Forum: Politik
Religion und Homosexualität: Islam? Voll schwul!
AFP

Im Namen des "Islamischen Staats" erschoss der Attentäter von Orlando Schwule und Lesben. Dabei konnten Homosexuelle in muslimischen Gesellschaften über Jahrhunderte viel freier leben als im Westen.

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wreimund 16.06.2016, 14:20
140. Inzwischen bringen Moslems weiter Schwule um!

Guckt man auf die Landkarte, dann sieht man, dass Verfolgung bis hin zu Steinigungen von Schwulen zentral in Islamischen Ländern stattfindet. Das hat etwas mit dem heutigen Islam zu tun. In Deutschland erfahren junge schwule Moslims extremen Druck von Ihren Eltern und dem Klerus. Diese Religion ist eine bösartige, faschistische Ideologie, die uns Schwule konkret bedroht. Es ist zynisch und obszön, wie hier das Verbrechen aus seinem religiösen Kontext gezerrt werden soll, mit Verweisen auf frühe Zeiten des Islam. Es gab auch tolerante Nazis!!!

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Yabanci Unsur 16.06.2016, 14:20
141. Universelle Menschenrechte als Maß

Aus: http://www.eslam.de/begriffe/r/rechtgeleitete_kalifen.htm: Aus Sicht der Schiiten besitzen die ersten drei der vier "rechtgeleitete Kalifen" keine göttliche Legitimation. Zudem wird sowohl die Begrifflichkeit des Kalifats als auch dessen Ausgestaltung abgelehnt, zumal keine derartige Vorbestimmung durch den Propheten Muhammad (s.) vorliegt. Vielmehr waren die Zwölf Imame (a.) die von ALLAH auserwählten Nachfolger des Propheten Muhammad (s.), dessen erster Imam gleichzeitig der vierte Kalif war. Zitatende.
Die Sache ist komplizierter, als Sie sie darstellen. Mord von Sunniten an Schiiten ist – deshalb – immer noch so aktuell. Außerdem, was soll dieser ständige Rückgriff auf Vorstellungen, die ihre Quelle in der Jungsteinzeit haben? Die Argumentation auf diesem Niveau bringt uns nicht weiter. Verbrechen gegen Menschen in irgendeiner Weise mit religiösen Gegenargumenten zu verurteilen, ist bereits Kapitulation vor dieser Gesinnung. Religiöse Motivation spricht für eine besondere Heimtücke: Mord mit gutem Gewissen. Man muss nicht so weit gehen und religiöse Texte mit dem Hinweis: Enthält Wahnvorstellungen und Aufrufe zum Verbrechen! versehen. Aber wo ist ihre moderne Relevanz, sieht man von der archaischen Brutalität einmal ab, die moderne Gesellschaften zum Handeln zwingt? Es wird nicht helfen, den Islam unter Naturschutz zu stellen. Besser ist es, ihn ohne Rücksicht auf Sentimentalitäten auf sein heutiges Maß zu stutzen, z.B. auf das Maß seiner Übereinstimmung mit universellen Menschenrechten.

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Nur ein Blog 16.06.2016, 14:21
142. Könnte, hätte, wäre .... alles Konjunktive

Der Islam ist "im Grunde" die freieste Religion der Welt, völlig apolitisch, sagt uns der Artikel.

Die Ausweitung einer konkreten unbequemen Fragestellung auf ein allgemeines Feld, in dem die Frage keine Rolle spielt, in eine Zeit, in der sie anders beantwortet wurde, sollte als Totschlagsargument endlich bekannt sein.

Geht auch mit dem politischen Islam
Der Perser Ibn al-Muqaffa' (729–756), befand, das Gesetz müsse dem religiösen Bereich entzogen und politisch kontrolliert werden. Folge dieser Lehre waren unter anderem die Zustände, die geradezu idyllisch beschrieben wurden und auch in Europa ähnlich abliefen und längst noch keine allgemeinen Menschenrechte in Sichtweite waren. Die im Übrigen auch für Martin Luther kein Thema waren. Im Himmelreich vielleicht - aber auf Erden galt auch für Luther Ordnung und Unterordnung.

Wir leben 2016 - alle, Mulisme, Freitagsgebetsmuslime, politisierende Muslime, Christen, Atheisten, Staatsbürger - auf jedem Kontinent.

Man kann aus der Geschichte lernen, aber sie als Problemlöser zu benutzen, ihre Mythen heraufzubeschwören, um aktuelle Probleme zu lösen, wird nicht funktionieren, auch das zeigt uns die Geschichte.

Religion ist gelebte Religion, egal welche, weiter rein gar nichts. Je weniger Wissen, desto grösser der Glaube - das sollte inzwischen auch jeder wissen.

Der Glaube an die "westliche freiheitliche Wertegemeinschaft" nimmt immer mehr die Züge eines Neo Christentums an, wird mehr und mehr selber zur Religion, die jede irdische Evidenz verdrängt.

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schwenker1970 16.06.2016, 14:22
143.

Ganz ehrlich? Was interessiert mich, was vor 200 Jahren war? Heute ist die Situation einen völlig andere. Im Islam fehlt eine zentrale Rechtsprechung in Bezug auf religöse Fragen wie z.B. in der kath. Kirche fehlt. Somit kann im Prinzip jeder Imam den Islam so auslegen wie er will. Leider oft eben auch menschenverachtend. Leider oft auch homophob.
Was interessiert es denn, ob die eigentliche Homophobie erst mit der Kolonialzeit (sehr gewagte These) begann? In all der Zeit hätte man sich doch längst wieder dem ursprünglichen Verhalten hinwenden können, oder?
Dies ist wieder mal ein Artikel, der mit allen Mitteln versucht, die Schuld für Greueltaten im Namen des Islam jemanden anderem in die Schuhe zu schieben.
So lange die Religion Islam nicht reformbereit ist, wird sie der Nährboden für Radikale sein.
Dies heißt aber auch nicht, dass ich den einzelnen Moslem unter Generalverdacht stellen darf.

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Gaztelupe 16.06.2016, 14:30
144.

Zitat von mitchomitch
Homosexualität als sexuelle Orientierung und Form des Zusammenlebens wird weder in der Bibel noch im Koran thematisiert. [...]
Das ist irrelevant.

Religiöse Schriften sind nicht Religionen: Die bestehen unter anderem auch aus ihrer religiösen wie politischen Praxis, also Anhängern, die ganz konkret und dies oder das tun oder unterlassen. Hexenverbrennungen stehen mit dem Christentum in Zusammenhang, auch wenn die Bibel sie nicht thematisiert. Islamisch geprägte Regierungen haben die Eigenart, Homosexualität unter schwerste Strafen zu stellen. Damit stehen Islam und Homophobie resp. Schwulenfeindlichkeit eindeutig in Zusammenhang. Oder man muss das Kapitel Hexenverbrennung aus der historischen Aufarbeitung des Christentums streichen; davon steht in der Bibel schließlich nichts, das hat also auch nichts mit dem Christentum zu tun.

Hat es auch nicht. Zumindest dann, wenn man sog. heilige Schriften auch als reine Lehre anerkennt, sich ihnen somit unterwirft.

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demophon 16.06.2016, 14:35
145. Kognitive Dissonanz

Zitat von udo46
Was hier von SPON so alles bemüht wird, um den Islam gesellschaftsfähig und demokratiekompatibel schönzureden, grenzt langsam ans Lächerliche. - Homophobie im Islam? Gibt`s nicht. - Unterdrückung der Frau? Gibt`s nicht. - Hadithe haben denselben Rang wie der Koran? Natürlich nicht. - Züchtigungsrecht der Eltern? Quatsch. - Beschneidung? Folklore. - Mohammed ein Feminist? Aber sicher. Und so geht es weiter. Was steckt dahinter?
Dahinter steckt der immanente Widerspruch, in dem sich Linke befinden, einerseits gegen Homophobie und schwulenfeindliche Gruppen wie AfD zu sein, andererseits aber unbegrenzt Einwanderer ins Land holen zu wollen, die nachweislich zu über 90% homophobe Einstellungen haben, die noch viel radikaler sind als die der so verhassten AfD. Um diese kognitive Dissonanz zu überwinden, reden sie sich ein, die Muslime seien gar nicht homophob, obwohl alle Daten das Gegenteil belegen.

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vera gehlkiel 16.06.2016, 14:36
146.

Zitat von udo46
Was hier von SPON so alles bemüht wird, um den Islam gesellschaftsfähig und demokratiekompatibel schönzureden, grenzt langsam ans Lächerliche. - Homophobie im Islam? Gibt`s nicht. - Unterdrückung der Frau? Gibt`s nicht. - Hadithe haben denselben Rang wie der Koran? Natürlich nicht. - Züchtigungsrecht der Eltern? Quatsch. - Beschneidung? Folklore. - Mohammed ein Feminist? Aber sicher. Und so geht es weiter. Was steckt dahinter?
Was dahinter steckt? Das Bemühen um einen offenen Diskurs, würde ich mal annehmen, der ohne Leithammel auskommt, und ohne typisierende, sachlich nicht begründbare Vorbehalte. Nicht darum, indoktrinierende Schlagwörter einzusammeln, wie es gutes Brauchtum der Intoleranz seit Menschengedenken ist. Intoleranz wächst immer auf dem gleichen Nährboden, das Ziel, welches sie sich sucht, ist ziemlich einerlei: Frauenhass, Homophobie, aber auch die prinzipielle Ablehnung bestimmter Glaubensrichtungen nähren sich aus der gleichen Quelle. Beschneidung, das Züchtigungsrecht und Homophobie entstammen alle der Intoleranz, nicht einer bestimmten Glaubensauffassung, wenn irgendwas dagegen hilft, dann nicht neuer Hass, sondern Aufklärung und das Bemühen, in den Dialog einzutreten. Ihre vorbehaltlose und unsachliche Diskreditierung der Teilnehmer/innen an diesem Forum will leider das genaue Gegenteil davon bewirken, es gleicht damit einer einschlägigen Hasspredigt eines Islamisten aufs Haar.

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Maulwürfin 16.06.2016, 14:36
147.

Das Gedicht klingt eher nach Missbrauch von einem Mann/Jungen und nich nach einvernehmlicher homosexueller Handlung... Betrunken machen, abwarten bis er einschläft, ausziehen und anfassen. Bin grad nicht so überzeugt, dass das ein gutes Gegenbeispiel ist. Das es praktiziert wird und wurde würde ich nie bezweifeln, war immer so und wird auch immer so sein, was immer irgendein Staat grade davon hält.

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holgerpache77 16.06.2016, 14:37
148. Geschichten

Zitat von Amadís
Vor einiger Zeit habe ich das (sehr empfehlenswerte!) Buch "Der schwarze General" von Tom Reiss gelesen, eine Biographie über Alexandré Dumas, den Vater des gleichnamigen berühmten Schriftstellers, der General in der Französchischen Republik und unter Napoleon war. Dort wird von Napoleons Ägyptenfeldzug berichtet, und dass franz. Soldaten, die von Arabern gefangengenommen wurden, systematisch anal vergewaltigt worden sind. Für die Franzosen war das ein Schock und schwer traumatisierend. Für die Araber normal. P.S: Im prüden Westen gab es für Homosexuelle beiderlei Geschlecht übrigens die kath. Kirche und ihre Klöster...
Diese Geschichten kennt man spätestens seit dem Film Lawrence von Arabien.

Solche Dinge kommen auch noch heute vor, z.B in Afrika oder beim IS allerdings handelt es sich hier nicht um Homosexualität sondern um Machtausübung, Erniedrigung und das ausüben von Dominanz. Vergewaltigungen in Gefängnissen werden auch nicht zwangsläufig von homosexuellen Menschen begangen.

Ähnliches läßt sich auch in der Tierwelt beobachten. Auch dies hat in den seltensten Fällen etwas mit Homosexualität zu tun sondern mit Dominanzverhalten, hier muß man unterscheiden.


Nein beim Thema Homosexualität, dem Verhältnis zwischen 2 gleichwertigen Männern ist der Islam sehr deutlich und hier wurde auch nichts vom "Westen" hinzugedichted, was man aber versucht hat zu unterbinden war die Päderastie. Ein Homosexueller ist aber nicht zwangsläufig ein Päderast und ein Päderast nicht zwangsläufig homosexuell.

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Golda Meier 16.06.2016, 14:40
149. #133 mitchomitch

Zitat von mitchomitch
Homosexualität als sexuelle Orientierung und Form des Zusammenlebens wird weder in der Bibel noch im Koran thematisiert. Das 3. Buch Mose (Levitikus) bezieht sich nach aktuellem Stand der Bibelwissenschaft ausschließlich auf den Priesterdienst im Tempel.
Aha, was in der Bibel steht, ist nicht so gemeint.

Es mag von Ihnen nicht genannte Theologen geben, die das behaupten. Aber es ist sicher nicht der common sense der Bibelwissenschaft. In der Kommentierung der international führenden Jewish Study Bible steht von dieser Auslegung kein Wort. In christlichen Kommentaren kann ich dergleichen auch nirgends finden. Der Woirtlaut der Tora ist klar. Gott befiehlt, alle Homosexuellen zu töten (und nicht nur: alle homosexuellen Priester).

Das ist mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie man einen Heiligen Text dreht und wendet, bis er passt. Wie der Koran ist auch die Bibel eine flexible ideologische Ressource, mit der sich Gläubige manipulieren lassen, besonders wenn sie über keine eigene Bildung verfügen, gar Analphabeten sind.

Das Problem ist: Solange die Menschen glauben, der Koran oder die Bibel seien Gottes Wort, ist und bleibt der religiösen Rechtfertigung von Intoleranz, Hass und Gewalt Tür und Tor geöffnet.

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