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Richtlinien-Entwurf: Grüne fordern EU-weiten Schutz für Whistleblower
REUTERS

NSA-Affäre, Wikileaks, Luxemburg-Leaks: Whistleblower haben diese Enthüllungen möglich gemacht - und sind selbst die Leidtragenden. Die Grünen schlagen jetzt eine radikale EU-Richtlinie zu ihrem Schutz vor.

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petra.blick 03.05.2016, 17:49
1. In einer Zeit in dem Industrien

Staaten übernehmen, Bürger zu Konsumenten umprogrammiert werden, wo Privatsphäre sich durch Geheimdienste auflöst aber sich immer mehr Türen für den normalen Menschen verschliessen, da ist ein Whistleblower zu sein, der einzige menschliche Zug im System "Gesellschaft".

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Bürger Icks 03.05.2016, 17:57
2. Wenn heutzutage nicht Whistleblower...

...den gröstmöglichen Schutz geniessen sollten, wer sonst?
Wer soll uns denn sonst in Zukunft noch über die schmutzigen Machenschaften der "gehobenen Gesellschaft" informieren?

Aber die EU arbeitet ja schon gegen:

EU-Richtlinie zu Geschäftsgeheimnissen verschlechtert Situation von Arbeitnehmern und Whistleblowern
https://netzpolitik.org/2016/eu-richtlinie-zu-geschaeftsgeheimnissen-verschlechtert-situation-von-arbeitnehmern-und-whistleblowern/

Wir sind mittendrin, in Orwells 1984, und nur vielleicht 5% der Menschen merken es überhaupt...

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ted-g 03.05.2016, 18:01
3. Bravo!

kann ich da nur rufen! Eine annähenrd klare Richtung wie man sich den Whistleblowern gegenüber verhält dürfte Einiges ins Rollen bringen und ihnen auch etwas Gewähr geben, da man als Staat und wir auch als Privatpersonen davon profititeren. Nachdem Günther Wallraff damals undercover in den Drecksschmieden Deutschlands schuftete, hatet dies ja auch eine Gesetzesänderung zur Folge, dass man sich für Recherchezwecke nicht mit dem Klarnamen kenntlich machen muß, sonst hätte es so manche Story und auch Aufdeckung von Missständen danach nicht gegeben! Ich hoffe die Fraktion der Grünen bekommt breite Unterstützung, so könnte sich Europa auch mal gegenüber anderen Staaten/Allianzen positiionieren!

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calinda.b 03.05.2016, 18:37
4. Alles schön und gut

Aber der 'Enthüller' im Luxleaks-Prozess ist schliesslich nicht vom Luxemburger Staat wegen Geheimnisverrats oä. verklagt worden, sondern von seinem früheren Arbeitgebel PwC. da er seinen Arbeitsvertrag verletzt hat.

Wenn Arbeitnehmer alles was sie von ihrem Chef als 'nicht' gut' oder 'ungerecht' empfinden, verraten dürften, dann wird's aber lustig.

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trustableman1964 03.05.2016, 18:47
5. Kündigungsschutz plus whistleblower-Beratungsstelle

Die vom SPON publizierten Forderungen zum Schutz von Whistleblowern sind nicht weitreichend genug. Der 2014 veröffentlichte Abschlussbericht einer Expertenkomission in Schleswig Holstein legt zu diesem Thema viel weitreichendere Lösungen nahe:
Quelle 1

http://www.dgb.de/themen/++co++a0522008-59cd-11e4-a5f2-52540023ef1a

Quelle 2

http://www.whistleblower-net.de/blog/2014/08/14/landtagsgutachten-belegt-fehlenden-schutz-fur-whistleblower-im-offentlichen-dienst/

Im Online-Zeitalter in dem immer weniger aufwendiger, kritischer und unabhängiger Journalismus möglich ist sollten fundamentale Bürgerrechte gestärkt werden. Der Mut zum whistleblowen sollte belohnt und nicht bestraft werden.

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Tolotos 03.05.2016, 18:56
6. Leider gibt es in Politik und Lobby viel zu viele, die gern im trüben fischen.

Ich unterstütze diese Idee, aber da es in unseren Führungskreisen wohl eine Menge Menschen gibt, die demokratisch legitimierte Kontrolle nur in informiert ertragen, glaube ich nicht, dass das politisch durchsetzbar ist.

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malu501 03.05.2016, 19:01
7. So oder so

"Zudem könnten frustrierte Ex-Mitarbeiter eine solche Richtlinie möglicherweise nutzen, um früheren Arbeitgebern zu schaden."

Diese Gegenargument ist im Prinzip keines. Wenn ein Ex-Mitarbeiter einem Arbeitgeber mit Veröffentlichungen Schaden zufügen kann, dann ist dieser Sachverhalt ja demnach etwas, das in irgendeiner Form dem Arbeitgeber anzulasten ist - demnach also ein Vergehen jedweder Art gegenüber Angestellten, dem Gesetz oder was auch immer darstellt. Und dem Mitarbeiter hätte mit Sicherheit die Kündigung gedroht, wäre er damit noch im Beschäftigtenverhältnis an die Öffentlichkeit gegangen. Der Schaden des Arbeitgebers entsteht damit nicht durch die Veröffentlichung durch den Ex-Mitarbeiter, sondern durch sein eigenes Fehlverhalten. Dieser Fall ist also nicht anders zu handhaben als alle anderen Whistleblower. Der Arbeitgeber selbst hat es doch in der Hand, dass entlassene Mitarbeiter nicht zur Bedrohung werden - indem er sich schlicht und einfach an Recht und Gesetz hält.

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neurobi 03.05.2016, 22:09
8.

Zitat von calinda.b
Aber der 'Enthüller' im Luxleaks-Prozess ist schliesslich nicht vom Luxemburger Staat wegen Geheimnisverrats oä. verklagt worden, sondern von seinem früheren Arbeitgebel PwC. da er seinen Arbeitsvertrag verletzt hat. Wenn Arbeitnehmer alles was sie von ihrem Chef als 'nicht' gut' oder 'ungerecht' empfinden, verraten dürften, dann wird's aber lustig.
Ich würde in dem Punkt sogar weiter gehen als den Whisleblower unter Schutz zu stellen, ich würde Mitarbeiter eines Unternehmens sogar dazu verpflichten, bei Gesetzesverstößen des eigenen Unternehmens anzuzeigen.

Wenn es gerecht zugehen würde, müsste das klagende Unternehmen dem Mitarbeiter ein Millionenabfindung zahlen (und den den geschädigten Staaten einen Teil der entgagenen Steuereinnahmen erstatten).

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chjuma 03.05.2016, 23:59
9. allen Verratschönfindern sei gesagt

der NSA Skandal ist irgendwas, damit ihr Euch auf etwas stürzen könnt und auch tut, wie der Hund auf ein blödes Stöckchen. Woher hat denn unsere Terrorabwehr ihre Informationen? Schon mal nachgelesen? Von der bösen NSA, dem bösen türkischen Geheimdienst oder vom Mossad. Und warum? Weil die mit Dingen arbeiten die man hier verboten hat. Und Verrat sollte nicht salonfähig werden. Weil er dann wie immer für schmierige Dinge verwendet wird. Der Feind liebt den Verrat, aber nicht den Verräter. Ich weiß, damit hab ich wenig Freunde. So sehr ich Herrn Snowden respektiere, denn er hat sich bewußt einer Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt. Und diese Hürde sollte bestehen bleiben. Sonst herrscht in Kürze Anarchie.

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