Forum: Politik
Rohstoffe in Syrien: Rebellen verschleudern Öl zu Dumping-Preisen
REUTERS

Viele Ölfelder im Osten Syriens sind in Rebellenhand, die Aufständischen verhökern den Rohstoff billig an türkische Geschäftemacher. Damit graben sie ihrem Nationalrat die wichtigste Geldquelle ab - und verstärken das Chaos in den befreiten Gebieten.

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WinstonSmith. 16.05.2013, 12:43
100. Kein Titel.

Zitat von Izmi
Meine These ist nur, wenn es eine schichten- und reliogionsübergreifende, umfassende Mehrheit gegen Assad und seiner Helfer gegeben hätte, wäre der Kampf schon entschieden.
Ich habe dieses Argument hier schon häufiger gelesen und bin der Ansicht, dass der damit zumeist einhergehende Verweis auf die Entwicklung in Europa 1989-1990 und in Südafrika 1991 kaum trägt, weil es sich bei der politischen Wende in Europa 1989 um einen Glücksfall und bei der in Südafrika schlichtweg um ein Wunder - verbunden mit der Person von Nelson Mandela - handelt.

Im Prinzip ist diese Argumentation aber letztlich ein Rückfall auf den Grundsatz "Might is right". Unterdrückt eine Minderheit letztlich mit Rückgriff auf die Waffengewalt der Regierung eine Mehrheit, die nicht umfassend genug ist, um sich dagegen politisch oder mit Gewalt durchzusetzen, kann man nicht einfach unterstellen, dass es eben nicht genug Leute gewollt haben.
Zitat von Izmi
Wäre der Konflikt völlig unbeteiligt von Kräften außerhalb Syriens abgelaufen, wäre die Rebellion zwar niedergeschlagen, aber noch lange nicht zuende.
Damit wäre aber doch insgesamt nichts gewonnen. Die Probleme, die zum Aufstand geführt haben, werden doch nicht dadurch aus der Welt geschafft, dass die Regierung ihn mit Waffengewalt niederschlägt. Der Einsatz von Waffengewalt ist letztlich immer ein Mittel, um einen entgegenstehenden politischen Willen zu brechen. Das ist aber sinnlos, wenn es an einem eigenen Willen fehlt, den man stattdessen durchsetzen will. Die syrische Regierung hat ja schon zu Friedenszeiten die ihr zur Lösung obliegenden Probleme nicht bewältigen können. Da hilft es doch nichts, sie militärisch gewinnen zu lassen, nur damit sie wieder da steht, wo sie angefangen hatte.

Zitat von Izmi
Die übrigen Staaten dieser Welt sollten in solchen Fällen allerdings immer über einen entsprechenden UNO-Beschluss in die Demokratisierungsbemühungen eingreifen...
Sie führen ja selbst gleich nachstehend aus, dass ein solcher einheitlicher Wille der übrigen Staaten der Welt normalerweise nicht gegeben ist. Staaten verfolgen außenpolitisch nicht nur bestimmte Werte, sondern auch bestimmte Interessen.

Zitat von Izmi
Was jetzt geschieht, ist ein Interessenspiel der verschiedensten Mächte der Region und der Welt und außer Kontrolle.
Ich halte es für normal, dass bei einer Schwächung des Staates - nämlich einem Bürgerkrieg zwischen der Regierung und Aufständischen - die Nachbarstaaten verstärkt ihre Interessen wahrnehmen. Zu Beginn des Jugoslawien-Krieges war selbst das dem Imperialismus unverdächtige österreichische Bundesheer in seinen Bereitstellungsräumen an der Grenze.

Den Europäern und Amerikanern ist Syrien aus meiner Sicht auch aufgrund des vorangegangenen Libyen-Konflikts eher egal, aber sie können sich nach ihren jeweiligen Gesellschaftsordnungen schwerer auf die Seite einer Diktatur stellen.

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stoptheidiots 16.05.2013, 12:45
101. Darf man fragen, ...

Zitat von willi_der_letzte
Na schau einer an. "viele Syrer". Bsi vor kurzem waren das in Ihren Beiträgen noch "alle Syrer". Es ändert nix daran. Der "Aufstand" wird, bis heute, nicht von der Mehrheit der Syrer getragen.
... woraus Sie diese Erkenntnis ziehen?

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hElsar 16.05.2013, 12:45
102. Logik?

Ich fasse zusammen. Die radikalen Islamisten, Liwa al-Islam stehlen die Rohstoffe Syriens und verkaufen sie unter ausdrücklicher Billigung der EU zu Schleuderpreisen an die Türkei und andere Nutznießer. Die Einnahmen gehen diesen Islamisten zu, die dies dann in Projekte für die notleide Bevölkerung stecken werden. Denn der SNC hat ja sicherlich einen langen Arm und alles unter Kontrolle. Einzige Sorge.. der Preis sei so niedrig, dass die Erlöse nachhaltige Entwicklung vielleicht nicht reichen könnten.
Mehr gab es nicht zu schreiben? Naja..
Es wird verschwiegen, dass die Ölfelder im Nordosten und Südosten von Al-Qaeda kontrolliert werden, ebenso wie die Provinzhauptstadt Raqqa selbst.
http://www.nytimes.com/2013/04/28/wo...anted=all&_r=0

Im Artikel ist die Rede von Liwa al-Islam. Besser als Al-Qaeda? Soll das ein Vorschlag sein, bevorzugt von diesen zu kaufen und das Al-Qaeda Öl eher zu vermeiden?

Liwa al-Islam ist ein Teil der Syrian Islamic Liberation Front. Syrian Islamic Liberation Front - Wikipedia, the free encyclopedia
Zusammen mit u.a. der Farouq Brigade, dessen Anführer unlängst als "herzlicher Kannibale" für schokierte Reaktionen auch hier beim SPIEGEL sorgte. Und der Nebenbei für die Auslöschung aller Alawiten eintritt.
Syrian rebel defends eating dead soldier's organs as revenge - Telegraph

Wie auch immer man es höflich ausdrücken mag: Die EU und andere erlauben und profitieren vom Verkauf syrischen Öls durch Al-Qaeda und deren ideologisch nahen Brüdern - für eine nachhaltige Entwicklung der "Rebellen"-Gebiete versteht sich. Lieber SPIEGEL...
Ach ja, aber da ist ja noch der SNC. Selbst deren zurückgetretener Führer lässt keinen Zweifel, dass diese Organisation, die von ausländischen Interessen kontrolliert und von Islamisten dominiert wird, nicht im Interesse des syrischen Volkes handelt.
Moaz al-Khatib: The priority is to save Syria - Talk to Al Jazeera - Al Jazeera English
Wie groß ist der Einfluss des SNC wohl auf die Kampftruppen der Terroristen am Boden? Sie kämpfen für die Sharia, aber am Ende werden sie sich der Demokratie zuwenden, weil der SNC dies heuchlerisch als Hauptziel vorgibt?
Aufwachen.

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WinstonSmith. 16.05.2013, 12:50
103. Kein Titel.

Zitat von Izmi
Meine These ist nur, wenn es eine schichten- und reliogionsübergreifende, umfassende Mehrheit gegen Assad und seiner Helfer gegeben hätte, wäre der Kampf schon entschieden.
Ich habe dieses Argument hier schon häufiger gelesen und bin der Ansicht, dass der damit zumeist einhergehende Verweis auf die Entwicklung in Europa 1989-1990 und in Südafrika 1991 kaum trägt, weil es sich bei der politischen Wende in Europa 1989 um einen Glücksfall und bei der in Südafrika schlichtweg um ein Wunder - verbunden mit der Person von Nelson Mandela - handelt.
Im Prinzip ist diese Argumentation aber letztlich ein Rückfall auf den Grundsatz "Might is right". Unterdrückt eine Minderheit letztlich mit Rückgriff auf die Waffengewalt der Regierung eine Mehrheit, die nicht umfassend genug ist, um sich dagegen politisch oder mit Gewalt durchzusetzen, kann man nicht einfach unterstellen, dass es eben nicht genug Leute gewollt haben.
Zitat von Izmi
Wäre der Konflikt völlig unbeteiligt von Kräften außerhalb Syriens abgelaufen, wäre die Rebellion zwar niedergeschlagen, aber noch lange nicht zuende.
Damit wäre aber doch insgesamt nichts gewonnen. Die Probleme, die zum Aufstand geführt haben, werden doch nicht dadurch aus der Welt geschafft, dass die Regierung ihn mit Waffengewalt niederschlägt. Der Einsatz von Waffengewalt ist letztlich immer ein Mittel, um einen entgegenstehenden politischen Willen zu brechen. Das ist aber sinnlos, wenn es an einem eigenen Willen fehlt, den man stattdessen durchsetzen will. Die syrische Regierung hat ja schon zu Friedenszeiten die ihr zur Lösung obliegenden Probleme nicht bewältigen können. Da hilft es doch nichts, sie militärisch gewinnen zu lassen, nur damit sie wieder da steht, wo sie angefangen hatte.

Zitat von Izmi
Die übrigen Staaten dieser Welt sollten in solchen Fällen allerdings immer über einen entsprechenden UNO-Beschluss in die Demokratisierungsbemühungen eingreifen...
Sie führen ja selbst gleich nachstehend aus, dass ein solcher einheitlicher Wille der übrigen Staaten der Welt normalerweise nicht gegeben ist. Staaten verfolgen außenpolitisch nicht nur bestimmte Werte, sondern auch bestimmte Interessen.

Zitat von Izmi
Was jetzt geschieht, ist ein Interessenspiel der verschiedensten Mächte der Region und der Welt und außer Kontrolle.
Ich halte es für normal, dass bei einer Schwächung des Staates - nämlich einem Bürgerkrieg zwischen der Regierung und Aufständischen - die Nachbarstaaten verstärkt ihre Interessen wahrnehmen. Zu Beginn des Jugoslawien-Krieges war selbst das dem Imperialismus unverdächtige österreichische Bundesheer in seinen Bereitstellungsräumen an der Grenze.

Den Europäern und Amerikanern ist Syrien aus meiner Sicht auch aufgrund des vorangegangenen Libyen-Konflikts eher egal, aber sie können sich nach ihren jeweiligen Gesellschaftsordnungen schwerer auf die Seite einer Diktatur stellen.

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stoptheidiots 16.05.2013, 12:50
104. Frau Del Ponte ...

Zitat von copperfish
«Unsere Ermittlungen müssen durch neue Zeugenaussagen weiter vertieft, verifiziert werden», sagte Del Ponte. «Doch soweit wir das feststellen konnten, haben bisher nur die Widersacher des Regimes das Gas Sarin eingesetzt.»
... scheint nicht viel feststellen zu können: BBC News - Syria conflict: BBC shown 'signs of chemical attack'

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king_pakal 16.05.2013, 12:52
105. --

Zitat von lebenslang
nun, diese annahme hat nur bestand wenn man annimmt seit zwei jahren hat sich in syrien nichts verändert, weder die zusammensetzung und stärke der rebellen noch die intensität der auseinandersetzung, nur dann kann man behaupten früher .....
Woher wissen Sie das? Können Sie jede Information die in westlichen Medien genannt wird (oder auch ausgelassen wird) überprüfen und auswerten und somit beurteilen, dass die Berichterstattung der westlichen Medien "einigermaßen realistisch" ist? Auf der anderen Seite ist es klar, dass ein Propagandaschreiberling, der hauptsächlich westliche Foren für seine Propagandatätigkeit nutzt, diese Behauptung aufstellt.

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reuanmuc 16.05.2013, 12:52
106.

Zitat von willi_der_letzte
Der "Aufstand" wird, bis heute, nicht von der Mehrheit der Syrer getragen.
Das ist völlig irrelevant. Wenn eine Bevölkerungsgruppe unterdrückt wird und keine Aussicht auf friedliche Veränderung sieht, dann wird sie sich irgendwann auflehnen, egal ob sie in der Minderheit ist. Das ist überall auf der Welt zu sehen. Entscheidend sind nicht die Mehrheitsverhältnisse, sondern die Kräfteverhältnisse.

Hier wird nur nach Argumenten gesucht, um den Aufstand zu diskreditieren, weil die panische Angst vor einer Ausbreitung des Islam der eigentliche Grund ist. Man will die Syrer unter der Diktatur leben lassen, um selber weiter ungestört in gewohnter Ruhe und Bequemlichkeit leben zu können.

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Herr Dobermann 16.05.2013, 12:52
107.

Zitat von nichtsnutz2
Das ist lediglich Ihre Behauptung die Sie durch nichts belegen können. Aber so läuft es ja hier des Öfteren: Renommierte Organisationen werden als unglaubwürdig diffamiert weil einen die Berichte nicht gefallen. Das insbesondere AI und HRW auch westliche Staaten immer wieder an den Pranger stellen wird ignoriert.
Das müssen Sie auch, sonst würden sie ja nicht für Ernst genommen werden. Das ändert aber nichts an der Tatsache dass die Organisationen nicht unabhängig sind und sich an Lügenmärchen beteiligt haben.

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king_pakal 16.05.2013, 12:58
108. --

Zitat von nichtsnutz2
Man kann es sich, wie Sie, einfach machen und über irgendwelche Videos unbekannter Herkunft zu schwafeln man kann sich aber auch mal die Mühe machen Berichte von Profis in Kriesengebieten zu lesen. Berichte von den Profis von HRW, AI und UN sagen das beide Seiten schwerste Verbrechen begehen. Aber es heisst in den Berichten auch das der Grossteil der Verbrechen den Anhängern des Regimes zuzuordnen sind. Das sind Fakten, irgendwelche Internetvideos sind es nicht.
Waren diese Organisationen vorort?

Robert Fisk: Syria

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nichtsnutz2 16.05.2013, 13:01
109. ...

Zitat von copperfish
Das soll also eine "Einzelmeinung" sein? Warum forden imer ausgerechnet die Nichtnutze "Wahrheit" und "Tatsachen" ein, die diese permanent ignorieren. Eine Lüge, 100000000x wiederholt, ist immer noch eine Lüge.
Das hier ist der Stand der Dinge:
Die UN-Kommission, der die Ermittlerin angehört, relativierte später die ohnehin schon sehr vorsichtigen Aussagen del Pontes. Sie erklärte, es gebe keine beweiskräftigen Ermittlungsergebnisse für einen Chemiewaffeneinsatz durch irgendeine der an dem Konflikt beteiligten Parteien.

Syrien: Offenbar viele Tote bei israelischen Angriffen | tagesschau.de
Es gibt einfach keinen Beweis auch wenn Sie es 998753865456 mal wiederholen.

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