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Religion und Homosexualität: Islam? Voll schwul!
AFP

Im Namen des "Islamischen Staats" erschoss der Attentäter von Orlando Schwule und Lesben. Dabei konnten Homosexuelle in muslimischen Gesellschaften über Jahrhunderte viel freier leben als im Westen.

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ke_karolus 16.06.2016, 13:53
130. Was soll denn bewiesen werden?

... und wen interessiert's denn wirklich?

Alle monotheistischen Religionen sind stark homophob und würden Homosexualität - wenn sie könnten wie sie wollten - mit starken Sanktionen belegen.

Wieso man jetzt für den Islam krampfhaft nach Gegenbeweisen suchen muss - und das auch noch bei uns und nicht in irgendeinem moslenischen Kand - erschließt sich nicht.

Es kommt nicht auf die Religion an, sondern was man drauß macht.

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klmo 16.06.2016, 13:57
131.

Zitat von Moloch2604
http://www.diewahrereligion.eu/fatwah/?p=287 Auszug: Das Verbrechen der Homosexualität ist eines der schlimmsten Verbrechen, der schwersten Sünden und der verabscheuungswürdigsten Taten und Allah bestrafte diejenigen, die es taten, so, wie Er kein anderes Volk bestrafte. Es ist bezeichnend für die Verletzung der Fitrah, für völlige Irreleitung, schwachen Intellekt und einen Mangel an religiöser Hingabe und es ist ein Zeichen der Verdammung und des Verlustes von Allahs Gnade. Wir bitten Allah darum, uns sicher und gesund zu halten. Diese Aussagen kommen von den 4 höchsten Imanen in Deutschland - wohlgemerkt, 4 Imane die zu den Gemäßigten zählen.
Das ist ja der entscheidende Punkt, warum ich Religionen generell ablehne. Woher nehmen für solche Aussagen die Imame ihre Legitimation? Ja WER legitimiert hier eigentlich? Man flüchtet sich in Interpretation und Auslegungsfragen, je nach dem, wie der Aussagende konnotiert ist.
Konsens nicht möglich, jedenfalls nicht auf rationeller Basis.

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mitchomitch 16.06.2016, 13:57
132.

Homosexualität als sexuelle Orientierung und Form des Zusammenlebens wird weder in der Bibel noch im Koran thematisiert. Das 3. Buch Mose (Levitikus) bezieht sich nach aktuellem Stand der Bibelwissenschaft ausschließlich auf den Priesterdienst im Tempel. Die dort zusammengefassten Gebote dienten insbesondere der Abgrenzung gegenüber anderen, damals vorherrschenden Kulten. Diese Kulte beinhalteten unter anderem bestimmte sexuelle und homosexuelle Praktiken als Bestandteil des rituellen Gottes- bzw. Götzendienstes. Daher z. B. im gleichen Atemzug auch die Weisung, sexuelle Handlungen unter Verwandten oder mit Tieren zu unterlassen, so wie es nun einmal in einigen dieser Kulte, aber ganz gewiss nicht im Alltag der Bevölkerung, mitunter praktiziert wurde. Verboten war laut 3. Mose übrigens auch der Verzehr von Schalentieren (z. B. Shrimps). Das Wort "Greuel" hat im Urtext die Bedeutung eines für den Gottesdienst ungeeigneten Opfers. Mit anderen Worten: Wer aus dem Levitikus ableiten will, dass Homosexualität Sünde ist, ist nicht bibeltreu, sondern vergewaltigt und missbraucht diesen Text auf das Übelste. Für den eigentlichen Religionsstifter, Jesus, war das Thema im Übrigen so unwichtig, dass er es noch nicht einmal mit einer kleinen Silbe erwähnte. Auch die neutestamentarischen Briefstellen beziehen sich ausschließlich auf rituelle sexuelle Handlungen an Kindern. Sexueller Missbrauch von Kindern war damals leider an der Tagesordnung.

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Humboldt 16.06.2016, 13:58
133. Sehe ich anders!

Zitat von cato.
Tja blöd halt, dass sie in einer freiheitlichen Gesellschaft leben, da können sie sich solche Forderungen in die Haare schmieren. Akzeptanz bringen Menschen einem freiwillig entgegen oder eben nicht. Und die einzige Person in diesem Staat, die einen gewissen Anspruch auf Respekt einfordern kann ist das jeweilige Staatsoberhaupt und auch dieser Respekt dem Amt gegenüber wird heutzutage eher widerwillig gewährt.
Sehe ich anders: Akzeptanz meine ich in dem Sinne, dass Homosexualität als Fakt zu akzeptieren ist, und Respekt gegenüber von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gedeckter Lebensweise der schwul-lesbischen Community leite ich aus dem Grundgesetz ab!
Und Respekt hat etwas mit Würde zu tun! Toleranz heisst die Hinnahme von mir abgelehnter Lebensweisen, dass wäre mir zu wenig! Muslime wollen ja auch Respektiert werden, mit Recht! Solange wir unser Grundgesetz als gemeinsame Vorgabe nehmen, dies ist natürlich schon Voraussetzung!

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markus_wienken 16.06.2016, 13:59
134.

Zitat von veritas31
Na ist es nicht großartig, dass sich hier jetzt wieder 100000 Islamwissenschaftler zu Wort melden...die natürlich alle auch den Koran im arabischen Original gelesen und auch verstanden haben? Mein Tipp an alle "Experten": wenn man keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten und das akzeptieren, was die wirklichen Fachleute sagen!!!
Wen interessiert, was Fachleute sagen?

Relevant ist, wie der Koran heute von sehr vielen Muslimen ausgelegt und der Islam heute von sehr vielen Muslimen gelebt wird.

Und was heißt schon den Koran verstanden haben? Da gibt es mannigfaltige Möglichkeiten der Auslegung..wie bei der Bibel/Thora eben auch.

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Golda Meier 16.06.2016, 14:11
135. Nathan der Weise

Zitat von Zappa_forever
...ist in erster Linie eine Wunschvorstellung, die während der Aufklärung in Europa entstand. Nathan der Weise & Co... Dabei ist unbestritten, dass es lokal und zeitlich begrenzt einigermaßen tolerante Ausprägungen gab. Das Maß der Akzeptanz Andersgläubiger oder von Abweichlern hing aber wesentlich von der Einstellung des jeweiligen Machthabers ab... Ähnlich verhielt es sich beispielsweise mit dem christlichen Friedrich II., der in gewisser Hinsicht modern und aufgeklärt handelte... Das alles ändert aber ohnehin nichts am heute und jetzt. Der Islam hatte keine Aufklärung und so wie es aussieht wirde es damit auch noch sehr lange dauern... Die ganze Religion ist ein Hindernis der freien Geistesentfaltung des Individuums und der Reflexion. Psychologie ist für ihn ein Fremdwort. "Gehorche!" steht im Endeffekt über allem.
Der aufgeklärte Islam - eine Illusion? Oder ist das nicht doch ein Prozess, der schon längst - wenn auch von Outsidern unbemerkt - im Gang ist? Wir wissen es nicht, die islamische Community läßt sich nicht gerne in die Karten gucken. Innere islamische Differenzen werden hinter eine Burka ausgetragen. Das sollten wir Ungläubigen akzeptieren.

Der Autor des Artikels, Sydow, ist jedenfalls einen mutigen Schritt weiter gegangen. Er hat hinter den Schleier geguckt und einen alten Hofnarrn und einen schwulen Imam entdeckt, die problemlos in einem Lessing-Drama auftreten könnten. Das war sicher ein investigatives Stück Recherche. Chapeau! Der Journalistenpreis winkt!

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horstnorbert 16.06.2016, 14:12
136.

Zitat von stinkfisch1000
Tut mir leid, aber Sie können nicht mehr verlangen als Toleranz. Selbstverständlich müssen auch Schwule respektieren, dass es Menschen gibt, deren religiöse, kulturelle und persönliche Einstellungen bestimmte Sexualpraktiken nicht akzeptabel finden. Man kann unterschiedliche Dinge gut oder schlecht, angenehm oder eklig, schön oder nicht schön finden, man kann sich aber trotzdem gegenseitig mit Toleranz begegnen, nicht mehr und nicht weniger.
Sie verstehen den Unterschied zwischen angeborenen Merkmalen und Meinungen und Einstellungen nicht.

Wenn jemand homosexuell ist, so ist er genauso zu akzeptieren, wie jemand, der heterosexuell ist. Welche Sexualpraktiken jemand ausübt, geht andere Menschen nichts an.

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udo46 16.06.2016, 14:13
137.

Was hier von SPON so alles bemüht wird, um den Islam gesellschaftsfähig und demokratiekompatibel schönzureden, grenzt langsam ans Lächerliche.

- Homophobie im Islam? Gibt`s nicht.
- Unterdrückung der Frau? Gibt`s nicht.
- Hadithe haben denselben Rang wie der Koran? Natürlich nicht.
- Züchtigungsrecht der Eltern? Quatsch.
- Beschneidung? Folklore.
- Mohammed ein Feminist? Aber sicher.

Und so geht es weiter.

Was steckt dahinter?

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Amadís 16.06.2016, 14:17
138.

Vor einiger Zeit habe ich das (sehr empfehlenswerte!) Buch "Der schwarze General" von Tom Reiss gelesen, eine Biographie über Alexandré Dumas, den Vater des gleichnamigen berühmten Schriftstellers, der General in der Französchischen Republik und unter Napoleon war.

Dort wird von Napoleons Ägyptenfeldzug berichtet, und dass franz. Soldaten, die von Arabern gefangengenommen wurden, systematisch anal vergewaltigt worden sind.
Für die Franzosen war das ein Schock und schwer traumatisierend.

Für die Araber normal.


P.S: Im prüden Westen gab es für Homosexuelle beiderlei Geschlecht übrigens die kath. Kirche und ihre Klöster...

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klmo 16.06.2016, 14:18
139.

Zitat von mitchomitch
Homosexualität als sexuelle Orientierung und Form des Zusammenlebens wird weder in der Bibel noch im Koran thematisiert. Das 3. Buch Mose (Levitikus) bezieht sich nach aktuellem Stand der Bibelwissenschaft ausschließlich auf den Priesterdienst im Tempel.
Entweder Sie sind nicht bibelfest oder kaschieren bewusst.
Ein Beispiel als Nachhilfe, zitiert aus dem 1. Korinther Kapitel 6 Vers 9/10:
"Was? Wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Königreich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei Männern liegen, noch Diebe, noch Habgierige noch Trunkenbolde, noch Schmäher und Erpresser werden Gottes Königreich ererben."
Der Homosexuelle in der Bibel auf der Ebene von Dieben und Trunkenbolde, die in göttliche Ungnade gefallen sind.

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