Forum: Politik
Robert Mugabe: Vom Freiheitskämpfer zum Tyrannen
AFP

Er hätte wie Mandela als großer Freiheitskämpfer Afrikas in die Geschichte eingehen können. Doch Simbabwes Präsident Mugabe verkam zum brutalen Despoten. Jetzt droht der Greis die Macht zu verlieren.

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spon-tan 2012 15.11.2017, 14:42
10. Kaputt regiert

Um ein gerechteres Land zu schaffen, ist es nicht dienlich, die Leute, die die Wirtschaft am laufen halten, aus dem Land zu jagen. Ohne gewisse Strukturen lässt sich eben kein Land organisieren, geschweige denn verbessern. Eine gewisse gebildete Oberschicht braucht man, um Entwicklung voranzutreiben. Aber das zu sagen, ist natürlich alles politisch sehr inkorrekt...

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ruhepuls 15.11.2017, 14:54
11. Wie so sollte es?

Zitat von KingTut
Dass Mugabe vom Westen selbst dann noch hofiert wurde, nachdem er zahlreiche Menschen niedermetzeln ließ, wofür er vermutlich niemals vor ein Gericht gestellt werden wird, ist ein moralisches Armutszeugnis für den Westen. Dieser Despot gehörte schon vor Jahrzehnten genauso weg, so wie auch die Familiendynastie der Kims. Sollte es tatsächlich eine neue.....
In Afrika zählt der Clan (die Familie) alles. Ein abstraktes Volk existiert dort nicht in den Köpfen (bei uns ja auch nur sehr theoretisch). Insofern wird jeder Führer immer zuerst an "seine" Leute denken und für sie sorgen. Das wird von ihm auch erwartet. Tut er das nicht, stellen sich die eigenen Leute gegen ihn. Um das alles zu verhindern müsste der Westen Militär schicken und das Land zwangsverwalten - aber das hatten wir ja schon mal...
Niemand kann von heute auf morgen eine Kultur verändern, die über Jahrtausende so bestand. Das hat auch bei uns viele Jahrhunderte gedauert - und ist, wie man derzeit gut sehen kann, ja auch noch lange nicht abgeschlossen.

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lungu_t_m 15.11.2017, 15:05
12. Robert Mugabe war mein Nachbar,

als er noch in Sambia im Exil war. Seine Leute sind in mein Haus eingebrochen. Süd-Rhodesien war ohne Mugabe ein reiches Land. Trotz aller Probleme wurden sogar Gefangene in Süd-Rhodesien ordentlich und konnten sogar, wie Robert Mugabe seinen Doktortitel im Gefängnis machen. Seitdem er Präsident von Simbabwe ist, wird dass ehemals wohlhabende Land ruiniert. Ich wünsche der Armee viel Erfolg.

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Analog 15.11.2017, 15:11
13. Auf jeden Fall ist der Herr sehr optimistisch,

denn er will sich nächstes Jahr noch mal zur Wahl stellen. Jetzt ist er 93 Jahre alt...

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Das Pferd 15.11.2017, 15:16
14.

Zitat von martin.michaelis
Die allermeisten afrikanischen Machthaber die als Hoffnungsträger gewartet sind endeten als Despoten. Das Problem ist ein Grundsätzliches. Es liegt in den Mentalitäten und Strukturen. Die ändern sich nicht. Selbst in Staaten mit besonders guten Voraussetzungen wie Südafrika findet man dieses Problem.
Nicht nur in Afrika. Im Prinzip degeneriert fast jeder. Wollten Ulbricht und Honecker als Knallchargen der Geschichte enden? Was ist mit Breshnew? Castro? Marcos auf den Philippinen usw.

Einen schwachen Ablatsch erleben wir in derzeit in Deutschland, wir haben nun seit 1949 (ohne DDR) schon den dritten Regierungschef, der glaubt unersetzlich zu sen. Und alles drei durchaus kluge integere Personen, kein Vergleich mit hochgeputschten Diktatoren.
Es scheint wirklich so zu sein, daß die Reflektion nachlässt.

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alohas 15.11.2017, 15:44
15.

Mandela stellt wohl eine der ganz seltenen rühmlichen Ausnahmen dar; in der Regel ist der Schritt vom Freiheitskämpfer zum FreiheitsBEkämpfer jedoch kein allzu großer.

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darthmax 15.11.2017, 15:55
16. Freiheitskämpfer

interessant doch, dass diese in der Regel alle später zum Diktator werden.
Es ging Ihnen also immer nur um Macht und nicht Freiheit.
Gewisse Parallelen zur Türkei oder Spanien, Irak oder Syrien sind unbeabsichtigt.

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dr.w 15.11.2017, 16:12
17. bis auf die Aussage über Mandela

Zitat von ruhepuls
Europäer und Amerikaner sehen selten die Zusammenhänge in anderen Kulturkreisen. Auch ein "Freiheitskämpfer" ist bei den eigenen Leute nicht unumstritten. Auch Mandela (man denke an die Probleme mit den Aktivitäten seiner Frau) war nicht nur ein ......
stimme ich Ihrer Analyse zu. Mandela war natürlich nicht nur ein Heiliger, schließlich war er kein Gott. Aber er hat erkannt, daß Macht korrumpiert und ist bewußt abgetreten (in der Geschichte fallen mir ad hoc nur Kaiser Karl V., Diokletian und Sulla ein - aber ich lasse mich gerne belehren) . Und daran hängt es in Afrika (und in vielen anderen Teilen der Welt, die Türkei ist nur ein Beispiel dafür!): die fehlende Demokratie und die der Zwang, nach einer gewissen Zeit von der Macht Abstand zu nehmen. Ein Regierungschef dürfte allenfalls einmal wiedergewählt werden, und danach nicht wieder (sonst Umgehung wie einst in Rußland) - auch Deutschland hat in dieser Hinsicht ein Problem und ist durch seine relativ stabile Demokratie vor einer weiteren Diktatur bewahrt worden...

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