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Reversible Enteignungen: Lasst die Erben ihr Erbe verdienen
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Nehmt den Reichen, gebt den Armen. Klingt gut, schafft aber nicht mehr Wohlstand für alle. Ganz anders wäre es mit staatlichen Beteiligungen am Firmenerbe - die sich zurückkaufen ließen.

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chili&pepper 21.07.2019, 14:37
70. zu kurz gedacht.

Viele haben vergessen das sich Vermögen erst über Generationen hinweg aufbaut. Klar gibt es Ausnahmen aber der Normalfall sind selfmade Millionäre nicht. Wenn wir vom Eigentum reden, dann muss angemerkt werden dass der deutsche Staat zwar reich aber die Dt Bevölkerung im Vergleich zu Südeuropäern sehr wenig Wohneigentum besitzt. Warum wohl. Österreich hat fast / keine Erbschaftssteuer, Italien 7% und bei uns kann im Erbfall im das geerbte Mehrfamilienhaus verkauft werden nur um die Steuer zu bezahlen oder man muss die miete erhöhen. Die Menschen brauchen weniger nicht mehr Steuerlast und wir brauchen mehr wohlhabende Menschen in Deutschland nicht weniger und das auf möglichst breiter ebene. Ein staatliches Programm für Wohnungskäufe gibt es schon, aber oft kommen die Banken und machen der ärmeren Gesellschaftsschicht einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen Anreize schaffen das Menschen wieder zu Vermögen kommen. Menschen werden sich nur dafür einsetzten etwas aufzubauen wenn sie das Geld und ihr Investment behalten können ansonsten haben wir Verhältnisse wie in der DDR. Und Reich ist nicht gleich reich. Private Immobilienbesitzer werden zwar oft als Steinreich betrachtet sind aber zugleich oft Geld arm, trotzdem arbeiten sie für die Gesellschaft den ein Haus muss auch unterhalten werden ansonsten verfällt es.

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eigenform 21.07.2019, 14:38
71. Arbeitnehmer mit Unternehmerrisiko ?

Zitat von schwertas
"Ich kann diesem Vorschlag nicht folgen. Das unternehmerische Risiko trägt der Unternehmer, nicht die Arbeitnehmer. Diese werden für ihren Beitrag zum Unternehmen durch ihr Gehalt fair entlohnt." Diese beiden Argumente sollen wohl ein Hohn sein. Zum einen trägt auch der Arbeitnehmer sehr wohl das unternehmerische Risiko, weil er ja bei schlechten Geschäften entlassen wird, und die Entlohnung wäre erst dann gerecht, wenn der Gewinn einen vergleichbaren Lohn eines Geschäftsführers nicht übersteigen würde.
Sie wissen schon, daß im Insolvenzfall ein Arbeitnehmer sozial abgsichert ist (Konkursausfallgeld, ALG1) während der haftende Familienunternehmer mit seinem gesamten Privatvermögen bis hin zur Privatinsovenz haftet.

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dagmar1308 21.07.2019, 14:38
72. Man sollte nur mal die Summe der

Gewinneinkommen eines Jahres durch die
Anzahl der Bevölkerung einer Gesellschaft dividieren und diesen lächerlichen Betrag umverteilen.
Logisch ist, dass dann im nächsten Jahr das Gewinneinkommen sinkt insgesamt, den warum sollte ich mich über Gebühr in etwas reinhängen, wenn mir das mehr vollkommen weggenommen wird. So geht es dann immer weiter.
Das ist aber nur die pekuniäre Seite. So dürfte der Fortschritt im medizinischen Bereich sich deutlich verlangsamen. Die schwer erkrankten Menschen...
Irgendwann ist jeder mal an dieser Stelle und verdammt, dass er über die Jahre durch die Umverteilung aller Gewinne jedes Jahr ein paar Klamotten und andere Kleinigkeiten zusätzlich konsumieren konnte.

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merenlähellä 21.07.2019, 14:38
73. Wieso sollte überhaupt

Zitat von willibaldus
Ist das so? Reicht es nicht, zukünftig über das Finanzamt die Hälfte der Firmenerlöse an den Staat abzuführen, bevor der Erbe von seinem Anteil Steuern zahlt? Die Anteile lassen sich, eventuell mit Rabatt zurückkaufen, bis der Staat keine Anteile mehr hat und auch nicht mehr an den Firmenerlösen beteiligt ist. Ja, kann mir vorstellen, dass es da einen neuen Schrank an Betrugsmöglichkeiten und Tricks gibt. Muss man drüber nachdenken.
der Staat etwas von den "Firmenerlösen" erhalten, bis der Anteil abgestottert ist? Der Staat bekommt schon über alle möglichen Abgaben und Steuern mehr als die Hälfte des Gewinns natürlicher Personen. Das muss langsam mal reichen. Die SPD hat sich selbst durch ihre verfehlte Politik in ihre aktuelle missliche Lage gebracht und wird dieses Umfrageloch sicher nicht durch das Schüren von Neid verlassen.

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dagmar1308 21.07.2019, 14:48
74. Zu 2. Das ist ein verkappter

rassistischer Gedanke, den sie in die Diskussion einstellen. Wenn meine Enkel je eine halbe Millionen Erben, dann ist es doch genug. Gates u.a. machen es vom Prinzip auch nicht anders.
Die Erde und die geschaffenen Werte gehören denen, die daran mitgearbeitet haben, auf vielfältige Weise, auch weit weg als Buchhalter beim Kirchenverein.
Ist alles nur geborgt und gegönnt dem
Einzelnen zu seinen Lebzeiten.....

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newliberal 21.07.2019, 14:52
75. Tja, theoretisch ist alles möglich

nur die Praxis kommt immer dazwischen. Wer soll denn bitteschön die Gewinnverwendung kontrollieren ? Darf dann der Gewinn - so einer anfällt - auf neue Rechnung vorgetragen werden oder muss ausgeschüttet werden ? Darf dann so investiert werden, dass überhaupt kein Gewinn anfällt - Amazon lässt grüssen ? Muss bei jeder unternehmerischen Entscheidung der Volkskommissar um Erlaubnis gefragt werden ? Gibt es dann in jedem Betrieb einen Beamten der die Betriebsabläufe permanent kontrolliert ? Was passiert wenn der Erbe keine Lust mehr hat und direkt nach Erbfall den Laden an eine Heuschrecke verschnackt ? Darf man ihm das dann verbieten ? Wird nicht jeder Neuunternehmer lieber sicherheitshalber im Ausland gründen bevor er in eine rechtlich unsichere Zukunft startet ? Fragen über Fragen... aber das ficht einen Professor im Elfenbeinturm nicht an.

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dagmar1308 21.07.2019, 14:52
76. Zu Nr. 51. Es müssen Voraussetzungen

für die Senkung der Einkommenssteuer geschaffen werden. Dazu gehören weniger Leistungen aus der Staatskasse ebenso wie der stärkere Zugriff über die Erbschaftssteuer und eine Korrektur der Steuerprogression. Schwerpunkt Erbschaft ist beim Nachdenken eindeutig.

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Newspeak 21.07.2019, 14:55
77. ....

"Die einzige überzeugende Rechtfertigung scheint die meritokratische zu sein: Ein Individuum, das seine Leistungsfähigkeit in Geschäftserfolg verwandeln kann, dem sei dieses Glück und der Wohlstand - natürlich nach Einkommensteuern - gegönnt."

Nein. Auch diesem Individuum sollte es nicht gegönnt sein. Wieso denn? Eine Meritokratie könnte dann funktionieren, wenn alle dieselben Chancen hätten. Haben sie aber von Geburt aus nicht. Wieso sollen Menschen, die ohne ihre Schuld mit einem niedrigeren IQ auf die Welt gekommen sind, oder deren Körper physisch nicht so leistungsfähig ist, oder die weniger Unterstützung durch ihr Umfeld erfahren, nicht dasselbe Recht auf ein Leben in Wohlstand haben? Wenn man an die Gleichheit der Menschen glaubt, kann man keine Form der materiellen Ungleichheit tolerieren. Deshalb kann man ja durchaus jeden anders, d.h. seinen Fähigkeiten nach fördern. Denn oh Wunder, die wirklich intelligenten und guten Menschen arbeiten auch ohne Belohnung gern. Die Gesellschaft würde bei einer Angleichung der Löhne nicht auseinanderbrechen. Wenn man eine Meritokratie wollte, dann müsste man relative Leistung belohnen. Was hat jemand relativ zu seinen Möglichkeiten aus sich gemacht. Das aber ist schon wieder extrem schwierig. Es war nicht allein die Leistung, die jemanden wie Zuckerberg oder Bezos oder Gates reich gemacht haben. Es war das Glück der Geburt in den USA, und der Zufall die richtige Idee am richtigen Ort und als Erster (!) gehabt zu haben. Eine winzige Veränderung der Geschichte und dieselben reichen Leute würden auch existieren, aber unter anderem Namen.

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Eronica 21.07.2019, 14:57
78. Große Erbschaften

Führen nur dazu dass viele dieser Erben dieses leistungsloses Einkommen verprassen um daraus weitere leistungsloses Einkommen zu erzeugen aber keine eigene Anstrengung zum BIP beisteuern aber das von allen anderen erwarten schließlich wollen sie die Leistungen der anderen z. B. Restaurantbesuch, Kauf eines Fahrzeugs, Infrastruktur in Anspruch nehmen, konsumieren. Ihre Gegenleistung ist nur ein Papier der mglw. nicht mal gedeckt ist also mglw. Nichts wert ist, weil z. B. keine Goldbindung.

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Pless1 21.07.2019, 15:03
79.

Ich könnte es nicht besser formulieren als der 2. Kommentar: das vererben wollen ist einer der höchsten Leistungsanreize überhaupt. Daher sollte man aus meiner Sicht nicht am Erbe ansetzten. Ein Erbe ist kein Leistungslohnes Einkommen, die Leistung wurde ja erbracht und übrigens auch versteuert. Hier verstellt der isolierte Blick auf das einzelne Individuum des Erben vielen die Sicht. Familienunternehmer denken in Generationen und das ist auch legitim.

Das Problem ist ein anderes: Einkommen aus Vermögen wird deutlich niedriger Versteuert als solches aus Arbeit. Insofern wird Kapital gegenüber Arbeit subventioniert. Die praktische Begründung dafür, für internationales Kapital wettbewerbsfähige Konditionen bieten zu müssen ist zwar verständlich, ändert aber nichts an der Ungerechtigkeit. Mit einem gerechten Steuersystem bei den Einkommen wäre allen geholfen, viel besser als mit den hier propagierten Eingriffen ins Erbrecht.

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