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Reversible Enteignungen: Lasst die Erben ihr Erbe verdienen
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Nehmt den Reichen, gebt den Armen. Klingt gut, schafft aber nicht mehr Wohlstand für alle. Ganz anders wäre es mit staatlichen Beteiligungen am Firmenerbe - die sich zurückkaufen ließen.

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kumi-ori 21.07.2019, 15:06
80.

Ich finde es richtig, dass auch die Erben von Firmenvermögen ihren Anteil beitragen müssen, und dass andererseits die Rückzahlung zeitlich so gestreckt werden kann, dass der Weiterbetrieb nicht in Gefahr gerät. Alle Argumente gegen eine Besteuerung von Betriebsvermögen ("der Vater an den Sohn..."., "eigene Leistung selbst aufgebaut..." etc.) träfen doch für Eigenheime, Kunstsammlungen oder Aktiendepots genauso zu.

Die grotesken Verschiebungen bei den Vermögenswerten treffen viele hart, nicht immer nur die, die nicht haben, sondern auch die, die haben. Wer zum Beispiel dachte, er werde nach dem Tod der Eltern in sein Elternhaus einziehen, kann oft eine böse Überraschung erleben. Da sich der Wert der Immobilie möglicherweise verdreifacht hat und kein Dach über dem Kopf mehr für weniger als einen siebenstelligen Betrag mehr zu finden ist. Gerade schönere Anwesen können also den Erben mit einer Steuerlast treffen, die er in seinem Leben nicht zurückzahlen kann (er müsste sie ja aus seinem selbst bereits üppig vorversteuerten Einkommen herausschneiden). Also muss er verkaufen, und kann dann mit zwei prall gefüllten Koffern mit bunten Scheinchen in der Hand zuschauen, wie ein russischer Investor das Haus plattmacht und ein kitschiges Palais soundso mit grässlichen Eigentumswohnungen hinklatscht. Und dies alles nicht etwa aus eigenem Verschulden, sondern zum Wohle der Bankenrettung, durcch die sämtliche Maßstäbe ins Absurde verzogen wurden.

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James Blönd 21.07.2019, 15:07
81. Ergänzend

Zitat von Eronica
Führen nur dazu dass viele dieser Erben dieses leistungsloses Einkommen verprassen um daraus weitere leistungsloses Einkommen zu erzeugen aber keine eigene Anstrengung zum BIP beisteuern aber das von allen anderen erwarten schließlich wollen sie die Leistungen der anderen z. B. Restaurantbesuch, Kauf eines Fahrzeugs, Infrastruktur in Anspruch nehmen, konsumieren. Ihre Gegenleistung ist nur ein Papier der mglw. nicht mal gedeckt ist also mglw. Nichts wert ist, weil z. B. keine Goldbindung.
Zumal große Vermögen _exponentiell_ wachsen, wenn man sich nicht ganz doof anstellt. Dieser (leistungslose) Zugewinn muss ja irgendwo herkommen, nämlich von den 99%. Ich glaube, vielen ist das überhaupt nicht bewusst.

https://www.mathebibel.de/exponentielles-wachstum

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loom_de 21.07.2019, 15:08
82. Sehr guter Ansatz!

Vor allem ist der Ansatz mehrheitsfähig und sehr gut

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James Blönd 21.07.2019, 15:12
83.

Zitat von dagmar1308
Wenn meine Enkel je eine halbe Millionen Erben, dann ist es doch genug. Gates u.a. machen es vom Prinzip auch nicht anders. Die Erde und die geschaffenen Werte gehören denen, die daran mitgearbeitet haben, auf vielfältige Weise, auch weit weg als Buchhalter beim Kirchenverein. Ist alles nur geborgt und gegönnt dem Einzelnen zu seinen Lebzeiten.....
Treffend formuliert. Nur widerspricht das natürlich den Grundfesten des Kapitalismus, der unersättlich ist und grenzenloses Maximalwachstum einfordert, statt auf Nachhaltigkeit und etwas mehr Demut und Bescheidenheit zu setzen.

In Deutschland sind übrigens Schenkungen an die eigenen Kinder bis 400.000 Euro steuerfrei; das ist wirklich genug. Mehr als unangemessen finde ich allerdings, dass die Steuerfreiheit bei Geschwistern nur 20.000 Euro beträgt.

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James Blönd 21.07.2019, 15:16
84.

Zitat von Pless1
Ich könnte es nicht besser formulieren als der 2. Kommentar: das vererben wollen ist einer der höchsten Leistungsanreize überhaupt.
Sie wollen also Ihren Kindern die Möglichkeit entziehen, ein _eigen_verantwortliches Leben zu führen?

Mein älterer Sohn ist sehr ehrgeizig und will unbedingt sein eigenes Geld verdienen, er hat auch große Pläne. Erbe oder Schenkungen, jedenfalls jetzt, wo er noch studiert, können da sogar sehr demotivierend und leistungsschwächend wirken ...

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martin.moeller 21.07.2019, 15:23
85. Und weg ist der Betrieb

Gutes Beispiel von Sozi-Bloedsinn. Kein kleiner oder mittlerer Betrieb kann sich den Staat und dessen Politiker als Partner leisten. Die einzigen Nutzniesser einer solchen Regelung waeren auslaendische Steuerberater, zumal um der Enteignung zu entgehen man den Besitz rechtzeitig einer auslaendischen Firma uertragen muss und ihn somit der deutschen Erbschaft entzieht. Selbst die Erben fuer die nicht vorgesorgt wurde wuerden dem noch entgegensteuern indem sie eine neue eigene Firma gruenden, dem die Kundschat uebertragen und dann den alten schliessen. Kein Mensch arbeitet und baut sich etwas auf um spaeter enteignet zu werden.

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fridolingaertner 21.07.2019, 15:24
86. Deutsche Ideologen

Da liegt für einen kurzen Augenblick eine kleine Sensation in der Luft: Nach sätzelangem Sermon der in der braunen und roten Szene nicht aussterbenden Gleichheitsphrasen stellt der Autor plötzlich fest, die Umverteilung vom Erfolg-Reichen zum Erfolglosen sei das sichere Rezept, den Laden zugrunde zu richten. Haben wir das nicht schon immer gesagt? Haben wir das nicht bei ALLEN bisherigen braunen und roten Gleichheitsexpiremten für das "Volk" bzw. für den "Arbeiter und Bauern" erlebt? Und ist damit nicht schon alles gesagt?

Klar, aber der deutsche Ideologe wäre nicht der deutsche Ideologe, wenn er über diese Logik nicht einfach hinwegginge und der Welt seine eigene Logik überstülpte - "Ideologie" kommt schließlich von "eigener Logik". Und so schwadroniert der Autor plötzlich von der "Meritokratie", die als einzige die "materielle" Ungleichheit legitimieren könne. Wie bitte? Die natürliche Ungleichheit des Menschen, deren Ausdruck ja auch die Ungleichheit der Leistungsfähigkeit ist, müsse legitimiert werden? Mit anderen Worten: Die Nichtexistenz egalitärer, also faschistischer Regime, die die naturgegebenene Ungleichheit des Menschen zwangsläufig mit Gewalt ausmerzen müssen, muss "legitmiert" werden? Also da denkst du, den ersten nichtfaschistischen, weil nichtenteignenden und am Ende nicht zwangsläufig Stacheldraht errichtenden, Linken angetroffen zu haben - und schon ist wieder alles im Eimer.

Wenn die Menschen ungleich sind, dann steht demjenigen, der so blöd ist, 16 Stunden am Tag zu arbeiten oder dem Hochbegabten mit der brillanten Geschäftsidee das erworbene Hab und Gut zu, dann sind sie alleine schon aufgrund der zur Verfügung gestellen Arbeitsplätze sowie aufgrund der damit generierten Zuflüsse in die Sozialkassen rechtmäßige und legitime Eigentümer. Und das gilt sogar für den Lottogewinner. Und es ändert sich kein Jota an dieser Sachlage, wenn ich mich krumlege, damit meine Kinder ein Vermögen erben.

Gemeinsam ist rechten und linken Gleichheits- bzw. Enteignungstheorien immer, dass sie die Hälfte der Wahrheit weglassen. Zwar umgeht der Autor geschickt den klassischen - und eigentlichen - Ansatz braunroter Theorien, Schuldige zu benennen (Juden, Bänker, Kapitalisten etc.), aber er unterschlägt, dass die heutige Ungleichheit vor allem auf der Globalisierung beruht, also dem Internet, der weltweiten Vernetzung. Unternehmen, Vermögen sind einerseits heute nicht mehr national, unterliegen immer weniger behördlichen Kontrollen, und entstehen andererseits explosionsartig und in gewaltiger Größe - weil das Internet eben Milliarden Kunden hat. Wenn aber ein deutscher rechter oder linke Ideologe, der nicht einen Arbeitsplatz geschaffen hat, beispielsweise dem zigtausendfachen Arbeitsplatzerzeuger Zuckerberg an's Hab und Gut will, dann wird der wohl ganz US-amerikanisch mit den Worten "Eigentum verpflichtet" auf seine Waffensammlung verweisen.

Und da bin auch ich gerne US-Amerikaner.

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go-west 21.07.2019, 15:27
87. Enteignung ist Diebstahl.

Was der Familie gehört, hat sie sich höchstwahrscheinlich legal erarbeitet und wurde entsprechend den Gesetzen versteuert. Sie waren halt besser und cleverer als Andere oder hatten zudem vielleicht auch mehr Glück. Warum soll beim Generationswechsel jedesmal der Reset-Knopf gedrückt werden? Das Gerechtigkeitsdogma widerspricht nun mal den Naturgesetzen, es gibt Starke, Schlaue, Erfolgreiche, Schöne (manchmal sogar fast alles auf einmal) und diejenigen, die in diesem Leben mit weniger Gaben gesegnet wurden. Oder denen auch das Glück nicht zuteil wurde, in einem reichen Land und dort sogar noch in einer wohlhabenden Familie geboren worden zu sein. Das ist nun mal so und durch kein Dogma zu ändern. Akzeptiert es einfach.

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Kurt-C. Hose 21.07.2019, 15:28
88. Nutzlos

Wenn man sich mit Statistiken beschäftigt, wie viele Firmen Generationenwechsel überstehen (50% den ersten, gerade noch 8% den zweiten; Quelle Frankfurter Bankgesellschaft) und Familienvermögen nach dem 3. Generationenwechsel in mehr als 50% der Fälle weg sind, merkt man schnell, dass das ein virtuelles Problem ist. Selbstverständlich verkauft es sich politisch prächtig und wenn man es machen würde, kann ich mir den Hort an Unvermögen und Vetternwirtschaft in der staatlichen Einrichtung, die diese Beteiligungen verwaltet, schon bildhaft vorstellen. Ich hätte sogar schon einen Namen für sie: „Nationale Erbinverwahrungnahmedirektion , kurz: N.E.I.D.

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Horst Scharrn 21.07.2019, 15:32
89.

Man könnte es auch so machen, dass Unternehmen dazu verpflichtet sind 50% des Unternehmensgewinns gleichmäßig auf alle Mitarbeiter zu verteilen, zusätzlich zum Gehalt ... Eine Vergenossenschaftung der Wirtschaft sozusagen.
Dann noch Steuerpflicht an die Deutsche Staatsangehörigkeit koppeln
Eine 5% Vermögenssteuer einführen für alle die mehr als 1 Million Euro Barvermögen haben.
Und eine Finanztransaktionssteuer einführen.
Und die Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialversicherungsabgaben abschaffen.
Und dafür sorgen, dass ALLE (auch Beamte, Selbstständige etc.) in die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arberitslosenversicherung einzahlen.
Dann noch Gesetzliche Krankenkasse für alle einführen. Und wer möchte kann sich zusätzlich privat versichern.
Und Kapitalerträge mal richtig besteuern. Wieso wird Einkommen aus Zinsen niedriger besteuert als Einkommen aus Arbeit ? Was soll sowas ?

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