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Reversible Enteignungen: Lasst die Erben ihr Erbe verdienen
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Nehmt den Reichen, gebt den Armen. Klingt gut, schafft aber nicht mehr Wohlstand für alle. Ganz anders wäre es mit staatlichen Beteiligungen am Firmenerbe - die sich zurückkaufen ließen.

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stupp 21.07.2019, 12:49
1. Ungerechtigkeit durch Eigentum

Das Gerechtigkeitsproblem unserer Gesellschaft ist nicht das ungleiche Einkommen, sondern die ungleiche Verteilung von Eigentum, insbesondere wenn dieses ohne Eigenleistung ererbt wird.
Diese Erkenntnis ist richtig, aber das ist eben keine „linke“ oder „sozialdemokratische“ Erkenntnis, sondern das sollte der Kern eine Leistungsgesellschaft sein, wie sie auch z.B. von der FDP propagiert wird.

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wolle0601 21.07.2019, 12:57
2. Der Ansatz, Erben zu enteignen

ignoriert ein wesentliches Antriebselement für unternehmerisches Handeln: das Vererben-Wollen. Die Energiequelle hierfür kommt direkt aus den tiefsten und mächtigsten Schichten unserer biologischen Basis-Software. Nachwuchs zu erzeugen ist nur ein Element. Diesem Nachwuchs dann bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten zu geben der nächste. Und das auch über den eigenen Tod hinaus - das ist ein Teil davon. Der im übrigen auch ein Antriebselement von nachhaltigem Denken ist. Ein Umfeld, in dem die Kontrolle darüber wegfällt, wird entweder kritisch demotivierend sein oder Energien in Kreativität lenken, eben doch die Kontrolle zu behalten. Natürlich kann eine Gesellschaft beschließen, sich gegen die eigene Bio- Software zu stellen. Die Frage ist nur, ob sie damit etwas gewinnt.

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egalitarian 21.07.2019, 12:58
3. Loose-loose-Situation

was genau ist eine locker-locker-Situation?

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schwertas 21.07.2019, 13:00
4. Auf den ersten Blick eine gute Idee

Dieses Modell bietet:
- Der erbende Unternehmer muss eigene Leistung beitragen
- Der Erbfall ist keine Bedrohung für die Existenz des Betriebes
Warum es trotzdem unvollendet ist:
- Die Arbeitnehmer müssen mit Ihrer Arbeitsleitung die Abzahlung der Erbschaftssteuer miterwirtschaften.
- Es ist nicht garantiert, dass der Staatsanteil zur Umverteilung genutzt wird.
Was das Modell noch besser machen würde:
- Im Erbfall erhalten die Mitarbeiter einen Pflichtteil (orientiert an der Gehaltshöhe unter Ausschluss von Leitenden) des vererbten Unternehmens
- Der Unternehmer erwirbt die Unternehmensanteile wieder von den Mitarbeitern

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bernhard.geisser 21.07.2019, 13:01
5.

Nach der Einführung dieses Prinzips in Deutschland würde ganz einfach das Vermögen nicht mehr in Deutschland vererbt. Wer reicht ist kann auch nach Dänemark, Luxemburg oder in die Schweiz ziehen. Statt irgend etwas neues zu erfinden, müsste man lediglich die Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft binden (wie es die USA gemacht hat). Dann kann man die Vermögenssteuer angemessen erhöhen und niemand kann sich entziehen, ausser durch Ablegen der Staatsbürgerschaft.

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tsvbayer04 21.07.2019, 13:03
6. Ein toller Vorschlag!

Ein toller Vorschlag! Und das meine ich nicht ironisch: Die Erbschaftssteuer hat in meinen Augen den entscheidenden Anteil an "die Reichen werden immer reicher". Die genaue Ausgestaltung müsste natürlich diskutiert werden, aber ohne einen solchen drastischen Eingriff in die Erbschafts(nicht)Steuer wird eine gerechtere Verteilung von Vermögen nicht funktionieren können.

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three-horses 21.07.2019, 13:04
7. Wenn man die Steuern mit etwas steuern verwechselt.

Auch wenn durch Erbschaften mal viel Eigentum/Geld zusammen kommt, es ist nicht das Problem. Erst wenn das so gewonnene Kapital den Investoren zufließt und so eine Macht erlangt, die alle Moral der Welt ad absurden definiert, wird es kritisch. Nur über das diskutiert man die ganze Zeit. Wo die CDU/CSU und die Klientel aus der Ecke, immer wieder die Kommunismus Keule aus der Jauche zieht. Wo Sozialismus nicht das Ende des Kapitalismus ist, sondern nur gerecht zu teilen bedeutet.

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dr.noh 21.07.2019, 13:07
8. Nett

Der Großvater baut ein Unternehmen auf.
Der Vater muss sich wieder freikaufen.
Und der Sohn muss sich in der nächsten Generation auch wiedet freikaufen.
Und so weiter.

Nach dem Prinzip. Die Erben kassieren, ohne einen wirtschaftlichen Beitrag geleistet zu haben.
Was ist, wenn Vater und Sohn auch zum Wachstum beitragen? Trotzdem die vorgeschlagene Teilenteignung durch den Staat? Wenn nicht, wie sehen dann die Kriterien aus. Wie viel müssen Erben beitragen, damit keine Teilenteignung stattfindet?

Überhaupt wird damit wohl ein Kapitalismus befeuert. Passt das zur SPD?

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Taraviva 21.07.2019, 13:13
9.

Klingt nach einem völlig unrealistischen Bürokratiemonster. Der Staat hat gar nicht die personelle Möglichkeit, stiller Teilhaber an jeder Firma zu werden, deren Inhaber stirbt. Und was ist mit der Haftung des Firmenvermögens und den laufenden Ausgaben?

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