sich mittelfristig die Chinesen ihr eigenes Grab mit dieser neuen Digitalisierung und Vollautomatischen, menschenfrei Produktionen? Ergo, eine neue Chance für den Produktionsstandort D und EU.
Klar braucht man noch ein paar Ingenieure, Werkstattarbeiter... aber lohnt es sich dafür die Waren über die halbe Erde weg produzieren zu lassen und zu versenden?

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SummseMann 07.12.2018, 12:38
7. Oh mein Gott, Fortschritt!

Was sagte ein schlauer Mann einmal: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. China, das sind 20% der Menschheit, braucht sich nicht um ängstliche und jammernde Europäer zu sorgen. Sie wissen wer am Ende das Rennen machen wird. Gott sei dank waren wir auch mal so. Man denke nur die heutige Angst wäre zur Zeit des Übergangs von Lehmhütten zu Steinhäusern schon da gewesen. Wir würden immer noch in den Flohverseuchten Hütten leben und mit sorgen auf die "armen" Menschen blicken die gezwungen sind in Steinhäusern zu leben. Ist wie mit dem Klimawandel: Den gab es schon immer, und überlebt hat nur wer sich angepasst hat.

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spontanistin 07.12.2018, 12:41
8. Monopole auf dem Vormarsch!

Die IT-Giganten versprechen dem ahnungslosen und gutgläubigen Publikum eine „bessere Welt“. Dass diese dann die totale Überwachung bringt wird verdrängt und nutzt ja auch den inhärent Machtbewusstsein Politikern. Die Grundelemente der echten Demokratie wie Gemeinwohl und Solidarität und Begrenzung von Macht (zeitlich und im Umfang) werden komplett ignoriert. Und in China wird im Sinne des „Neuen kommunistischen Menschen“ schon die gentechnische Züchtung des Homo sapiens vorangetrieben. Schöne neue Welt.

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willibaldus 07.12.2018, 12:51
9.

Das Niedriglohnland China wandelt sich zum Konsumentenland. Die billigsten Arbeitsplätze sind längst in andere Länder abgewandert. Trotzdem hat China in der Fläche noch einiges aufzuholen. Klar, Steinmeier spricht die gesellschaftlichen Unterschiede an und bemerkt wie blauäugig die Chinesen in die schöne neue Welt der Totalüberwachung gehen. Wer glaubt, die Chinesen wären meilenweit voraus, der liegt - noch - falsch. Aber sie werden als erste gewisse Auswüchse zu spüren bekommen, weil sie nicht hinschauen und keine Fragen zu den Konsequenzen und Auswirkungen stellen

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