Forum: Politik
Rekonstruktion der Bürgerversammlung in Kassel : Ein Satz, und der Hass danach
DPA

Der Verdächtige im Fall Lübcke will die Tat aus Ärger über eine Aussage des CDU-Politikers begangen haben. Was geschah am 14. Oktober 2015, als der Regierungspräsident sich zu einer Asylunterkunft äußerte? Sein Pressesprecher erinnert sich.

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SonstNichts 26.06.2019, 21:11
1. Der Mann war Regierungspräsident.

Der Mann war Regierungspräsident. Ähnlich wie unsere Kanzlerin, kann er fordern, muss aber selber direkt weder umsetzen noch erleben noch aushalten, was er fordert und für richtig hält. Möglicherweise störte das den Zusammenhang. Anderseits natürlich, um Gottes Willen, kein Grund ihn zu töten.

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abc_bis_z 26.06.2019, 21:12
2. "Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen.

"Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen." Absolut korrekt, gilt für alle. Jedoch leben wir in einem Land, wo Niemand das Land verlassen muss, egal er die hiesigen Werte mit Füßen tritt, egal ob er schwere Straftaten begeht, egal auf welchem Wege er in dieses Land gekommen ist, egal ob er sich ausweisen kann oder nicht, alles komplett egal. Niemand muss dieses Land verlassen, zum Verlassen aufgefordert werden höchstens mal Leute, die "schon länger hier leben" und ab und zu werden mal ein paar arme Schweine ausser Landes gebracht zum Zwecke des Markieren des starken Staates - die Mehrzahl aller, die das Land betreten haben und noch betreten werden, können bleiben. Kritik und Sorgen ob dieser Zustände, bei der geltendes Recht pauschal nicht mehr angewandt wird, wird belächelt und belacht und in die ganz, ganz rechte Ecke gestellt. Das alles gehört zu Gesamtlage dazu, wenn man über die links wie rechts erhitzte Gemütslage dieses Landes schreiben will.

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spon.5.gnufiz 26.06.2019, 21:22
3. "Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!"

"Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!" ist doch seit Jahren der Standard-Slogan von Afd'isten, Pegid'isten und anderen Extremrechten, Rechtsextremen, Neonazis und wie sich die restlichen identitätslosen Kleingeister gerade noch schimpfen mögen.

Und wenn man genau diesen Gesellschaftsfeinden ihre eigene Rede vor den Kopf hält, greifen sie zur Waffe und fangen an Leute zu ermorden?
Obwohl diese hetzenden rechten Feiglinge doch genau dieses tun: Sie die deutschen Werte und damit unser Land Deutschland nicht lieben?

Es ist doch schlimmer als man dachte.

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MiCo 26.06.2019, 21:27
4. Herr Lübcke hatte recht

Auf Hassprediger und Mordgesellen, kann dieses Land verzichten. Auch nach fast 75 Jahren der Naziherrschaft sind die Folgen des Hasses und das erzeugte Leid noch präsent.
Wehret den Anfängen und eigentlich sind die Anfänge schon lange vorbei.
Deshalb müssen die Mörder und deren geistige Anstiftern wie Frau Steinbach mit allen Mitteln des Rechtsstaats bekämpft werden.

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kaiser.friedrich 26.06.2019, 21:32
5. SPIEGEL zitiert aber auch nicht sauber

Er sagte eben nicht nur "Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist.", sondern fuegte noch hinzu "Das ist die Freiheit jedes Deutschen." und das verleiht dem ganzen doch schon einen anderen Spin.

Ich halte es auch fuer Spekulation, wenn jetzt behauptet wird, Luebcke wurde gezielt zur obigen Aussage provoziert, durch im Saal gezielt verteile Aktuere. Sofern es keine Beweise fuer diese These hat, sollte man sich mit Spekulationen zurueckhalten.

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pethof 26.06.2019, 21:32
6. "Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen.

Diese Forderung ist in der Tat ein starker Tobak, der aber natürlich keine Hinrichtung rechtfertigt.
Zur Wendezeit war der Rosa-Luxemburg-Ausspruch „Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden“ hoch in Kurs. Mit ihm sollte auf das Meinungsfreiheits-Defizit in der DDR hingewiesen werden und die Ideologen dieses Staates mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Heute, in unserer neuen WERTE-Gesellschaft, wird die Luxemburg-Losung nicht mehr gern gehört. Müsste man ja dann akzeptieren, dass es außer der vorgegebenen Mainstream-Meinung möglicherweise auch noch andere gibt, die man entsprechend des Luxemburg-Zitats ja auch noch akzeptieren müsste! Das ist heute ein Unding. Und Lübcke setzte noch eins drauf, indem er die Andersdenkenden ins Exil schicken wollte! Eine Republik der Gleichdenkenden, das war offensichtlich seine Vision. Das es hiergegen in einer demokratischen Gesellschaft massive Einwände geben sollte, ist doch selbstverständlich. Um an der Richtigkeit und Verfassungsmäßigkeit des Lübcke´schen Wunsches Zweifel zu haben, braucht man fürwahr kein Extremist zu sein.
Ein Land mit verordneten und vorgegebenen Einheitswerten, so wie es sich Lübcke vorstellte, ist ein Hühnerhof mit laut gackernden und synchron nickenden, und damit Zustimmung heuchelndem Federvieh. Ein solches Land brauchen wir nicht. Aber wir sind leider auf dem besten Weg dahin.

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haarer.15 26.06.2019, 21:38
7. Walter Lübcke - dem Mann gebührt Dank

Er war ein christlicher Demokrat durch und durch. In hohem Maß authentisch. Lübcke hat mit seiner Aussage ins Schwarze getroffen. Eine Aussge, die aufgrund etlicher bewusster Provokationen, Zwischenrufe und Störungen erfolgte. Lübcke konnte ja selten einmal ausreden. Was für eine fragwürdige intolerante Gesprächskultur... "Wer diese Werte nicht vertritt, der kann dieses Land jederzeit verlassen". Recht hat er doch. Wer fühlte sich da auf den Schlips getreten ? Anstatt einmal in sich zu gehen und zu reflektieren, kam leider Bedenkliches zutage. Ich finde es beschämend, dass es soviele Leute gibt, die für eine echte Wertegesellschaft offenbar nix übrig haben. Äußerst bedenklich !

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Toejam 26.06.2019, 21:41
8. Korrekt

Zitat von abc_bis_z
"Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen." Absolut korrekt, gilt für alle. Jedoch leben wir in einem Land, wo Niemand das Land verlassen muss, egal er die hiesigen Werte mit Füßen tritt, egal ob er schwere Straftaten begeht, egal auf welchem Wege er in dieses Land gekommen ist, egal ob er sich ausweisen kann oder nicht, alles komplett egal. Niemand muss dieses Land verlassen, zum Verlassen aufgefordert werden höchstens mal Leute, die "schon länger hier leben" und ab und zu werden mal ein paar arme Schweine ausser Landes gebracht zum Zwecke des Markieren des starken Staates - die Mehrzahl aller, die das Land betreten haben und noch betreten werden, können bleiben. Kritik und Sorgen ob dieser Zustände, bei der geltendes Recht pauschal nicht mehr angewandt wird, wird belächelt und belacht und in die ganz, ganz rechte Ecke gestellt. Das alles gehört zu Gesamtlage dazu, wenn man über die links wie rechts erhitzte Gemütslage dieses Landes schreiben will.
Sehe ich genauso. Lübckes Ausspruch war der Gipfel
der alternativlose Politk der Kanzlerin. Was mich geärgert hat, dass damals kein einziges Medium Lübckes Satz kritisiert hat.
Hätten wenigstens ein paar Leitmedien Lübcke für seinen Satz kritisiert, im Sinne Presse, die eine pluralistische Gesellschaft abbildet, wäre die Empörung nicht in rechtsradikale Hände gefallen.

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muellerthomas 26.06.2019, 21:42
9.

Zitat von pethof
Heute, in unserer neuen WERTE-Gesellschaft, wird die Luxemburg-Losung nicht mehr gern gehört. Müsste man ja dann akzeptieren, dass es außer der vorgegebenen Mainstream-Meinung möglicherweise auch noch andere gibt, die man entsprechend des Luxemburg-Zitats ja auch noch akzeptieren müsste! Das ist heute ein Unding. Und Lübcke setzte noch eins drauf, indem er die Andersdenkenden ins Exil schicken wollte! Eine Republik der Gleichdenkenden, das war offensichtlich seine Vision. D
Was für ein Unsinn. Schauen Sie mal bei mmnews, contra, Compact und wie sie alle heissen. Es kann jeder seine Meinung sagen und niemand soll ins Exil geschickt werden. Wieso verbreiten Sie derartige Falschbehauptungen?

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