Forum: Politik
Röttgen und die NRW-Wahl: Stunde der Heuchler
DPA

Berlin oder Düsseldorf, Minister oder Oppositionsbank? Der zögernde Norbert Röttgen soll sich entscheiden, fordern sogar CDU-Parteifreunde mit Blick auf die Neuwahlen in NRW. Die Kritiker schaden so dem eigenen Spitzenkandidaten - dabei ist dessen Verhalten absolut verständlich.

Seite 4 von 10
Reziprozität 19.03.2012, 16:23
30.

Zitat von R_Winter
... Wenn er sich als Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag festlegt, wäre ein Mitbewerber für Merkel ausgeschaltet......
Die Tatsache, dass Herr Roettgen sich selbst Kanzler zutraut, ist noch lange kein Beleg dafuer dass er es letztlich auch kann bzw. ernsthaft dafuer in Frage kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kritischer_Geist 19.03.2012, 16:25
31.

Zitat von rantanplan20359
Das lässt für mich während der Zeit als Wahlkampf nur zwei Schlüsse zu. Entweder: 1. Röttgen führt den Wahlkampf nicht so gut er kann, da er in Berlin weiterhin einiges zu tun hat oder 2. Er ist in Berlin für zwei Monate komplett entbehrlich, bzw. kann sich nahezu komplett auf den Wahlkampf konzentrieren, was mich zu der Frage bringt: Ist der Umweltminister nur ein Nebenjob? Ist er dort nicht ausgelastet?
Das Bundesumweltministerium ist immer noch in Bonn (NRW) und nicht in Berlin...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bökelmann 19.03.2012, 16:26
32.

Zitat von Procurator
Wenn Röttgen Ministerpräsident werden will, muss er also ein Landtagsmandat anstreben, d.h. in einem Wahlkreis erfolgreich direkt kandidieren oder zumindest einen Sitz über die Landesliste erringen. Natürlich wird er die Landesliste anführen. Ist es nicht Wählertäuschung, sich zur Wahl (als Bewerber für ein Abgeordnetenmandat) zu stellen mit dem Vorsatz, dieses in dem - nicht unwahrscheinlichen - Fall, dass es für den Chefsessel nicht reicht, gar nicht annehmen zu wollen?
Dass die CDU Mandate über die Landesliste bekommt, ist nach Lage der Dinge sehr unwahrscheinlich (hat sie auch bei den letzten Wahlen nicht bekommen). Röttgen braucht daher das Direktmandat. Das hält in seinem Wahlkreis momentan die SPD. Kann er dieses nicht erreichen, wofür einiges spricht, so kann er weder Ministerpräsident noch Oppositionsführer sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nesmo 19.03.2012, 16:27
33. Wie soll der Wähler

einem MP-kandidaten abnehmen, dass er sich für die Sorgen und Nöte des Landes wirklich interessiert, wenn dieser sein Landtagsmandat, für dass er sich wählen läßt, nur wahrnehemn will, wenn er MP wird. Es ist verständlich dass Röttgen nicht alles auf eine Karte setzen will, aber es wird überdeutlich, dass es bei der Wahl zu der er sich stellt, nur um ihn geht und es ihm nicht darum geht, dem Land zu helfen/dienen, in welcher Rolle auch immer.

Das ganze hat etwas von einem Polit-Söldner, der sich nur für ein bestimmtes Amt kaufen und einstellen läßt. Will man sein Land einem Söldner anvertrauen? Das gibt nur Sinn, wenn das Personal vor Ort für dieses Amt komplett unfähig ist, was dann aber sehr gegen diese Partei spricht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matno 19.03.2012, 16:27
34. Landespolitiker

Zitat von sysop
Berlin oder Düsseldorf, Minister oder Oppositionsbank? Der zögernde Norbert Röttgen soll sich entscheiden, fordern sogar CDU-Parteifreunde mit Blick auf die Neuwahlen in NRW. Die Kritiker schaden so dem eigenen Spitzenkandidaten - dabei ist dessen Verhalten absolut verständlich.
Selten so einen unlogischen Artikel gelesen.
Es geht doch gar nicht darum, ob Herr Röttgen Ministerpräsident wird oder Oppositionsführer. Das entscheidet einzig und alleine der Wähler.

Es geht darum, ob er sich entscheidet, Landespolitiker zu werden, in welcher Rolle auch immer. Ist er dazu nicht bereit, wird sich ein signifikanter Teil auch der seiner Partei nahenstehenden Wähler im Zweifel für Parteien mit mehr landespolitisch orientiertem Spitzenpersonal entscheiden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alpha-beet 19.03.2012, 16:27
35. Welche Halbwertzeiten haben Röttgens Versprechen?

Zitat von wibo2
Gut ist das nicht. Röttgen hat damit seine innerparteilischen Konkurrenten, insbesondere den Armin Laschet ausgetrickst. Aber was 2010 gesagt wurde, braucht 2012 nicht zu gelten.
Warum sollte das 2012 nicht gelten? Allgemein ging man doch 2010 davon aus, dass die rot-grüne Minderheitsregierung keine Legislaturperiode durchhalten würde. Ergo war Herrn Röttgen doch klar, dass es jederzeit zum Schwur kommen konnte und er ohne Rükfahrkarte nach Düsseldorf muß.

Welche Halbwertzeiten billigen Sie denn Herrn Röttgens Aussagen so ganz allgemein zu?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wibo2 19.03.2012, 16:30
36. @Reziprozität

Zitat von Reziprozität
Dann ist Herr Röttgen ja in Berlin entbehrlich, denn mit Finanz- und Sicherheitspolitik hat er rein gar nichts zu schaffen. Herr Röttgen ist allerdings Landesvorsitzender der NRW-CDU.
Auch wenn die Bundeskanzlerin trotz zu hinterfragender Kompetenz
die Richtlinienkompetenz hat, ist das Kabinett in seiner Gesamtheit
für politische Entscheidungen der Regierung verantwortlich. Röttgen
wird als "Muttis Klügster" in Berlin in diesen gefährlichen Zeiten
dringend gebraucht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rantanplan20359 19.03.2012, 16:31
37.

Zitat von Kritischer_Geist
Das Bundesumweltministerium ist immer noch in Bonn (NRW) und nicht in Berlin...
Verzeihung, das hatte ich irgendwie übersehen ;)

Ändert aber nichts an dem Problem was ich benannt habe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
angste 19.03.2012, 16:31
38. Gibts das jetzt auf allen Kanälen?

Röttgen macht es richtig....Heuchler, die ihm was vorwerfen....

Hoppla, hier gehts ums Land NRW und nicht um die Karriere des Herrn Röttgen.
Die Wähler wollen wissen, ob er sich ohne wenn und aber für NRW einsetzen will, oder ob er nur kommt, wenn ER dadurch Vorteile hat, ihm das Land letzendlich egal ist.
Röttgen wollte unbedingt Landesvorsitzender werden, aber wenn die Pflicht ruft kneift er?

Wie soll denn das Wahlkampfplakat aussehen:
Wählt Röttgen, der Mann will ins Kanzleramt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Deep Thought 19.03.2012, 16:32
39.

Zitat von Procurator
...aber ehrlich gegenüber dem Wähler ist es nicht, sich den Rückzug nach Berlin offenzuhalten. In Nordrhein-Westfalen sieht es die Landesverfassung (anders als andere Länderverfassungen oder das Grundgesetz) vor, dass der Landtag den Ministerpräsidenten aus seiner Mitte wählt. Wenn Röttgen Ministerpräsident werden will, muss er also ein Landtagsmandat anstreben, d.h. in einem Wahlkreis erfolgreich direkt kandidieren oder zumindest einen Sitz über die Landesliste erringen. Natürlich wird er die Landesliste anführen. Ist es nicht Wählertäuschung, sich zur Wahl (als Bewerber für ein Abgeordnetenmandat) zu stellen mit dem Vorsatz, dieses in dem - nicht unwahrscheinlichen - Fall, dass es für den Chefsessel nicht reicht, gar nicht annehmen zu wollen?
Richtig!

Man kann es sogar noch verschärfen:
Diese Sorte von Politikern kann sich schon gar nicht mehrvorstellen, daß jeder andere Mensch erst einen Job kündigen muss, um anderswo eine neue Karrierechance überhaupt nutzen zu können.
Die Vollkaskomentalität unserer Politiker kommt da sehrdeutlich zum Tragen.
ZUDEM:
Ein erklärter Kandidat für ein Ministerpäsidentenamt, der nicht zuvor ehrbar von der Oppositionsbank angreift, präsentiert sich ja zunächst mit nichts als "Fremder" mit Sprüchen für das Amt - eine WAhl zu verlieren, ist nichts unehrenhaftes - aber anschliessende FAhnenflucht schon! Von der Sorte hatten wir schon zu vile.

Wer es als Hergereister nicht schafft, kann ehernvoll von der Oppositionsbank zeigen, daß er konzeptionell mit seiner Politik TATSÄCHLICH eine bessere Alternative zum jeweiligen MP ist. DANN hat er auch die Bevölkerung eher auf seiner Seite. Weil er dann die Überzeugungsarbeit auch konkret vor Ort leistet.

Ich bin schockiert, daß sogar unsere Journalisten diese Vollkaskomentalität noch unterstützen - heute Morgen sogar die ansonsten stets sehr klug kommentierende Bettina Gaus im DLF, was mich wirklich erstaunte....

Wer WIRKLICH von sich überzeugt ist, langfristig die bessere Landespolitik zu machen, der sollte auch damit starten und bei der LAndespolitik bleiben.
Das gilt übrigens auch umgekehrt für MP, die Bundeskanzler erden wollen: wer meint, in die Bundespolitik zu wollen/müssen, der soll sich nach der WAhl eben auch dort in der Opposition bewähren!

Die Opposition hat in einer Demokratie eine sehr wichtige Kontroll-Funktion - es ist beschämend, daß unsere Politiker das schon vergesen zu ahben scheinen.

Es ist halt so: NICHT die Bevölkerung ist Politikverdrossen, die Politiker sind Bürgerverdrossen - und sogar Politikverdrossen, was Stehvermögen bei der Überzeugungsarbeit anbelangt. Besonders gegenüber dem eigentlichen Souverän, und das sind wir, meine DAmen und herren Politiker !!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 10