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Ringen um künftigen EU-Kommissionspräsident: CDU-Politiker wirft Macron vor, "antideu
DPA

"Revisionistisch", "Zerstörung der Demokratie": Mit derben Worten attackiert der Chef der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, Daniel Caspary, den französischen Präsidenten. Er wittert Rache, weil Deutschland dessen EU-Pläne nicht unterstützte.

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udo.fischer 24.06.2019, 15:06
50. Uf61

Jeder Politiker wird von seinen Wählern ins Rennen geschickt um deren Interessen zu vertreten.
Das sollte eigentlich selbstverständlich sein und hat nichts mit Populismus zu tun.
Darum hat jede Allianz bestimmte Grenzen, das sieht man bei der derzeitigen Diskussion um die EU Posten sehr deutlich. Die vereinigten Staaten von Europa bleiben eine Vision, vor der zu Lebzeiten auch Altkanzler Schmidt gewarnt hatte.

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bernharddietz 24.06.2019, 15:09
51. Recht hat er!

Endlich spricht mal jemand die Wahrheit ohne Ansehen der Person aus, vielleicht etwas undiplomatisch aber trotzdem richtig!
Außerdem wieso wäre es so schlimm, wenn es in der EU keine "Achse Berlin-Paris" gibt, zumindest nicht als Exklusivclub. Eine solche "Achse" ist auch immer eine Abwertung der "Nichtachsenmächte", die dadurch faktisch immer zurückgesetzt werden und zu Frissoderstirb Abnickkandidaten degradiert werden. Warum sollen denn die Finnen/Letten oder Iren (nur als Beispiel) die EU nicht genauso nach vorn bringen können wie die Erben Adenauers und de Gaulles? Herr Weber hat von Anfang an auch die kleinen Länder aus seiner Parteienfamilie in seine Kandidatur einbezogen. Dass diese Vorgehensweise einem Herrn Macron, dessen Wahrnehmungsschwelle in seinem elitären Gehabe erst bei der Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat beginnt nicht passt kann schon sein. Deshalb ist die Methode Weber aber tausendmal demokratischer als die Hinterzimmerpolitik á la Macron!!

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e.kennedy 24.06.2019, 15:23
52. Und das kommt von einer Partei ....

....die in den letzten zwei Jahren nichts, aber auch gar nichts auf den Weg gebracht hat in Sachen Europa und noch nicht einmal vernünftige Denkanstösse geliefert hat. Eine Partei, für die Europapolitik darin besteht, unilaterale deutsche Entscheidungen zu treffen (siehe "Flüchtlingspolitik"), die dann in unzähligen Treffen der Regierungschefs den europäischen Partnern aufgezwungen werden sollen. Eine Partei, die dem Fehlen einer zukunftsorientierten Europapolitik noch eins draufsetzt durch einen völlig ungeeigneten und inkompetenten "Spitzen"kandidaten. Wenn der Widerstand gegen diesen CDU-Stand jetzt als antideutsch verteufelt werden soll, dann solidarisiere ich mich gern mit Macron.
Und wer ist dieser Daniel Caspary eigentlich? Schon mal etwas von ihm gehört ? Seit 2004 CDU-Abgeordneter im Europäischen Parlament. Ist er während dieser 15 Jahre durch eine interessante Stellungnahme oder einen relevanten Beitrag zu Europa hervorgetreten ? Ausser als eifriger Verfechter des Freihandelsabkommen TIPP ? Dass er zu diesem entscheidenden Zeitpunkt für Europa als wichtigstes Ziel "Flagge zeigen" angibt, spricht ja schon Bände für sein Europa-Verständnis.

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fuerstchristian 24.06.2019, 15:30
53. Nicht Frankreich, sondern Deutschland ist anti-europäisch

Das ist leider typisch für Deutschlands Konservative: Seit vielen Jahren, genauer, seit Amtsantritt Merkels, ist Deutschland der absolute Bremsklotz am Bein des Fortschritts in der EU. Merkel, und hinter ihr natürlich weite Teile der CDU/CSU haben die geniale Begabung, dem deutschen Michel pro-europäisches Denken vorzugaukeln, in Wirklichkeit aber lediglich Eigeninteressen zu vertreten. Dass sich Macron nach dieser langen zeit nach anderen Partnern umsieht, darf man nicht übel nehmen. Und dass der CSU-Mann für die Junker-Nachfolge in Frankreich nicht gern gesehen wird, darf man doch auch verstehen. Immerhin kann man annehmen, dass er keine von Berlin unabhängige Politik betreiben würde.

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ddcoe 24.06.2019, 15:55
54. Die Union lernt es nicht

Wenn ich die Niete Weber in den Hut werfe - erreiche ich keine Mehrheit dafür. Und ohne Mehrheit ist er Geschichte - das nennt sich Demokratie.

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Hardisch 24.06.2019, 15:56
55. Lieber Herr Caspary

Wenn Frau Merkel seit 2 Jahren nicht mehr Bundeskanzlerin wäre, ginge es Deutschland erheblich besser, das schon mal vorweg.
Deutschland und speziell AM bekommt nun die Quittung für die völlig verfehlte hegemonial- arrogante Europapolitik der vergangenen 10 Jahre. Wenn ich Macron wäre, würde ich Frau Merkel genauso am kleinen Finger verhungern lassen.
Es kommt eben alles zurück. Also mal weniger aufregen und endlich ohne Frau Merkel in die Zukunft schauen.

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jan07 24.06.2019, 15:56
56. Es gibt keine Spitzenkandidaten

Das Prinzip des Spitzenkandidaten ist in den EU-Verträgen gar nicht vorgesehen, ist eine reine Erfindung des EU-Parlaments. Laut Verträgen schlagen die Staats- und Regierungschef einen Kandidaten vor, über den das Parlament dann abstimmen darf. Vom Spitzenkandidaten ist nicht die Rede.

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neutraler Beobachter 24.06.2019, 16:06
57. Platzt die CDU vor Scheinheiligkeit?

Noch demokratischer als das aktuelle Spitzenkandidatensystem, wäre ein Spitzenkandidatensystem mit Kandidaten, die alle Wahlberechtigten hätten wählen können. Also mit europaweiten Wahllisten. Frau Merkel wird in Deutschland als Spitzenkandidatin mit bundesweiten Wahllisten gewählt, und nicht in einem einzigen Bundesland. Spitzenkandidate wie Manfred Weber und andere, die man nur in eigenem Land wählen konnte, machen wenig Sinn.

Aber gerade diese Mehr-Demokratie-Verbesserung für die Europawahl, die Macron vor wenigen Monaten gewollt hat, hat die CDU damals durchkreutzt. Geht es der CDU wirklich um mehr Demokratie? Oder ist diese Forderung jetzt nur scheinheilig?

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neutraler Beobachter 24.06.2019, 16:13
58. Ist die CDU scheinheilig?

Noch demokratischer als das aktuelle Spitzenkandidatensystem, wäre ein Spitzenkandidatensystem mit Kandidaten, die alle Wahlberechtigten hätten wählen können. Also mit europaweiten Wahllisten. Frau Merkel wird in Deutschland als Spitzenkandidatin mit bundesweiten Wahllisten gewählt, und nicht in einem einzigen Bundesland. Spitzenkandidate wie Manfred Weber und andere, die man nur in eigenem Land wählen konnte, machen wenig Sinn.

Aber gerade diese Mehr-Demokratie-Verbesserung für die Europawahl, die Macron vor wenigen Monaten gewollt hat, hat die CDU damals durchkreutzt. Geht es der CDU wirklich um mehr Demokratie? Oder ist diese Forderung jetzt nur scheinheilig?

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4711_please 24.06.2019, 16:16
59. Jetzt drehen sie komplett durch

Macron sei antideutsch und revisionistisch, weil die Union kaum einen Vorschlag Macrons unterstützt. Da könnte ich auch sagen, die Union ist antifranzösisch, weil sie Macron nicht unterstützt. Doch das greift zu kurz, denn im Grunde ist soe antieuropäisch, denn wenn FN ans Ruder kommt war es das. Das Statement zeigt nur, dass die Union auch europapolitisch am Ende ist, wie schon klima-, verkehrs-, netz-, wissenschafts, agrar-, justiz-, finanz-, verteidigungs- und innenpolitisch. Die junge Generation hat es schon gemerkt, mal sehen wann die alte drauf kommt.

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