Forum: Politik
Rohstoffe in Syrien: Rebellen verschleudern Öl zu Dumping-Preisen
REUTERS

Viele Ölfelder im Osten Syriens sind in Rebellenhand, die Aufständischen verhökern den Rohstoff billig an türkische Geschäftemacher. Damit graben sie ihrem Nationalrat die wichtigste Geldquelle ab - und verstärken das Chaos in den befreiten Gebieten.

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adal_ 16.05.2013, 14:13
120.

Zitat von meergans
Als deutscher denke ich nicht gern in Arabesken.
Das glaube ich Ihnen gerne. Als Deutscher" denken Sie lieber daran, Arabern Mores zu lehren. Wenn nicht Sie als Deutscher", wer dann? :-)

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Izmi 16.05.2013, 14:15
121. Schwächen

Zitat von WinstonSmith.
(...) Die Probleme, die zum Aufstand geführt haben, werden doch nicht dadurch aus der Welt geschafft, dass die Regierung ihn mit Waffengewalt niederschlägt. Der Einsatz von Waffengewalt ist letztlich immer ein Mittel, um einen entgegenstehenden politischen Willen zu brechen. Das ist aber sinnlos, wenn es an einem eigenen Willen fehlt, den man stattdessen durchsetzen will. (...) Ich halte es für normal, dass bei einer Schwächung des Staates - nämlich einem Bürgerkrieg zwischen der Regierung und Aufständischen - die Nachbarstaaten verstärkt ihre Interessen wahrnehmen. Zu Beginn des Jugoslawien-Krieges war selbst das dem Imperialismus unverdächtige österreichische Bundesheer in seinen Bereitstellungsräumen an der Grenze. (...)
Es fehlt mir bei vielen Beiträgen hier oft eine Schlussfolgerung, die die augenbliche Lage mit einer möglichen zukünftigen vergleicht. Auch Sie nennen eigentlich nur die Umstände (wenn sie denn richtig dargestellt sind), kommen aber nicht auf den Punkt, wie nun weiter. Es wird Ihnen doch auch inzwischen klar sein, dass ein schlichtes "Assad muss weg" nicht reicht. Es bleibt bei vielen der "Revolutions"unterstützer in den allermeisten Fällen nur bei einem genauso schlichten "weiter so".
Was also schlagen Sie vor, das geschehen sollte, um dem Krieg ein Ende zu machen? Denn der "Einsatz von Waffengewalt" durch die Aufständischen führt offensichtlich zu keinem Ende.
Äußerst bedenklich dagegen ist Ihre Sichtweise zum Verhalten der Anrainerstaaten oder sonstiger Interessenten. Sie öffnen Tür und Tor jeder Intervention in jeden Staat, der sich auch nur eine innere Schwäche leistet...

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king_pakal 16.05.2013, 14:22
122. --

Zitat von lebenslang
gut, nochmal zum mitschreiben. es bringt nichts sich einzelne videos oder meldungen herauszupicken und daraus schlüße zu ziehen wie die gesamtlage zu bewerten ist. entscheidend sind tendenzen und die sollten selbst .....
Das ist klar, die westlichen Medien haben die Wahrheit für sich gepachtet (aber auch nur die offiziellen Massensystemmedien, der alle anderen sind dubiose Verschwörungsseiten). Sie würden auch nie unwahr berichten oder Fakten auslassen (um der öffentlichen Meinung eine bestimmte Richtung vorzugeben). Das machen nur die anderen.

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adal_ 16.05.2013, 14:22
123.

Zitat von Izmi
Es wird Ihnen doch auch inzwischen klar sein, dass ein schlichtes "Assad muss weg" nicht reicht....
Das behauptet auch niemand. Vielmehr ist die Forderung "Assad muss weg" das absolute Minimum, um die Konfliktparteien überhaupt an den Verhandlungstisch zu bekommen.

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king_pakal 16.05.2013, 14:26
124. --

Zitat von adal_
Das behauptet auch niemand. Vielmehr ist die Forderung "Assad muss weg" das absolute Minimum, um die Konfliktparteien überhaupt an den Verhandlungstisch zu bekommen.
Auch wenn sich diese "minimale Forderung" gegen die Wünsche der Bevölkerung richtet?

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Herr Dobermann 16.05.2013, 14:30
125.

Zitat von adal_
Vielmehr ist die Forderung "Assad muss weg" das absolute Minimum, um die Konfliktparteien überhaupt an den Verhandlungstisch zu bekommen.
Ist das Ihre Forderung? Oder die Forderung der Syrer?

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chefchen1 16.05.2013, 14:31
126.

Zitat von WinstonSmith.
Ich habe dieses Argument hier schon häufiger gelesen und bin der Ansicht, dass der damit zumeist einhergehende Verweis auf die Entwicklung in Europa 1989-1990 und in Südafrika 1991 kaum trägt, weil es sich bei der politischen Wende in Europa 1989 um einen Glücksfall und bei der in Südafrika schlichtweg um ein Wunder - verbunden mit der Person von Nelson Mandela - handelt.
Und die Rücktritte in Tunesien und Ägypten? Trotz der Toten, die es in beiden Ländern gab, sind diese Länder nicht in einen Bürgerkrieg gefallen sondern haben die Regierung durch Demonstrationen und Streiks gestürzt. Einem Generalstreik kann kein Land der Welt etwas entgegensetzen. Dieser wird die Regierenden immer an den Verhandlungstisch bringen. Das alles hat nicht so viel mit Wunder und Glück zu tun.

Zitat von WinstonSmith.
Im Prinzip ist diese Argumentation aber letztlich ein Rückfall auf den Grundsatz "Might is right". Unterdrückt eine Minderheit letztlich mit Rückgriff auf die Waffengewalt der Regierung eine Mehrheit, die nicht umfassend genug ist, um sich dagegen politisch oder mit Gewalt durchzusetzen, kann man nicht einfach unterstellen, dass es eben nicht genug Leute gewollt haben.
Die Macht ist erstmal ein Faktum unabhängig davon ob gerecht oder nicht. Um die Waffengewalt zu brechen, braucht man aber nicht unbedingt Waffen und einen Bürgerkrieg. Diesen kann man sich leisten, wenn das Militär - auch die sind Teil des Volkes - mit umschwenkt. Ansonsten ist man auf externe Hilfe angewiesen und die wird zumeist nicht ohne Bedingugnen gwährt. Daher ist das eher die schlechte Wahl.

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WinstonSmith. 16.05.2013, 14:31
127. Kein Titel.

Zitat von Izmi
Es fehlt mir bei vielen Beiträgen hier oft eine Schlussfolgerung, die die augenbliche Lage mit einer möglichen zukünftigen vergleicht. Auch Sie nennen eigentlich nur die Umstände (wenn sie denn richtig dargestellt sind), kommen aber nicht auf den Punkt, wie nun weiter. ... Was also schlagen Sie vor, das geschehen sollte, um dem Krieg ein Ende zu machen? Denn der "Einsatz von Waffengewalt" durch die Aufständischen führt offensichtlich zu keinem Ende.
Sie erlauben, dass ich mich selbst zitiere:
Zitat von WinstonSmith.
Aufteilung in vorrangig von der Regierung und von den Aufständischen aufgeteilte Gebiete mit Pufferzonen, in denen arabische bzw. arabisch sprechende Truppen stationiert ebenso stationiert sind wie "neutrale Zonen" insbesondere an den Grenzbereichen mit Sicherheit für die Rückkehr der Flüchtlinge im Inland wie im Ausland, Wahl einer nach den Regionen paritätisch besetzten Übergangsregierung, Formalisierung von Teilen der Milizen als Ordnungskräfte und Entwaffnung der sonstigen... und zudem wird viel, viel Geld ins Land fließen müssen, weil die Probleme, die zum Aufstand in Syrien geführt haben, immer noch vorhanden sind - aber ergänzt um eine zerstörte Infrastruktur und eine zerrissene Gesellschaft.
sowie
Zitat von WinstonSmith.
Ich halte, wie an anderer Stelle schon einmal ausgeführt, den Rückzug von Assad bzw. die Ankündigung, zu den Präsidentenwahlen 2014 nicht anzutreten, im derzeitigen Moment für die Lösung halte, die am ehesten politisch, nicht militärisch weiterführen kann. Die syrische Regierung muss das dementsprechend soweit vorbereiten, dass ein Stellvertreter, der genug Kontrolle über die Armee und Verwaltung hat, aber nicht zuviel Blut an den Händen, an die Spitze tritt, während der Westen die gemäßigteren Rebellen den Verhandlungen zuführen muss, die ja dann den Erfolg vorweisen können, dass Assad zurücktritt/ zurücktreten wird. Assad dürfte nicht unentbehrlich für den syrischen Staat sein.
Ansonsten wäre ich Ihnen sehr verbunden, in der Diskussion mit mir sachfremde Bezeichnungen wie "Revolutionsunterstützer" zu meiden. Mir ist dieses Lagerdenken in diese und "Assad-Freunde" fremd. Wenn Sie dies fortsetzen wollen, ziehe ich mich gerne aus der Diskussion zurück.
Zitat von Izmi
Äußerst bedenklich dagegen ist Ihre Sichtweise zum Verhalten der Anrainerstaaten oder sonstiger Interessenten. Sie öffnen Tür und Tor jeder Intervention in jeden Staat, der sich auch nur eine innere Schwäche leistet...
Sie können sich auch darüber beschweren, dass eine Flut mal höher und mal niedriger ausfällt. Dass Staaten in der Außenpolitik ihre Interessen auch in Nachbarstaaten im Rahmen ihrer Möglichkeiten wahrnehmen, ist schlichtweg normal.

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adal_ 16.05.2013, 14:34
128.

Zitat von Herr Dobermann
Ist das Ihre Forderung? Oder die Forderung der Syrer?
Sie sollten gelegentlich mal Zeitung lesen. Es ist die Mindest-Forderung sämtlicher Rebellengruppen seit Jahr und Tag.

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lebenslang 16.05.2013, 14:37
129. presse und agit-prop

Zitat von king_pakal
Das ist klar, die westlichen Medien haben die Wahrheit für sich gepachtet (aber auch nur die offiziellen Massensystemmedien, der alle anderen sind dubiose Verschwörungsseiten). Sie würden auch nie unwahr berichten oder Fakten auslassen (um der öffentlichen Meinung eine bestimmte Richtung vorzugeben). Das machen nur die anderen.
im wesentlichen haben sie damit recht.
ich weiss nicht was sie an presse gewohnt sind, aber die westliche presse ist keine amorphe weisungsgebundene masse sondern besteht aus konkurrierenden unternehmen.

lassen sie die krawallmedien und die der rechten und linken propagandablätter beiseite, dann sorgt dies bereits in der tendenz für eine ausgewogene nahe an der realität operierenden medienarbeit.
es ist wie mit dem blinden regenwurm im tunnel, selbst wenn er die richtung nicht erkennen kann merkt er wenn gegen eine wand stößt, das bedeutet er kennt die richtung nicht, aber er findet sie.

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