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Reversible Enteignungen: Lasst die Erben ihr Erbe verdienen
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Nehmt den Reichen, gebt den Armen. Klingt gut, schafft aber nicht mehr Wohlstand für alle. Ganz anders wäre es mit staatlichen Beteiligungen am Firmenerbe - die sich zurückkaufen ließen.

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Bondurant 22.07.2019, 16:20
140. Die Prämisse stimmt schon nicht

Doch sobald das Erarbeitete an die nächste Generation übertragen wird, die dafür in aller Regel keine entsprechende Leistung erbringen muss, ist es in einer Meritokratie vollkommen erlaubt und sogar notwendig, "Enteignungen" vorzunehmen.

Warum sollte es, Meritokratie hin oder her, erlaubt und sogar notwendig sein, das Vermögen, das eine Mutter nach arbeitsreichen Jahren ihren drei Töchtern hinterlässt, teilzuenteignen? Mal einfach so zu behaupten, das sei so, reicht da nicht. Eine Begründung wäre nicht schlecht. Im Übrigen wäre natürlich die Frage, wie sich die Situation dann gesellschaftsrechtlich darstellt, wenn der Staat, wie vom Autor vorgeschlagen, ungefähr ein Drittel des jeweiligen Betriebs als Anteilseigner bekäme. Was geschieht im Übrigen, wenn es nicht zurückgekauft wird? Werden dann die verbleibenden zwei Drittel beim nächsten Mal teil nteignet? Am Ende steht dann der komplette Staatsbesitz? Alles etwas undurchdacht.

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spmc-12355639674612 22.07.2019, 20:49
141. Solange wir eine Demokratie haben,

Zitat von go-west
Was der Familie gehört, hat sie sich höchstwahrscheinlich legal erarbeitet und wurde entsprechend den Gesetzen versteuert. Sie waren halt besser und cleverer als Andere oder hatten zudem vielleicht auch mehr Glück. Warum soll beim Generationswechsel jedesmal der Reset-Knopf gedrückt werden? Das Gerechtigkeitsdogma widerspricht nun mal den Naturgesetzen, es gibt Starke, Schlaue, Erfolgreiche, Schöne (manchmal sogar fast alles auf einmal) und diejenigen, die in diesem Leben mit weniger Gaben gesegnet wurden. Oder denen auch das Glück nicht zuteil wurde, in einem reichen Land und dort sogar noch in einer wohlhabenden Familie geboren worden zu sein. Das ist nun mal so und durch kein Dogma zu ändern. Akzeptiert es einfach.
wird es auch möglich sein, ganz demokratisch darüber abzustimmen, wie viel Einkommens-, Vermögens-, Grund- und Erbschaftssteuer Sie bezahlen. Und wenn Sie meinen, das Geld sei ja schon versteuert worden, so what? Akzeptieren Sie es einfach!

Aber jetzt die interessantere Frage: Warum haben wir eigentlich eine Demokratie? Tja, da müsste ich jetzt über die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung, über die Französische Revolution und über die Abschaffung der Monarchie nach dem Ende des 1. Weltkriegs fabulieren. Die Gründe sind Ihnen bekannt? Unersättliche Gier einiger weniger auf Kosten der Mehrheit. Sollte auch das kapitalistische System in dieser Richtung dauerhaft unterwegs sein, ist die nächste Revolution schon vorprogrammiert.
Und falls Sie nicht zum alten Hochadel gehören sollten: Mit welchem Recht echauffieren Sie sich hier eigentlich?

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regelaltersrentner 23.07.2019, 08:29
142.

Zitat von spmc-12355639674612
wird es auch möglich sein, ganz demokratisch darüber abzustimmen, wie viel Einkommens-, Vermögens-, Grund- und Erbschaftssteuer Sie bezahlen. Und wenn Sie meinen, das Geld sei ja schon versteuert worden, so what? Akzeptieren Sie es einfach! Aber jetzt die interessantere Frage: Warum haben wir eigentlich eine Demokratie? Tja, da müsste ich jetzt über die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung, über die Französische Revolution und über die Abschaffung der Monarchie nach dem Ende des 1. Weltkriegs fabulieren. Die Gründe sind Ihnen bekannt? Unersättliche Gier einiger weniger auf Kosten der Mehrheit. Sollte auch das kapitalistische System in dieser Richtung dauerhaft unterwegs sein, ist die nächste Revolution schon vorprogrammiert. Und falls Sie nicht zum alten Hochadel gehören sollten: Mit welchem Recht echauffieren Sie sich hier eigentlich?
Eine Demokratie ist eine Diktatur einer Mehrheit über eine Minderheit.

Man fragt sich schon, woher nehmen sie das Recht über das Eigentum anderer zu Entscheiden?

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spmc-12355639674612 23.07.2019, 09:14
143. Die demokratische Mehrheit

Zitat von regelaltersrentner
Eine Demokratie ist eine Diktatur einer Mehrheit über eine Minderheit. Man fragt sich schon, woher nehmen sie das Recht über das Eigentum anderer zu Entscheiden?
Die demokratische Mehrheit hat dieses Recht innerhalb der Gesetze durchaus. Wenn sich die Mehrheit dafür entscheidet, es vollumfänglich zu schützen, ist es o.k., wenn sie sich entscheidet, GG Art. 14+15 anzuwenden, ist es auch o.k. Das Recht, über die Höhe und den Umfang von Steuern zu entscheiden, hat die demokratische Mehrheit in unserem System auch. Was will man mehr?
Ihr erster Satz lässt allerdings darauf schließen, dass Sie eher der Anarchie zuneigen.

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regelaltersrentner 23.07.2019, 11:07
144.

Zitat von spmc-12355639674612
Die demokratische Mehrheit hat dieses Recht innerhalb der Gesetze durchaus. Wenn sich die Mehrheit dafür entscheidet, es vollumfänglich zu schützen, ist es o.k., wenn sie sich entscheidet, GG Art. 14+15 anzuwenden, ist es auch o.k. Das Recht, über die Höhe und den Umfang von Steuern zu entscheiden, hat die demokratische Mehrheit in unserem System auch. Was will man mehr? Ihr erster Satz lässt allerdings darauf schließen, dass Sie eher der Anarchie zuneigen.
Wenn schon, dann Zitieren sie den Art 14 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, besonders den Absatz 3

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

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leid 23.07.2019, 16:03
145. Da müssen wohl erst wieder nen paar Millionen Menschen...

vergast werden, bis den Leuten wieder einfällt, dass das Ungleiche zwischen Menschen zu feiern und der Vorteil der menschlichen Existenz ist.
Wenn die Ungleichheit im Vermögen oder Einkommen dadurch entsteht, dass die mit den besten Ideen, den größten Fleiß und den höchsten IQ auch mehr haben, was in den westlichen Gesellschaften für die allermeisten Reichen der Fall ist, dann ist das GUT so.

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spmc-12355639674612 23.07.2019, 18:40
146. Das Wohl der Allgemeinheit

Zitat von regelaltersrentner
Wenn schon, dann Zitieren sie den Art 14 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, besonders den Absatz 3 (1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt. (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.
Das "Wohl der Allgemeinheit" und die "gerechte Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten" sind im Zweifelsfall sehr dehnbare Begriffe. Aber nicht einmal die Artikel 14 und 15 des GG sind prinzipiell unabänderlich. Bei geeigneten Mehrheiten könnte man sie zu Ungunsten der Eigentümer verschärfen.

Aber wovor fürchten Sie sich eigentlich so sehr?

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spmc-12355639674612 23.07.2019, 18:49
147. Das, was Sie schreiben,

Zitat von leid
vergast werden, bis den Leuten wieder einfällt, dass das Ungleiche zwischen Menschen zu feiern und der Vorteil der menschlichen Existenz ist. Wenn die Ungleichheit im Vermögen oder Einkommen dadurch entsteht, dass die mit den besten Ideen, den größten Fleiß und den höchsten IQ auch mehr haben, was in den westlichen Gesellschaften für die allermeisten Reichen der Fall ist, dann ist das GUT so.
ist jetzt erstens ein vollkommen unpassender Vergleich und hat zweitens gar nichts mit der realen Vermögensverteilung zu tun. Da geht es weder um individuellen IQ noch um Fleiß, sondern meistens um Erbschaften.

Finden Sie dann auch eine Situation richtig, die sich mit der Französischen Revolution vergleichen lässt? Man könnte ja die Leute, die in der Vergangenheit durch zu viel Gier aufgefallen sind, einfach durch regelmäßiges Abschöpfen zu großer Vermögen wieder auf Normalmaß reduzieren. Klassisch geht das über die Erbschaftssteuer (die es in Deutschland tatsächlich gibt).

Und noch was: Es geht hier zumeist um sehr große Vermögen, nicht um Omas Häuschen. Sehr große Vermögen bergen in sich nämlich die Gefahr, für Machtzwecke missbraucht zu werden und dagegen sollte unsere Demokratie etwas einzuwenden haben.

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emil7685 23.07.2019, 22:28
148.

Zitat von icebeer
Erben auf einen Betrag von 1 Million o.ä. beschränken, der Rest geht an den Staat. Wer seinen Kindern vorher etwas geben möchte mag es zu Lebzeiten verschenken.
Exakt das würde ich und vermutlich auch 90% aller anderen Macher und Leistungsträger, die in ihrem Leben etwas aufgebaut und verdient haben, machen. Bei solchen absolut unerträglichen Neidsteuern hätte ich KEINERLEI Skrupel mehr, soviel Geld zur Seite zu schaffen und in vernünftige Länder zu transferieren wie nur irgend möglich; dann den Rest zu verkaufen und in der Karibik zu verprassen. Wieso in Allerherrgottsnamen sollte ich mich irgendwie anstrengen um mir ein Vermögen und eine Existenz aufzubauen wenn mir dann der Staat alles wegnimmt? Derselbe gierige Staat der mir vorher schon 60% meiner Kohle zwangsweise per Steuern abgezockt hat??

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spmc-12355639674612 24.07.2019, 20:12
149. unerträglichen Neidsteuern?

Zitat von emil7685
Exakt das würde ich und vermutlich auch 90% aller anderen Macher und Leistungsträger, die in ihrem Leben etwas aufgebaut und verdient haben, machen. Bei solchen absolut unerträglichen Neidsteuern hätte ich KEINERLEI Skrupel mehr, soviel Geld zur Seite zu schaffen und in vernünftige Länder zu transferieren wie nur irgend möglich; dann den Rest zu verkaufen und in der Karibik zu verprassen. Wieso in Allerherrgottsnamen sollte ich mich irgendwie anstrengen um mir ein Vermögen und eine Existenz aufzubauen wenn mir dann der Staat alles wegnimmt? Derselbe gierige Staat der mir vorher schon 60% meiner Kohle zwangsweise per Steuern abgezockt hat??
Sie HÄTTEN also "KEINERLEI Skrupel mehr, soviel Geld zur Seite zu schaffen und in vernünftige Länder zu transferieren wie nur irgend möglich". Warum der Konjunktiv? Haben Sie nicht?

Außerdem kann das Ihnen doch egal sein, denn Sie müssen die Erbschaftssteuern ja nicht zahlen, sondern Ihre Erben - und Sie spüren davon dann eh nichts mehr ...

Der Staat ist übrigens nicht Ihr Feind, sondern der Staat sind wir alle. Und wenn Sie meinen, Sie zahlen zu viel Steuern, dann sollten Sie sich vielleicht für ein Siedlungsprojekt auf dem Mond bewerben - Jeff Bezos soll noch Mitstreiter suchen. Dort kommt niemand an Ihre Kohle heran.

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