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Reversible Enteignungen: Lasst die Erben ihr Erbe verdienen
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Nehmt den Reichen, gebt den Armen. Klingt gut, schafft aber nicht mehr Wohlstand für alle. Ganz anders wäre es mit staatlichen Beteiligungen am Firmenerbe - die sich zurückkaufen ließen.

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fridolingaertner 21.07.2019, 15:40
90. Der menschliche Trieb, die Sippe zu versorgen

Zitat von wolle0601
ignoriert ein wesentliches Antriebselement für unternehmerisches Handeln: das Vererben-Wollen. Die Energiequelle hierfür kommt direkt aus den tiefsten und mächtigsten Schichten unserer biologischen Basis-Software. Nachwuchs zu erzeugen ist nur ein Element. Diesem Nachwuchs dann bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten zu geben der nächste. Und das auch über den eigenen Tod hinaus - das ist ein Teil davon. Der im übrigen auch ein Antriebselement von nachhaltigem Denken ist. Ein Umfeld, in dem die Kontrolle darüber wegfällt, wird entweder kritisch demotivierend sein oder Energien in Kreativität lenken, eben doch die Kontrolle zu behalten. Natürlich kann eine Gesellschaft beschließen, sich gegen die eigene Bio- Software zu stellen. Die Frage ist nur, ob sie damit etwas gewinnt.
Ein Beitrag, der drei Ausrufezeichen verdient. Denn er weist auf das Entscheidende hin: Rechte Umverteiler sagen es mehr oder weniger unberblümt, linke Umverteiler aber verschweigen, dass die Gleichheit gegen die menschliche Natur, also gewaltsam hergestellt werden muss. Weshalb alle rechten und linken Regime immer und zwangsläufig im Stacheldraht enden.

Braunrot erdenkt sich Kampfbegriffe wie "Kapitalismus" oder "Neoliberalismus", um die Abwesenheit faschistoider Gleichheitsdirigismen nicht einfach als Ausdruck des Nichtvorhandenseins eines von Interessengruppen erzeugten Systems erscheinen zu lassen, sondern um dieses Nichtsystem als System agitieren zu können. Damit wird die naturgegebene Freiheit zu einem System, sie wird zu einem Instrument von Interessengruppen umgelogen, die sich bekämpfen lassen. Anschließend muss nur noch der Neid geweckt und klargemacht werden, dass es "der Partei" bedarf, um diesen Kampf zu führen, bei dem "leider, leider" auch Späne fallen müssen.

Und schon haben wir alles beisammen, was sämtliche rechten und linken Diktaturen ausmacht.

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maynard_k. 21.07.2019, 15:48
91. Es gibt wohl keine schlechtere Qualifikation als "Erbe" zu sein

Die Kinder können ja gerne so viel erben, dass sie selbst nicht arbeiten geben müssen. Sobald es um Investitionsentscheidungen geht, die auch andere Menschen betreffen, sollte Qualifikation in welcher Form auch immer das einzig entscheidende Kriterium sein! Aktuell entscheiden irgendwelche Menschen über Investitionen in Milliardenhöhe (verschieben diese teilweise ins Ausland), nur weil sie die Kinder von xy sind!

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tubolix 21.07.2019, 15:56
92. Hmm ...

Wenn mein Erbe sowieso enteignet wird kann ich es auch auf den Kopf hauen. Dann werden viele über meinen Lebensstil lästern, aber schließlich habe ich es mir verdient.
Vlt sollte man die Vermögenden an der Steuerlast beteiligen und so einen Teil des Reichtums abschöpfen. Damit meine ich nicht die Erbschaftssteuer, sondern die Abschaffung von Steuervergünstigungen und -schlupflöchern.

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n61 21.07.2019, 15:57
93. Wie unnötig

Lieber Herr Prof. Däuble,

leider ist Ihr an die allgemeine Leserschaft gerichteter Aufsatz für den "Normalleser" unverständlich. Erst wenn man Begriffe wie "meritokratisch" ( etwa: selbstverdientes Lebensumfeld?), oder "extrinsisch" ( etwa: nicht durch eigenen Antrieb?) im Internet versucht hat erklärt zu bekommen, versteht man Ihre Gedanken. Wie Schade!
Und der Forist @ Nr. 13 kann doch mal versuchshalber seine Klasse auffordern den Aufsatz auf Fremdworte zu überprüfen und diese durch verständliche deutschsprachige Worte zu ersetzen. Als Beispiel das geschwurbelte "nichtintendiert" statt "unbeabsichtigt".
Fachausdrücke haben klar definierte Bedeutung und sind in einer Abhandlung vonnöten, und sei es in Klammern zugefügt. Leider sieht es für mich so aus, dass Sie Ihre Arbeit ins Mäntelchen des Fachwissens stecken um sie strahlender erscheinen zu lassen. Wirkt auf mich nur peinlich.
Schade, denn einige Ihrer Überlegungen sind durchaus nachdenkenswert, auch wenn sich dann neue Gründe ergeben, die einer ersten Zustimmung oder Ablehnung widersprechen.
Mit freundlichen Grüssen,
Ihr N61

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krokodilklemme 21.07.2019, 15:57
94. eins wurde dabei übersehen

nette theorie, doch dem liegt ein falscher gedanke zu grunde. wer bitte schön vererbt heute noch unternehmen/unternehmensanteile?
die generationen der alten patriarchen, die "ihr lebenswerk" nicht vor dem letzten atemzug aus den händen geben konnten geht doch zu ende. meine unternehmergeneration (45-60 jahre) hat doch schon lange vorsorge betrieben und die nächste generation/nächsten generationen abgesichert. dafür gibt es verschiedene modelle, die diskussion um die erbschaftssteuer hat die entwicklung solcher modelle massiv beschleunigt.

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merenlähellä 21.07.2019, 15:59
95. Da muss

Zitat von kumi-ori
Ich finde es richtig, dass auch die Erben von Firmenvermögen ihren Anteil beitragen müssen, und dass andererseits die Rückzahlung zeitlich so gestreckt werden kann, dass der Weiterbetrieb nicht in Gefahr gerät. Alle Argumente gegen eine Besteuerung von Betriebsvermögen ("der Vater an den Sohn..."., "eigene Leistung selbst aufgebaut..." etc.) träfen doch für Eigenheime, Kunstsammlungen oder Aktiendepots genauso zu. Die grotesken Verschiebungen bei den Vermögenswerten treffen viele hart, nicht immer nur die, die nicht haben, sondern auch die, die haben. Wer zum Beispiel dachte, er werde nach dem Tod der Eltern in sein Elternhaus einziehen, kann oft eine böse Überraschung erleben. Da sich der Wert der Immobilie möglicherweise verdreifacht hat und kein Dach über dem Kopf mehr für weniger als einen siebenstelligen Betrag mehr zu finden ist. Gerade schönere Anwesen können also den Erben mit einer Steuerlast treffen, die er in seinem Leben nicht zurückzahlen kann (er müsste sie ja aus seinem selbst bereits üppig vorversteuerten Einkommen herausschneiden). Also muss er verkaufen, und kann dann mit zwei prall gefüllten Koffern mit bunten Scheinchen in der Hand zuschauen, wie ein russischer Investor das Haus plattmacht und ein kitschiges Palais soundso mit grässlichen Eigentumswohnungen hinklatscht. Und dies alles nicht etwa aus eigenem Verschulden, sondern zum Wohle der Bankenrettung, durcch die sämtliche Maßstäbe ins Absurde verzogen wurden.
der Erbe vor dem Eintritt des Nachlasses eben für entsprechende Rücklagen sorgen.
Und was meinen Sie, wie es in Europa aussehen würde, wenn die Banken damals nicht gerettet worden wäre? Nicht jeder hat einen Kontostand oder Wertpapierbestand von null oder minus irgendwas, wissen Sie?

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merenlähellä 21.07.2019, 16:03
96. Auch für Sie

Zitat von Horst Scharrn
Man könnte es auch so machen, dass Unternehmen dazu verpflichtet sind 50% des Unternehmensgewinns gleichmäßig auf alle Mitarbeiter zu verteilen, zusätzlich zum Gehalt ... Eine Vergenossenschaftung der Wirtschaft sozusagen. Dann noch Steuerpflicht an die Deutsche Staatsangehörigkeit koppeln Eine 5% Vermögenssteuer einführen für alle die mehr als 1 Million Euro Barvermögen haben. Und eine Finanztransaktionssteuer einführen. Und die Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialversicherungsabgaben abschaffen. Und dafür sorgen, dass ALLE (auch Beamte, Selbstständige etc.) in die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arberitslosenversicherung einzahlen. Dann noch Gesetzliche Krankenkasse für alle einführen. Und wer möchte kann sich zusätzlich privat versichern. Und Kapitalerträge mal richtig besteuern. Wieso wird Einkommen aus Zinsen niedriger besteuert als Einkommen aus Arbeit ? Was soll sowas ?
noch mal zum Mitschreiben: Als Arbeitnehmer erhalten Sie Gehalt im Austausch für Ihre Arbeitsleistung. Das Gehalt umfasst Geld- und Sachleistungen. Das war es dann. Es gibt keinen Erwerb von Eigentum durch die Hintertür, nur weil Sie das Glück hatten, irgendwo mal angeheuert worden zu sein.
Sie werden ja auch nicht Miteigentümer eines Autos, das Sie über das Wochenende gemietet haben.
Wenn Sie Eigentümer von Betriebsvermögen sein möchten, holen Sie sich vielversprechende Aktien. Da erleben Sie dann, wie sich beispielsweise das von Leuten Ihrer Couleur oft in den Raum geworfene "leistungslose Einkommen" auf Ihr Leben auswirkt.

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Msc 21.07.2019, 16:03
97.

Eine Superidee - wenn das Ziel ist, den Mittelstand abzuwürgen. Ich habe das Gefühl Herr Däuble ist mit seinem Gedankenkonstrukt noch in der Welt der Vor-Globalisierung. Menschen, die tatsächlich eine Firma erben, gibt es doch fast ausschließlich nur noch im Mittelstand. Das Klempnerunternehmen von nebenan geht vom Vater an den Sohn etc. Aber wer "erbt" denn die DAX-Unternehmen bitte? Dort sitzt doch das Kapital der Superreichen. Und wenn das dann ausländische Holdinggesellschaften sind, die die Aktien besitzen, die wiederum von Anteilseignern, auch wieder aus dem Ausland, gesteuert werden... Ja, wen besteuert man denn dann und mit welcher Rechtsgrundlage? Aussichtslos. So trifft man wieder nur den kleinen Mann, denn der Mittelstand beschäftigt die meisten Menschen in Deutschland. Es wäre an dieser Stelle müßig zu diskutieren, dass eine solche schrittweise Verstaatlichung auf mittlere Sicht zudem zu erheblichen Effizienzverlusten führen würde. Der Staat ist nunmal ein schlechter Manager.

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jjcamera 21.07.2019, 16:07
98. Arm- und Reichland

Erben sind anscheinend Menschen mit sehr schlechtem Charakter. Aber keine Sorge: die SPD arbeitet schon intensiv an der Idee, die Kosten für die CO2-Reduzierung auf die "Reichen" abzuwälzen. Arme sollen davon profitieren.
Ich fürchte allerdings, dass das nicht funktionieren wird. Die Reichen, die ich kenne, leben in gut isolierten Häusern mit Solarstromerzeugung, fahren sauteure E-Autos (wenn sie überhaupt selber fahren), kaufen teure Bio-Lebensmittel, die nicht in Plastik verpackt sind und umweltschonend hergestellt werden und verbringen ihren Urlaub auf dem Golfplatz nebenan oder im eigenen Garten.
Die Armen....
Vielleicht sind alle Versuche, eine Gesellschaft durch die Arm/Reich-Brille zu definieren, schlicht gesagt, unzeitgemäßer Blödsinn. Der grandiose Stimmenverlust der SPD dürfte das bestätigen.

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tyxh 21.07.2019, 16:17
99. Akademisches Hirngespinst

Wir leben schließlich nicht in einer „meritokratie“ und letztlich bleibt Enteignung, was sie ist, egal wie viele hübsche Adjektive man mit ihr verbindet.
Mögen die Politiker doch ersteinmal verantwortungsvoll mit dem ohnehin schon riesigen ihnen anvertrauten Vermögen umgehen lernen, bevor wir ihnen noch mehr in den gierigen Schlund werfen. Geld ist genug da, es wird nur jetzt schon falsch verwendet...

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