Forum: Politik
Rhetorische Eskalation im Flüchtlingsstreit: Der Kampf der Worte
DPA

Seit Jahren verschärft sich der politische Streit um Zuwanderung - auch rhetorisch. Worte werden zu Waffen, die Gräben in der Gesellschaft tiefer. Plädoyer für eine verbale Abrüstung.

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dani-loulou 07.07.2018, 13:37
1. Sehr besonnen

Sehr besonnen, bitte mehr davon. Dies gilt freilich auch für Journalismus, die sich gern auf rechte Rhetorik stürzen, eben weil sie polarisiert.

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tuedelich 07.07.2018, 13:38
2. Pfui-Teufel

Prima Artikel. Zumal er auch ein wenig die Maske vom Gesicht der Frau Merkel beiseite schiebt. Im Grunde sind die Aussagen aller Pseudo-Christen (Seehofer, Dobrindt, Merkel) gleich. Bloß die sog. Christlichsozialen hauen ordentlich drauf und pöbeln munter weiter, während die Christlichdemokraten (Frau Merkel) in die selbe Kerbe hauen, aber meinen, niemand würde es merken.
Es ist alles irgendwie: Pfui-Teufel!

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bn 07.07.2018, 13:41
3. Naja

"In der Flüchtlingspolitik gilt das schon seit Jahren. Und je schärfer der politische Streit um den richtigen Kurs geführt wird, umso schärfer wird auch der Kampf der Worte geführt - mit gravierenden Folgen: Die Rhetorik der Rechten droht salonfähig zu werden."
Allein die Tatsache, dass SPON von Fluechtlingspolitik schreibt, waehrend die Gesamtanerkennungsquote (Asyl, subsidiaerer Schutz, Abschiebeverbot) in 2018 bei unter 43% liegt, zeigt, dass der Versuch, die Deutungshoheit ueber Sprache zu erlangen, nicht nur den Rechten gelingt. Man koennte argumentieren, dass eher das Gegenteil der Fall ist.
Viele Menschen glauben ausserdem, dass die Anerkennungsquoten viel zu hoch sind - im Zweifel fuer die Person, die ein Asylgesuch stellt.

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christine.rudi 07.07.2018, 13:42
4. "Internierungslager"

Wieso wird Frau Baerbeck dafür kritisiert ? Sie hat doch nicht "Konzentrationslager" gesagt !

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bn 07.07.2018, 13:46
5. Naja

""Festung Europa", noch so ein Begriff. Wer sich kritisch mit der europäischen Migrationspolitik auseinandersetzt, nutzt ihn, um Abschottungstendenzen zu beschreiben."
SPON vergisst hier, dass es auch viele Menschen gibt, die sich kritisch mit der Migrationspolitik auseinandersetzen, zu dem Schluss kommen, dass Europa keine Abschottungspolitik betreibt, sondern vielmehr nach wie vor viel zu viele Menschen aufnimmt. Oder ist diese Kritik das, was SPON nennt:
"Für rechte und rechtsextreme Gruppierungen ist es der Wunschzustand der EU."

Dann waeren wir wieder bei dem Versuch, Sprachhoheit zu gewinnen. Kritiker sind die linken, die guten. Weniger ungesteuerte Einwanderung ist gleich Abschottung. Die boesen, die rechten, wollen das.

Man koennte den Eindruck gewinnen, dass der eher linksgerichtete Sprachgebrauch Mainstream ist, und dass es einige Versuche auf der rechten Seite gibt, diesen aufzuweichen - was Linke natuerlich nicht so toll finden, weshalb sie sich gegen den Verlust ihrer Sprachhoheit so wehren.

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Neandiausdemtal 07.07.2018, 13:49
6. Gauland

Bei dem bin ich immer versucht "Adolf" zu schreiben. Aber auch dazu reicht 's bei dem nicht, denn er heißt wohl Alexander.
Wenn er aber meint, man müsse die Grenzen des sagbaren ausweiten, dann sollten wir zunächst mal feststellen, dass viele Rechte, die Deutschland geschadet haben, in Nürnberg zum Tod durch den Strang verurteilt worden sind.
Das geht heute natürlich nicht mehr. Aber der konsequente Ansatz steht immer noch. Merke: Siehst Du einen Nazi lachen, musst Du was dagegen machen.
Das müsste doch jetzt ganz im Sinne der AFD gewesen sein.

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karlsiegfried 07.07.2018, 13:49
7. Warum abrüsten?

So muss demokratische Politik sein. Laut, deutlich, nachvollziehbar, aufmerksamkeitsstark und verändernd wirken. Die Parteienkuschelpolitik hat endlichg ihr Ende gefunden. Weiter so!

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yksas 07.07.2018, 13:50
8. Gebt Söder kein Kreuz

"Doch eine Eskalation der Rhetorik hinterlässt, links wie rechts, nur Verlierer."

So, jetzt wird's Zeit, dass auch mal die Rechte Allianz aus AfD und CSU verliert. Auch wird's Zeit, daß die über 60 jährige Einparteienherrschaft der Klerikalen Partei beendet wird damit die Gewaltenteilung eine Chance erhält wieder zu funktionieren.

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touri 07.07.2018, 13:51
9.

Ganz ehrlich, wenn es um die rhetorische Eskalation gibt, da nehmen sich Rechte und Linke nicht viel. Aus der Linken ecke (übrigens auch in mehreren Meinungsartikeln auf Spiegel Online) wurden alle Menschen die kritisch gegenüber unbegrenzter Migration eingestellt sind pauschal als Nazis verunglimpft. Und die Rhetorik aus der Ecke der Grünen, die aus Transit und Ankerzentren KZs machen will ist auch nicht gerade hilfreich für eine sachliche Diskussion.

Die rechten und Konservativen antworten mit Begriffen wie "Gutmenschen" oder eben "Asyltouristen".

Eine verbale Abrüstung wäre der Sache sicherlich dienlich, zumal der grundsätzliche Richtungsstreit nun eigentlich entschieden ist, es steht nur noch die Frage der Umsetzung im Raum.

Übrigens verstehe ich nicht seit wann der Begriff "Festung" negativ belegt sein soll. Eine Festung schützt seine Bewohner und isoliert sie nicht. Schließlich entscheiden die Bewohner der Festung, wer diese betreten darf und wer nicht. Und genau dahin müssen wir in der EU kommen, die Entscheidungsgewalt darüber zurück zu bekommen, wer in die EU einreisen darf und wer nicht. Für mich eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wer offene Binnengrenzen haben will, der muss die Außengrenzen schützen.

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