Forum: Politik
Revolutionäre Jugendbewegungen: Von der RAF zum Dschihad

Die Anschläge von Paris sind als Auftakt einer neuen Jugendrevolte zu sehen: An die Stelle von Che Guevara ist Osama Bin Laden getreten. Was für die 68er die RAF war, ist für revolutionär gestimmte Jugendliche heute der Salafismus.

Seite 26 von 33
zehwa 21.01.2015, 11:04
250. Beitrag verfehlt?)

Zitat von tinosaurus
ging es damals auch um die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit wie auch später um Protest gegen den Vietnam-Krieg. Make love not war - give peace a chance usw. Im Grunde genau das Gegenteil. Hier einen Vergleich anzustellen, ist schon sehr mutig und frei von geschichtlichen Grundkenntnissen. Mit diesem Artikel lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Thema verfehlt - ungenügend.
"Hueben wie drueben" (sozusagen) ging/geht es um das Durchsetzen einer eigenen Ideologie mit dem Terror als taktisches Konzept. In dem Vergleich, den Herr Fleischhauer zieht, sind Inhalte nebensaechlich.

Die Taetertypen aehneln sich, nicht mehr oder weniger hat Fleischhauer gesagt. Ich finde den Vergleich nach wie vor passend. Fast so gut wie vor 3 Wochen, als er Pegida ein fleischgewordenes Forum nannte...;)

Beitrag melden
headsign 21.01.2015, 11:10
251. @Xenophob

Hi. Ich finde es eigentlich ziemlich müßig, in Kommentaren einen Dialog zu führen, aber da ich mit angesprochen wurde, möchte ich doch kurz antworten.
Ich fühle mich hier nicht wegen der Besudelung meiner vermeintlichen Ikonen verletzt. Worüber ich mich aufrege ist der Schlusssatz mit den Heeren von Sozialarbeitern, die angeblich nichts nützen und dem Ruf nach mehr Staatsgewalt. So wichtig gute Polizeiarbeit an dem Punkt ist, an dem wir angelangt sind, so wenig ist das eine nachhaltige Lösung. Das verschleiert der Artikel auf eklatante Weise. Wir brauchen gerade jetzt den Kontakt zu den vermeintlich, künftigen Tätern und das ist nur mit Sozialarbeit möglich. Wenn ich das hier lese, tun mir die ganzen Jugendarbeiter Leid, die sich täglich abmühen, um menschliche Bomben im Vorfeld zu entschärfen.

Beitrag melden
wolly21 21.01.2015, 11:13
252.

Zitat von zehwa
Herrn Fleischhauer argumentiert etwas hastig, nichtsdestotrotz ist der Vergleich doch richtig. Sowohl RAFanhaenger als auch Dschidaisten liefen/laufen einem unausgereiften Weltbild hinterher, gepaart mit einem Drang zum Desperadotum. Beide wuenschten/wuenschen keine Diskussion. Unterschiede erkenne ich hoechstens in der Logistik und den Moeglichkeiten zur Propaganda.
Sie, werter Forist, übersehen genau so wie Herr F., daß die Hauptmotivation der 68er, aus der die RAF heraus wuchs, die Aufarbeitung der Nazivergangenheit war, die in den Nachkriegsjahren von den UNIONs Parteien und der FDP versäumt wurde.
Die Motivation der Islamisten/Salafisten/ISisten/Terroristen ist eine total andere, letztlich doch religiös begründete. "Geld macht nicht glücklich!"

Beitrag melden
002614 21.01.2015, 11:15
253. Relativierung

Zitat von r.muck
dass die Islam-Versteher landauf-landab ihr gerüttelt Maß am Terror durch Relativierung, beitragen.
das war zur RAF-Zeit nicht anders. Es gab landauf-landab Terror-Relativierung und Verständnis für den Kampf gegen das kapitalistische System von "klammheimlichen" Sympathisanten.

Beitrag melden
Zappa_forever 21.01.2015, 11:16
254. Jein...

Zitat von 002614
und es waren auch keine ungebildeten und chancenlose Leute, die das taten. Immerhin konnten sie studieren und sich Flugstunden leisten. "Sozial abgehängt" ist was ganz anderes.
...dies Jungs sind insofern sozial abgehängt, als dass die Gesellschaft in der sie leben bzw. lebten anders tickt als ihre Community bzw. die Gesellschaft in ihren Heimatländern. D.h. vor allem kein allgegenwärtiger Männlichkeitskult mehr und viel höhere Ansprüche an die individuellen Qualitäten des Einzelnen. Da hapert´s dann (zumindest nehmen es aus fehlendem Selbstbewusstsein viele so wahr) gewaltig. Im frömmelnden Männerbund gibt´s dann wieder Nestwärme...

Beitrag melden
spannendezeiten 21.01.2015, 11:25
255. endlich eine neue Perspektive!

Es ist immer einfach, einen Grund / Gruppierung fuer solche Uebergriffe zu finden. Junge (frustrierte?) Maenner (und auch Frauen) haben immer Gruende gefunden, fuer die sie "kaempfen" wollten und immer mehr auch konnten. Im Zeitalter der Globalisierung und des Internets ist es nun der Islam, der als Vorwand dieser Triebe missbraucht wird. In einer Welt ohne Religion faenden diese Gruppierungen einen anderen Vorwand.

Beitrag melden
zehwa 21.01.2015, 11:29
256. Nein, werter Forist Wolly

Zitat von wolly21
Sie, werter Forist, übersehen genau so wie Herr F., daß die Hauptmotivation der 68er, aus der die RAF heraus wuchs, die Aufarbeitung der Nazivergangenheit war, die in den Nachkriegsjahren von den UNIONs Parteien und der FDP .....
Die Inhalte der jeweiligen Ideologie ist in Herrn Fleischhauers Argumentation Nebensache.
Das Psychogramm der Taeter aehnelt sich, die eigentliche Motivation auch.

Beitrag melden
clausbremen 21.01.2015, 11:40
257. Man ...

... möchte sagen: "Si tacuisses, Fleischhauer" !!"
Selten so einen Blödsinn gelesen. Den Kollegen Augstein mal ausgenommen. Der treibt's manches Mal noch ärger.

Beitrag melden
002614 21.01.2015, 11:43
258. Motiv für Mord

Zitat von wolly21
Sie, werter Forist, übersehen genau so wie Herr F., daß die Hauptmotivation der 68er, aus der die RAF heraus wuchs, die Aufarbeitung der Nazivergangenheit war, die in den Nachkriegsjahren von den UNIONs Parteien und der FDP versäumt wurde. Die Motivation der Islamisten/Salafisten/ISisten/Terroristen ist eine total andere, letztlich doch religiös begründete. "Geld macht nicht glücklich!"
Die Frage ist doch, ob eine "Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit", die von den Nachkriegsparteien nicht im gewünschten Maße angegangen worden sein soll, als Motiv für die Ermordung von Menschen herhalten darf, wie es RAF Aktivisten taten.

Und genau hier begegnen sich die beiden Terror-Gruppen RAF und die Mörder in Paris, die ihr Motiv in der Beleidigung ihres Propheten sehen.

Beitrag melden
Xenophon 21.01.2015, 11:52
259.

Zitat von 002614
Rosa kann wohl nicht Recht gehabt haben mit dem Spruch: Sozialismus oder Barbarei. In den Systemen, die sich auf einen "-ismus" beziehen, herrscht - jedenfalls den nicht frag- und klaglos folgenden Bürgern gegenüber - Barbarei. Und Kohl hat mit dem Geldpumpen vielleicht einigen zum bürgerlichen Leben verholfen - aber keinen Sozialismus eingeführt. Viele der damaligen Sympathisanten haben - auch aus ideologischen Gründen - den "Marsch durch die Institutionen" gewählt.
Wie nennen Sie das denn, was hier heute für ein System herrscht? Politik der Wohltaten ist nichts anderes als Sozialismus – wenn auch in der Hoffnung, das im Kapitalismus genug Money abfällt, um das alles zu finanzieren. Das hat schon Anfang der 80er angefangen. Wer weiß denn heute noch, wie in den 60ern und 70ern die (ähem, schäm) Arbeiterklasse und die Studenten gelebt hat? Aber dann ging es los: Jährlich Lohnerhöhungen um 5 %, Umgestaltung des Gesundheitswesens zum Selbstbedienungsladen und vor allem: Stellen ohne Ende an den Unis und in der Bürokratie. Der "Marsch durch die Institutionen" war doch nur möglich, weil der Staat das finanziert hat. Was ich sagen wollte: Die meisten, die sich da jetzt austoben, haben ihren Hass gelernt aus ihren Verhältnissen, der kommt nicht über sie wie der heilige Geist. Um das zu verhindern, muss man Chancen schaffen. Materielle! Da kommt man mit Sozialarbeitern auch nicht viel weiter.

Beitrag melden
Seite 26 von 33
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!